Archive for the 'Sozialstaat' Category

Tagung: 7. Heppenheimer Tage zur christlichen Gesellschaftsethik

7. Heppenheimer Tage zur christlichen Gesellschaftsethik.

Zwischen Nächstenliebe und Erwerbsarbeit. Zur prekären Organisation der Altenpflege in Deutschland

Von Fr. 05.05. bis Sa. 06.05.2017 im Haus am Maiberg, Heppenheim (Bergstraße)

Seit den 1970er Jahren macht das Schlagwort vom ‘Pflegenotstand’ auf bis heute ungelöste, ja dramatisch wachsende Problemlagen in der Versorgung alter und kranker Menschen aufmerksam, nicht nur im stationären, sondern auch im ambulanten Bereich. Und diese Problemlagen scheinen sich nicht nur durch die zunehmende Alterung der Gesellschaft, sondern auch in Folge der mit dem Pflegeversicherungsgesetz vom 1995 eingeführten Marktöffnungsprozesse im Sektor der sozialen Dienstleistungen noch deutlich verschärft zu haben.

Vor diesem Hintergrund soll es auf der Tagung um die Frage gehen, wie sich die Situation der – professionellen – Altenpflege in Deutschland historisch entwickelt hat, wie sie sich z. Zt. darstellt, wo spezifische Probleme und Chancen liegen, wie sich die großen gesellschaftlichen player, der Staat, die Wohlfahrtsverbände, die Gewerkschaften und private Dienstleistungsanbieter in diesem Feld positionieren und welche Strategien und Konzepte politisch sinnvoll sein könnten, um die Professionalität der Altenpflege in Deutschland auszubauen und zu befördern.

Das Programm findet sich hier.

Ethik und Gesellschaft 2/2016 – Kritik des Helfens

Die neueste Ausgabe der ökumenischen Online-Zeitschrift Ethik und Gesellschaft ist der “Kritik des Helfens” gewidmet.

Geholfen wird in Deutschland und aus Deutschland heraus mannigfaltig – und dies von der Mitte der Gesellschaft her. Von der Entwicklungshilfe bis hin zu den Tafeln erstreckt sich eine breite Landschaft des Helfens. Doch bekanntlich ist gut gewollt noch lange nicht gut gemacht. In diesem Themenheft schaut „Ethik und Gesellschaft“ hinter die Bühne (vor allem) des ehrenamtlichen und freiwilligen Helfens und Spendens und fragt, wem eigentlich wird mit welchen Ergebnissen geholfen. Und: Was  ist gut und was ist gerecht an diesem Helfen?

Die Aufsätze der aktuellen Ausgabe finden sich hier.

CfP Salzburg Conference in Interdisciplinary Poverty Research

Der Centre for Ethics and Poverty Research an der Universität Salzburg veranstaltet am 21./22. September 2017 eine Konferenz mit dem Schwerpunktthema “Religion and Poverty”.

Hierzu wurde nun ein Call for Papers veröffentlicht, der evtl. auch für Sozialethiker und Sozialethikerinnen interessant sein könnte. Einsendeschluss ist der 31. März 2017. Nähere Informationen zur Tagung auf der Tagungshomepage.

Neuerscheinung und CfP: Zeitschrift für Flüchtlingsforschung

(c) Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) | pixelio.de

Das interdiszplinäre Netzwerk Flüchtlingsforschung hat ein neues Publikationsorgan ins Leben gerufen: die Z’Flucht (Zeitschrift für Flüchtlingsforschung).  Bei der halbjährlich erscheinenden Z’flucht handelt es sich um

ein neues peer-reviewed journal, das wissenschaftliche Beiträge aus unterschiedlichsten Disziplinen zu Fragestellungen der Zwangsmigrations- und Flüchtlingsforschung veröffentlicht. […] Angesichts der unterschiedlichen fachlichen Perspektiven, aus denen entsprechende Fragen gestellt werden können, gilt ein besonderes Augenmerk der interdisziplinären Diskussion [und] dem Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis […].

Durch die interdisziplinäre Ausrichtung und beabsichtigte Praxisrelevanz dürfte die Zeitschrift auch für Sozialethiker_innen interessant sein. Sie soll wissenschaftliche Aufsätze, Forumsbeiträge und Rezensionen in deutscher, englischer und französischer Sprache enthalten. Manuskripte können jederzeit bei der Redaktion eingereicht werden. Hinweise für Autoren_innen und weitere Informationen finden sich auf den Websiten des Nomos-Verlags und des Netzwerks Flüchtlingsforschung.

