Tag Archive for 'Migration'

Neuerscheinung und CfP: Zeitschrift für Flüchtlingsforschung

(c) Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) | pixelio.de

Das interdiszplinäre Netzwerk Flüchtlingsforschung hat ein neues Publikationsorgan ins Leben gerufen: die Z’Flucht (Zeitschrift für Flüchtlingsforschung).  Bei der halbjährlich erscheinenden Z’flucht handelt es sich um

ein neues peer-reviewed journal, das wissenschaftliche Beiträge aus unterschiedlichsten Disziplinen zu Fragestellungen der Zwangsmigrations- und Flüchtlingsforschung veröffentlicht. […] Angesichts der unterschiedlichen fachlichen Perspektiven, aus denen entsprechende Fragen gestellt werden können, gilt ein besonderes Augenmerk der interdisziplinären Diskussion [und] dem Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis […].

Durch die interdisziplinäre Ausrichtung und beabsichtigte Praxisrelevanz dürfte die Zeitschrift auch für Sozialethiker_innen interessant sein. Sie soll wissenschaftliche Aufsätze, Forumsbeiträge und Rezensionen in deutscher, englischer und französischer Sprache enthalten. Manuskripte können jederzeit bei der Redaktion eingereicht werden. Hinweise für Autoren_innen und weitere Informationen finden sich auf den Websiten des Nomos-Verlags und des Netzwerks Flüchtlingsforschung.

Tagung: “Flucht, Religion und Integration – Interreligiöse Impulse”

Das Jakobushaus in Goslar, die Akademie des Bistums Hildesheim lädt am 15./16. Oktober 2016 zu einer  Tagung “Flucht, Religion und Integration – Interreligiöse Impulse” ein.

Ziel dieser Tagung ist es, den Zusammenhang Flucht – Religion – Integration genauer zu beleuchten und auch zu hinterfragen, ob Religion darin tatsächlich eine relevante Größe ist, oder ob nicht noch andere Faktoren (politische, kulturelle, wirtschaftliche o.ä.) eine bedeutende Rolle spielen. Zu diesem Thema diskutieren Wissenschaftler_innen aus unterschiedlichen Bereichen – Theologie, Religionswissenschaft, Erziehungswissenschaft, Islamwissenschaft, Sozialwissenschaft etc. Gleichzeitig erfolgt eine Rückschau auf die Flüchtlingshilfe der vergangenen Jahre durch Berichte aus der Praxis: Wie sichtbar (und wichtig) ist Religion bei der Flüchtlingshilfe in Moscheevereinen und kirchlichen Einrichtungen? Und was kann interreligiöser Austausch bei der Integration der Geflüchteten leisten?

Referent_innen sind u. a.  Prof. Dr. Micha Brumlik (Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main und Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg), Dr. Hans-Jürgen Marcus (Diözesan-Caritasdirektor Hildesheim), Prof. Dr. Alexander-Kenneth Nagel (Georg-August-Universität Göttingen), Pater Frido Pflüger SJ (Direktor Jesuiten-Flüchtlingsdienst, Berlin), Prof. Dr. Riem Spielhaus (Georg-August-Universität Göttingen und Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung, Braunschweig) sowie Vertreter_innen der Flüchtlings- und Integrationshilfe der Stadt Goslar.

Mehr Informationen sowie das Programm befinden sich auf der Tagungshomepage.

Einladung Forum Sozialethik 2016

Vom 05.-07. September findet 2016 die Jahrestagung des Forum Sozialethik statt. Das Thema könnte aktueller kaum sein: “Flucht – Zuwanderung – Integration. Multidisziplinäre und normative Vergewisserungen zu Herausforderungen der Migration”.

Etwa eine Millionen Menschen haben allein im letzten Jahr Zuflucht in Deutschland gesucht. Klatschende Bürger/innen, die die Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen haben, wurden zum Symbol einer neuen deutschen Willkommenskultur. Monate später ist das Engagement der Freiwilligen ungebrochen – nicht nur in Deutschland –, doch es bilden sich auch nationalistische Gegenbewegungen.

Die gegenwärtigen Ereignisse stellen uns deshalb vor die Aufgabe, im gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurs, Antworten auf höchst komplexe Fragen rund um die „Herausforderungen der Migration“ zu finden. Nicht zuletzt müssen normative Begründungen für konstruktive Lösungen auch die Akzeptanz einer Gesellschaft gewinnen, denn Deutschland und die EU-Mitgliedsstaaten ringen bis heute um langfristige und tragfähige Ansätze zur Aufnahme und Verteilung derjenigen Flüchtlinge, die Europa erreichen.

