Tag Archive for 'Ethik'

“Wozu ist das Böse gut?”

Wie in den vergangenen Jahren vergibt das Forschungsinstitut für Philosophie Hannover (fiph) auch 2015 wieder einen mit insgesamt  6000 Euro dotierten internationalen Wissenschaftlichen Preis. Die diesjährige Preisfrage lautet “Wozu ist das Böse gut?”.

[D]ie Preisfrage 2015 zielt darauf, die Rede vom Bösen zu befragen. Es sollen die Voraussetzungen der Rede vom Bösen offengelegt werden, und zwar in verschiedenen zwischenmenschlichen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Kontexten.

Bis 31. März 2015 können bislang unveröffentlichte thematisch einschlägige philosophische Essays in deutscher oder englischer Sprache mit einer Länge von max. 40.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) am fiph eingereicht werden.

Nähere Informationen zu Fragestellung und Konditionen finden sich hier.

 

CfP: Ethik für das Internet der Dinge

Die 22. Ausgabe der Zeitschrift “International Review of Information Ethics” (IRIE) wird sich mit den ethischen Herausforderungen des “Internets der Dinge” beschäftigen. Eine solche Ethik, so der Call for Papers, ist auf dem Gebiet der Informationsethik verankert, aber sie radikalisiert dieses Thema zu einem gewissen Grad, insofern die materiale Welt zunehmend als Informationstechnologie auftritt.

Wer zu diesem Thema etwas in der Zeitschrift publizieren möchte, ist herzlich eingeladen, auf den Call zu antworten (offen bis 31.08.2014). Hier gibt es alle Informationen.

Bochumer Summer School zur Wirtschaftsethik

Die Katholisch-Theologische Fakultät Bochum und das Regionalbüro Westfalen der Konrad-Adenauer-Stiftung veranstalten vom 22.-25.09.2014 eine Summer School zum Thema “Bibel – Ethik – Wirtschaft” (organisiert von Prof. Wiemeyer, Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre und Prof. Söding, Lehrstuhl für Theologie und Exegese des Neuen Testaments).

In der Bochumer Summer School “Bibel – Ethik – Wirtschaft” sollen fortgeschrittene Studierende und Doktoranden aus den Feldern der Theologie, der Wirtschaftswissenschaften und anderer interessierter Disziplinen über das Spannungsfeld von Moral und ökonomischem Vorteilsstreben diskutieren und sich zugleich darüber informieren, wie einzelne Unternehmen diesen Herausforderungen gerecht werden.

Nähere Informationen zum Programm und zu den Bewerbungsmöglichkeiten finden sich hier. Achtung: Bewerbungsschluss ist bereits der 07.07.2014.

 

 

Tagung: Bioethik in interreligiöser Perspektive

Die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart veranstaltet gemeinsam mit dem Katholischen Akademischen Ausländerdienst (KAAD) vom 11. bis 14.12.2013 eine Tagung zum Thema “Bioethik in interreligiöser Perspektive”.

Zielgruppe der Tagung sind NachwuchswissenschaftlerInnen unterschiedlicher Disziplinen und mit unterschiedlicher religiöser Zugehörigkeit, die in diesem Bereich arbeiten bzw. daran vertieftes Interesse haben.

Nähere Informationen, das konkrete Tagungsprogramm sowie Anmeldungsmodalitäten finden sich hier.

Franziskus I. – Ein Kommentar von Marianne Heimbach-Steins

Marianne Heimbach-Steins, Direktorin des Instituts für Christliche Sozialwissenschaften der Uni Münster, kommentiert die überraschende Papstwahl. Sie identifiziert Zeichen der Hoffnung und  sieht die “katholisch ‘klare Kante’“ in Fragen der Lebensformen und Beziehungsethik. Den Kommentar können Sie hier lesen.

CfP Kongress Ethik und Empirie

Vom 8. bis 11. September 2013 findet der diesjährige Kongress der Internationalen Vereinigung für Moraltheologie und Sozialethik in Graz statt. Zentrales Thema ist der Zusammenhang von  “Ethik und Empirie”.

