Tag Archive for 'Politik'

Kirchen und Rechtspopulismus: Fachgespräch in Berlin

Die Deutsche Kommission Justitia et Pax lädt ein zum Fachgespräch “Der Herausforderung begegnen: Rechtspopulismus und christliche Kirchen in Deutschland“.

Das Fachgespräch ist die Auftaktveranstaltung einer Reihe, die von der AdHoc-Arbeitsgruppe Rechtsextremismus der bischöflichen Fachkommission Justitia et Pax organisiert und verantwortet wird. Den in der AG mitarbeitenden Institutionen geht es in diesem Fachgespräch darum, Hintergrundinformationen zu Rechtspopulismus, neurechten Bewegungen und Akteuren und deren Anknüpfungspunkte zu kirchlichen Traditionsbeständen und Akteuren offen zu legen und Impulse für eine gelingende Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus im kirchlichen Raum zu geben.

Referenten sind unter anderem SPD-Generalsekretärin Katarina Barley, der Leiter des Berliner Katholischen Büros Karl Jüsten und der Gewaltforscher Wilhelm Heitmeyer. Die Veranstaltung findet statt am 16. Dezember 2016 in der Katholischen Akademie Berlin. Nähere Angaben finden sich im Tagesprogramm.

E-Journal “Ethik und Militär”: Cyberwar – ein Angriff auf Freiheit und Demokratie?

Quelle: ethikundmilitaer.de | Special 2/2014 - Cybersicherheit in Deutschland

Unangenehme Osterüberraschungen: In den vergangenen Tagen sind mit dem französischen Sender TV5 Monde und der belgischen Zeitung Le Soir zwei Medienunternehmen Ziel aufsehenerregener Hackerangriffe geworden. Solche Attacken, ob sie nun von Terroristen, Kriminellen, Geheimdiensten, Netzaktivisten oder anderen ausgehen, gehören längst zum digitalen Alltag. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt oder gar ignoriert, werfen sie aber deutlich mehr als “nur” technische Fragen auf – und verdienen kritische Aufmerksamkeit auch außerhalb der Büroräume von Kaspersky, McAfee & Co.

Einen ersten Überblick über das Spektrum ethisch relevanter Aspekte im Themenkomplex “Cyberwarfare und IT-Sicherheit” bietet die derzeit aktuelle Ausgabe 2/2014 des noch jungen E-Journals “Ethik und Militär. Kontroversen der Militärethik & Sicherheitskultur”, herausgegeben vom Hamburger Zentrum für ethische Bildung in den Streitkräften (zebis). Die Autorinnen und Autoren der Ausgabe – Politikwissenschaftler, Ethiker, Juristen, Politiker und Computerexperten – thematisieren eine Vielzahl von Fragen: Wird das Internet zum “Schlachtfeld der Zukunft”, auf dem jeder halbwegs fähige kriminelle Hacker mit sehr realen Auswirkungen Krieg spielen kann? Welche Rolle spielen Staaten und Privatwirtschaft? Ist der Cyberspace ein rechtsfreier Raum bzw. inwiefern ist hier geltendes nationales und internationales Recht anwendbar? Und was kann die wissenschaftliche Ethik zur Regulierung des Cyberkriegs beitragen? Die in Deutsch und Englisch verfügbaren Artikel sind relativ kurz gehalten und mit Abstracts versehen, um die behandelten Themen auch über die jeweiligen Fachkreise hinaus zu vermitteln und damit das interdisziplinäre Gespräch anzuregen. Alle Beiträge und Abstracts auf einen Blick finden sich auf ethikundmilitaer.de.

Berliner Werkstattgespräche 2015: Transnationalität und politische Ordnung

Die Berliner Werkstattgespräche der Sektion “Sozialethik” der internationalen Vereinigung für Moraltheologie und Sozialethik beschäftigen sich vom 23.-25. Februar 2015 mit dem Thema “Transnationalität und politische Ordnung”.