Das Forum Sozialethik 2016 möchte ein Beitrag zu diesen – nicht nur ethisch bedeutsamen – Diskursen sein. Angefangen bei der Frage „Grenzen setzen oder öffnen?“ beleuchten wir diesen Themenkomplex aus der „Perspektive Integration“. Dabei setzen wir uns mit der Rolle von „Identität und Religion“ auseinander und suchen nicht zuletzt Antworten hinsichtlich der „Vorbeugung von Fluchtursachen“.

Dazu laden das Vorbereitungsteam und die KOMMENDE Dortmund herzlich ein. Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung finden sich auf der Tagungswebsite.

CfP „Migration, Integration, Inklusion“, Jahrestagung Netzwerk Medienethik 2017

Das Netzwerk Medienethik veranstaltet im Februar 2017 seine Jahrestagung unter dem Titel „Migration, Integration, Inklusion – medienethische Herausforderungen und Potenziale für die digitale Mediengesellschaft“. Mit dem jetzt veröffentlichten Call for Papers zur Jahrestagung 2017 laden die Veranstalter Kolleginnen und Kollegen aus der Wissenschaft ebenso wie Kommunikationsexperten aus der Praxis herzlich ein, sich mit einem Beitrag an der Tagung zu beteiligen. – Die Tagung wird wie immer das Gespräch zwischen Wissenschaft und Praxis anzielen.

Die vollständige Einladung zur Einreichung finden Sie hier (offen bis 1.10.2016). Die Tagung findet statt am 16.-17. Februar 2017 in München und wird ausgerichtet zusammen mit der Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik in der DGPuK und in Kooperation mit der Akademie für politische Bildung, Tutzing.

Integrationsfunktion der Medien im Zeitalter der Migration

Integration gilt als eine der wichtigsten Aufgaben der Massenmedien. Denn in einer demokratischen Gesellschaft haben diese den Auftrag, zum sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft beizutragen. Integration kann in einer pluralistischen Gesellschaft jedoch nur dann gelingen, wenn verschiedene gesellschaftliche Wirklichkeitsentwürfe und Werte eine Chance haben, an der Gestaltung gesellschaftlicher Realitäten mitzuwirken. Massenmedien müssen sich somit daran messen lassen, ob und in welchem Maße es ihnen gelingt, einen Dialog zwischen Individuen mit ganz unterschiedlichen Einstellungen, Werten und Wirklichkeitsentwürfen herzustellen.

Das so beschriebene medienethische Feld der Integration wird aktuell besonders durch Zuwanderung, Flucht und Migration herausgefordert. Dies nimmt die Tagung zum Anlass, Integration und Inklusion und ihre Anforderungen an die (digitale) Mediengesellschaft zum Thema ihrer Jahrestagung 2017 zu machen. Im Vordergrund steht zum einen die Frage nach den Möglichkeiten, durch Medien und digitale Dienste gesellschaftliche Integration und Inklusion zu rahmen und zu unterstützen. Zum anderen soll eine medienethische Bestandsaufnahme zur journalistischen Berichterstattung zu diesen Themen erfolgen.

Call ist offen formuliert

Die Tagung beschäftigt sich mit den normativen Fragestellungen des Integrationsauftrages der Medien in ganzer Komplexität und Breite. Der Call ist offen formuliert und soll Personen aus Praxis und Theorie wie auch unterschiedlichen Spezialisierungsgebieten ansprechen.

Aktualisierte Informationen finden sich auf der Tagungs-Website.

Migration, Sicherheit und Frieden (S+F 1/2016)

(c) Nomos Verlag

Die neue Ausgabe der Zeitschrift “Sicherheit und Frieden” (S+F) widmet sich interdisziplinären Fragen rund um das Thema Migration. Zu Anlass und Inhalt schreibt Chefredakteurin Patricia Schneider:

Die Vorstellung, dass steigende Opferzahlen im Mittelmeer abschreckend wirken, wie häufig propagiert, hat sich als Fehlschluss herausgestellt. Vielmehr ist die Anzahl der Flüchtlinge, die das Mittelmeer überqueren, aufgrund eines Mangels an legalen Einreisemöglichkeiten und befeuert durch aktuelle Krisen und Konflikte 2015 weiter erheblich gestiegen. Die Zahl der Todesopfer und Vermissten ist auf Rekordhöhe.

