Archive for the 'Wirtschaftsethik' Category

Ist Ethik teilbar?

Das erste Koblenzer Hochschulforum beschäftigt sich am 5. Juni 2013 mit der sehr grundsätzlichen wirtschaftsethischen Fragestellung “Ist Ethik teilbar? Wert und wertorientiertes Wirtschaften”.

Angesichts der Finanzkrise(n) sollen der Zusammenhang von Ethik, Wirtschaft und Sozialem beleuchtet und in Workshops auf die Umsetzung in der Praxis von Unternehmen aus der (Sozial-)Wirtschaft überprüft werden.

Veröffentlichung: Arbeit – ein Schlüssel zu sozialer Gerechtigkeit

Fisch, Andreas/Kirmse, Daniela/Wahl, Stefanie A./Zink, Sebastian (Hgg.): Arbeit – ein Schlüssel zu sozialer Gerechtigkeit (= Forum Sozialethik 11), Münster: Aschendorff 2012.

19,80 Euro

ISBN: 978-3-402-10637-2    

Ein gutes Jahr nach der Tagung des Forums Sozialethik zum Thema “Arbeit ein Schlüssel für soziale Gerechtigkeit?” kann sich das Herausgeberteam nun über die die entsprechende Veröffentlichung freuen.

 

Eine kurze Zusammenfassung:

Die wesentlichen gesellschaftstheoretischen Konzeptionen, unabhängig ob sie auf bürgerlichen, liberalen oder marxistischen Traditionen fußen, berufen sich auf Arbeit als den zentralen gesellschaftlichen Tatbestand. Zurzeit lassen sich gravierende Veränderungen der Arbeitsbedingungen u.a. unter den Stichworten Beschleunigung und Prekarisierung feststellen. Damit wird (Erwerbs-)Arbeit theoretisch wie empirisch zu einem Ausgangspunkt für Fragen der Gerechtigkeit und der entscheidende Schlüssel zu sozialer Gerechtigkeit in einer Arbeitsgesellschaft.

In diesem Band gehen die Autoren und Autorinnen den Fragen nach, wie diese Ausgangslage die sozialethische Reflexion herausfordert: durch das Potenzial sozialphilosophischer Theorien für die sozialethische Rekonstruktion von aktuellen Problemen und für eine Missachtungsphänomenologie angesichts prekärer Beschäftigung, aber auch zur Bewertung der verschiedenen Formen der Beschleunigung durch Arbeitszeitmodelle. Ein praktischer Bezug nimmt Fürsorge- und Familienarbeit insbesondere in kirchlichen Arbeitsverhältnissen in den Blick, untersucht „Werkstätten für Menschen mit geistiger Behinderung“ als Instrument der Ermöglichung von Teilhabe am Arbeitsmarkt sowie den so genannten „Dritten Weg“ der Kirchen. Schon die Engführung auf Erwerbsarbeit kristallisiert sich als ein Grund für Gerechtigkeitsdefizite. Vielleicht ist das Konzept der Arbeitsgesellschaft selbst zu hinterfragen.

Zu bestellen ist der Band  über die Seite des Aschendorff Verlags.

 

Inhaltsverzeichnis

Continue reading ‘Veröffentlichung: Arbeit – ein Schlüssel zu sozialer Gerechtigkeit’

Amosinternational 3/2012 – “Staatsverschuldung und Finanzmarktkapitalismus”

Die Ausgabe 3/2012 von Amosinternational nimmt mit “Staatsverschuldung und Finanzmarktkapitalismus” Themen in den Blick, die mittlerweile im dritten Jahr Nachrichten, Schlagzeilen und öffentliche Diskussionen in immer neuen Wellen und Varianten beherrschen. Mit Blick auf das “Kommunikationsmedium Geld” geht es dabei nach Markus Vogt im Editorial “nicht um materielle Knappheit, sondern um Vertrauen und darum, den Investitionen eine neue Richtung und ein kontrollfähiges Maß zu geben”. Grundsätzlich sei das Verhältnis der Finanzwirtschaft gegenüber der Marktwirtschaft als ein dienendes anzusehen.Hierfür benötigte Kriterien und Perspektiven versuchen die Aufsätze des Schwerpunktthemas auf unterschiedliche Weise aufzuzeigen. Das Gespräch mit der Wirtschaftswissenschaftlerin Birgitte Unger, Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler Stiftung in Düsseldorf, schließt daran an.