Einladung Forum Sozialethik 2016

Vom 05.-07. September findet 2016 die Jahrestagung des Forum Sozialethik statt. Das Thema könnte aktueller kaum sein: “Flucht – Zuwanderung – Integration. Multidisziplinäre und normative Vergewisserungen zu Herausforderungen der Migration”.

Etwa eine Millionen Menschen haben allein im letzten Jahr Zuflucht in Deutschland gesucht. Klatschende Bürger/innen, die die Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen haben, wurden zum Symbol einer neuen deutschen Willkommenskultur. Monate später ist das Engagement der Freiwilligen ungebrochen – nicht nur in Deutschland –, doch es bilden sich auch nationalistische Gegenbewegungen.

Die gegenwärtigen Ereignisse stellen uns deshalb vor die Aufgabe, im gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurs, Antworten auf höchst komplexe Fragen rund um die „Herausforderungen der Migration“ zu finden. Nicht zuletzt müssen normative Begründungen für konstruktive Lösungen auch die Akzeptanz einer Gesellschaft gewinnen, denn Deutschland und die EU-Mitgliedsstaaten ringen bis heute um langfristige und tragfähige Ansätze zur Aufnahme und Verteilung derjenigen Flüchtlinge, die Europa erreichen.

Das Forum Sozialethik 2016 möchte ein Beitrag zu diesen – nicht nur ethisch bedeutsamen – Diskursen sein. Angefangen bei der Frage „Grenzen setzen oder öffnen?“ beleuchten wir diesen Themenkomplex aus der „Perspektive Integration“. Dabei setzen wir uns mit der Rolle von „Identität und Religion“ auseinander und suchen nicht zuletzt Antworten hinsichtlich der „Vorbeugung von Fluchtursachen“.

Dazu laden das Vorbereitungsteam und die KOMMENDE Dortmund herzlich ein. Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung finden sich auf der Tagungswebsite.

CfP „Migration, Integration, Inklusion“, Jahrestagung Netzwerk Medienethik 2017

Das Netzwerk Medienethik veranstaltet im Februar 2017 seine Jahrestagung unter dem Titel „Migration, Integration, Inklusion – medienethische Herausforderungen und Potenziale für die digitale Mediengesellschaft“. Mit dem jetzt veröffentlichten Call for Papers zur Jahrestagung 2017 laden die Veranstalter Kolleginnen und Kollegen aus der Wissenschaft ebenso wie Kommunikationsexperten aus der Praxis herzlich ein, sich mit einem Beitrag an der Tagung zu beteiligen. – Die Tagung wird wie immer das Gespräch zwischen Wissenschaft und Praxis anzielen.

Die vollständige Einladung zur Einreichung finden Sie hier (offen bis 1.10.2016). Die Tagung findet statt am 16.-17. Februar 2017 in München und wird ausgerichtet zusammen mit der Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik in der DGPuK und in Kooperation mit der Akademie für politische Bildung, Tutzing.

Integrationsfunktion der Medien im Zeitalter der Migration

Integration gilt als eine der wichtigsten Aufgaben der Massenmedien. Denn in einer demokratischen Gesellschaft haben diese den Auftrag, zum sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft beizutragen. Integration kann in einer pluralistischen Gesellschaft jedoch nur dann gelingen, wenn verschiedene gesellschaftliche Wirklichkeitsentwürfe und Werte eine Chance haben, an der Gestaltung gesellschaftlicher Realitäten mitzuwirken. Massenmedien müssen sich somit daran messen lassen, ob und in welchem Maße es ihnen gelingt, einen Dialog zwischen Individuen mit ganz unterschiedlichen Einstellungen, Werten und Wirklichkeitsentwürfen herzustellen.

Das so beschriebene medienethische Feld der Integration wird aktuell besonders durch Zuwanderung, Flucht und Migration herausgefordert. Dies nimmt die Tagung zum Anlass, Integration und Inklusion und ihre Anforderungen an die (digitale) Mediengesellschaft zum Thema ihrer Jahrestagung 2017 zu machen. Im Vordergrund steht zum einen die Frage nach den Möglichkeiten, durch Medien und digitale Dienste gesellschaftliche Integration und Inklusion zu rahmen und zu unterstützen. Zum anderen soll eine medienethische Bestandsaufnahme zur journalistischen Berichterstattung zu diesen Themen erfolgen.

Call ist offen formuliert

Die Tagung beschäftigt sich mit den normativen Fragestellungen des Integrationsauftrages der Medien in ganzer Komplexität und Breite. Der Call ist offen formuliert und soll Personen aus Praxis und Theorie wie auch unterschiedlichen Spezialisierungsgebieten ansprechen.