Seit dem Bericht des Club of Rome (1972) hat sich zunehmend die Einsicht durchgesetzt, dass die Menschheit mit vielfältigen ökologischen, wirtschaftlichen und politischen Problemen konfrontiert ist, die von einer national ausgerichteten Politik nicht angemessen bewältigt werden können. Seither hat sich auch die internationale Ordnung „globalisiert“: Ein Geflecht politischer, rechtlicher und ökonomischer Institutionen, Vertragsregime und transnationaler Akteure hat sich zu einer neuartigen, „transnationalen“ Ordnungsstruktur entwickelt. Dieses vielfach als „Netzwerkstruktur“ beschriebene politische Geflecht wirft jedoch fundamentale politisch-ethische Fragen auf, sowohl hinsichtlich seiner Problemlösungseffizienz als auch seiner demokratischen Legitimation und Kontrollierbarkeit. Im Austausch mit Gesprächspartnern aus Völkerrecht, Politik- und Wirtschaftswissenschaften wird das Werkstattgespräch sowohl diese übergreifenden als auch exemplarische ethische Fragestellungen auf globaler wie europäischer Ebene diskutieren.

Eingeladen sind Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus dem Bereich der Christlichen Sozialethik, die ein abgeschlossenes Promotionsverfahren vorweisen können (Ausnahmen möglich). Anmeldeschluss ist der 15. Januar 2015.

Programm, Anmeldemöglichkeiten und nähere organisatorische Hinweise finden sich im Flyer.

CfP Forum Sozialethik 2015: Demokratie und Partizipation im 21. Jahrhundert

„Alles Politische beginnt (und endet) mit der Partizipation“, so der Befreiungsphilosoph Enrique Dussel. Ob in Lateinamerika, Europa, Nordafrika oder Asien – vielerorts fordern Menschen demokratische Partizipation ein, unabhängig davon, ob sie bereits in einer Demokratie leben oder nicht. Wie ist es also um das Verhältnis von Demokratie und Partizipation im 21. Jahrhundert bestellt? Neben dem Postulat, dass es modernen Demokratien nicht mehr gelänge, die Sinnfrage zu beantworten, stellt eine säkulare und plurale Gesellschaft gerade an die Repräsentationsfunktion der Demokratie ihre Anfrage: Kann es einer (repräsentativen) Demokratie überhaupt gelingen, die Vielfalt der in der Gesellschaft vorhandenen Interessen und Meinungen widerzuspiegeln? Immer weniger Menschen scheint es etwa möglich, sich mit Parteien und deren Programmen klar zu identifizieren. Gleichzeit sinkt seit der Jahrtausendwende kontinuierlich die Wahlbeteiligung – einhergehend mit einer Zunahme der sozialen Exklusion –, was in öffentlichen Debatten meist versucht wird mit einer „Politikverdrossenheit“ zu erklären.

Die Frage nach der Zukunft der Demokratie wird also auch zu einer Frage der Partizipation in der Demokratie sowie damit einhergehenden Inklusions-, beziehungsweise Exklusionsmechanismen. Wer partizipiert heute wie an demokratischen Prozessen? An welchen Kriterien bemisst sich eine angemessene Partizipation(sermöglichung)? Wer wird von wem an den entsprechenden Prozessen wodurch ausgeschlossen? Welche dahinterliegenden Machtstrukturen sind identifizierbar? In diesem Kontext gilt es beispielsweise das Verhältnis von Demokratie, Politik und Wirtschaft kritisch zu hinterfragen, Lobbyismus und die Rolle der Medien kontrovers zu diskutieren.

Den Rahmen dieser Diskurse bildet eine zunehmend globalisierte Welt, in der nicht zuletzt die Macht der Banken, globaler Unternehmen und Technokraten die Spielräume demokratischer Partizipation einzuschränken scheint. Auch komplexe Entscheidungsprozesse supranationaler Regime und internationaler Organisationen werden zu einer Anfrage an die Demokratie.

