Tag Archive for 'Armut'

CfP Salzburg Conference in Interdisciplinary Poverty Research

Der Centre for Ethics and Poverty Research an der Universität Salzburg veranstaltet am 21./22. September 2017 eine Konferenz mit dem Schwerpunktthema “Religion and Poverty”.

Hierzu wurde nun ein Call for Papers veröffentlicht, der evtl. auch für Sozialethiker und Sozialethikerinnen interessant sein könnte. Einsendeschluss ist der 31. März 2017. Nähere Informationen zur Tagung auf der Tagungshomepage.

Tagung: Die Welt ist nur nach vorwärts interessant.

Am 29. und 30. August 2015 bietet die Thomas-Morus-Akademie Bensberg eine Sommerakademie mit dem Titel “Die Welt ist nur nach vorwärts interessant. Optionen für eine Theologie von morgen” an.

Das Angebot richtet sich insbesondere an angehende Theologiestudierende sowie Theologeninnen und Theologen in weiteren Qualifizierungsphasen. Zusammen mit Prof. Jürgen Bründl (Lehrstuhl für Fundamentaltheologie und Dogmatik in Bamberg) sollen Texte zum Thema aus Gaudium et Spes und Evangelii gaudium, von Walter Benjamin und Elmar Klinger vorgestellt und diskutiert werden.

Ausführliche Informationen sowie das Programm finden sich auf dem Flyer.

Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes: Überfälliger Warnruf oder “irreführende Polemik”?

(c) Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) | pixelio.de

“Die zerklüftete Republik”: Schon der Titel des Berichts zur regionalen Armutsentwicklung in Deutschland 2014, den der Paritätische Wohlfahrtsverband im Februar präsentierte, klingt bewusst alarmierend. Entsprechend dramatisch formulieren die Berichtsautoren ihr Fazit schon in der Einleitung:

“Die Armut in Deutschland hat nicht nur ein neuerliches trauriges Rekordhoch erreicht, auch ist Deutschland dabei, regional regelrecht auseinander zu fallen. Zwischen dem Bodensee und Bremerhaven, zwischen dem Ruhrgebiet und dem Schwarzwald ist Deutschland, was seinen Wohlstand und seine Armut anbelangt, mittlerweile ein tief zerklüftetes Land.”
Von Armut betroffen oder bedroht seien vor allem Menschen in den nördlichen Bundesländern und im Ruhrgebiet; als Risikogruppen gelten speziell Erwerbslose, Alleinerziehende, Kinder und alte Menschen. All diese Feststellungen klingen mittlerweile schon relativ bekannt (und damit potentiell uninteressant für viele Medien), was einen Grund für die teils drastische Wortwahl im Bericht darstellen dürfte.
Eben diese Wortwahl kritisiert der Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes, Prof. Dr. Georg Cremer, in einem jüngst erschienenen ausführlichen FAZ-Artikel als “irreführende Armutspolemik”. Cremer zufolge leidet der Bericht zudem unter methodischen Ungenauigkeiten (wie beispielsweise der Gleichsetzung von Armutsrisiko und Armut), die – seiner Ansicht nach unzulässiger- und unnötigerweise – absichtlich für eine höhere politische Durchschlagskraft in Kauf genommen werden:
“Es ist überfällig, Fachlichkeit nicht in grober Weise der im politischen Lobbying üblichen Zuspitzung unterzuordnen.”

Als Beitrag zu der von Cremer beabsichtigten Versachlichung der Debatte kann im Übrigen auch die hier bereits vorgestellte aktuelle Ausgabe 01/2015 des EthikJournal zur Finanzierung sozialer Dienstleistungen gelesen werden. Während der Paritätische Wohlfahrtsverband für eine bessere Armutsbekämpfung Steuererhöhungen und eine “stärkere Heranziehung großer Vermögen und hoher Einkommen” fordert, bieten die Autoren des EthikJournals insgesamt eine deutlich weitere Perspektive, aus der sich u. a. gerade die “Verstaatlichung der sozialen Dienste” (Matthias Möhring-Hesse) kritisch betrachten lässt.

Einladung zum Forum Sozialethik 2013

Auch in diesem Jahr ergeht wieder herzliche Einladung zur Jahrestagung des Forum Sozialethik, die vom 04. bis 06. September 2013 unter dem Thema “Was tun (wir – mit den – für) die Armen? Die Bedeutung der Option für die Armen in der Sozialethik” in der Katholischen Akademie Schwerte stattfindet.