Ein Bericht über die Sozialethischen Gespräche 2012 in Mönchengladbach (“Von der Euro-Krise zur Krise Europas”) sowie diverse Buchbesprechungen runden die Ausgabe ab.

Die aktuelle Ausgabe von Amosinternational kann im Buchhandel, über den Aschendorff-Verlag, Münster (www.aschendorff-buchverlag.de) oder über das Sozialinstitut Kommende Dortmund für 12,90 Euro erworben werden. Ältere Hefte sind ebenfalls für 12,90 Euro zu erwerben. Der Preis für das Jahresabonnenment (vier Hefte) beträgt aktuell 49,80 Euro (auch online bestellbar).

 

Inhaltsverzeichnis

Continue reading ‘Amosinternational 3/2012 – “Staatsverschuldung und Finanzmarktkapitalismus”’

Tagungshinweis: Den Geldschleier lüften! Politische Fragen der monetären Ordnung und des Kreditsystems

Am Nell-Breuning Institut beginnt eine neue Interdisziplinäre Tagungsreihe „Die Wirtschaft der Gesellschaft“:

Zerplatzende Wachstumsillusionen, begrenzte Tragekapazitäten der Erde, verselbständigte Finanzwirtschaft, Pluralisierung der Lebensformen und Divergenz der Lebensbedingungen … – das Wirtschaftssystem steht vor Herausforderungen grundlegenden Wandels. Zukunftsfähige Gestaltungsvorschläge entstehen aber nicht im disziplinären Elfenbeinturm, sondern bedürfen der öffentlichen Debatte und des fächerübergreifenden Austauschs von Expertinnen und Experten. Als ein Forum für solche interdisziplinären Dialoge veranstalten die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (Heidelberg) und das Nell-Breuning-Institut der Hochschule Sankt Georgen (Frankfurt am Main) die interdisziplinäre Tagungsreihe „Die Wirtschaft der Gesellschaft“.

Zum Thema der ersten Fachtagung am 22./23. Juni 2012
Jahrzehntelang wurde eine zweistufige monetäre Ordnung als selbstverständlich begriffen und kaum reflektiert: Gewinnorientierte Finanzinstitute treffen die einzelnen Kredit- und Anlageentscheidungen; global gesteuert wird die Kreditbereitstellung und Risikoübernahme durch international kooperierende Zentralbanken und Regulierungsbehörden. Nun hat aber die reichliche Kredit- und Geldschöpfung sowie die „unbekümmerte“ Risikoübernahme der Banken die globale Finanzkrise verursacht, die mittlerweile zu einer Schuldenkrise mutiert ist. Die Schäden dieser Doppelkrise legen es nahe, die Funktionsweise sowie die gesellschaftlichen Voraussetzungen und Wirkungen dieses Kredit- und Geldsystems in den Blick zu nehmen. Dazu muss die Fiktion der neoklassischen Ökonomie, Geld sei nur ein Schleier, der sich über die realen wirtschaftlichen Verhältnisse lege und dort keine Wirkungen habe, aufgehoben werden.

Flyer_Wirtschaft_der_Gesellschaft

Wer Interesse an einer Teilnahme an der Tagung hat, kann sich bei Wolf-Gero Reichert unter nbi@sankt-georgen.de melden.

Herzlichen Gruß von Markus Demele

Sozialethische Gespräche 2012 der KSZ Mönchengladbach

Am 15./16. Juni finden in Mönchengladbach ausgerichtet von der der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle und der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMEC) die Sozialethischen Gespräche 2012 statt. Sie stehen unter dem Titel “Von der Euro-Krise zur Krise Europas?”

