Archive for the 'Sozialstaat' Category

Neues Online-Portal für Ethik im Sozial- und Gesundheitswesen

Im Januar startete das am Berliner Institut für christliche Ethik und Politik (ICEP) entwickelte Onlineportal für Ethik im Sozial- und Gesundheitswesen EthikDiskurs. Das Portal richtet sich an MitarbeiterInnen aus der Praxis, Lehrende und Studierende der Sozialen Arbeit, der Heilpädagogik, der Altenpflege und angrenzender Professionen. Mit dem neuen Onlineportal möchte das Institut den fachlichen Austausch über ethische Fragen der sozialen Praxis und institutionalisierte Reflexionsmethoden wie zum Beispiel der ethischen Fallberatung unterstützen.

Auf dem Onlineportal finden sich:

  • Hinweise auf Materialien und Informationen, die für die ethische Reflexion in der Praxis und in Lehrtätigkeiten hilfreich sein können
  • Materialien der Fachverbände zu ethischen Fragen, die die interne und öffentliche Kommunikation zu ethischen Fragen unterstützen z.B.  Calls, Abstracts und Tagungsdokumentationen
  • Möglichkeiten der Netzwerkbildung und des Austauschs
  • Anregungen zu lebendiger Kommunikation über ethische Implikationen der beruflichen Praxis

Konkret bietet das Portal acht “Einstiege”:

  • eine Onlinebibliografie mit Zeitschriftenartikeln und Grauer Literatur
  • Fallkommentare
  • Good-Practice Beispiele
  • ein Facharbeitenarchiv
  • ein Forschungsprojektarchiv
  • themenspezifisches Hintergrundmaterial (Studien, Stellungnahmen, Leitfäden, Arbeitsmaterialien, Audio- und Videodateien)
  • hilfreiche AnsprechpartnerInnen
  • Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Fortbildungen

 

Forum Sozialethik 2013: Die Bedeutung der Option für die Armen in der Sozialethik – CALL FOR PAPERS

Was tun (wir mit den / für) die Armen? Die Bedeutung der Option für die Armen in der Sozialethik

In Deutschland vergrößert sich die sozio-ökonomische Kluft zwischen Reich und Arm – dies stellt der 4. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung (2012) nachdrücklich vor Augen. Die gegenwärtige Krise des Euros verschärft diese Tendenz in und zwischen den Ländern der Europäischen Union. Besonders ausgeprägt ist die Schieflage in globaler Hinsicht – nur 10 Prozent der Weltbevölkerung besitzen 85 Prozent des Weltvermögens; knapp 13 Prozent verfügen über so wenige Mittel, dass sie hungern müssen. Solche Entwicklungen können Christliche Sozialethiker nicht unbeeindruckt lassen, wollen sie die biblische Option für die Armen als „eine eminent wichtige Zielbestimmung, eine prinzipielle Orientierung und Ausrichtung“ (Arno Anzenbacher) ihrer Disziplin wirklich ernst nehmen.

Das Forum Sozialethik 2013 will vor diesem Hintergrund der Bedeutung der Option für die Armen in der Sozialethik sowie den vielfältigen damit verbundenen Fragen und Herausforderungen nachspüren.

Das Vorbereitungsteam (Wolf-Gero Reichert, Christoph Krauß, Maria Brinkschmidt, Julia Blanc) lädt Interessierte herzlich ein, sich mit einem Beitrag an der Tagung zu beteiligen. Angesprochen sind Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler (Promotion, Habilitation) sowie fortgeschrittene Studierende des Faches Sozialethik und angrenzender theologischer Fächer wie Praktische Theologie oder Missionswissenschaften. Vertreterinnen und Vertreter aus benachbarten Disziplinen (z.B. Philosophie und Sozialwissenschaften) sind herzlich willkommen. Das Forum pflegt einen Werkstattcharakter: Es wird besonderer Wert auf den freien wissenschaftlichen Austausch gelegt. Dafür sollen die Beiträge als Grundlage dienen.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem Call for Papers. Der Call ist geöffnet bis 8. April 2013.