Christliche Sozialethik ist, aus sich selbst heraus, keine neutrale wissenschaftliche Disziplin. Mit der Option für die Armen trifft sie eine grundlegende Vorentscheidung, die sie auf eine bestimmte Parteinahme verpflichtet. Gefordert ist, sozialethische Fragen immer auch und vorrangig aus der Perspektive derjenigen zu betrachten, die „arm“ sind. Einige Interpreten fordern gar, dass dazu der „Ort der Armen“ einzunehmen ist. Das diesjährige Forum Sozialethik stellt die Konsequenzen dieser Option zur Diskussion:

  • Inwiefern bedingt sie die sozialethische Forschung?
  • Was bedeutet „arm“ im wissenschaftlichen Diskurs der Theologie und den Sozialwissenschaften?
  • Wie prägt sie die politisch-soziale Praxis der Kirche?

Das Vorbereitungsteam und das Sozialinstitut KOMMENDE Dortmund laden herzlich ein und freuen sich auf einen anregenden wissenschaftlichen Austausch.

Weitere Informationen, Programm und Anmeldung auf der Tagungswebsite.

Forum Sozialethik 2013: Die Bedeutung der Option für die Armen in der Sozialethik – CALL FOR PAPERS

Was tun (wir mit den / für) die Armen? Die Bedeutung der Option für die Armen in der Sozialethik

In Deutschland vergrößert sich die sozio-ökonomische Kluft zwischen Reich und Arm – dies stellt der 4. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung (2012) nachdrücklich vor Augen. Die gegenwärtige Krise des Euros verschärft diese Tendenz in und zwischen den Ländern der Europäischen Union. Besonders ausgeprägt ist die Schieflage in globaler Hinsicht – nur 10 Prozent der Weltbevölkerung besitzen 85 Prozent des Weltvermögens; knapp 13 Prozent verfügen über so wenige Mittel, dass sie hungern müssen. Solche Entwicklungen können Christliche Sozialethiker nicht unbeeindruckt lassen, wollen sie die biblische Option für die Armen als „eine eminent wichtige Zielbestimmung, eine prinzipielle Orientierung und Ausrichtung“ (Arno Anzenbacher) ihrer Disziplin wirklich ernst nehmen.

Das Forum Sozialethik 2013 will vor diesem Hintergrund der Bedeutung der Option für die Armen in der Sozialethik sowie den vielfältigen damit verbundenen Fragen und Herausforderungen nachspüren.

Das Vorbereitungsteam (Wolf-Gero Reichert, Christoph Krauß, Maria Brinkschmidt, Julia Blanc) lädt Interessierte herzlich ein, sich mit einem Beitrag an der Tagung zu beteiligen. Angesprochen sind Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler (Promotion, Habilitation) sowie fortgeschrittene Studierende des Faches Sozialethik und angrenzender theologischer Fächer wie Praktische Theologie oder Missionswissenschaften. Vertreterinnen und Vertreter aus benachbarten Disziplinen (z.B. Philosophie und Sozialwissenschaften) sind herzlich willkommen. Das Forum pflegt einen Werkstattcharakter: Es wird besonderer Wert auf den freien wissenschaftlichen Austausch gelegt. Dafür sollen die Beiträge als Grundlage dienen.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem Call for Papers. Der Call ist geöffnet bis 8. April 2013.

Alle weiteren Informationen auf der Tagungswebsite.

Call for papers: Ethik und Migration (Societas ethica)

Die Jahrestagung der “Europäischen Forschungsgesellschaft für Ethik” (Societas Ethica) befasst sich 2012 mit dem Thema “Ethik und Migration”. Ethikerinnen und Ethiker aus allen Disziplinen sind herzlich eingeladen, einen Beitrag zur Diskussion zu leisten.

Der Call for papers ist bis zum 31.03.2012 geöffnet.

Die Tagung findet vom 23. bis 26. August 2012 im rumänischen Sibiu statt.

Hinweis: “Gespenster der Armut”

Ein kurzer Hinweis: “Gespenster der Armut” ist ein lesenwertes gesellschaftskritisches Weblog. Elke Brüns bloggt hier über “Bilderwelten des Sozialen” und stellt die Frage: “Wie wird was als Armut sichtbar oder unsichtbar?”

EU Informations- und Networking-Tag zu “Entwicklung und Armut”

Die Generaldirektion Forschung der Europäische Kommission veranstaltet am 08. Oktober 2010 in Brüssel einen Informations- und Networking-Tag zu den zur Zeit im Arbeitsprogramm 2011 im Thema „Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften“ ausgeschriebenen Themen:

  • 4.1.1. „Tackling poverty in a development context” und
  • 2.1.1. „Economic, social and political conditions for satisfying world food needs”

InteressentInnen werden gebeten eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten (Vor- und Zuname, Institution, Forschungsbereich) an eva.szell [at] ec.europa.eu zu senden.

