Archive for the 'Sozialstaat' Category

Ethik und Migration

Pünktlich zum diesjährigen Berliner Werkstattgespräch der deutschsprachigen Sozialethiker ist der Tagungsband aus dem vergangenen Jahr erschienen:

Michelle Becka, Albert-Peter Rethmann (Hgg.): Ethik und Migration. Gesellschaftliche Herausforderungen und sozialethische Reflexion, Paderborn/München/Wien/Zürich: Ferdinand Schöningh 2010, 206 Seiten.

Der Band enthält Beiträge von Christoph Hübenthal (Nijmegen/Niederlande), Heike Wagner (Wien/Österreich), Elisabeth Petzl (Wien und Salzburg/Österreich), Walter Lesch (Louvain/Belgien), Hille Haker (Frankfurt a. M.), Michelle Becka (Frankfurt a. M.), Matthias Möhring-Hesse (Vechta), Albert-Peter Rethmann (Frankfurt a. M.), Markus Babo (München und Luzern/Schweiz), Christoph Baumgartner (Utrecht/Niederlande), Axel Bernd Kunze (Trier und Bonn) und Marianne Heimbach-Steins (Münster i. W.).


Call for papers: Moral, Märkte und Finanzen (Societas Ethica)

Die Societas Ethica lädt Ethikerinnen und Ethiker aus allen Disziplinen herzlich ein, zum Thema “Moral, Märkte und Finanzen – Gegenwärtige Herausforderungen für Wirtschafts- und Unternehmensethik” mit einem 20-minütigen Referat die Diskussion anzuregen.

Die Tagung der “Europäischen Forschungsgesellschaft für Ethik” (http://www.societasethica.info) findet dises Jahr vom 19.-22. August 2010 in der Evangelischen Akademie Arnoldshain statt.

Den Call for Papers gibt es hier. Er ist offen bis zum 1. März 2010.


Paul-Nordhues-Caritaspreis 2008-2011 (soziale Ungleichheit)

Der Beirat der „Paul-Nordhues-Caritaspreisstiftung“ schreibt für den Zeitraum 2008-2011 folgendes Thema zur wissenschaftlichen Bearbeitung aus:

„Aktuelle Tendenzen der sozialen Ungleichheit als Herausforderung der Diakonie“

Die Arbeit kann je nach konkreter Themenformulierung folgende Inhalte zum Gegenstand haben:

  • Präsentation und kritische Bewertung der Ergebnisse der aktuellen Forschung zur „Sozialen Ungleichheit“;
  • kritische Bewertung der Konzepte „sozialer Ungleichheit“;
  • Entwicklungstendenzen bzw. Veränderungen in den Erscheinungsformen sozial prekärer Lagen wie auch in deren Erleben durch die Betroffenen;
  • kritische Darstellung und Bewertung von Konzepten sozialer Gerechtigkeit;
  • theologische Kriterien für den Umgang mit sozialer Ungleichheit;
  • konzeptionelle Relevanz und Konsequenzen für die diakonische Praxis der Kirche

Die Arbeiten, die für diesen Zweck angefertigt werden, sollten mindestens 100 Seiten Umfang haben und sind ohne Namensnennung, mit einem Kennwort versehen, in drei Exemplaren bis zum 30. April 2011 einzusenden an die Theologische Fakultät Paderborn, Paul-Nordhues-Caritaspreisstiftung, Kamp 6, D-33098 Paderborn.

Name und Anschrift des Autors / der Autorin müssen in einem verschlossenen Umschlag beiliegen. Das gewählte Kennwort der Arbeit ist auf dem Umschlag zu notieren. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.

Eventuelle Rückfragen sind zu richten an Prof. Dr. Herbert Haslinger, Kamp 6, D-33098 Paderborn, E-Mail: h.haslinger@theol-fakultaet-pb.de


Ganztagsschule

Kann die Ganztagsschule zu einem Mehr an Bildungsgerechtigkeit beitragen? Werden Kinder in der Ganztagsschule besser gefördert? Beschneidet die  verpflichtende Ganztagsschule das Erziehungsrecht der Eltern? - Über diese Fragen wird bildungsethisch kontrovers diskutiert.