Alle weiteren Informationen auf der Tagungswebsite.

Veröffentlichung: Arbeit – ein Schlüssel zu sozialer Gerechtigkeit

Fisch, Andreas/Kirmse, Daniela/Wahl, Stefanie A./Zink, Sebastian (Hgg.): Arbeit – ein Schlüssel zu sozialer Gerechtigkeit (= Forum Sozialethik 11), Münster: Aschendorff 2012.

19,80 Euro

ISBN: 978-3-402-10637-2    

Ein gutes Jahr nach der Tagung des Forums Sozialethik zum Thema “Arbeit ein Schlüssel für soziale Gerechtigkeit?” kann sich das Herausgeberteam nun über die die entsprechende Veröffentlichung freuen.

 

Eine kurze Zusammenfassung:

Die wesentlichen gesellschaftstheoretischen Konzeptionen, unabhängig ob sie auf bürgerlichen, liberalen oder marxistischen Traditionen fußen, berufen sich auf Arbeit als den zentralen gesellschaftlichen Tatbestand. Zurzeit lassen sich gravierende Veränderungen der Arbeitsbedingungen u.a. unter den Stichworten Beschleunigung und Prekarisierung feststellen. Damit wird (Erwerbs-)Arbeit theoretisch wie empirisch zu einem Ausgangspunkt für Fragen der Gerechtigkeit und der entscheidende Schlüssel zu sozialer Gerechtigkeit in einer Arbeitsgesellschaft.

In diesem Band gehen die Autoren und Autorinnen den Fragen nach, wie diese Ausgangslage die sozialethische Reflexion herausfordert: durch das Potenzial sozialphilosophischer Theorien für die sozialethische Rekonstruktion von aktuellen Problemen und für eine Missachtungsphänomenologie angesichts prekärer Beschäftigung, aber auch zur Bewertung der verschiedenen Formen der Beschleunigung durch Arbeitszeitmodelle. Ein praktischer Bezug nimmt Fürsorge- und Familienarbeit insbesondere in kirchlichen Arbeitsverhältnissen in den Blick, untersucht „Werkstätten für Menschen mit geistiger Behinderung“ als Instrument der Ermöglichung von Teilhabe am Arbeitsmarkt sowie den so genannten „Dritten Weg“ der Kirchen. Schon die Engführung auf Erwerbsarbeit kristallisiert sich als ein Grund für Gerechtigkeitsdefizite. Vielleicht ist das Konzept der Arbeitsgesellschaft selbst zu hinterfragen.

Zu bestellen ist der Band  über die Seite des Aschendorff Verlags.

 

Inhaltsverzeichnis

Continue reading ‘Veröffentlichung: Arbeit – ein Schlüssel zu sozialer Gerechtigkeit’

Neuerscheinung: Recht auf Bildung

Freiheit im Denken und Handeln.

Eine pädagogisch-ethische und sozialethische Grundlegung des Rechts auf Bildung

Unter diesem Titel erscheint am 17. September 2012 im Bielefelder W. Bertelsmann-Verlag ein neuer Band in der Reihe FORUM BILDUNGSETHIK.

Die interdisziplinär angelegte Studie beleuchtet das Menschenrecht auf Bildung swohl aus Sicht der Erziehungswissenschaft als auch der Sozialethik. Dabei werden die Notwendigkeit, Reichweite und damit auch die Grenzen dieses Menschenrechts diskutiert. Ziel des Bandes ist es, unter Berücksichtigung der rechtlichen Grundlagen den Zusammenhang zwischen Bildung, Recht und Gerechtigkeit pädagogisch-ethisch auszuweisen und sozialethisch näher zu bestimmen.