Empirische Forschung und Daten sowie empirie­gestützte Theorien und Hypothesen werden immer mehr zum selbst­verständlichen Bezugspunkt aller wissenschaftlichen Diskurse und zur unhinterfragten Basis gesell­schaftspolitischer Entscheidungsprozesse. Sie gewinnen auch für theologische Ethik und Sozialethik immer mehr an Relevanz. Der Kongress will die damit verbundenen Herausforderungen aufgreifen und diskutieren.

Auf dem Kongress wird in zwei Sitzungen in parallelen Workshops auch für Nachwuchswissenschaftler / – innen (Doktorats- bzw. Habilitationsstadium) die Möglichkeit eröffnet, Beiträge zu diesem Thema zu präsentieren. Dazu wurde ein Call for Papers veröffentlicht, auf den bis 15. April mit ein- bis zweiseitigen Proposals geantwortet werden kann.

Eingereichte Beiträge sollten sich im Spannungsfeld von Empirie und Normativität bewegen, können jedoch auch allgemeiner auf das Themenfeld Empirie und Religion Bezug nehmen. Unbedingt sollte der jeweilige methodologisch-hermeneutische Ansatz sichtbar werden.

Die Proposals sind zu senden an das Institut für Moraltheologie, Karl-Franzens-Universität Graz, Heinrichstraße 78b, 8010 Graz, oder per E-Mail an walter.schaupp(a)uni-graz.at.

Ab Anfang März sollen auf der Grazer Institutshomepage alle verfügbaren Unterlagen zum Kongress veröffentlicht werden, später wird voraussichtlich eine eigene Kongresshomepage zur Verfügung stehen. Der vorläufige Planungsstand der Tagung findet sich hier.

 

 

 

Theologische Ethik bloggt – der Bamberger “EthikBlog”

Es ist nach wie vor eine Seltenheit, wenn sich Mitglieder des Wissenschaftsbetriebs – Professoren und Lehrstuhlinhaber zumal – am (relativ) neuen Medium Blog versuchen. Sie stellen sich damit einer verhältnismäßig diffusen, nicht immer einschätzbaren medialen Öffentlichkeit, die sich von den bekannten Plena der Vorlesungen und Seminare, der Tagungen und Konferenzen, der Erwachsenenbildung und Akademieabende durchaus unterscheidet.

Umso erfreulicher ist es, dass sich mit Prof. Thomas Weißer, seit SS 2012 Professor für Theologische Ethik am Institut für Katholische Theologie der Universität Bamberg, nun ein weiterer Vertreter der Theologischen Ethik in dieses Metier wagt (geloggd, der Blog von Alexander Filipovic mit einem gewissen Schwerpunkt auf medienethischen Themen, ist ja schon länger online). Unter den Leitfragen “Wie soll ich leben?”, “Wie kann mein Leben gelingen?” als Kern jeder ethischen Reflexion will Prof. Weißer auf dem EthikBlog “Fundstücke der Ethik im Alltag” sammeln und vorstellen. Jüngster Fund und Ausgangspunkt ethischer Überlegungen etwa ist ein Verkehrsschild aus der Nähe von Hamburg.

 

Themenheft zu “Die Digitalisierung unseres Lebens” (Hirschberg)

Die aktuelle Ausgabe des “Hirschberg” (Jg. 65, H. 9) ist der Digitalisierung des Lebens gewidmet. Die Artikel beschäftigen sich mit der Internetkultur und den politischen Herausforderungen der Digitalisierung (Netzpolitik). Konstantin von Notz (Twitter @KonstantinNotz), MDB (Bündnis 90/Die Grünen) und Mitglied der Enquete-Kommission “Internet und digitale Gesellschaft”, plädiert beispielsweise “Für eine wertgeleitete Netzpolitik”.
Disclosure: In dem Heft ist auch ein Beitrag von mir abgedruckt.