Am Mittwoch, 25. November 2009, spricht Professor Dr. Volker Ladenthin, Inhaber des Lehrstuhls für Historische und Systematische Erziehungswissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, in einem Gastvortrag an der Universität Trier über das Thema “Ganztagsschule: Chancen und Risiken”. Der Referent hat in verschiedener Form zur Ganztagserziehung geforscht; so hat er beispielsweise gemeinsam mit Jürgen Rekus den Sammelband “Die Ganztagsschule: Alltag, Reform, Geschichte, Theorie” (Verlag Juventa 2005) herausgegeben. Die Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe “Blitzlichter Bildungswissenschaft” beginnt um 10.00 Uhr c. t. in Raum A 9/10 (Hauptgebäude der Universität, Universitätsring 15, Trier).

Weitere Informationen: www.bildungswissenschaften.uni-trier.de.


Neuerscheinung: Bildung, Politik und Menschenrecht

9783763935468In der Reihe “Forum Bildungsethik” ist neu erschienen:

Bildung, Politik und Menschenrecht. Ein ethischer Diskurs

Wie kann ein Recht auf Bildung sozialethisch begründet und pädagogisch realisiert werden?

In welchem Verhältnis stehen Bildung, Menschenrechte und Politik?

Was sollten künftige Bildungsreformen leisten?

Welche sozialethischen Kriterien lassen sich hierfür formulieren?

Die Antworten auf diese Fragen beleuchten Pädagogen, Theologen, Philosophen, Politiker und Vertreter der Bildungspraxis in diesem Band aus ihrer Perspektive. Sozialethik, Menschenrechte, Bildung und politische Reformen werden zueinander ins Verhältnis gesetzt und diskutiert.

Die Beiträge dokumentieren die Tagung “Menschenrecht auf Bildung: Maßstab für die Bildungspolitik in Deutschland?” vom November 2008, auf der Ergebnisse des DFG-Projekts “Das Menschenrecht auf Bildung: anthropologisch-ethische Grundlegung und Kriterien der politischen Umsetzung” vorgestellt wurden. Weitere Informationen zum genannten Forschungsprojekt sind zu finden unter www.menschenrecht-auf-bildung.de.

Autorinnen und Autoren des Bandes sind: Staatsministerin Doris Ahnen, MdL (Mainz); Volker Drell M.A. (Hannover); Dr. Alexander Filipovic (Bamberg); Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins (Bamberg); Thorsten Heinz M.A. (Bamberg); Prof. Dr. Gerhard Kruip (Mainz); Dr. Axel Bernd Kunze (Trier/Bamberg); Prof. Dr. Volker Ladenthin (Bonn); Priv.-Doz. Dr. Christof Mandry (Berlin); Stefan Meyer-Ahlen (Bochum); Katja Neuhoff M.A. (Hannover); Anna Noweck (München); Hochschuldozent Dr. Andreas Poenitsch (Koblenz); Direktor Prof. Dr. Peter Reifenberg (Mainz/Mannheim); Priv.-Doz. Dr. Jörg-Dieter Wächter (Hildesheim).

Marianne Heimbach-Steins, Gerhard Kruip, Axel Bernd Kunze (Hgg.): Bildung, Politik und Menschenrecht. Ein ethischer Diskurs (Forum Bildungsethik; 6), Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag 2009, 208 Seiten.


Was wählen Eltern?

Die Zeitschrift “Eltern” hat forsa mit einer repräsentativen Umfrage von Eltern mit Kindern unter 18 Jahren beauftragt. Erhoben wurden beispielsweise Einstellungen zu Fragen in den Bereichen Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Bildungs- und Familienpolitik und Arbeitsteilung in der Familie. Ein Zitat zur Veranschaulichung:

“Danach gefragt, welche Maßnahmen die Politik mit Vorrang behandeln sollte, wird am häufigsten eine Verbesserung des Bildungssystems genannt (81 %). Es folgen eine bessere Förderung der Familie durch finanzielle Entlastungen (77 %), eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf (75 %) sowie eine Verbesserung der Kinderbetreuung (67 %). Die
Herstellung einer wirklichen Entscheidungsfreiheit bei der Wahl der Arbeitsteilung zwischen Müttern und Vätern in der Familie erscheint 52 Prozent prioritär.

Die beiden letztgenannten Maßnahmen sind für die Anhänger der Union insgesamt seltener vorrangig als für die Anhänger der übrigen Parteien.” (S. 33)

Die Studie gibt es hier (pdf); die Presseinformation der Zeitschrift “Eltern” hier.


