Archive for the 'Zeitschriftenlese' Category

“Immer nur das eine? – Sexualität und Medien” – Communicatio Socialis 3/2016

ComSoc-3_2016-Umschlag-197x300Ethische Perspektiven auf das Verhältnis von Sexualität und Medien präsentiert das aktuelle Heft von Communicatio Socialis. Das Heft ist online erschienen; einige Texte sind frei erreichbar. „Germany’s Next Topmodel“ ist ebenso Thema wie die Berichterstattung über die Kölner Sylvesternacht. – Communicatio Socialis ist eine Zeitschrift für Medienethik und Kommunikation in Kirche und Gesellschaft.

Medienethischer Schwerpunkt: Sexualität und Medien

Mit sexualisierenden Darstellungsweisen im Kinder- und Jugendfernsehen befasst sich Maya Götz. Anhand verschiedener Studien zu Formaten wie „Germany’s Next Topmodel“ zeigt sie auf, welche Folgen Hypersexualisierung insbesondere für junge Zuschauerinnen hat. Zwischen Jugendmedienschutz und „Porno-Kompetenz“ (frei als Leseprobe!): Der Umgang Jugendlicher mit sexuellen Unterhaltungsangeboten steht bei Andreas Büsch und Benedikt Geyer im Fokus. Es folgt eine Studie, die sich mit der medialen Berichterstattung über sexuelle Gewalt der Kölner Sylvesternachtbefasst.

Petra Hemmelmann war bei „Dr. Sommer“: Sabine Kadolph, seit 25 Jahren Mitglied des Dr. Sommer-Teams von „Bravo“, berichtet über Aufklärung früher und heute. Den Abschluss des Schwerpunktes markiert Renate Hackel-de Latour in einem Überblick zu den Hintergründen und Chancen des Vorhabens zu einem Verbot sexistischer Werbung.

Kommunikation in Kirche und Gesellschaft

Hatto v. Hatzfeld berichtet nicht nur über eine Petition für die freie Verbreitung der revidierten
Einheitsübersetzung, sondern liefert Hintergründe zu den Verbreitungsbedingungen der Bibel im historischen Wandel. Manuela Pilters beleuchtet in einer Innensicht die Reihe „37 Grad“ im ZDF: „37 Grad inszeniert und skriptet nicht.“

Das neue Heft ist ab sofort online abrufbar. Die Artikel können auch einzeln erworben werden. Wie gewohnt erscheint die neue Ausgabe auch in gedruckter Form. Die Zeitschrift Communicatio Socialis wird  im verzögerten Open Access publiziert: 12 Monate nach Erscheinen eines Artikels ist er frei im Netz zugänglich.

Neuerscheinung und CfP: Zeitschrift für Flüchtlingsforschung

(c) Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) | pixelio.de

Das interdiszplinäre Netzwerk Flüchtlingsforschung hat ein neues Publikationsorgan ins Leben gerufen: die Z’Flucht (Zeitschrift für Flüchtlingsforschung).  Bei der halbjährlich erscheinenden Z’flucht handelt es sich um

ein neues peer-reviewed journal, das wissenschaftliche Beiträge aus unterschiedlichsten Disziplinen zu Fragestellungen der Zwangsmigrations- und Flüchtlingsforschung veröffentlicht. […] Angesichts der unterschiedlichen fachlichen Perspektiven, aus denen entsprechende Fragen gestellt werden können, gilt ein besonderes Augenmerk der interdisziplinären Diskussion [und] dem Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis […].

Durch die interdisziplinäre Ausrichtung und beabsichtigte Praxisrelevanz dürfte die Zeitschrift auch für Sozialethiker_innen interessant sein. Sie soll wissenschaftliche Aufsätze, Forumsbeiträge und Rezensionen in deutscher, englischer und französischer Sprache enthalten. Manuskripte können jederzeit bei der Redaktion eingereicht werden. Hinweise für Autoren_innen und weitere Informationen finden sich auf den Websiten des Nomos-Verlags und des Netzwerks Flüchtlingsforschung.