Ethik und Religion

Falls jemand noch Ideen für die Gestaltung der nächsten Woche braucht oder zufällig in Berlin ist, der sei auf zwei interessante Vorträge an der Katholischen Akademie Berlin hingewiesen:

Irrwege der Unterrichtsreform

“Irrwege der Unterrichtsreform” – unter diesem Titel fand am 24. März 2012 in der Universität Frankfurt am Main unter Leitung von Professor Dr. Andreas Gruschka und Professor Dr. Hans-Peter Klein die zweite große Tagung der Gesellschaft für Bildung und Wissen statt, moderiert durch Dr. Matthias Burchardt (Universität zu Köln). Die Vorträge im vollbesetzten Hörsaal V wurden immer wieder durch Beifall und schallendes Gelächter unterbrochen. Allzu wahnwitzig, geradezu kafkaesk mutete an, was die Referenten aus Schule und Lehrerbildung zu berichten hatten. Wurde aus ministeriellen Verordnungen, Aufgabenstellungen zentraler Vergleichsarbeiten oder Dokumenten der Unterrichtsreform zitiert, wirkte oftmals wie Realsatire, was an Schulen, pädagogischen Fachbereichen und Lehrerausbildungsseminaren inzwischen bittere Realität ist. Zwölf Jahre nach der ersten PISA-Studie zeigen sich die absurden Folgen einer  monopolartig forcierten Umsteuerung des Bildungssystems immer deutlicher, die auf inhaltsleere Kompetenzen statt solides Fachwissen, oberflächliche Information statt Bildungserlebnisse, Funktionalisierung statt Sinngebung setzt. Die USA waren Vorreiter einer marktorientierten Umstellung des Bildungssystems, in dessen Gefolge eine Testindustrie entstanden ist, in der gewaltige Summen umgesetzt werden. Während dort zunehmend die fatalen Folgen eines “teaching for the test” erkannt würden und sich der Trend langsam umzukehren beginne, werden deutsche Schulen weiterhin zu grotesken Reformmaßnahmen gezwungen, garniert mit hanebüchenen Slogans wie “Früher haben die Lehrer nur gelehrt, heute fangen die Schüler endlich an zu lernen” oder modischen Floskeln aus dem Repertoire der vermeintlichen “Wissensgesellschaft” – allen voran der “dumme Topos”, so ein Referent wörtlich, vom Wissen, das immer schneller veralte; als ob, so der Referent, Goethes Faust oder die Gesetze der Thermodynamik uns heute nichts mehr zu sagen hätten. Claudia Schadt-Kraemer aus Duisburg wies in ihrem Vortrag “Schöne neue Schulwelt – Pardoxa einer verordneten individuellen Selbstbestimmung” auf die Widersprüche in der Reformrhetorik der bildungspolitischen Akteure hin. Da fordere eine grüne Kultusministerin z. B. unter dem Stichwort “nicht mehr kümmern, sondern bilden” eine verstärkte Hinwendung von der Sozial- zur Bildungspolitik, um im nächsten Atemzug mit dem Ruf nach vollständiger Inklusion die Schulen gerade wieder mit neuen sozialpolitischen Aufgaben zu überfrachten, für die aber politisch gegenwärtig das Geld fehle …

“Das Subjekt stört”,  so das Fazit von Hinrich Lühmann, ehemaliger Obestudiendirektor aus Berlin, am Ende seines Vortrags Continue reading ‘Irrwege der Unterrichtsreform’

ZdK veranstaltet Fachtagung zum Thema „Nachhaltigkeit“ im März

20 Jahre nach dem Rio-Gipfel zu Umwelt und Entwicklungsfragen lädt das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gemeinsam mit katholischen Organisationen und Verbänden zu einer Tagung ein, die sich der Umsetzung des in Rio entwickelten Leitbildes einer nachhaltigen Entwicklung widmet.

Die Fachtagung „Kirche auf dem Weg der Nachhaltigkeit – 20 Jahre nach Rio“ findet am 02. März 2012 in Bonn statt.

Gäste aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Kirche diskutieren grundlegend über die notwendigen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen und Rahmenbedingungen für eine nachhaltigere Lebensweise, darunter Alois Glück (Präsident des ZdK), Ursula Heinen-Esser (Parlamentarische Staatssekretärin) und Bischof Dr. Gregor Maria Hanke (Bistum Eichstätt). Dabei geht es nicht nur darum, allgemeine Prinzipien für eine nachhaltigere gesellschaftliche Entwicklung aufzuzeigen, sondern auch die Gestaltung konkreter Handlungsfelder wie Ernährungsweise, Mobilitätsverhalten, Energieverbrauch und Finanzen zu thematisieren. Insbesondere soll auch der bisherige und zukünftige Beitrag der katholischen Kirche in diesem gesellschaftlichen Prozess in den Blick genommen werden.

