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Arbeitsethik in der heutigen Zeit

Wie steht ihr zum Thema Arbeitsethik? Ich kenne viele aus meinem Bekanntenkreis, die sich immer wieder die Frage stellen, ob sie arbeiten um zu leben oder leben um zu arbeiten. Das finde ich persönlich sehr tragisch, denn allein schon, dass man die Frage nicht wirklich beantworten kann, dürfte für viele von ihnen schlimm sein.

Wer ich bin und was ich tue

Ich selbst bin 34 Jahre alt und arbeite im Angestelltenverhältnis in einer städtischen Behörde. Das mag für viele auf den ersten Blick langweilig klingen und so ein typischer Job sein, bei dem man von nine-to-five arbeitet und danach die Hände hoch nimmt, um seine Freizeit zu genießen. Dem ist jedoch nicht so. Mir ist es egal, ob es eine Behörde ist oder nicht. Ich gehe in meinem Beruf auf und das ist für mich das Wichtigste. Vor ein paar Monaten wollte ein Architektenbüro mich „abwerben“ und bot mir eine gute Stelle bei guter Bezahlung an. Ich lehnte ab. Nicht weil mich die Arbeit nicht gereizt hätte – sie wäre definitiv auch spannend gewesen. Auch nicht, weil es vielleicht stressiger geworden wäre als jetzt. Nein, ich liebe meine Arbeit und mein Leben so wie es jetzt ist. Ich habe furchtbar spannende Projekte auf Arbeit, ein liebevolle Familie zu Hause, die auch dann Verständnis zeigt, wenn ich mal die Zeit im Büro vergesse. Zwar hätte ich nichts gegen etwas mehr Verdienst, aber wir kommen über die Runden und das reicht derzeit völlig aus.

Arbeitsethik

Eine Zeit lang habe ich mich mit protestantischer Arbeitsethik befasst. Diese ist ja von der Vorstellung geprägt, dass Arbeit eine Pflicht ist. Das ist sozusagen Gesetz und alles andere wie Freizeit muss um die Arbeit herum gestaltet werden. Ich weiß noch, dass meine Eltern so ihr ganzes Leben lang gelebt haben. Und ich glaube sie waren damit zufrieden, weil es eben so verlangt wurde. In der heutigen Zeit haben wir dagegen viel mehr Möglichkeiten und jeder meint, dass man alles mögliche machen und probieren sollte. Übereltern, Top-Angestellter etc.. Aus meiner Sicht alles Quatsch. Ich versuche in mir zu ruhen. Wenn mir meine Arbeit eines Tages keinen Spaß mehr macht, werde ich sie aufgeben und was anderes machen. Ich halte mich für talentiert genug, um meine Familie finanziell über Wasser zu halten, und wenn es als Seifen Verkäufer auf Festivals ist. Arbeit ist mir nur noch dann wichtig, wenn es Spaß macht. Geld wird dann schon irgendwie von alleine fließen, dass ist zumindest die Erkenntnis die ich in den letzten Jahren gemacht habe. Was das betrifft fühle ich mich also eher der katholischen Berufsethik zugewandt. Alles was ich mache, soll eher eine Berufung als ein Muss oder eine Last sein. Dadurch fühle ich mich auch Gott näher und kann Menschen besser helfen.

So habe ich zwar Berührungsängste bei bestimmten Menschengruppen, aber Hilfe biete ich bei anderen Gruppen um so mehr an, wenn ich die Berufung zu helfen spühre.

Was ich zusammenfassend sagen möchte ist, dass die Antwort auf die Frage, ob man lebt um zu arbeiten oder arbeitet um zu leben, aus meiner Sicht völlig egal ist. Wichtig ist, dass man sie für sich selbst beantwortet. Sowohl meine Eltern als auch ich leben glücklich, obwohl wir unterschiedliche Wege gegangen sind. Eine Arbeit, die man nicht leidenschaftlich ausführt ist für mich nicht vorstellbar. Egal wieviel Geld ich damit verdienen könnte – das ist meine Arbeitsethik.

Kommentar von Jonas aus Berlin, Januar 2019