Der Autor, Axel Bernd Kunze (Privatdozent, Dr. theol., Dipl.-Päd.), ist Privatdozent für Erziehungswissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Lehrbeauftragter für philosophisch-theologische Grundlagen der Sozialen Arbeit an der Katholischen Stiftungsfachhochschule München sowie Dozent für Pädagogik und stellvertretender Schulleiter an einer Fachschule für Sozialpädagogik.

Der rund 430 Seiten umfassende Band kostet 39,90 Euro. Weitere Informationen unter www.wbv.de.

Tagungshinweis: Den Geldschleier lüften! Politische Fragen der monetären Ordnung und des Kreditsystems

Am Nell-Breuning Institut beginnt eine neue Interdisziplinäre Tagungsreihe „Die Wirtschaft der Gesellschaft“:

Zerplatzende Wachstumsillusionen, begrenzte Tragekapazitäten der Erde, verselbständigte Finanzwirtschaft, Pluralisierung der Lebensformen und Divergenz der Lebensbedingungen … – das Wirtschaftssystem steht vor Herausforderungen grundlegenden Wandels. Zukunftsfähige Gestaltungsvorschläge entstehen aber nicht im disziplinären Elfenbeinturm, sondern bedürfen der öffentlichen Debatte und des fächerübergreifenden Austauschs von Expertinnen und Experten. Als ein Forum für solche interdisziplinären Dialoge veranstalten die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (Heidelberg) und das Nell-Breuning-Institut der Hochschule Sankt Georgen (Frankfurt am Main) die interdisziplinäre Tagungsreihe „Die Wirtschaft der Gesellschaft“.

Zum Thema der ersten Fachtagung am 22./23. Juni 2012
Jahrzehntelang wurde eine zweistufige monetäre Ordnung als selbstverständlich begriffen und kaum reflektiert: Gewinnorientierte Finanzinstitute treffen die einzelnen Kredit- und Anlageentscheidungen; global gesteuert wird die Kreditbereitstellung und Risikoübernahme durch international kooperierende Zentralbanken und Regulierungsbehörden. Nun hat aber die reichliche Kredit- und Geldschöpfung sowie die „unbekümmerte“ Risikoübernahme der Banken die globale Finanzkrise verursacht, die mittlerweile zu einer Schuldenkrise mutiert ist. Die Schäden dieser Doppelkrise legen es nahe, die Funktionsweise sowie die gesellschaftlichen Voraussetzungen und Wirkungen dieses Kredit- und Geldsystems in den Blick zu nehmen. Dazu muss die Fiktion der neoklassischen Ökonomie, Geld sei nur ein Schleier, der sich über die realen wirtschaftlichen Verhältnisse lege und dort keine Wirkungen habe, aufgehoben werden.

Flyer_Wirtschaft_der_Gesellschaft

Wer Interesse an einer Teilnahme an der Tagung hat, kann sich bei Wolf-Gero Reichert unter nbi@sankt-georgen.de melden.

Herzlichen Gruß von Markus Demele

Rezension: Soziale Rechte von Menschen in Wohnungsnot

Rezension zu:

Stefan Gillich, Rolf Keicher (Hgg.): Bürger oder Bettler. Soziale Rechte von Menschen in Wohnungsnot im Europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung (VS Research), Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2012, 304 Seiten.

Wer erinnert sich noch an das Europäische Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung, das die Europäische Union für 2010 ausgerufen hatte? Eine “Frucht” dieses Jahres liegt nun in gedruckter Form vor: Die Evangelische Obdachlosenhilfe in Deutschland hat in diesem Jahr unter dem Titel “Bürger oder Bettler”  die Referate ihres Bundeskongresses vom November 2010 in Mainz publiziert. Eines vorweg: Der Band ist lesenswert und besticht vor allem durch seine Realitätsnähe und seinen Praxisbezug. Aufgezeigt wird, wie im Rahmen der Woihnungslosenhilfe kulturelle Arbeit und soziale Unterstützung bei einem Personenkreis gelingen können, der gemeinhin als “bildungsfern” eingestuft wird.