Die EU nach dem Brexit: Ein sozialethischer Diskussionsbeitrag

Im Weblog der AG Christliche Sozialethik ist Ende Juli ein Beitrag von Joachim Wiemeyer zum Zustand und den Perspektiven der Europäischen Union nach dem Brexit erschienen. Darin befasst sich der Autor neben politischen und ökonomischen Aspekten der gegenwärtigen Lage unter anderem auch mit den europabezogenen Haltungen und Wertvorstellungen katholischer Ortskirchen. Sein Urteil fällt vergleichsweise skeptisch aus:

Nicht erst die unterschiedlichen Haltungen deutscher und französischer Bischöfe im Gottesbezug des Lissaboner Vertrages, die tiefgreifenden Meinungsverschiedenheiten jüngst in der Flüchtlingskrise oder die durch massive Unterstützung von Bischöfen, Klerus usw. ins Amt gehobene neue polnische Regierung oder die Unterstützung Orbans durch ungarische Bischöfe machen deutlich, dass es keine katholische Haltung zu Europa gibt. […] Ebenso fehlen eine kommunikative Vernetzung und ein wissenschaftlicher Austausch zwischen katholischen Ethikern der einzelnen EU-Länder, soweit es überhaupt Christliche Sozialethik als eigene Disziplin in anderen Ländern gibt.
Angesichts der tiefgreifenden Divergenzen selbst unter den europäischen Katholiken plädiert Wiemeyer dafür, Europa “wieder von einem geschichtsphilosophisch überhöhten Projekt auf die Realität” zurückzuholen. Rückmeldungen und weitere Diskussionsbeiträge sind durch die AG CSE ausdrücklich erwünscht.

“Auf Kuschelkurs? – Medien und Sport” – Communicatio Socialis 2/2016

Titelseite-2_2016-197x300Medienethische Fragen im Verhältnis von Sport und Medien sind das Thema des aktuellen Hefts von Communicatio Socialis (Heft 2/2016). Das Heft ist online erschienen, einige Texte sind frei erreichbar.

Medienethischer Schwerpunkt: Sport und Medien

Der Sport ist ein riesiges Geschäft – und die Sportberichterstattung ist ein Teil dieses Business. Das Heft befasst sich mit dem Forschungsfeld Sportkommunikation (Beitrag von Holger Ihle,  frei als Leseprobe), insbesondere mit seinen problematischen Seiten. Jörg-Uwe Nieland schreibt über Ethik in der Sportkommunikation, Thomas Horky und THomas Hestermann über die Bedeutung vereinseigener Medien. Den Abschluss des Schwerpunktes setzt Regina Greck mit einem Artikel zu den Olympischen Winterspielen 2014.

Kommunikation in Kirche und Gesellschaft und weitere Aufsätze

In einem philosophisch-ethischen Beitrag situiert Christiane Schöttler die digitale Selbstvermessung (etwa durch Fitnessarmbänder) zwischen Emanzipation und digitaler Überwachung. Hermann Kirchmann schreibt über Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des evangelischen Wohlfahrtsverbands Deutschlands (Diakonie).

Das neue Heft ist ab sofort online abrufbar. Die Artikel können auch einzeln erworben werden. Wie gewohnt erscheint die neue Ausgabe auch in gedruckter Form. Die Zeitschrift Communicatio Socialis wird  im verzögerten Open Access publiziert: 12 Monate nach Erscheinen eines Artikels ist er frei im Netz zugänglich.

Ethik und Gesellschaft 1/2016 – Die Vermögenskonzentration und das Zuviel an sozialer Ungleichheit

Die neueste Ausgabe der ökumenischen Online-Zeitschrift Ethik und Gesellschaft ist dem Thema “Die Vermögenskonzentration und das Zuviel an sozialer Ungleichheit” gewidmet.

Dass gerade bei den Vermögen die Ungleichheiten zunehmen, dass sich – mehr noch – das gesellschaftlich vorhandene Vermögen bei wenigen an der Spitze, bei den Superreichen, konzentriert, ist nicht erst seit »Das Kapital im 21. Jahrhundert« von Thomas Piketty bekannt. Zunehmend wird aber gesellschaftlich bewusst, dass die – gerade auch in Deutschland – zugespitzte Vermögenskonzentration nicht nur Folge und Indikator sozialer Ungleichheiten ist, sondern dass sie diese unter finanzmarktkapitalistischen Bedingungen weiter verschärft. Und dass diese Vermögenskonzentration schädlich für liberale, erst recht für demokratische Gesellschaften, aber auch für deren kapitalistisch verfasste Volkswirtschaften ist.