Aktualisierte Informationen finden sich auf der Tagungs-Website.

Fachkonferenz Arbeit 4.0

Arbeitsministerin Andrea Nahles hat ein Grünbuch zur „Arbeit 4.0“ vorgelegt. Darin wird die Zukunft der Arbeit in einer digitalisierten Welt dargestellt. Die Bevölkerung und ihre vielfältigen Organisationen sind eingeladen, das Grünbuch nicht nur zu lesen, sondern auch Ideen, Wünsche und Forderungen für die Gestaltung der zukünftigen Arbeitswelt zu formulieren.

Dieses Ansinnen soll in der Fachkonferenz “Arbeit 4.0. Arbeit in der digitalisierten Welt – Zukunft der Arbeit denken” aufgegriffen werden. Die Veranstaltung findet statt am 1. Juli 2016 in der Stiftungsfachhochschule München. Veranstalter ist das KAB Bildungswerk München und Freising.

Das detaillierte Programm (unter anderem mit Benjamin Mikfeld, Leiter der Grundsatzabteilung des Bundesarbeitsministerium) sowie Anmeldeinformationen finden sich hier.

Die katholische Ethik und der Geist des Korporatismus – eine Replik auf Martin Rhonheimer

Jonas Hagedorn, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Frankfurter Nell-Breuning-Institut und am Darmstädter Institut für Theologie und Sozialethik, hat eine Replik auf Einlassungen zur katholischen Soziallehre geschrieben, die Prof. Martin Rhonheimer in der NZZ vom 5. April 2016 sowie in der FAZ vom 17. Mai 2016 veröffentlicht hat.

In seinen Artikeln geht Rhonheimer insbesondere mit der scheinbaren Unterschätzung der Funktion des freien Unternehmers durch die katholische Soziallehre und mit der Kapitalismuskritik des kirchlichen Lehramts hart ins Gericht. Neben der Anerkennung des Unternehmers als treibender Kraft im Wirtschaftsprozess, der sich die katholische Soziallehre bisher sträflich verweigert habe, fordert Rhonheimer – in libertärer Manier – eine uneingeschränkte Akzeptanz marktwirtschaftlicher Arrangements – kurz und gut: das freie Spiel der freien Kräfte. Dieses allein würde auch die Armen besser stellen. Dem Vorbehalt gegenüber einem allzu leichtfertigen Heilsglauben an den „Trickle-down-Effekt“ (gerade wenn tatsächlich alle Effekte, inklusive der ökologischen Kosten etc., aggregiert würden) erteilt er eine deutliche Absage.

Hagedorn weist in seiner Replik darauf hin, dass die Tradition kirchlicher Soziallehre und Sozialethik den Unternehmer mitnichten ignoriert, sondern seine Bedeutung ausgesprochen positiv bewertet. Ein marktradikales Denken, welches Rhonheimer vertritt und in dem der kirchlicherseits immer positiv konnotierte Wohlfahrtsstaat und postliberale Korporatismus keine Rolle spielen, kennt die Tradition der Soziallehre der Kirche zudem nicht. Entsprechende Einlassungen zeugen daher von einem großen Mangel an Traditionsbewusstsein.

Der komplette Text der Replik auf Martin Rhonheimers Interpretation der katholischen Soziallehre von Jonas Hagedorn (Nell-Breuning-Institut/Frankfurt a.M.) findet sich hier.

Tagung: Grenzenlose Hilfsbereitschaft?

Am 9.und 10. Mai 2016 findet in der Thomas Morus Akademie in Bensberg eine Tagung zum Thema “Grenzenlose Hilfsbereitschaft? Migration als Herausforderung der europäischen Kirche” statt.

Die große Zahl von Flüchtlingen und das hohe Potenzial an Zuwanderungswilligen aus Nordafrika und dem Nahen Osten werden in den europäischen Gesellschaften trotz Hilfsbereitschaft besorgt wahrgenommen. Vielerorts haben populistische Bewegungen einen starken Zulauf.

Was geht in den einzelnen europäischen Ländern vor sich? Wie sind die populistischen Reaktionsweisen – die teilweise auch innerhalb der Kirchen Zuspruch finden – zu verstehen und welche Unterstützung benötigt die katholische Hilfsarbeit, sowohl von der Kirche als auch von der Politik? Welche Probleme, Aufgaben, Chancen und Neuaufbrüche eröffnen sich aus der Flüchtlingskrise für die Kirche und ihre Gemeinden? Angesichts der Migrationsbewegungen nach Europa stellt sich zudem die Frage nach dem europäischen Horizont der katholischen Hilfsarbeit – und nach der Position, die die Kirche zu Europa bezieht.