Angesichts dieser Situation stehen die Politik- und Sozialwissenschaften vor zahlreichen Fragen, die auch für eine praxisrelevante ethische Auseinandersetzung mit Flucht und Migration beachtenswert sind:

Inwiefern werden die Ursachen in den Herkunftsländern bisher in politischen Konzepten adressiert und wie könnten Ansätze verbessert werden? Welche Auswirkungen hat Migration auf den sozialen Frieden, Freiheit und regionale Stabilität, nicht nur in Anrainerländern von Konfliktstaaten, sondern auch in Aufnahmeländern (Chancen und Risiken)? Ist ein Normenwandel in der Gesellschaft hinsichtlich der Behandlung und Akzeptanz von Flüchtlingen festzustellen? Wie könnte dieser Wandel sich auf Migranten auswirken? Welche Genderaspekte sind zu berücksichtigen? Welches Risiko besteht für Zuwanderungsländer durch Terroristen, die sich als Flüchtlinge tarnen, tatsächlich? Welche Konsequenzen könnte der Diskurs über Flüchtlinge als Risiko und damit als Grenzschutzaufgabe für Menschenrechte und internationale Verpflichtungen haben? Welche Folgen hat der Diskurs über Flüchtlinge als innergesellschaftliches Destabilisierungsrisiko innerhalb der EU?

Viele dieser Fragen werden von den aus unterschiedlichen Disziplinen stammenden Autorinnen und Autoren der Ausgabe aufgegriffen. Ein Teil der Beiträge ist zum freien Download verfügbar unter http://www.sicherheit-und-frieden.nomos.de/archiv/2016. Weitere Informationen und Ausgaben finden sich unter http://www.sicherheit-und-frieden.nomos.de/archiv.

Neues aus der Friedensforschung

(c) Thomas Max Müller / pixelio.de

Migration ist ein friedensethisch relevantes Problem: Was fast schon trivial klingt, wird durch das soeben erschienene Friedensgutachten 2016 und den neuen Global Peace Index bestätigt und wissenschaftlich unterfüttert. Die weltweite Zunahme von Flucht- und Wanderungsbewegungen korrespondiert demnach einem globalen “Rückzug” des Friedens und dem bereits im Februar vom Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI konstatierten Anstieg der weltweiten Rüstungsausgaben.

Angesichts dieser Entwicklungen plädieren die Autoren des Friedensgutachtens für strukturelle Veränderungen wie eine gerechtere Welthandelsordnung und mehr Ressourcen für zivile Konfliktbewältigung. In der flankierenden Presseeklärung fordern sie unter anderem ein Ende der Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien, an kurdische Peschmerga-Kämpfer und generell in Krisengebiete. Hinzu kommt scharfe Kritik an Integrationshemmnissen wie der Wohnsitzauflage und dem erschwerten Zugang zu Sprachkursen.

Das Friedensgutachten ist das gemeinsame Jahrbuch des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg, des Instituts für Entwicklung und Frieden der Universität Duisburg-Essen, der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft, der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung und des Internationalen Konversionszentrums. Der ebenfalls jährlich erscheinende Global Peace Index wird herausgegeben vom Institute for Economics and Peace.

“Flucht und Migration” – Communicatio Socialis 1/2016

ComSoc-1_2016-Umschlag-600x915Medienethische Fragen im Kontext von Flucht und Migration sind das Thema des aktuellen Hefts von Communicatio Socialis (Heft 1/2016). Das Heft ist online erschienen; einige Texte sind frei erreichbar. Communicatio Socialis ist eine Zeitschrift für Medienethik und Kommunikation in Kirche und Gesellschaft.

In den Medien ist „Flucht“ omnipräsent. Anne Will diskutierte in sechs von acht Sendungen von Januar bis Anfang März 2016 über Flucht, Flüchtende und die Auswirkungen. So groß wie das öffentliche Interesse scheint auch die Sensibilität der Öffentlichkeit zu sein, wenn es um das Was und Wie der Berichterstattung geht. – Aus medienethischer Perspektive bietet das Thema „Flucht und Migration“ unzählige Anknüpfungspunkte. Dem trägt Communicatio Socialis mit dem Schwerpunkt „Flucht und Migration in den Medien“ Rechnung.