Der Titel erschließt sich nicht unbedingt auf den ersten Blick: “Bürger” steht für Menschen mit durchsetzungsfähigen Rechtsansprüchen. Für “Bettler” gilt dies nicht in gleicher Weise: Zwar gelten die Menschen- und Bürgerrechte grundsätzlich auch für Bürger “ohne festen Wohnsitz”, es bleiben aber erhebliche Zweifel daran, ob die Gesellschaft sie tatsächlich als vollwertige Glieder anerkennt und ob es ihnen in gleichem Maße wie anderen möglich ist, die ihnen zustehenden Rechte auch einzuklagen und durchzusetzen. Die beiden Herausgeber Continue reading ‘Rezension: Soziale Rechte von Menschen in Wohnungsnot’

Call for papers: Ethik und Migration (Societas ethica)

Die Jahrestagung der “Europäischen Forschungsgesellschaft für Ethik” (Societas Ethica) befasst sich 2012 mit dem Thema “Ethik und Migration”. Ethikerinnen und Ethiker aus allen Disziplinen sind herzlich eingeladen, einen Beitrag zur Diskussion zu leisten.

Der Call for papers ist bis zum 31.03.2012 geöffnet.

Die Tagung findet vom 23. bis 26. August 2012 im rumänischen Sibiu statt.

Wie wirtschaftliche Ungleichheit der Gesellschaft schadet

Richard Wilkinson trägt bei der TED-Konferenz einige Daten (für entwickelte, westliche Gesellschaften) zusammen und kommt zu dem Schluss: Mehr wirtschaftliche Gleichheit (in entwickelten Gesellschaften) ist gut (egal, wie sie erreicht wird). Argumente für eine sehr viel engagiertere ausgleichende Politik?

Neue Ausgabe von “Ethik und Gesellschaft” erschienen

eugNeu erschienen: Sonderheft der Zeitschrift “Ethik und Gesellschaft” 2011: Arbeit – Eigentum – Kapital. Zur Kapitalismuskritik der großen Sozialenzykliken.
Das ›Sonderheft 2011‹ der ›Ethik und Gesellschaft‹ stellt sich die Aufgabe, zentrale Themen und Motive der langen Tradition päpstlicher Sozialverkündigung in der modernen kapitalistischen Industriegesellschaft noch einmal Revue passieren zu lassen und auf ihre Zukunftspotenziale hin zu befragen.
In diesem Sonderheft der Online-Zeitschrift finden sich verschiedene Texte der 1. Heppenheimer Tage zur christlichen Gesellschaftsethik dokumentiert. Weitere Informationen hier.

Vorstellung des neuen DBK-Impulspapiers “Chancengerechte Gesellschaft”

chgerges

Über E-Mail erreichte mich gerade der Hinweis, dass am Montag, 27. Juni 2011, 10.30 Uhr das neue sozialethische Impulspapier der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz vorgestellt wird. Ort: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Berlin (Dorotheenstraße 84). Das Papier heißt: “Chancengerechte Gesellschaft. Leitbild für eine freiheitliche Ordnung”. Neben Erzbischof Reinhard Kardinal Marx ist auch Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio dabei.

Das wird bestimmt sehr interessant. Mal sehen, was da für ein Freiheitsbegriff zur Anwendung kommt… Mitglieder des Forums Sozialethik sollen den Hinweis auf die Veranstaltung  ausdrücklich auch als Einladung verstehen.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung hier.

Hinweis: “Gespenster der Armut”

Ein kurzer Hinweis: “Gespenster der Armut” ist ein lesenwertes gesellschaftskritisches Weblog. Elke Brüns bloggt hier über “Bilderwelten des Sozialen” und stellt die Frage: “Wie wird was als Armut sichtbar oder unsichtbar?”