Dabei sollen “nicht nur die ökonomische Situation und die daraus folgenden Handlungsoptionen” erörtert werden. Vielmehr wollen die Organisatoren auch der Frage nachgehen, “inwieweit eine (christlich-) sozialethische Perspektive im Hinblick besonders auf das Europa der gegenwärtigen Krise Orientierung geben kann.”

Tagungsprogramm und Anmeldemöglichkeiten sowie nähere Informationen zur Tagung finden sich auch auf der Homepage der KSZ.

JCSW 52/2011 “Ethik der Arbeitsgesellschaft. Zur Impulskraft der Enzyklika ‘Rerum novarum’”

120 Jahre nach Erscheinen der Enzyklika “Rerum novarum” von Papst Leo XIII. beschäftigt sich der kurz vor dem Jahreswechsel erschienene 52. Band des Jahrbuchs für Christliche Sozialwissenschaften unter Aufnahme der Impulse von Rerum novarum mit aktuellen sozialethischen Debatten um die Zukunft der Arbeitsgesellschaft. Die verschiedenen Beiträge befassen sich damit, inwiefern diese Impulse der ersten Sozialenzyklika auch heute noch als aktuell und orientierend angesehen werden können und nehmen Kernthemen von Rerum novarum auf, um diese sozialwissenschaftlich und sozialethisch im Kontext gegenwärtiger Entwicklungen und Herausforderungen zu untersuchen.

Darüber hinaus enthält das Jahrbuch einen Literaturbericht zur Arbeit in der globalisierten Wirtschaftsgesellschaft, eine Rezension zu Sabine Schratz: “Das Gift des alten Europa und die Arbeiter der Neuen Welt. Zum amerikanischen Hintergrund der Enzyklika Rerum novarum (1891)” sowie einen sozialethischen Forschungsbeitrag zur Ethik der Menschenrechte im Kontext von Klimawandel und Entwicklung. Abgerundet wird es durch Berichte von der Jahrestagung 2010 der Societas Ethica (“On Morals, Markets and Money – Economic and Business Ethics Revisited”), vom Berliner Werkstattgespräch der Sozialethiker(innen) 2011 (“Theologie (in) der Sozialethik”), vom Forum Sozialethik 2010 (“Ethik der Entwicklung”), von einem Expertengespräch des Münsteraner Exzellenzclusters “Religion und Politik” (“Freiheit, Gleichheit, Religion. Religionspolitik als neue Herausforderung”) sowie zur Jubiläumstagung des Instituts für Christliche Sozialwissenschaften Münster 2011 (“Ressourcen – Lebensqualität – Sinn. Gerechtigkeit für die Zukunft denken”).

Zudem wartet das Jahrbuch 2011 mit einigen spannenden Neuerungen im redaktionellen Bereich auf:

  • Mit der vorliegenden Ausgabe wurde ein Peer-Review-Verfahren zur Qualitätssicherung der Beiträge eingeführt.
  • Es findet erstmals ein englischsprachiger Artikel Eingang in das Jahrbuch – diese Maßnahme zur Stärkung der internationalen Sichtbarkeit und Verbreitung des Jahrbuchs soll ausgebaut werden (wobei mittelfristig nach wie vor in der Mehrzahl deutschprachige Beiträge aufgenommen werden sollen).
  • Es wurde ein freier Bereich für Forschungsbeiträge zur Sozialethik jenseits des Schwerpunktthemas eingerichtet, für den jeweils zum Stichtag 31. Januar sozialethische Themen zu einem frei gewählten Thema in englischer oder deutscher Sprache eingereicht werden können.
  • Ab dem vorliegenden Band soll auch eine Internetversion des Jahrbuches im Open Access Modus aufgebaut werden. Ab dem jeweils vorhergehenden Band können in Zukunft alle Beiträge des Jahrbuchs frei und unentgeltlich als pdf abgerufen werden. Dieses Angebot wird wohl im Lauf des Jahres 2012 realisiert werden.