„Das Märchen vom überkochenden Brei“

Der Themenschwerpunkt beginnt mit dem Aufsatz „Das Märchen vom überkochenden Brei“ von Friederike Herrmann über „Narrative in der Berichterstattung zum Flüchtlingsthema“ (frei im E-Journalund auf Übermedien). Der Beitrag fußt auf einer Analyse von TV-Nachrichtensendungen und Tageszeitungen. Die Autorin kann zeigen, dass die in der medialen Massenkommunikation vorherrschenden und meist negativ konnotierten Narrative Fakten verdrängen. Petra Hemmelmann und Susanne Wegner geben einen Überblick über die Flüchtlingsdebatte im Spiegel von Medien und Parteien (frei im E-Journal). Auf „Facebook“ spiegelte sich die Spaltung der Gesellschaft wider, wobei vor allem die AfD und die CSU mit ihren ablehnenden Haltungen zur Aufnahme von Flüchtenden Zuspruch erhalten. Mit der Darstellung von Flucht und Migration im Film befasst sich Thomas Bohrmann. Der Autor stellt sechs verschiedene Filme vor, die den Zuschauer zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema auffordern, weil sie emotionale und kognitive Impulse bieten.

Das neue Heft ist ab sofort online abrufbar. Die Artikel können auch einzeln erworben werden. Wie gewohnt erscheint die neue Ausgabe auch in gedruckter Form. Die Zeitschrift Communicatio Socialis erscheint im verzögerten Open Access: 12 Monate nach Erscheinen eines Artikels ist er frei im Netz zugänglich.

Tagung: Grenzenlose Hilfsbereitschaft?

Am 9.und 10. Mai 2016 findet in der Thomas Morus Akademie in Bensberg eine Tagung zum Thema “Grenzenlose Hilfsbereitschaft? Migration als Herausforderung der europäischen Kirche” statt.

Die große Zahl von Flüchtlingen und das hohe Potenzial an Zuwanderungswilligen aus Nordafrika und dem Nahen Osten werden in den europäischen Gesellschaften trotz Hilfsbereitschaft besorgt wahrgenommen. Vielerorts haben populistische Bewegungen einen starken Zulauf.

Was geht in den einzelnen europäischen Ländern vor sich? Wie sind die populistischen Reaktionsweisen – die teilweise auch innerhalb der Kirchen Zuspruch finden – zu verstehen und welche Unterstützung benötigt die katholische Hilfsarbeit, sowohl von der Kirche als auch von der Politik? Welche Probleme, Aufgaben, Chancen und Neuaufbrüche eröffnen sich aus der Flüchtlingskrise für die Kirche und ihre Gemeinden? Angesichts der Migrationsbewegungen nach Europa stellt sich zudem die Frage nach dem europäischen Horizont der katholischen Hilfsarbeit – und nach der Position, die die Kirche zu Europa bezieht.

Nähere Informationen sowie ein Pdf mit dem konkreten Tagungsprogramm und Anmeldeoptionen finden sich hier.

CfP: Konferenz der Flüchtlingsforschung 2016

Vom 06.-08.10.2016 findet an der Universität Osnabrück die erste Konferenz der Flüchtlingsforschung statt. Ausgerichtet wird sie vom Netzwerk Flüchtlingsforschung, das seit einigen Jahren über alle Fächergrenzen hinweg Wissenschaftler_innen verbindet, die in oder mit Bezug zu Deutschland an Fragen von Flucht und Migration arbeiten. Sichtbares Ergebnis dieser Netzwerkarbeit ist unter anderem der lesenswerte und regelmäßig aktualisierte FlüchtlingsforschungsBlog.

Die Konferenz umfasst 34 Panels, von denen einige – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der diesjährigen Forumstagung zum Thema Migration – auch für Sozialethiker_innen interessant sein dürften. Darunter befinden sich zwei Panels zu “Flucht und Bildung” (Nr. 12), eines zu ethischen Fragen der Flüchtlingspolitik (Nr. 14) sowie eines zu Flüchtlingsarbeit als Friedensarbeit (Nr. 15).

Abstracts für Vorträge zu einzelnen Panels können noch bis zum 31.03.2016 eingereicht werden. Alle relevanten Informationen dazu sowie eine Liste der Panels enthält der ausführliche Call for Papers; für Nützliches und Wissenswertes zur Tagung gibt es zudem eine eigene Informationsseite.