Die Aufsätze der aktuellen Ausgabe finden sich hier.

Migration, Sicherheit und Frieden (S+F 1/2016)

(c) Nomos Verlag

Die neue Ausgabe der Zeitschrift “Sicherheit und Frieden” (S+F) widmet sich interdisziplinären Fragen rund um das Thema Migration. Zu Anlass und Inhalt schreibt Chefredakteurin Patricia Schneider:

Die Vorstellung, dass steigende Opferzahlen im Mittelmeer abschreckend wirken, wie häufig propagiert, hat sich als Fehlschluss herausgestellt. Vielmehr ist die Anzahl der Flüchtlinge, die das Mittelmeer überqueren, aufgrund eines Mangels an legalen Einreisemöglichkeiten und befeuert durch aktuelle Krisen und Konflikte 2015 weiter erheblich gestiegen. Die Zahl der Todesopfer und Vermissten ist auf Rekordhöhe.

Angesichts dieser Situation stehen die Politik- und Sozialwissenschaften vor zahlreichen Fragen, die auch für eine praxisrelevante ethische Auseinandersetzung mit Flucht und Migration beachtenswert sind:

Inwiefern werden die Ursachen in den Herkunftsländern bisher in politischen Konzepten adressiert und wie könnten Ansätze verbessert werden? Welche Auswirkungen hat Migration auf den sozialen Frieden, Freiheit und regionale Stabilität, nicht nur in Anrainerländern von Konfliktstaaten, sondern auch in Aufnahmeländern (Chancen und Risiken)? Ist ein Normenwandel in der Gesellschaft hinsichtlich der Behandlung und Akzeptanz von Flüchtlingen festzustellen? Wie könnte dieser Wandel sich auf Migranten auswirken? Welche Genderaspekte sind zu berücksichtigen? Welches Risiko besteht für Zuwanderungsländer durch Terroristen, die sich als Flüchtlinge tarnen, tatsächlich? Welche Konsequenzen könnte der Diskurs über Flüchtlinge als Risiko und damit als Grenzschutzaufgabe für Menschenrechte und internationale Verpflichtungen haben? Welche Folgen hat der Diskurs über Flüchtlinge als innergesellschaftliches Destabilisierungsrisiko innerhalb der EU?

Viele dieser Fragen werden von den aus unterschiedlichen Disziplinen stammenden Autorinnen und Autoren der Ausgabe aufgegriffen. Ein Teil der Beiträge ist zum freien Download verfügbar unter http://www.sicherheit-und-frieden.nomos.de/archiv/2016. Weitere Informationen und Ausgaben finden sich unter http://www.sicherheit-und-frieden.nomos.de/archiv.

Neues aus der Friedensforschung

(c) Thomas Max Müller / pixelio.de

Migration ist ein friedensethisch relevantes Problem: Was fast schon trivial klingt, wird durch das soeben erschienene Friedensgutachten 2016 und den neuen Global Peace Index bestätigt und wissenschaftlich unterfüttert. Die weltweite Zunahme von Flucht- und Wanderungsbewegungen korrespondiert demnach einem globalen “Rückzug” des Friedens und dem bereits im Februar vom Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI konstatierten Anstieg der weltweiten Rüstungsausgaben.

Angesichts dieser Entwicklungen plädieren die Autoren des Friedensgutachtens für strukturelle Veränderungen wie eine gerechtere Welthandelsordnung und mehr Ressourcen für zivile Konfliktbewältigung. In der flankierenden Presseeklärung fordern sie unter anderem ein Ende der Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien, an kurdische Peschmerga-Kämpfer und generell in Krisengebiete. Hinzu kommt scharfe Kritik an Integrationshemmnissen wie der Wohnsitzauflage und dem erschwerten Zugang zu Sprachkursen.

Das Friedensgutachten ist das gemeinsame Jahrbuch des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg, des Instituts für Entwicklung und Frieden der Universität Duisburg-Essen, der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft, der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung und des Internationalen Konversionszentrums. Der ebenfalls jährlich erscheinende Global Peace Index wird herausgegeben vom Institute for Economics and Peace.