Nähere Informationen sowie ein Pdf mit dem konkreten Tagungsprogramm und Anmeldeoptionen finden sich hier.

Tagung: Wohlfahrtsverbände im Modernisierungsstress

Vom 22. bis 23.04.2016 finden in Heppenheim die 6. Heppenheimer Tage zur Christlichen Gesellschaftsethik 2016 zum Thema “Wohlfahrtsverbände im Modernisierungsstress. Geschichte, Gegenwart und Zukunft der freien Wohlfahrtsverbände”.

Seit den Zeiten der Weimarer Republik gehören die religiös-weltanschaulich geprägten Wohlfahrtsverbände, die sich 1924 zur ‘Liga der freien Wohlfahrtspflege’ zusammengeschlossen haben, zum festen Bestand des spezifisch deutschen, ‘jenseits von Staat und Markt allein’ angesiedelten so genannten Wohlfahrtskorporatismus. Dieses Arrangement scheint jedoch seit einigen Jahrzehnten – womöglich vollständig – zu erodieren und im Rahmen verstärkter und womöglich alternativloser Verstaatlichungs- und/oder Vermarktlichungsprozesse jede Zukunftsfähigkeit zu verlieren.

Nicht nur die Wohlfahrtsverbände selbst, sondern auch die bisherige politische Governance der sozialen Dienstleistungen sehen sich jedenfalls einem erheblichen Modernisierungsprozess ausgesetzt, dessen Chancen und Gefahren, aber auch dessen Ursachen und Hintergründe, durchaus kontrovers beurteilt und diskutiert werden.

Das ausführliche Programm und die Anmeldungsmodalitäten finden sich hier.

 

CfP: Konferenz der Flüchtlingsforschung 2016

Vom 06.-08.10.2016 findet an der Universität Osnabrück die erste Konferenz der Flüchtlingsforschung statt. Ausgerichtet wird sie vom Netzwerk Flüchtlingsforschung, das seit einigen Jahren über alle Fächergrenzen hinweg Wissenschaftler_innen verbindet, die in oder mit Bezug zu Deutschland an Fragen von Flucht und Migration arbeiten. Sichtbares Ergebnis dieser Netzwerkarbeit ist unter anderem der lesenswerte und regelmäßig aktualisierte FlüchtlingsforschungsBlog.

Die Konferenz umfasst 34 Panels, von denen einige – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der diesjährigen Forumstagung zum Thema Migration – auch für Sozialethiker_innen interessant sein dürften. Darunter befinden sich zwei Panels zu “Flucht und Bildung” (Nr. 12), eines zu ethischen Fragen der Flüchtlingspolitik (Nr. 14) sowie eines zu Flüchtlingsarbeit als Friedensarbeit (Nr. 15).

Abstracts für Vorträge zu einzelnen Panels können noch bis zum 31.03.2016 eingereicht werden. Alle relevanten Informationen dazu sowie eine Liste der Panels enthält der ausführliche Call for Papers; für Nützliches und Wissenswertes zur Tagung gibt es zudem eine eigene Informationsseite.

Ausschreibung: Geschäftsführer_in des Diözesanen Ethikrates

(c) Caritasverband für das Erzbistum Paderborn

Der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn sucht zum 01.04.2016 eine_n Geschäftsführer_in für den Diözesanen Ethikrat (mit 50% der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit). Auftrag des an den Caritasverband angebundenen Ethikrates ist es, die Qualität ethischer Beratungen und Entscheidungen in caritativen Diensten und Einrichtungen der Diözese zu fördern.

Zu den Aufgaben der Geschäftsführung gehören laut Ausschreibung neben Koordinations- und Organisationstätigkeiten auch die Erarbeitung relevanter ethischer Themen und Positionen, Netzwerkarbeit sowie die Unterstützung des Ethikrates “bei der Förderung des ethischen Bewusstseins in Mitgliedseinrichtungen und -diensten”. Gefragt sind daher unter anderem “Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit ethischen Themen und Fragestellungen”.

Die Bewerbungsfrist endet am 19.03.2016. Alle wichtigen Informationen finden sich in der Stellenausschreibung.

CfP: Solidarity in Open Societies

Die Universität Freiburg und die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt veranstalten vom 18.-19.10.2016 eine gemeinsame Tagung “Solidarity in Open Societies” in der Katholischen Akademie München. Zur Erläuterung des Themas schreiben die Organisatoren Ursula Nothelle-Wildfeuer (Universität Freiburg) und Jörg Althammer (KU Eichstätt-Ingolstadt):

Solidarität ist ein zentrales Konzept der angewandten Ethik. […] Ungeachtet des hohen Stellenwertes […] sind Gehalt und normativer Status von Solidarität in der Theorie höchst umstritten.