Das Forum Sozialethik 2015 (16.-18. September 2015) will den Herausforderungen für die Christliche Sozialethik, die in diesem Entwicklungen liegen nachspüren. Sie ist in diesen Diskursen herausgefordert, ihren genuinen Beitrag zu formulieren. Welche theologischen und ethischen Grundlagen sind für ihr Urteil entscheidend?

Das Vorbereitungsteam (Luisa Fischer, Christian Henkel, Stefanie A. Wahl, Sebastian Zink) lädt Interessierte herzlich ein, sich mit einem Beitrag an der Tagung zu beteiligen und etwa anhand der eigenen Forschungsperspektive Fragen zu Demokratie und Partizipation im 21. Jahrhundert aus Sicht einer Christlichen Sozialethik zu diskutieren. Angesprochen sind NachwuchswissenschaftlerInnen (Promotion, Habilitation) sowie fortgeschrittene Studierende des Faches Sozialethik im deutschsprachigen Raum. VertreterInnen aus benachbarten Disziplinen (Philosophie, Soziologie und andere Sozialwissenschaften, Politikwissenschaften usw.) sind ebenso herzlich willkommen. Das Forum pflegt einen Werkstattcharakter: das heißt, dass besonderer Wert auf den freien wissenschaftlichen Austausch gelegt wird. Dafür dienen die Beiträge als Grundlage.

Nähere Informationen sind dem Call for Papers zu entnehmen. Der Call ist geöffnet bis 04. Mai 2015.

Alle weiteren Informationen auf der Tagungswebseite.

 

Ethik und Gesellschaft 1/2014 – Politiken der Anerkennung

 

Die neueste Ausgabe der Online-Zeitschrift Ethik und Gesellschaft beschäftigt sich mit “Politiken der Anerkennung”.

Nach den großen Debatten der politischen Philosophie in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts ist es im gesellschaftsethischen Grundlagendiskurs ruhiger geworden. Die Liberalismus-Kommunitarismus-Debatte gilt als beendet (und wenn doch noch jemand einen Beitrag dazu leistet, wird er als “jenseits der Liberalismus-Kommunitarismus-Debatte” apostrophiert), die Aufregung um Nussbaums Capabilities approach hat sich gelegt und die Dominanz von Rawls’ Theorie der Gerechtigkeit als Fairness irgendwie verfestigt. Dabei ist mit der Anerkennungstheorie ein sozialethischer Ansatz neuformuliert und ausgebaut worden, der – wie die anderen politischen Philosophien der Gegenwart – an eine der großen Traditionen anschließen kann und gewiss sowohl für die liberale als auch für die neoaristotelische Schule Bedenkenswertes vorträgt. Zudem beziehen sich anerkennungstheoretische Überlegungen häufig unmittelbar auf gesellschaftspolitische Fragen wie auf die “Integration von Migranten” oder die “Inklusion von Menschen mit Behinderung”. Diese Ausgabe von Ethik und Gesellschaft greift Fragen rund um die Anerkennungstheorie(n) auf und möchte damit Anregungen für den gesellschaftsethischen Grundlagendiskurs geben. Welche sind die wichtigen Motive der Anerkennungstheorie? Welche Folgen hat das für eine Politk der Anerkennung? Welche Probleme und Grenzen müssen benannt werden? Wie lässt sich die Anerkennungstheorie mit den großen gesellschaftspolitischen Herausforderungen der Gegenwart in Verbindung bringen?

Die Aufsätze der Ausgabe finden sich auf der Website der Zeitschrift.

 

Ethik und Gesellschaft 2/2012

Seit wenigen Tagen ist die neue Ausgaben von “Ethik und Gesellschaft” online.  Unter dem Titel “Demokratie und Gesellschaftsethik” beschäftigt sie sich mit der aktuell verbreiteten Diagnose der “Postdemokratie”:

Zwar bestehen in den westlichen Gesellschaften die demokratischen Institutionen fort, zugleich nimmt aber die demokratische Partizipation und die Steuerung der Gesellschaften von unten ab, die über diese Institutionen eigentlich sichergestellt werden sollen.