Das aktuelle Jahrbuch  kann im Buchhandel, über den Aschendorff-Verlag, Münster (www.aschendorff-buchverlag.de) oder beim Institut für Christliche Sozialwissenschaften (www.jcsw.de) für 36,90,- Euro erworben werden.

Inhaltsverzeichnis

Continue reading ‘JCSW 52/2011 “Ethik der Arbeitsgesellschaft. Zur Impulskraft der Enzyklika ‘Rerum novarum’”’

Amosinternational 4/2011 – Soziale Marktwirtschaft für Europa

Vor wenigen Tagen ist die neue Ausgabe von Amosinternational erschienen. Das von Peter Schallenberg und Arnd Küppers konzipierte Schwerpunktthema “Soziale Marktwirtschaft in Europa” nimmt seinen Ausgangspunkt von dem Faktum, dass “soziale Marktwirtschaft” seit Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon zu den festgeschriebenen Zielen der Europäischen Union gehört. Damit ist ein Konzept auf europäische Ebene gehoben worden, das bisher v.a. in deutschsprachigen Diskussionszusammenhängen beheimatet war. Die Artikel des Schwerpunktthemas gehen dementsprechend mit unterschiedlicher Fokussierung der Frage nach, was diese Leitidee für die politische Ausgestaltung der Europäischen Union bedeuten kann:

Im Beitrag “Soziale Marktwirtschaft – deutscher Sonderweg oder europäisches Gemeingut? Eine kulturgeschichtliche Spurensuche” kommen Peter Schallenberg und Arnd Küppers zu dem Ergebnis, dass “soziale Marktwirtschaft” zwar eine deutsche Wortschöpfung darstellt, der dahinterstehende Gedanke einer Verbindung von Freiheit und Solidarität aber durchaus in einem gemeinsamen europäischen Kulturerbe zu verorten ist. Continue reading ‘Amosinternational 4/2011 – Soziale Marktwirtschaft für Europa’

Wie wirtschaftliche Ungleichheit der Gesellschaft schadet

Richard Wilkinson trägt bei der TED-Konferenz einige Daten (für entwickelte, westliche Gesellschaften) zusammen und kommt zu dem Schluss: Mehr wirtschaftliche Gleichheit (in entwickelten Gesellschaften) ist gut (egal, wie sie erreicht wird). Argumente für eine sehr viel engagiertere ausgleichende Politik?

Tagung in Genf: “Ethics, Finance and Responsibility”

Kurzer Hinweis auf eine interessante wirtschaftsethische Tagung des Observatoire de la Finance zum Thema “Ethics, Finance and Responsibility” (10. November 2011, Genf). Weitere Informationen hier.

Tagungsbericht Forum Sozialethik 2011

Arbeit – ein Schlüssel für soziale Gerechtigkeit!?
Bericht zum 21. Forum Sozialethik (05.-07.09.2011) in der Katholischen Akademie Schwerte

Spätestens seit dem 19. Jahrhundert erscheint „Arbeit” als Zentralthema christlich-sozialethischer Reflexionen und kirchlicher Soziallehre. Diese Tradition aufnehmend stellte das diesjährige Forum Sozialethik vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen in der Arbeitswelt neu die Fragen nach dem Verhältnis von Arbeit und Mensch-Sein, nach gerechten Arbeitsverhältnissen und nach „guter Arbeit”. Junge Sozialethiker(innen) stellten ihre Überlegungen zur Diskussion und tauschten sich mit den rund 35 Teilnehmern aus.

Den ersten thematischen Block der Tagung unter dem Stichwort „Arbeit und Mensch-Sein” eröffnete Christian Stoll (Wien). Er stellte fest, dass Arbeit auch in der modernen Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft überwiegend Tätigkeiten umfasse, die vom Ausführenden nicht als Teil seiner personalen Vollzüge verstanden werden. Der integrale Zusammenhang von Person und Arbeit, wie ihn etwas Laborem exercens beschreibe, sei daher als kritisches Potential zu nutzen, um die Selbstentfaltung des Einzelnen und der Gesellschaft in Arbeit zu befördern.