Bei erfolgreicher Anmeldung zur Veranstaltung erhalten Sie eine entsprechende Bestätigungsemail.

Weitere Informationen sowie die Agenda der Veranstaltung finden Sie unter:
http://ec.europa.eu/research/social-sciences/events-123_en.html

Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer online

Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer online: 50 000 Mitunterzeichner innerhalb von drei Wochen gesucht.

Am 12.11.2009 hat das Sekretariat des Petitionssausschusses die Petition des Kampagnenbündnis "Steuer gegen Armut" für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer zugelassen und auf der Website des Deutschen Bundestags zur Mit-Unterzeichnung eingestellt. Die Kampagne von P. Dr. Jörg Alt (Nürnberg) wird von zahlreichen Organisationen, u. a. Adveniat, Misereor, attac, Deutsche Kommission Justitia et Pax usw. unterstützt. Auch eine Facebook-Gruppe gibt es.

Jetzt werden innerhalb von drei Wochen 50.000 Mit-Unterzeichner gesucht, um dem Anliegen der Petition eine gründliche und öffentlichkeitswirksame Behandlung zu sichern.

Mit dieser Petition verfolgt die Kampagne zwei Ziele:

Zum einen ist die Petition eine Möglichkeit, alle Parteien zu zwingen, sich mit einem Anliegen der Bevölkerung zu befassen. Zum zweiten soll die Petition und ihre Unterstützung all jenen Politikern, die sich offen oder hinter den Kulissen für eine solche Steuer einsetzen, den Rücken stärken.

Weitere Informationen auf der Website http://www.steuer-gegen-armut.org.

[Quelle: Pressemeldung der Initiative]

Neuerscheinung: Bildungswege als Hindernisläufe

Am 8. und 9. Februar 2008 fand unter dem Titel “Keine(r) darf zurückbleiben! Bildungszugänge und -übergänge auf dem Prüfstand” in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Loccum (b. Hannover) das zweite Symposium des DFG-Projekts “Menschenrecht auf Bildung: Anthropologisch-ethische Grundlegung und Kriterien der politischen Umsetzung” (weitere Informationen unter: www.menschenrecht-auf-bildung.de) statt. Getragen wird das Forschungsprojekt durch den Bamberger Lehrstuhl für Christliche Soziallehre und Allgemeine Religionssoziologie (Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins) sowie das Forschungsinstitut für Philosophie Hannover (Direktor Prof. Dr. Gerhard Kruip).

Inzwischen liegen die Beiträge der Tagung als Band 5 der Reihe “Forum Bildungsethik” (hgg. von Marianne Heimbach-Steins, Gerhard Kruip und Axel Bernd Kunze) in gedruckter Form vor: Bildungswege als Hindernisläufe. Zum Menschenrecht auf Bildung in Deutschland (Bielefeld: W. Bertelsmann-Verlag 2008, hgg. von Marianne Heimbach-Steins, Gerhard Kruip und Katja Neuhoff, 200 Seiten).

Der Sammelband gliedert sich in fünf Abschnitte: Das Menschenrecht auf Bildung: Zwischenbilanz des Forschungsprojekts (I.); Hilfen und Hürden im deutschen Bildungssystem (II.); Reflexionen zur pädagogischen Praxis (III.); Bildungsfinanzierung und Bildungsgerechtigkeit (IV.) sowie Theoretische Betrachtungen (V.). Die Autoren fragen nach Veränderungsbedarf innerhalb des deutschen Bildungssystems und unterziehen entsprechende bildungspolitische Lösungsvorschläge einer gerechtigkeitstheoretischen Überprüfung. Gerahmt wird die interdisziplinäre Reflexion durch Überlegungen zum Verhältnis von Empirie und Normativität in der Bildungsdiskussion sowie Beobachtungen zur gegenwärtigen Fachdiskussion über Bildungsgerechtigkeit und Bildungethik.

Die Beiträge stammen von Regina Ammicht Quinn (Universität Tübingen), Wolfgang Böttcher (Universität Münster), Alexander Filipovic (Universität Bamberg), Benno Haunhorst (Bischöfliches Gymnasium Josephinum Hildesheim), Marcel Helbig (Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin), Marianne Heimbach-Steins (Universität Bamberg), Axel Bernd Kunze (Universität Bamberg), Walter Lesch (Katholische Universität Louvain), Andreas Lob-Hüdepohl (Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin), Kirsten Meyer (Humboldt-Universität Berlin), Katja Neuhoff (Forschungsinstitut für Philosophie Hannover), Daniela Pollock (Arbeiterwohlfahrt), Norman van Schwerpenberg (Staatssekretär a. D. und freier Berater) sowie Werner Schönig (Katholische Fachhochschule Nordrhein-Westfalen).