Dabei wählt die Zeitschrift einen spezifischen Fokus:

Ein besondere Augenmerk wird auf die bürgerschaftliche Partizipation gelegt: Bestätigt das politische Engagement in der Zivilgesellschaft die Diagnose von den “postdemokratischen” Zuständen, forciert sie womöglich diese Entwicklung sogar? Oder ist sie eine Art “Gegengift” gegen den zunehmenden Verlust an demokratischer Partizipation und gesellschaftlicher Kontrolle “von unten”?

Ethik und Gesellschaft erscheint im Ketteler-Verlag, dem Verlag der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), und wird durch die Stiftung Zukunft der Arbeit und der sozialen Sicherung (ZASS) sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Die Beiträge können kostenlos gelesen und heruntergeladen werden.

 

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Ethik und Religion

Falls jemand noch Ideen für die Gestaltung der nächsten Woche braucht oder zufällig in Berlin ist, der sei auf zwei interessante Vorträge an der Katholischen Akademie Berlin hingewiesen:

Braucht die Zivilgesellschaft Religion?

Interessanter Beitrag des evangelischen Sozialethikers und Landesbischofs von Bayern Heinrich Bedford-Strohm zum Thema “Braucht die Zivilgesellschaft die Kirche?” am Jahresempfang der Evangelischen Akademie in Tutzing:

Braucht die Zivilgesellschaft die Kirche? (vollständiges Redemanuskript)

Das Stichwort vom ethischen Grundkonsens, auf den Politik, Wirtschaft und Gesellschaft angewiesen sind, markiert einen wichtigen Grund dafür, dass die Frage, ob die Zivilgesellschaft die Kirche braucht, mit einem klaren Ja zu beantworten ist. In einer Gesellschaft jedenfalls, in der nach wie vor zwei Drittel der Menschen Mitglieder der Kirchen sind, kann sich ein solcher Grundkonsens nicht bilden, ohne dass die sozialethischen Orientierungen der christlichen Überlieferung mit einbezogen werden. Und das ist nicht nur eine quantitative Frage. Es ist auch eine Frage nach der Nachhaltigkeit der Einwanderung der ethischen Grundorientierungen in die Herzen der Menschen. Ethische Orientierung ist nicht allein, vielleicht noch nicht einmal vorrangig eine Frage des Wissens. Sie ist eine Frage der existentiellen Aneignung. Und dabei entwickelt Religion nach wie vor eine besondere Kraft.

Fulbright American Studies Institute 2012

Vom 16. bis 30. September 2012 veranstaltet die deutsch-amerikanische Fulbright Kommission das American Studies Institute als interdisziplinäre Fortbildungsmöglichkeit für Doktoranden und Postdoktoranden. Hierfür wird die Fulbright-Kommission bis zu 15 Stipendien (Reise- und Aufenthaltskosten sowie Programmkosten) bereitstellen.

Das Thema des American Studies Institute 2012 lautet “Contested Visions: The United States in 2012″ und wird in Zusammenarbeit mit der San Francisco State University in San Francisco, Kalifornien, organisiert und durchgeführt.

Nähere Informationen und Bewerbungsunterlagen für das American Studies Institute 2012 finden sich hier.

Christ sein heißt politisch sein

Am 25. Dezember 2012 wäre der ehemalige Mainzer Bischof und Wegbereiter einer lehramtlichen Sozialverkündigung Wilhelm Emmanuel von Ketteler 200 Jahre alt geworden.

Anlass genug für den Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx, sich in einem vor Kurzem im Herder-Verlag erschienen Buch mit diesem Vordenker christlicher Weltverantwortung zu beschäftigen und seine bleibende Bedeutung herauszuarbeiten:

Marx, Reinhard: Christ sein heißt politisch sein. Wilhelm Emmanuel von Ketteler für heute gelesen, Verlag Herder: Freiburg 2011, 140 Seiten, 14,95 Euro.