“Flucht und Migration” – Communicatio Socialis 1/2016

ComSoc-1_2016-Umschlag-600x915Medienethische Fragen im Kontext von Flucht und Migration sind das Thema des aktuellen Hefts von Communicatio Socialis (Heft 1/2016). Das Heft ist online erschienen; einige Texte sind frei erreichbar. Communicatio Socialis ist eine Zeitschrift für Medienethik und Kommunikation in Kirche und Gesellschaft.

In den Medien ist „Flucht“ omnipräsent. Anne Will diskutierte in sechs von acht Sendungen von Januar bis Anfang März 2016 über Flucht, Flüchtende und die Auswirkungen. So groß wie das öffentliche Interesse scheint auch die Sensibilität der Öffentlichkeit zu sein, wenn es um das Was und Wie der Berichterstattung geht. – Aus medienethischer Perspektive bietet das Thema „Flucht und Migration“ unzählige Anknüpfungspunkte. Dem trägt Communicatio Socialis mit dem Schwerpunkt „Flucht und Migration in den Medien“ Rechnung.

„Das Märchen vom überkochenden Brei“

Der Themenschwerpunkt beginnt mit dem Aufsatz „Das Märchen vom überkochenden Brei“ von Friederike Herrmann über „Narrative in der Berichterstattung zum Flüchtlingsthema“ (frei im E-Journalund auf Übermedien). Der Beitrag fußt auf einer Analyse von TV-Nachrichtensendungen und Tageszeitungen. Die Autorin kann zeigen, dass die in der medialen Massenkommunikation vorherrschenden und meist negativ konnotierten Narrative Fakten verdrängen. Petra Hemmelmann und Susanne Wegner geben einen Überblick über die Flüchtlingsdebatte im Spiegel von Medien und Parteien (frei im E-Journal). Auf „Facebook“ spiegelte sich die Spaltung der Gesellschaft wider, wobei vor allem die AfD und die CSU mit ihren ablehnenden Haltungen zur Aufnahme von Flüchtenden Zuspruch erhalten. Mit der Darstellung von Flucht und Migration im Film befasst sich Thomas Bohrmann. Der Autor stellt sechs verschiedene Filme vor, die den Zuschauer zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema auffordern, weil sie emotionale und kognitive Impulse bieten.

Das neue Heft ist ab sofort online abrufbar. Die Artikel können auch einzeln erworben werden. Wie gewohnt erscheint die neue Ausgabe auch in gedruckter Form. Die Zeitschrift Communicatio Socialis erscheint im verzögerten Open Access: 12 Monate nach Erscheinen eines Artikels ist er frei im Netz zugänglich.

„Journalismus in Echtzeit“ – Communicatio Socialis 4/2015

ComSoc-4_2015-Umschlag-199x300Mobile Endgeräte, soziale Netzwerke und Blogs steigern das Tempo im Nachrichtengeschäft im Kampf um die knappe Ressource Aufmerksamkeit. Geschwindigkeit und nicht Reflexion und Gewichtung bestimmen den Takt im real-time journalism. Das Publikum – der Beschleuniger im Nachrichtengeschäft – bekommt Terror und Katastrophe in Echtzeit. Zur Berichterstattung war nahezu zeitgleich vehemente Kritik zu vernehmen, die noch anhielt als sich der Medientenor wieder anderen Themen zuwandte.

Die Beiträge zum Schwerpunkt im aktuellen Heft (4/2015) widmen sich mit je unterschiedlichem Fokus und aus verschiedenen Blickwinkeln den medienethischen Fragen rund um „Aktualität und Echtzeit im Journalismus“.