CfP: Solidarity in Open Societies

Die Universität Freiburg und die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt veranstalten vom 18.-19.10.2016 eine gemeinsame Tagung “Solidarity in Open Societies” in der Katholischen Akademie München. Zur Erläuterung des Themas schreiben die Organisatoren Ursula Nothelle-Wildfeuer (Universität Freiburg) und Jörg Althammer (KU Eichstätt-Ingolstadt):

Solidarität ist ein zentrales Konzept der angewandten Ethik. […] Ungeachtet des hohen Stellenwertes […] sind Gehalt und normativer Status von Solidarität in der Theorie höchst umstritten.

Vor diesem Hintergrund soll die Konferenz den interdisziplinären Austausch zum Thema Solidarität vorantreiben. Als Keynote Speakers werden Thomas Pogge (Yale University), Vittorio Hösle (Notre Dame University) und Thomas Kohler (Boston College) teilnehmen. Darüber hinaus laden die Veranstalter dazu ein, Papers u. a. aus den Disziplinen Soziologie, Politikwissenschaft, Wirtschaftswissenschaften, Philosophie und Theologie einzureichen. Ausdrücklich erwünscht sind Beiträge zum Themenfeld Solidarität und Migration.

Der Call for Contributions ist göffnet bis zum 15.05.2016. Nähere Informationen finden sich überdies auf der Tagungswebsite.

CfP Forum Sozialethik 2016: Flucht, Zuwanderung, Integration

Immer wieder stehen wir in Europa und weltweit vor der Frage, wie wir mit Migranten, Migrantinnen und Flüchtlingen umgehen. Gegenwärtig beherrschen hitzige und teils unsachliche Debatten die Medien. Europäische Bürgerinnen und Bürger, aber auch politischen Akteure sind uneins, wie die Verantwortung Europas gegenüber politischen und anderen Flüchtlingen praktisch ausgestaltet werden soll. Politische Machthaber streiten darüber, wem und aus welchen Gründen Asyl gewährt werden muss, und wie die Integration einer großen Zahl von Menschen gelingen kann.

Doch auch die geregelte Zuwanderung von Arbeitskräften ist in Deutschland und Europa unbefriedigend gelöst. Ansätze für Integration, die die frühere integrationsfeindliche Politik korrigieren und vermeiden, müssen weiterentwickelt werden. Neben Fakten und Kenntnissen über Zusammenhänge bedarf es hierzu auch ethisch-philosophischer Leitbilder, um sich als Gesellschaft zu orientieren.

Auf dem Forum Sozialethik 2016 (05.-07. September 2016) vergewissern wir uns über das Phänomen Migration und Flucht multidisziplinär und insbesondere normativ. Wir suchen dabei nach grundsätzlichen Orientierungen und ethisch fundierten Antworten auf Herausforderungen, die sich aus der aktuellen politischen Situation ergeben. Dazu laden wir Nachwuchswissenschaftler und Nachwuchswissenschaftlerinnen der christlichen Sozialethik, Sozialwissenschaften, Migrationswissenschaften, Politikwissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Geschichtswissenschaften, Theologie, Philosophie etc. ein, sich mit einem Beitrag zu beteiligen.

Nähere Informationen sowie weiterführende inhaltliche Impulse sind dem Call for Papers zu entnehmen. Der Call ist geöffnet bis 31. März 2016.

Alle weiteren Informationen auf der Tagungswebseite.

Mehr als ein Fall für die Caritas: Stellungnahme zur christlichen Flüchtlingsarbeit

(c) Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) | pixelio.de

Warum sollen Christinnen und Christen sich für Flüchtlinge engagieren? Wie soll dieses Engagement konkret aussehen? Und wie kann die Erfahrung der gegenwärtigen Flüchtlingskrise als „Zeichen der Zeit“ („Gaudium et spes“, Nr. 4) das theologische Denken, Schreiben, Reden und Handeln beeinflussen? Mit diesen Fragen hat sich die auf der Jahrestagung des Forum Sozialethik 2014 gebildete Arbeitsgruppe Friedensethik über mehrere Monate hinweg auseinandergesetzt. Aus den theologischen Reflexionen und praktischen Erfahrungen der AG-Teilnehmer ist ein Positionspapier entstanden, das jetzt als pdf-Datei zum Herunterladen, Nach- und Weiterlesen verfügbar ist.