Tagung “Pflegefall Sozialstaat” (Tutzing)

An der Tutzinger Akademie für Politische Bildung soll vom 5. bis 7. November 2010 eine Tagung zum „Pflegefall Sozialstaat – Über Freiheit, Würde und die neue soziale Frage“ stattfinden. Bei dieser Tagung soll es darum gehen, welche prinzipiellen Veränderungen die Sozialstaatsarchitektur in den vergangenen 20 Jahren in Deutschland erfahren hat. Zudem sollen aus verschiedenen Perspektiven die Grundlagen des Sozialstaats erhellt werden. Es wird diskutiert mit nahmhaften Wissenschaftlern, die auch ungewohnte Perspektiven einnehmen. Es sprechen unter anderem: Stefan Lessenich, Rolf Gröschner, Albrecht Müller, Ulrich Thielemann und Erwin Huber.

Sie können sich zu dieser Tagung im Internet (unter www.apb-tutzing.de) anmelden.

[via E-Mail Michael Spieker, Akademie Tutzing]

Tagung „Sozialethik konkret“ im September zu “Gleichheit – Ungleicheit – Gerechtigkeit”

bild_10-81620. – 21. September 2010
Gleichheit – Ungleichheit – Gerechtigkeit
Fachtagung in der Reihe: Sozialethik konkret
Tagungsort: Akademie Franz Hitze Haus, Münster

Trotz hoher Investitionen in Bildung, Integration und die anderen Bereiche des Sozialstaats steigt in Deutschland das Risiko, von Armut betroffen zu sein. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens seines Landes zur Verfügung hat. So hat es die Europäische Kommission festgelegt, die 2010 zum Europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung ausgerufen hat.

bild_flyer_10-816Immer häufiger ist von einer Spaltung der Gesellschaft die Rede. Wieviel Ungleichheit verträgt eine Gesellschaft, wieviel Gleichheit ist notwendig, um den Zusammenhalt der Gesellschaft zu gewährleisten? Wie positioniert sich die Christliche Sozialethik angesichts der Armuts- und Exklusionsphänome? Welche Lösungsstrategien bietet sie an und wie werden diese aus der Sicht anderer Wissenschaftsdisziplinen beurteilt?

In der Reihe „Sozialethik konkret“ wird mit der diesjährigen Tagung diese vielschichtige Problematik aufgegriffen und aus der Sicht unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen diskutiert. Dabei soll der spezifisch wissenschaftliche Lösungsbeitrag der Christlichen Sozialethik zu den Frage- und Problemstellungen der Armutsthematik herausgearbeitet werden.

Im Dialog mit den anderen Wissenschaften sollen eine ausgewogene Beurteilung der jeweils analysierten Problemstellung erreicht, Vorschläge zur konkreten Gestaltung von Reformprozessen und Strukturveränderungen erarbeitet und offene und weiterführende Fragestellungen identifiziert werden.

Weitere Informationen zur Tagung mit allen Themen und Referenten unter: http://www.franz-hitze-haus.de/info/10-816. Siehe dazu auch den Flyer.

Zwischen Humanität und Wettbewerb

Wege aus der Ökonomisierung – … unter diesem Motto steht eine Hauptpodienreihe auf dem kommenden Zweiten Ökumenischen Kirchentag, der vom 12 bis 16. Mai 2010 in München stattfindet. Dabei sollen Visionen für die Gestaltung einer gerechten und humanen Gesellschaft entwickelt werden.  Geht es in den ersten zwei Tagen um die Gestaltung unseres Gesundheitssystems und das künftige Verhältnis der Generationen, steht am Samstag ein Thema im Vordergrund, das in keinem Wahlkampf der letzten Jahre fehlte: Bildung.