Den Auftakt machen Klaus-Dieter Altmeppen, Christoph Bieber, Alexander Filipović und Jessica Heesen. In ihrem Beitrag „Echtzeit-Öffentlichkeiten“ betrachten sie das Phänomen als Folge der Digitalisierung. Hans-Joachim Höhn beschäftigt der veränderte Umgang mit Zeit. Er diagnostiziert das Zeitalter der Beschleunigung, treibende Kraft sei dabei ein kinetischer Imperativ. Der Mensch unterwirft sich, sagt Höhn, dem Zwang der Beschleunigung seiner Lebensvollzüge, auch um der Vergänglichkeit zu entkommen. Tobias Eberwein diskutiert das Verhältnis von Aktualität und Schnelligkeit aus medienethischer Perspektive. Er verweist auf die zeitliche, sachliche und soziale Dimension von Aktualität und sieht diesen Dreiklang durch den Geschwindigkeitswahn gefährdet.

Mit den „Chancen und Risiken von Medienkritik in Echtzeit“ befasst sich Stefan Niggemeier. Dem Nachteil fehlender Reflexionszeit stehe der Vorteil der Medien gegenüber, rasch reagieren und korrigieren zu können. Zugleich mahnt er zur Entschleunigung der Berichterstattung und damit einhergehender inhaltlicher Profilierung (dieser Text kann ohne Zugangsbeschränkung abgerufen werden). Eine Antwort klassischer Medien auf die digitale Konkurrenz in der aktuellen Berichterstattung ist die Nutzung eigener digitaler Kanäle. Als Beispiel für einen solchen stellt Christian Daubner zum Abschluss die neue Nachrichten-App „BR24“ des Bayerischen Rundfunks vor.

Ethik und Gesellschaft 2/2015 – Subjektivierte Arbeit und depressive Erschöpfung

Die neueste Ausgabe der ökumenischen Online-Zeitschrift Ethik und Gesellschaft widmet sich dem Thema “Burn, baby, burn … Subjektivierte Arbeit und depressive Erschöpfung”.

‘Burnout’ und ‘Erschöpfungsdepression’ lauten Diagnosen, die mittlerweile weit verbreitet sind, und auch erste sozialwissenschaftliche Arbeiten liegen dazu vor. Umstritten ist, ob die Zunahme dieser Befunde Ergebnis realer Verschiebungen in der Arbeitswelt ist oder lediglich ein Bezeichungs- oder labeling-Phänomen darstellt. Die Diskussion ist eröffnet, die sozialethische Thematisierung aber steht noch weitgehend aus. Grund genug, sich in einem Themenheft dieser Fragen anzunehmen.

Die Aufsätze der aktuellen Ausgabe finden sich hier.

Communicatio Socialis 3/2015: Werbung, Ethik & Religion

cover_issue_85_de_DEDie medienethische Zeitschrift Communicatio Socialis widmet dem Thema Werbung & Ethik den Schwerpunkt der neu erschienenen Ausgabe. Die ethischen Probleme rund um Werbung sind ebenso alt wie aktuell, ebenso offensichtlich wie tiefgründig, ebenso detailorientiert wie grundsätzlich. Neue Werbeformen im Internet sortieren die Situation neu.

Im ersten Beitrag illustriert Guido Zurstiege ethische Probleme der Werbung in Zeiten des medialen Wandels. Er zeigt auf, dass es einen Mangel an ethischen Diskussionen über Produzent_innen, Rezipient_innen und Mediensysteme gibt, während mediale Werbeinhalte ethische Diskussionen dominieren. Der Text kann kostenlos abgerufen werden.

Nina Köberer stellt das Phänomen der „Haul-Videos“ auf Youtube ins Zentrum ihrer Betrachtung und verweist auf verschiedene ethische Probleme, wenn Teenager Produkte vor der Kamera präsentieren, sich selbst inszenieren und scheinbar authentisch Marken bewerben. Mit religiösen Motiven in der Werbung befassen sich Irene Raster und Alexander Godulla. Ihr Beitrag fußt auf einer quantitativen Inhaltsanalyse von Werbeanzeigen in „Der Spiegel“ aus den Jahren 2009 bis 2013. Die Autor_innen illustrieren substanzielle wie funktionale religiöse Werbemotive, deren Verteilung auf Branchen und zeigen eine signifikante Abnahme religiöser Werbemotive.