[…] Zu den wichtigsten Orten einer „großherzigen Nächstenliebe“ („Evangelii gaudium“, Nr. 28) gehört daher die christliche Gemeinde […]. Wie für die individuelle Hilfe gibt es auch im Gemeindebereich bereits viele Vorbilder und inspirierende Beispiele, die zeigen, wie eine – gleich, wie „alte“ oder „junge“, „lebendige“ oder „verstaubte“ – Pfarrgemeinde das Leben der Menschen vor Ort mit dem der Ankommenden verbinden und dadurch neues Er-Leben schaffen kann, das alles andere als lebensfern und oberflächlich ist.

Solch „neues Leben“ zu fördern, ist über die pfarrliche und kommunale Ebene hinaus zudem eine Aufgabe der Bistümer und ihrer Regionen. Vielleicht mag oder kann nicht jeder moderne epískopos es seinen antiken Vorgängern gleich tun und Reisende, sprich Flüchtlinge, im eigenen Haus aufnehmen – aber eine „aktive Flüchtlingspolitik“ betreiben sollten Bischöfe und Bistümer durchaus. Dazu gehören unter anderem die Einrichtung eigener Projekte (einen Überblick mit weiterführenden Links bietet die Deutsche Bischofskonferenz) das Kirchenasyl, die öffentliche Stellungnahme gegen Fremdenhass (Beispiele stammen u. a. vom Berliner Bischof Koch und dem Lingener Pfarrer Brandebusemeyer), aber auch die Unterstützung und notfalls Ermahnung von Gemeinden […].

Flucht und Migration: ein Tagungshinweis und Material zum Weiterlesen

(c) Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) | pixelio.de

Die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) veranstaltet vom 20.-22.11.2015 (u. a. gemeinsam mit der KU Eichstätt-Ingolstadt) eine Tagung zu Migration – Frieden – Human Security an der Universität Göttingen. Thematisiert werden neben der aktuellen Situation in Europa vor allem Hintergründe von Flucht und Migration sowie politische und gesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten. Die Veranstaltung ist interdisziplinär ausgerichtet, es referieren Wissenschaftler, Politiker und Vertreter von Hilfsorganisationen. Eine Programmübersicht bietet der Tagungsflyer; die Anmeldung ist bis zum 16.11. möglich.

Unter den Referenten sind auch Autoren des FlüchtlingsforschungsBlog, auf dem in vergangenen Monaten wieder eine Reihe sehr lesenswerter Beiträge erschienen sind, die auch Nicht-Migrationsforschern ausgezeichnete Blicke hinter die Kulissen der aktuellen Entwicklungen ermöglichen. Wer sich als interessierter Sozialethiker z. B. über Fluchtursachen und ihre Bekämpfung oder über das ehrenamtliche Engagement für Flüchtlinge informieren möchte, findet hier differenzierte, solide recherchierte und mit zahlreichen weiterführenden Links versehene Artikel.

Zum Thema Fluchtursachen sei schließlich noch auf einige Wortmeldungen aus den Kirchen des Nahen Ostens hingewiesen, die Radio Vatikan in den letzten Tagen veröffentlicht hat. Die Aussagen des irakischen Patriarchen, des Bischofs von Aleppo und des syrisch-katholischen Patriarchen von Antiochien zeigen gerade in der Zusammenschau die Komplexität der Fragen auf, die hierzulande wissenschaftlich beleuchtet werden:

Continue reading ‘Flucht und Migration: ein Tagungshinweis und Material zum Weiterlesen’

CfP Workshop: Theologie von den Rändern

Am 27. Oktober 2015 findet an der Uni Tübingen, organisiert von den dortigen Lehrstuhlassistenten, ein Workshop zum Thema “Theologie von den Rändern. Migration und Gastfreundschaft” statt. Dazu sind alle eingeladen, die sich in Ihrer Promotion entweder direkt mit dem Thema Migration oder mit anderen “Rändern der Theologie” beschäftigen. Als Referentin wird am Workshop Dr. Susanna Snyder aus Oxford teilnehmen, die zum Thema Migration und empirisches Arbeiten in der Theologie promoviert hat.

Am 28. Oktober 2015 wird das Thema mit einem Studientag fortgeführt, an dem Referenten aus der Theorie (u. a. Muna Tatari und Hans-Joachim Sander) mit Menschen aus der Praxis weiter diskutieren. Dazu sind die TeilnehmerInnen des Workshops ebenfalls herzlich eingeladen.

Der CfP sowie nähere Informationen finden sich hier. Der Call ist bis 31. August 2015 geöffnet.