Die Tagung richtet sich an Funktionsträger und Multiplikatoren aus Kirche, Politik und Gesellschaft sowie an weitere Interessierte.

Das detaillierte Programm und weitere Informationen finden sich unter: http://www.zdk.de/projekte/fachtagung-nachhaltigkeit/

Die Zukunft der Geisteswissenschaften in einer multipolaren Welt

Am 15. und 16. Dezember findet in Berlin eine hochkarätig besetzte und kostenfreie Tagung zum Thema “Die Zukunft der Geisteswissenschaften in einer multipolaren Welt” statt.

In den letzten Jahren war häufig die Klage zu hören, dass die Geisteswissenschaften marginalisiert würden. In der Tat, die Wahrnehmung von Wissenschaft im Allgemeinen und der ‚Humanities’ im Besonderen erfolgt zunehmend in ökonomischer Perspektive und versetzt diese in Rechtfertigungszwänge. Die Frage ist berechtigt: Welche Rolle spielen die Geisteswissenschaften in der vom kulturellen und sozialen Wandel geprägten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts? Welche Bedeutung haben sie in der modernen Wissensgesellschaft? Internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Medien diskutieren über die Funktionen und Potenziale der Geisteswissenschaften in einer multipolaren Welt.

Das Thema ist insgesamt von nicht geringem sozialethischen Interesse. Hervorzuheben aber sind die Vorträge von Regina Ammicht Quinn “Vom Sinn des Überflüssigen. Ethik als politische Ethik im Kontext der Geisteswissenschaften” sowie insbesondere der auch separat zu besuchende Abendvortrag von Martha Nussbaum “Not for profit. Why democracy Needs the Humanities”.

Nähere Informationen zu Anmeldung und Tagungsprogramm gibt es hier.

Call for papers: Ethik und Migration (Societas ethica)

Die Jahrestagung der “Europäischen Forschungsgesellschaft für Ethik” (Societas Ethica) befasst sich 2012 mit dem Thema “Ethik und Migration”. Ethikerinnen und Ethiker aus allen Disziplinen sind herzlich eingeladen, einen Beitrag zur Diskussion zu leisten.

Der Call for papers ist bis zum 31.03.2012 geöffnet.

Die Tagung findet vom 23. bis 26. August 2012 im rumänischen Sibiu statt.

Berliner Werkstattgespräch 2012

Das Berliner Werkstattgespräch der  Sektion “Sozialethik” der internationalen Vereinigung für Moraltheologie und Sozialethik beschäftigt sich vom 27. bis 29. Februar 2012 mit dem Thema “Sozialethik in postdemokratischen Zeiten”. Die Tagung findet in der Katholischen Akademie Berlin statt. Eingeladen sind Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus dem Bereich der Christlichen Sozialethik, die mindestens ein abgeschlossenes Promotionsverfahren vorweisen können. Anmeldeschluss ist der 31. Januar 2012.

In der Ankündigung heißt es:

Nach einer langen Zeit der Vorbehalte, gerade auch auf katholischer Seite, hat die christliche Sozialethik ihren Frieden mit der Demokratie gemacht – und mehr noch: Sie hat in eben dieser eines ihrer leitenden Grundprinzipien gefunden. Nach den Hochzeiten der Demokratie ist jedoch auch in der Bundesrepublik deren Elan gebrochen, die demokratische Begeiste­rung in der Republik erloschen, leidet die Demokratie an Erlahmung. Der Demokratie inzwischen hoch verpflichtet, wird die christliche Sozialethik durch diese Entwicklung herausgefordert.

Das genaue Programm sowie weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden sich auf dem Flyer.

Theologie und Soziologie: Eine Tagung in Loccum

Kurzer Hinweis auf eine Tagung (2. bis 4. September) der Evangelischen Akademie Loccum und des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD über das Verhältnis von Soziologie und Theologie in der Zeit nach 1945. Die Tagung läuft unter dem Titel: “Gott oder Gesellschaft? Im Spannungsfeld von Theologie und Soziologie”. Weitere Informationen hier.