Logo-Grundbegriffe-300x102Mit dem neuen Heft beginnt Communicatio Socialis außerdem die neue Serie „Grundbegriffe der Kommunikations- und Medienethik“ (http://grundbegriffe.communicatio-socialis.de/). Ziel ist es, für die Aus‐ und Weiterbildung von Studierenden, Kommunikations-und Medienparktiker_innen, aber auch für die gesellschaftliche Diskussion, eine grundbegriffliche Orientierung anzubieten. Den Auftakt der definitorisch und diskursiv angelegten Reihe macht Alexander Filipović mit „Moral und Ethik“.

Flucht und Migration: ein Tagungshinweis und Material zum Weiterlesen

(c) Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) | pixelio.de

Die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) veranstaltet vom 20.-22.11.2015 (u. a. gemeinsam mit der KU Eichstätt-Ingolstadt) eine Tagung zu Migration – Frieden – Human Security an der Universität Göttingen. Thematisiert werden neben der aktuellen Situation in Europa vor allem Hintergründe von Flucht und Migration sowie politische und gesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten. Die Veranstaltung ist interdisziplinär ausgerichtet, es referieren Wissenschaftler, Politiker und Vertreter von Hilfsorganisationen. Eine Programmübersicht bietet der Tagungsflyer; die Anmeldung ist bis zum 16.11. möglich.

Unter den Referenten sind auch Autoren des FlüchtlingsforschungsBlog, auf dem in vergangenen Monaten wieder eine Reihe sehr lesenswerter Beiträge erschienen sind, die auch Nicht-Migrationsforschern ausgezeichnete Blicke hinter die Kulissen der aktuellen Entwicklungen ermöglichen. Wer sich als interessierter Sozialethiker z. B. über Fluchtursachen und ihre Bekämpfung oder über das ehrenamtliche Engagement für Flüchtlinge informieren möchte, findet hier differenzierte, solide recherchierte und mit zahlreichen weiterführenden Links versehene Artikel.

Zum Thema Fluchtursachen sei schließlich noch auf einige Wortmeldungen aus den Kirchen des Nahen Ostens hingewiesen, die Radio Vatikan in den letzten Tagen veröffentlicht hat. Die Aussagen des irakischen Patriarchen, des Bischofs von Aleppo und des syrisch-katholischen Patriarchen von Antiochien zeigen gerade in der Zusammenschau die Komplexität der Fragen auf, die hierzulande wissenschaftlich beleuchtet werden:

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Stimmen der Zeit 9/2015: Nachwuchsstudie zur Familiensynode

(c) Cornelius Sturm

Über Flüchtlingskrise und Umweltenzyklika ist sie zwar aus den Schlagzeilen geraten, aber darum nicht weniger aktuell: die im Oktober 2015 anstehende Generalversammlung der Bischofssynode zu Ehe und Familie (hier der Link zum vorbereitenden Instrumentum Laboris). Wie schon bei der außerordentlichen Synode 2014 lassen gelegentliche Wortmeldungen aus dem Episkopat eine kontroverse Diskussion erwarten. Umstritten ist dabei, ob und inwiefern die öffentlich geäußerten Meinungen denjenigen der Katholiken insgesamt entsprechen, wie die soziale Realität in der katholischen Kirche aussieht und wie groß dementsprechend die Nähe oder Distanz zwischen “Hierarchie” und “Basis” in sexual- und beziehungsethischen Fragen ist.

In der aktuellen Ausgabe der “Stimmen der Zeit” (September 2015) bereichern drei Nachwuchsforscher_innen diese Debatte durch statistisches Material. Unter der Überschrift “Neue Formen des Hörens in der katholischen Kirche” stellen Sarah Delere, Anna und Tobias Roth die Ergebnisse einer länderübergreifenden Umfrage vor, die sie zwischen September 2014 und März 2015 durchgeführt haben. Die Rückmeldungen offenbaren Meinungsverschiedenheiten ebenso wie überraschende Gemeinsamkeiten und streifen praktisch alle auf der Synode zu diskutierenden “heißen Eisen”: wiederverheiratete Geschiedene, gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Zölibat, Diakonat der Frau, seelsorgliche Begleitung und das Problem einer übermäßigen Zentralisierung, die das Eingehen auf kulturelle und individuelle Bedürfnisse erschwert oder unmöglich macht.