Flüchtlingsforschung – ein neuer Blog und ein ethisch bedeutsames Thema

(c) Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) | pixelio.de

Flucht, Vertreibung und durch wirtschaftliche Not erzwungene Migration gibt es vermutlich schon mindestens so lange wie die Menschheit. Dass Menschen sich gezwungen sehen, ihre bisherige Heimat zu verlassen und nach neuen Orten zu suchen, kann viele Gründe haben – und wirft noch mehr Fragen auf. Angesichts der jüngsten Tragödien im Mittelmeer wird wieder einmal deutlich, wie vielschichtig “die Flüchtlingsproblematik” ist und wie schwierig sich der Umgang damit gestaltet: Politiker wollen unter dem Druck der öffentlichen Meinung die Ursachen bekämpfen und Flüchtlingsströme regulieren – doch die Ursachen sind so vielfältig wie die Entwicklungszusammenarbeit mühsam ist. Hilfsorganisationen und die italienische Marine möchten so viele Menschenleben wie möglich retten – doch je mehr es ihnen gelingt, desto mehr Menschen wagen die gefährliche Überfahrt. Schleuser profitieren von millionenfacher Not und Verzweiflung einerseits und strikten Einwanderungsregeln andererseits. Die europäischen Bürger schwanken zwischen Hilfsbereitschaft, Ratlosigkeit und undifferenzierter Fremdenfeindlichkeit. Und die tatsächlich irgendwo angekommenen Flüchtlinge sehen sich mit ungeahnten Schwierigkeiten konfrontiert …

Die zahlreichen unterschiedlichen Aspekte und Detailprobleme haben inzwischen eine Vielzahl wissenschaftlicher Herangehensweisen in verschiedenen Disziplinen inspiriert, die lose unter dem Schlagwort Flüchtlingsforschung zusammengefasst werden:

“Die Flüchtlingsforschung – oder konkreter die Zwangsmigrations- und Flüchtlingsforschung – konzentriert sich auf die wissenschaftliche Untersuchung u.a. rechtlicher, politischer, sozialer, geographischer und kultureller Aspekten der Zwangsmigration. So erklärt sich, dass die Flüchtlingsforschung multi- und interdisziplinär ist und u.a. die Soziologie, Politik-, Geschichts- oder Rechtswissenschaft, Ethnologie, Wirtschaftswissenschaften, Geographie, Kultur- und technische Wissenschaften oder medizinische Wissenschaftsfelder umfasst.” (Ulrike Krause)

Seit anderthalb Jahren existiert in Deutschland das Netzwerk Flüchtlingsforschung, dessen im Februar 2015 neu gestartetem FlüchtlingsforschungsBlog auch das obige Zitat entnommen ist. Netzwerk und Blog versammeln Beiträge aus Politikwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Soziologie, Rechtswissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, Psychologie, Wirtschafts- und Ingenieurswissenschaften. Eine beeindruckende Bandbreite, in der aus sozialethischer Sicht das scheinbare Fehlen jeglicher ethischen Reflexion auffällt – scheinbar deswegen, weil viele Wortmeldungen und Publikationen aus verschiedenen Disziplinen ethische Fragen zumindest anreißen. Als Beispiel seien die einleitenden Worte eines Kommentars zum EU-Flüchtlingsgipfel zitiert:

“Die Ergebnisse des Flüchtlingsgipfels entsprechen nicht den menschen- und flüchtlingsrechtlichen Verpflichtungen der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten. Diese entspringen einer Situation, in der die Europäer selbst Verfolgung ausgesetzt waren. Sie daran heute zu erinnern, ist Aufgabe einer wachen Wissenschaft und Zivilgesellschaft.” (Petra Bendel)

Dass zu einer wachen Wissenschaft und Zivilgesellschaft auch eine wache und interdisziplinär arbeitende Sozialethik gehört, sollte sich eigentlich von selbst verstehen … Im Rahmen des Forum Sozialethik beschäftigt sich derzeit die auf der Forumstagung 2014 ins Leben gerufene AG Friedensethik mit dem Thema Flüchtlinge und Flüchtlingsarbeit – und freut sich jederzeit über Diskussionsanstöße, Informationen und Interessierte, die vielleicht selbst schon an ethisch relevanten Aspekten der Flüchtlingsforschung arbeiten (gerne die Kommentarfunktion auf dieser Seite nutzen)!