Aus diesem Anlass hat Kardinal Marx nun der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) ein Interview gegeben, in dem er ausgehend von seinem Buchtitel eine zentrale Einsicht Kettelers betont:

Soziale Gerechtigkeit gehört unmittelbar zum “depositum fidei”, also zum Glaubenskern dazu und ist kein Anhängsel. So deutlich hat das vor ihm noch keiner gesagt. Alles, was den Menschen berührt und betrifft, sind auch Glaubensfragen. Deshalb muss sich die Kirche äußern, wenn es um die Menschenwürde und das Miteinander geht.

Ähnlich formuliert Marx auch im Nachwort seines Buches:

“Eine Lektüre der Schriften Wilhelm Emmanuel von Kettelers regt auch heute dazu an, sich über das eigene Handeln Rechenschaft abzulegen, und ermutigt dazu, die Botschaft Jesu Christi in Wort und Tat zu verkünden und sich nicht von gesellschaftlichen und politischen Umständen davon abhalten zu lassen. […] Unser christlicher Glaube ist kein Relikt vergangener Epochen, sondern Nährboden für unser Leben hier und heute. Seien wir also mutig, den Auftrag Jesu, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein, auch im großen Feld von Gesellschaft und Politik zu beherzigen.”

Beachtenswert ist in diesem Zusammenhang auch der Artikel von Gerhard Kruip in der Novemberausgabe der HerderKorrespondenz, der unter dem Titel “Vorreiter und Vorbild. Zur bleibenden Bedeutung von Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler” (S. 564-567) dem Buch von Kardinal Marx eine durchaus wertschätzende Rezension zukommen lässt und den vom Autor herausgestellten Vorbildcharakter Kettelers um den Aspekt einer Reform der Kirche ergänzt, “die in jeder Zet neu vor der Herausforderung steht, Kirche in der Welt von heute zu sein.” (S. 564)

Weitere, eher biographisch orientierte Bücher zu Wilhelm Emmanuel von Ketteler:

  • Grosse Kracht, Hermann-Josef: Wilhelm Emmanuel von Ketteler – Ein Bischof in den sozialen Debatten seiner Zeit, Ketteler Verlag: Köln 2011.
  • Brehmer, Karl: Wilhelm Emmanuel von Ketteler. Arbeiterbischof und Sozialethiker, Schnell + Steiner: Regensburg 2009.

Berliner Werkstattgespräch 2012

Das Berliner Werkstattgespräch der  Sektion “Sozialethik” der internationalen Vereinigung für Moraltheologie und Sozialethik beschäftigt sich vom 27. bis 29. Februar 2012 mit dem Thema “Sozialethik in postdemokratischen Zeiten”. Die Tagung findet in der Katholischen Akademie Berlin statt. Eingeladen sind Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus dem Bereich der Christlichen Sozialethik, die mindestens ein abgeschlossenes Promotionsverfahren vorweisen können. Anmeldeschluss ist der 31. Januar 2012.

In der Ankündigung heißt es:

Nach einer langen Zeit der Vorbehalte, gerade auch auf katholischer Seite, hat die christliche Sozialethik ihren Frieden mit der Demokratie gemacht – und mehr noch: Sie hat in eben dieser eines ihrer leitenden Grundprinzipien gefunden. Nach den Hochzeiten der Demokratie ist jedoch auch in der Bundesrepublik deren Elan gebrochen, die demokratische Begeiste­rung in der Republik erloschen, leidet die Demokratie an Erlahmung. Der Demokratie inzwischen hoch verpflichtet, wird die christliche Sozialethik durch diese Entwicklung herausgefordert.

Das genaue Programm sowie weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden sich auf dem Flyer.