Sozialenzyklika “Caritas in veritate” erschienen

Pics @ the Vatican presser on Pope's encyclical on TwitpicDas päpstliche Rundschreiben (Enzyklika) “CARITAS IN VERITATE” von Papst Benedikt XVI. “über die ganzheitliche Entwicklung des Menschen in der Liebe und in der Wahrheit” ist heute erschienen. Eine deutsche pdf-Version stellen wir hier bereit; eine online Version gibt es auch auf der Website des Vatikan.

Das Verhältnis von Christlicher Sozialethik (als wissenschaftlich-theologische Disziplin) und kirchlicher Soziallehre (wie jetzt in Form einer Sozialenzyklika) ist nicht ganz einfach; es handelt sich um recht unterschiedliche Zugriffe auf die gleichen Problemstellungen. Jedenfalls liegt eine beeindruckende Tradition der kirchlichen Sozialenzykliken vor, die (spätestens) 1891 begann und die auch Gegenstand des wissenschaftlich-kritischen Interesses ist. Drei Literaturhinweise dazu sind vielleicht angebracht (die Liste wäre natürlich noch zu ergänzen):

  • Heimbach-Steins, Marianne (2004): Kirchliche Sozialverkündigung. Orientierungshilfe zu den Dokumenten. In: Heimbach-Steins, Marianne (Hg.): Christliche Sozialethik. Ein Lehrbuch. Bd. 1. Grundlagen. Regensburg: Pustet, S. 200–219.
  • Höhn, Hans-Joachim (1999): Konzeptionelle wirtschaftsethische Implikationen in den Soziallehren der Kirchen, Katholische Kirche. In: Korff, Wilhelm u. a. (Hg.): Handbuch der Wirtschaftsethik. Band 1-4 / hrsg. im Auftr. der Görres-Gesellschaft. Bd. 1. Verhältnisbestimmung von Wirtschaft und Ethik. Gütersloh: Gütersloher Verl.-Haus, S. 740–758.
  • Kerber, Walter; Ertl, Heimo; Hainz, Michael (Hg.) (1991): Katholische Gesellschaftslehre im Überblick. 100 Jahre Sozialverkündigung der Kirche. Frankfurt am Main: Knecht.

Ich bin sehr gespannt, wer sich zum Text zu Wort meldet und wer von den Medien gefragt wird. Von kirchlicher Seite würdigt schon mal Erzbischof Robert Zollitsch den Text und Erzbischof Marx wird dazu garaniert in einschlägigen Fermsehsendungen befragt. Hoffentlich gibt es auch ein paar Statements von Vertretern des Faches (die komplette Namensliste hier).

Zum Thema zwitschert es natürlich auch: http://twitter.com/#search?q=caritas in veritate, http://twitter.com/#search?q=enzyklika oder http://twitter.com/#search?q=sozialenzyklika und vor allem hier: http://twitter.com/#search?q=encyclical. Darüber findet man auch die Hinweise auf die ersten Online-Reaktionen in der Presse, z.B. New York Times, Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online, Rheinischer Merkur.

Der entsprechende Artikel in der englischen Wikipedia ist auch schon recht ausführlich.

Update, 7.7.09 14:23: Bei Radio Vatikan gibt es eine hilfreiche Zusammenfassung des Textes.


Hamburger Tagung zu den Beschäftigungsverhältnissen in Wohlfahrtsverbänden

die-erosionWenn Diakonie und Caritas zu „Sozialkonzernen“ unter unsicheren politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden… was bedeutet das für das Selbstverständnis dieser Verbände und allgemein für unseren Sozialstaat?

Im Rahmen einer Arbeitstagung zum Thema “Die Erosion des Normativen. Fachtagung zu den Beschäftigungsverhältnissen in Wohlfahrtsverbänden” (01.10.2009, 10:00 - 18:00 Dorothee-Sölle-Haus, Königstr.54, Hamburg) geht es um die konkreten Arbeitsbedingungen in den kirchlichen Wohlfahrtsdiensten und um die für die Zukunft der gesellschaftlichen Wohlfahrtsorganisation relevanten gesellschaftspolitischen Fragen.

Veranstaltet wird die Tagung vom Hamburger Institut für Sozialforschung und der Evangelische Akademie der Nordelbischen Kirche.

Nähere Informationen auf dieser Website und im Flyer (*.pdf).

Disclosure: Bei der Tagung halte ich einen Vortrag.