Deutschland steht unter Schock, genauer gesagt: unter dem PISA-Schock. Die erste PISA-Studie vor zehn Jahren hat das Thema Bildung ganz oben auf die Tagesordnung gesetzt. Bildung wird als der „neue Rohstoff des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet – oder auch als „die neue soziale Frage“. An das Bildungssystem werden zahlreiche wirtschafts- wie sozialpolitische Hoffnungen gleichermaßen geknüpft.

Doch wohin soll die Reise gehen? Über die notwendigen bildungspolitischen Reformen besteht keineswegs Einigkeit. Nicht wenige fragen aber auch, seit Bildung zum politischen „Megathema“ geworden ist: Geht es bei all den Bildungsdebatten überhaupt noch um Bildung? Oder geht es nicht vielmehr darum, dass sich die Schule immer stärker den Anforderungen eines globalisierten Marktes anpasst? Die HARTZ-IV-Schule ist der Titel einer WDR-Dokumentation, mit der die Veranstaltung eröffnet werden soll. Der kurze Filmeinstieg soll exemplarisch zeigen, welchen Spannungen sich die Schule und die in ihr tätigen Lehrer heute gegenübersehen. Angesichts der gegenwärtigen Euro-Krise, deren Ausgang keiner von uns heute überblicken kann, hat die Frage nach dem Standort der Schule Zwischen Humanität und Wettbewerb eine ganz neue Brisanz gewonnen.

Die bildungspolitisch anregende, sicher kontroverse, hoffentlich aber ermutigende Diskussion steht unter Leitung von Maria von Welser, den meisten sicher bekannt als Gründerin des ZDF-Frauenmagazins Mona Lisa.

Es diskutieren miteinander Prof. Dr. Carl Jongebloed (Universität Kiel), Präsident Heinrich Traublinger, MdL a. D. (Handwerkskammer für München und Oberbayern), Staatsministerin Doris Ahnen (Rheinland-Pfalz), Prof. DDr. Thomas Sternberg, MdL (Zentralkomitee der deutschen Katholiken), Dipl.-Päd. Angelika Neubäcker (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft)  und  Quirin Weinzierl (Dekanatsjugendkammer München). Die Veranstaltung wird geleitet von Dr. Lukas Rölli-Alkemper (Forum Hochschule und Kirche), Dr. Lars Allolio-Näcke (Universität Erlangen-Nürnberg) und Dr. Axel Bernd Kunze (Universität Trier) sowie musikalisch umrahmt durch die Schülerband The Fraggllzz aus Hoya.

Das Podium mit dem Titel “Zwischen Humanität und Wettbewerb. Schule im Spannungsfeld einer ökonomisierten Gesellschaft” findet am Samstag, 15. Mai 2010, von 14 Uhr bis 15.30 Uhr in Halle C 2 auf dem Münchner Messegelände statt.

Ethik und Migration

Pünktlich zum diesjährigen Berliner Werkstattgespräch der deutschsprachigen Sozialethiker ist der Tagungsband aus dem vergangenen Jahr erschienen:

Michelle Becka, Albert-Peter Rethmann (Hgg.): Ethik und Migration. Gesellschaftliche Herausforderungen und sozialethische Reflexion, Paderborn/München/Wien/Zürich: Ferdinand Schöningh 2010, 206 Seiten.

Der Band enthält Beiträge von Christoph Hübenthal (Nijmegen/Niederlande), Heike Wagner (Wien/Österreich), Elisabeth Petzl (Wien und Salzburg/Österreich), Walter Lesch (Louvain/Belgien), Hille Haker (Frankfurt a. M.), Michelle Becka (Frankfurt a. M.), Matthias Möhring-Hesse (Vechta), Albert-Peter Rethmann (Frankfurt a. M.), Markus Babo (München und Luzern/Schweiz), Christoph Baumgartner (Utrecht/Niederlande), Axel Bernd Kunze (Trier und Bonn) und Marianne Heimbach-Steins (Münster i. W.).