Wie wirtschaftliche Ungleichheit der Gesellschaft schadet

Richard Wilkinson trägt bei der TED-Konferenz einige Daten (für entwickelte, westliche Gesellschaften) zusammen und kommt zu dem Schluss: Mehr wirtschaftliche Gleichheit (in entwickelten Gesellschaften) ist gut (egal, wie sie erreicht wird). Argumente für eine sehr viel engagiertere ausgleichende Politik?

Religionspolitik als Thema der Sozialethik?!

relpolDas relative Gleichgewicht, das sich zwischen Staat und Religionsgemeinschaften in den Jahrzehnten nach 1945 im westlichen Teil Deutschlands ausgeprägt hatte, weicht gegenwärtig einer neuen Unsicherheit im Umgang mit Religion. Die rechtlichen Debatten um „Staatskirchenrecht oder Religionsverfassungsrecht“ sind ein Ausdruck davon, aber auch die vermehrten Zitate eines christlich-jüdischen Erbes deutscher Kultur. Weithin offen ist jedoch, nach welchen sozialethischen Kriterien die erforderliche Verständigung zu Rolle und Spielraum von Religion in Staat, Recht und Gesellschaft erfolgen soll.

Diese Frage soll in einem Expertengespräch des Exzellenzclusters “Religion und Politik” an der Universität Münster Ende Februar diskutiert werden (siehe Flyer). Verantwortet und vorbereitet wird die Veranstaltung von Marianne Heimbach-Steins und Daniel Bogner. Ziel ist es, den Austausch zwischen Wissenschaft, Religionsgemeinschaften und Politik zu verstärken. Von der Veranstaltung sollen aber auch Impulse für die sozialethische Bearbeitung religionspolitischer Fragen ausgehen.

Es handelt sich um eine Einladungstagung im kleinen Kreis. Wer sich einschlägig mit der Thematik befasst hat und Interesse an einer Teilnahme hat, kann sich bei Daniel Bogner melden: daniel.bogner@uni-muenster.de.

Kirche und die christliche Leitkultur

europDas Internet-Debattenmagazin “The European” veröffentlicht heute einen Beitrag von Daniel Bogner (Münster) zur aktuellen Debatte um die christliche Leitkultur. Im Mittelpunkt des Beitrags steht die Frage, wie die Diskussion auf die christlichen Kirchen wirken muss.

Hier geht es zum Beitrag und zur sich anbahnenden Diskussion.

Neuerscheinung: Christof Mandry – Europa als Wertegemeinschaft

Das neue Buch des Sozialethikers Christof Mandry (Erfurt) stellt die Debatten über europäische Werte in den Mittelpunkt einer innovativen und kritischen Untersuchung.

Der Ausgangspunkt der Untersuchung ist die Antwort, die der EU-Verfassungskonvent auf die Frage nach dem politischen Selbstverständnis der Europäischen Union gegeben hat: Der Verfassungsvertrag – ebenso wie der Vertrag von Lissabon – sehen die EU als eine Wertegemeinschaft. In welchem historischen und politischen Kontext hat sich dieser Ausdruck als Identitätsvokabel für die EU durchsetzen können? Welche Bedeutung hat die Bezeichnung als Wertegemeinschaft für die EU als politische Institution? Und welche Rolle spielt die Kontroverse über die religiösen Wurzeln Europas? Wer eine kritische Aufarbeitung der EU als Wertegemeinschaft sucht, findet in diesem Band eine eingehende Analyse der politischen Debatten, eine genaue Untersuchung der Konsequenzen für das politische Selbstverständnis der EU und eine ethische Einordnung und Bewertung des schillernden Begriffs der „Wertegemeinschaft“. Schließlich legt das Buch eine sozialphilosophisch wie ethisch reflektierte Theorie der Wertfundamente politischer Institutionen im pluralistischen Kontext vor.

Bibliografische Angaben:

Mandry, Christof (2009): Europa als Wertegemeinschaft. Eine theologisch-ethische Studie zum politischen Selbstverständnis der Europäischen Union. Baden-Baden: Nomos (Denkart Europa, 9).

Vgl. auch die Verlags-Website.