Vor diesem Hintergrund soll die Konferenz den interdisziplinären Austausch zum Thema Solidarität vorantreiben. Als Keynote Speakers werden Thomas Pogge (Yale University), Vittorio Hösle (Notre Dame University) und Thomas Kohler (Boston College) teilnehmen. Darüber hinaus laden die Veranstalter dazu ein, Papers u. a. aus den Disziplinen Soziologie, Politikwissenschaft, Wirtschaftswissenschaften, Philosophie und Theologie einzureichen. Ausdrücklich erwünscht sind Beiträge zum Themenfeld Solidarität und Migration.

Der Call for Contributions ist göffnet bis zum 15.05.2016. Nähere Informationen finden sich überdies auf der Tagungswebsite.

Mehr als ein Fall für die Caritas: Stellungnahme zur christlichen Flüchtlingsarbeit

(c) Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) | pixelio.de

Warum sollen Christinnen und Christen sich für Flüchtlinge engagieren? Wie soll dieses Engagement konkret aussehen? Und wie kann die Erfahrung der gegenwärtigen Flüchtlingskrise als „Zeichen der Zeit“ („Gaudium et spes“, Nr. 4) das theologische Denken, Schreiben, Reden und Handeln beeinflussen? Mit diesen Fragen hat sich die auf der Jahrestagung des Forum Sozialethik 2014 gebildete Arbeitsgruppe Friedensethik über mehrere Monate hinweg auseinandergesetzt. Aus den theologischen Reflexionen und praktischen Erfahrungen der AG-Teilnehmer ist ein Positionspapier entstanden, das jetzt als pdf-Datei zum Herunterladen, Nach- und Weiterlesen verfügbar ist.

[…] Zu den wichtigsten Orten einer „großherzigen Nächstenliebe“ („Evangelii gaudium“, Nr. 28) gehört daher die christliche Gemeinde […]. Wie für die individuelle Hilfe gibt es auch im Gemeindebereich bereits viele Vorbilder und inspirierende Beispiele, die zeigen, wie eine – gleich, wie „alte“ oder „junge“, „lebendige“ oder „verstaubte“ – Pfarrgemeinde das Leben der Menschen vor Ort mit dem der Ankommenden verbinden und dadurch neues Er-Leben schaffen kann, das alles andere als lebensfern und oberflächlich ist.

Solch „neues Leben“ zu fördern, ist über die pfarrliche und kommunale Ebene hinaus zudem eine Aufgabe der Bistümer und ihrer Regionen. Vielleicht mag oder kann nicht jeder moderne epískopos es seinen antiken Vorgängern gleich tun und Reisende, sprich Flüchtlinge, im eigenen Haus aufnehmen – aber eine „aktive Flüchtlingspolitik“ betreiben sollten Bischöfe und Bistümer durchaus. Dazu gehören unter anderem die Einrichtung eigener Projekte (einen Überblick mit weiterführenden Links bietet die Deutsche Bischofskonferenz) das Kirchenasyl, die öffentliche Stellungnahme gegen Fremdenhass (Beispiele stammen u. a. vom Berliner Bischof Koch und dem Lingener Pfarrer Brandebusemeyer), aber auch die Unterstützung und notfalls Ermahnung von Gemeinden […].

Fachtagung: „Wen kümmert die Sorgearbeit?“

Im Auftrag der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe für weltkirchliche Aufgaben der Deutschen Bischofskonferenz hat die Sachverständigengruppe „Weltwirtschaft und Sozialethik“ eine Studie zum Thema „domestic workers“ erstellt. Vor dem Hintergrund der 2011 verabschiedeten ILO-Konvention 189, die im Sommer 2013 von der Bundesrepublik Deutschland ratifiziert wurde und deren Anliegen in der Öffentlichkeit bisher nur wenig diskutiert werden, wird das Thema Hausangestellte entwicklungspolitisch, aber auch im Hinblick auf seine Bedeutung für die wirtschaftliche und soziale Integration Europas sowie für die Migrations- und Arbeits(markt)politik in Deutschland untersucht.

Die Ergebnisse dieser Studie möchte das Nell-Breuning-Institut gerne mit Vertretern aus Wissenschaft, Kirche, Politik, und Wirtschaft bei der Fachtagung „Wen kümmert die Sorgearbeit?“ am 02.07.15 in Berlin diskutieren.

Anmeldungen sind bis 20.06.2015 direkt an prisca.patenge@sankt-georgen.de, oder das NBI, die Teilnahme ist kostenlos.