Ergänzend hierzu brachte Sonja Sailer-Pfister (Vallendar) den Aspekt der Muße ein. Diese werde in einer zunehmend beschleunigten Arbeitsgesellschaft stark vernachlässigt. Ihre theologische Relevanz verdeutlichte Sailer-Pfister im Rekurs auf die biblische Fundierung der Sabbattradition im göttlichen Schöpfungsakt – Muße als Teilhabe an der Ruhe Gottes am 7. Schöpfungstag, als Vergegenwärtigung des Schöpfungswerkes, das getan wurde. Forderungen nach dem Schutz des freien Sonntags seien auf dieser Grundlage vehement zu unterstützen.

Continue reading ‘Tagungsbericht Forum Sozialethik 2011′

Neue Ausgabe von “Ethik und Gesellschaft” erschienen

eugNeu erschienen: Sonderheft der Zeitschrift “Ethik und Gesellschaft” 2011: Arbeit – Eigentum – Kapital. Zur Kapitalismuskritik der großen Sozialenzykliken.
Das ›Sonderheft 2011‹ der ›Ethik und Gesellschaft‹ stellt sich die Aufgabe, zentrale Themen und Motive der langen Tradition päpstlicher Sozialverkündigung in der modernen kapitalistischen Industriegesellschaft noch einmal Revue passieren zu lassen und auf ihre Zukunftspotenziale hin zu befragen.
In diesem Sonderheft der Online-Zeitschrift finden sich verschiedene Texte der 1. Heppenheimer Tage zur christlichen Gesellschaftsethik dokumentiert. Weitere Informationen hier.

Zukunft Internet?

Die Piratenpartei hat in Berlin für eine gewaltige Wahlüberraschung gesorgt; den Internetaktivisten ist es gelungen, aus dem Stand deutlich über die Fünfprozenthürde zu springen und ins Abgeordnetenhaus einzuziehen. Wer die Wochenzeitung “Die Zeit” regelmäßig verfolgt, wird hingegen festgestellt haben, dass in dem liberalen Blatt aus Hamburg zunehmend kritischere Töne gegenüber dem Internet zu hören sind. Die Wortführer sind zwei “Zeit”-Redakteure aus dem Wirtschaftsressort. Thomas Fischermann und Götz Hamann warnen davor, dass die Interneteuphorie bald vorbei sein könnte:

Thomas Fischermann/Götz Hamann: Zeitbombe Internet. Warum unsere vernetzte Welt immer störanfälliger und gefährlicher wird, Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus 2011, 255 Seiten.

Am Anfang des Flugverkehrs wurde diskutiert, ob eine Überfluggenehmigung der Grundstückseigentümer notwendig sei. Die Frage wurde verneint. Und man kann sich fragen, wie sich die neue Technik entwickelt hätte, wenn damals anders entschieden worden wäre. Thomas Fischermann und Götz Hamann sehen die Welt heute vor einer ähnlichen Grundsatzentscheidung, wenn auch mit anderer Stoßrichtung: Soll das Internet auf Dauer erfolgreich sein soll, bedarf es politischer Regelungen. Andernfalls, so die Wirtschaftsredakteure der liberalen Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“, könnte das Internet über kurz oder lang an seinem eigenen Erfolg zugrundegehen. Die Autoren entziehen sich der gängigen Interneteuphorie und benennen deutlich die vielfältigen Gefahren von Datenmissbrauch, Cyberattacken und Hackerangriffen. Verteufelt wird das Internet aber keineswegs. Doch wird seine Zukunft davon abhängen, ob es wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich klug genutzt wird. Ein lesenswerter Diskussionsanstoß.

Axel Bernd Kunze (Rez.)

Einladung Forum Sozialethik 2011

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde des Forums Sozialethik!
“Arbeit – ein Schlüssel für soziale Gerechtigkeit?” so fragt die diesjährige Jahrestagung des Forums, die vom 5. bis 7. September in der Katholischen Akademie Schwerte stattfindet.