Mit mehr als 12.000 ausgefüllten Fragebögen aus 42 Ländern handelt es sich wohl um die größte bislang existierende Studie ihrer Art. Gefördert wurde das Mitte August in Berlin präsentierte Projekt durch die Nachwuchsforschungsförderung SAFIR der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU); wissenschaftliche Unterstützung kam von der Katholisch-Theologischen Fakultät der WWU, insbesondere vom Lehrstuhl für Christliche Sozialwissenschaften, sowie vom Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften (GESIS). Nach einem breiten Medienecho im Anschluss an die öffentliche Präsentation bietet die Publikation in den “Stimmen der Zeit” nun einen vergleichsweise detaillierteren Überblick über Vorgehensweise und Erträge.

Ethik und Gesellschaft 1/2015 – Pragmatismus und Sozialethik

Die neueste Ausgabe der ökumenischen Online-Zeitschrift Ethik und Gesellschaft dreht sich um das Thema “Pragmatismus und Sozialethik”.

Sowohl in der praktischen Philosophie als auch in den normativ ausgerichteten Sozialwissenschaften und in der theologischen Sozialethik ist seit Jahren eine verstärkte Bezugnahme auf den klassischen amerikanischen Pragmatismus – und seine neopragmatistischen Weiterentwicklungen – zu beobachten.

Obwohl es sich beim Pragmatismus um ein heterogenes Phänomen handelt, lassen sich doch einige zentrale Motive der aktuellen Pragmatismus-Rezeption identifizieren, die in diesem Heft aufgegriffen, profiliert und für die Sozialethik fruchtbar gemacht werden sollen. Dabei geht es nicht nur um den Primat des Sozialen vor dem Individuellen, sondern auch um das Problem der Handlungsfreiheit und die Fragen nach der Begründungsfähigkeit und dem Geltungsanspruch moralischer Überzeugungen.  Nicht zuletzt geht es dabei auch um die Frage, wie sich pragmatistische Motive und Einsichten für die Profilierung heutiger Entwürfe und Diskurse einer Wirtschafts- und Sozialethik fruchtbar machen lassen.

Die Aufsätze der aktuellen Ausgabe finden sich hier.

Zwischen Medizin- und Militärethik: “Ethik & Militär” 1/2015

(c) Katharina Wieland Müller| pixelio.de

Die neue Ausgabe des halbjährlich erscheinenden E-Journals “Ethik und Militär” widmet sich einem ethischen “Randgebiet” im doppelten Wortsinn: Medizinische Hilfeleistungen in Gewaltkonflikten werfen sowohl militär- als auch medizinethische Probleme auf. Damit bewegen sie sich nicht nur an den Rändern verschiedener ethischer Spezialgebiete, sondern erscheinen auch im Gesamtbild der (Sozial-)Ethik zunächst marginal.

Was auf den ersten Blick exotisch wirkt, bietet bei näherem Hinsehen eine Fülle von Anknüpfungspunkten an andere ethische Diskussionen. So ist etwa das Thema Human Enhancement, also die Steigerung menschlicher Leistungsfähigkeit z. B. durch technische und pharmazeutische Mittel, in militärischen und militärmedizinischen Kontexten von besonderer Brisanz, wie Bernhard Koch in seinem Artikel ausführt. Die in diesem Zusammenhang relevante Frage, ob Soldaten bevorzugt Zugang zu leistungssteigernden Mitteln und medizinischen Leistungen erhalten sollten, stellt sich im weiteren Sinn schon bei der Behandlung Verwundeter und Kranker in Konflikt- und Krisensituationen, in denen sowohl Soldaten als auch Zivilisten der Hilfe bedürfen – und Militärärzte bzw. Sanitäter sich in Rollenkonflikten wiederfinden. Ethisch akzentuierte Perspektiven dazu bieten neben anderen die Beiträge von Daniel Messelken und Paul Bouvier. Abgerundet wird die Ausgabe u. a. durch diverse praxisbezogene Beiträge aus den Reihen der Bundeswehr und internationaler Hilfsorganisationen.

Alle Artikel sind nachzulesen unter ethikundmilitaer.de. Wie bei den bisherigen Ausgaben verhelfen kurze Abstracts zu den einzelnen Artikeln sowohl dem interessierten Laien als auch dem kursorisch lesenden Experten zu einem guten Überblick.