Spätestens seit dem 19. Jahrhundert gilt „Arbeit“ als bedeutender Bereich des Vollzugs menschlichen Daseins. Veränderungen in der Arbeitswelt waren daher immer wieder Anlass, anthropologisch, ethisch-politisch sowie theologisch über soziale Gerechtigkeit nachzudenken. Heute erleben wir nun einen fortschreitenden Strukturwandel der Arbeitswelt von einer eher homogenen, tendenziell volkswirtschaftlich orientierten Industriegesellschaft, hin zu einer heterogenen Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft.

Vor diesem Hintergrund will das Forum Sozialethik 2011 neu über das Verhältnis von Arbeit und Mensch-Sein nachdenken und, davon ausgehend, nach der Beziehung zwischen Arbeit / Arbeitsverhältnissen und sozialer Gerechtigkeit fragen. Auch Überlegungen zu einer konkreteren Bestimmung von Arbeit sollen dabei in den Blick geraten. Einen dritten Schwerpunkt bilden schließlich verschiedene Annäherungen an Vorstellungen von „guter Arbeit“.

Das Sozialinstitut Kommende Dortmund und das diesjährige Vorbereitungsteam laden herzlich ein zum gemeinsamen Diskurs und zu angeregten Diskussionen über ein altes und doch aktuelles Thema kirchlicher Sozialverkündigung und christlicher Sozialethik.

Programm, Anmeldemöglichkeit und weitere Informationen finden sich auf der Tagungswebsite.

Veranstaltungshinweis: “Heppenheimer Tage zur christl. Gesellschaftsethik 2011″

“Die ‘Heppenheimer Tage zur christlichen Gesellschaftsethik’ wollen an die ‘Heppenheimer Soziallehretage’ und das ‘Forum Politische Ethik-Politische Theologie’ anknüpfen, die in den 1980er und 1990er Jahren regelmäßig im Heppenheimer Haus am Maiberg, der politisch-sozialen Akademie des Bistums Mainz, stattfanden und sich der Verständigung und Weiterentwicklung zentraler Anliegen moderner christlicher Gesellschaftsethik widmeten.” (Ausschreibung)

In diesem Jahr geht es um “Kirche im Kapitalismus – Kirchliche Kapitalismuskritik. Ein Blick zurück nach vorn auf die großen Sozialenzykliken”, Termin: Fr./Sa. 20./21.05. 2011, Ort: Haus am Maiberg, Heppenheim. Weitere Informationen hier.

JCSW 51/2010 “Weltwirtschaft und Gemeinwohl. Eine Zwischenbilanz”

Das neue Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften ist soeben erschienen. Zwei Jahre nach dem Manifestwerden der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise diskutieren die Beiträge des 51. Bandes zum Thema „Weltwirtschaft und Gemeinwohl. Eine Zwischenbilanz” aus unterschiedlichen Perspektiven sowohl aktuell drängende als auch grundlegende sozial- und wirtschaftsethische sowie ordnungspolitische Fragestellungen und tragen somit zugleich zur wissenschaftlichen Erkenntnis- und Urteilsbildung und zur Orientierung politischen Handelns angesichts der Krise bei.

Zudem beinhaltet das Jahrbuch einen (Literatur-)Überblick über den wirtschafts- und unternehmensethischen Diskurs in der christlichen Sozialethik der vergangenen zehn Jahre sowie Berichte vom 11. Werkstattgespräch über “Die Finanzkrise als sozialethische Herausforderung” und zum 19. Forum Sozialethik zur “Anthropologie und christliche Sozialethik“.

jcsw-cover-2010

Eine Übersicht über die einzelnen Beiträge gibt es hier.

Das aktuelle Jahrbuch  kann im Buchhandel, über den Aschendorff-Verlag, Münster (www.aschendorff-buchverlag.de) oder beim Institut für Christliche Sozialwissenschaften (www.jcsw.de) für 39,- Euro erworben werden.