Archive for the 'Politische Ethik' Category

Braucht die Zivilgesellschaft Religion?

Interessanter Beitrag des evangelischen Sozialethikers und Landesbischofs von Bayern Heinrich Bedford-Strohm zum Thema “Braucht die Zivilgesellschaft die Kirche?” am Jahresempfang der Evangelischen Akademie in Tutzing:

Braucht die Zivilgesellschaft die Kirche? (vollständiges Redemanuskript)

Das Stichwort vom ethischen Grundkonsens, auf den Politik, Wirtschaft und Gesellschaft angewiesen sind, markiert einen wichtigen Grund dafür, dass die Frage, ob die Zivilgesellschaft die Kirche braucht, mit einem klaren Ja zu beantworten ist. In einer Gesellschaft jedenfalls, in der nach wie vor zwei Drittel der Menschen Mitglieder der Kirchen sind, kann sich ein solcher Grundkonsens nicht bilden, ohne dass die sozialethischen Orientierungen der christlichen Überlieferung mit einbezogen werden. Und das ist nicht nur eine quantitative Frage. Es ist auch eine Frage nach der Nachhaltigkeit der Einwanderung der ethischen Grundorientierungen in die Herzen der Menschen. Ethische Orientierung ist nicht allein, vielleicht noch nicht einmal vorrangig eine Frage des Wissens. Sie ist eine Frage der existentiellen Aneignung. Und dabei entwickelt Religion nach wie vor eine besondere Kraft.

Stellenausschreibung: wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Gesellschaftspolitik (München)

Das Institut für Gesellschaftspolitik (IGP) der Hochschule für Philosophie in München wird ab Mai 2012 im Auftrag von MISEREOR ein Projekt zu »Entwicklung im Dienst des Weltgemeinwohls und Wege zu einem sozial gerechten und nachhaltigen Zivilisationsmodell« beginnen. Ziel dieses Projektes ist es, Konzepte für ethisch begründete, ökologisch langfristige und sozial gerechte Entwicklungs- und Wohlstandsmodelle zu erarbeiten. Dies soll sowohl in einer interkulturell angelegten wissenschaftlichen Studie als auch im Rahmen von weltweit durchgeführten Dialogforen mit gesellschaftlich relevanten Gruppen geschehen.

Im Rahmen dieses Projektes sucht das IGP zum 1. Mai 2012 eine/n wissenschaftlichen Mitarbeiter/in.

Nähere Informationen zu Konditionen und Arbeitsschwerpunkten der Stelle gibt es hier.

Workshop Ethik 2012: Recht und Moral – eine produktive Spannung

Unter dem Titel “Recht und Moral – eine produktive Spannung” findet vom 21.-23. März im Wilhelm-Kempf-Haus in Wiesbaden-Naurod der 11. Workshop Ethik statt.

Veranstaltet wird dieser von der Evangelischen Akademie Arnoldshain, dem Haus am Dom in Frankfurt, dem Oswald-von-Nell-Breuning-Institut sowie der Professur für christliche Anthropologie und Sozialethik der Universität Mainz.

Nähere Informationen zu Programm und Anmeldung finden sich hier.

Fulbright American Studies Institute 2012

Vom 16. bis 30. September 2012 veranstaltet die deutsch-amerikanische Fulbright Kommission das American Studies Institute als interdisziplinäre Fortbildungsmöglichkeit für Doktoranden und Postdoktoranden. Hierfür wird die Fulbright-Kommission bis zu 15 Stipendien (Reise- und Aufenthaltskosten sowie Programmkosten) bereitstellen.

Das Thema des American Studies Institute 2012 lautet “Contested Visions: The United States in 2012″ und wird in Zusammenarbeit mit der San Francisco State University in San Francisco, Kalifornien, organisiert und durchgeführt.

Nähere Informationen und Bewerbungsunterlagen für das American Studies Institute 2012 finden sich hier.

Amosinternational 4/2011 – Soziale Marktwirtschaft für Europa

Vor wenigen Tagen ist die neue Ausgabe von Amosinternational erschienen. Das von Peter Schallenberg und Arnd Küppers konzipierte Schwerpunktthema “Soziale Marktwirtschaft in Europa” nimmt seinen Ausgangspunkt von dem Faktum, dass “soziale Marktwirtschaft” seit Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon zu den festgeschriebenen Zielen der Europäischen Union gehört. Damit ist ein Konzept auf europäische Ebene gehoben worden, das bisher v.a. in deutschsprachigen Diskussionszusammenhängen beheimatet war. Die Artikel des Schwerpunktthemas gehen dementsprechend mit unterschiedlicher Fokussierung der Frage nach, was diese Leitidee für die politische Ausgestaltung der Europäischen Union bedeuten kann:

Im Beitrag “Soziale Marktwirtschaft – deutscher Sonderweg oder europäisches Gemeingut? Eine kulturgeschichtliche Spurensuche” kommen Peter Schallenberg und Arnd Küppers zu dem Ergebnis, dass “soziale Marktwirtschaft” zwar eine deutsche Wortschöpfung darstellt, der dahinterstehende Gedanke einer Verbindung von Freiheit und Solidarität aber durchaus in einem gemeinsamen europäischen Kulturerbe zu verorten ist. Continue reading ‘Amosinternational 4/2011 – Soziale Marktwirtschaft für Europa’

Die Zukunft der Geisteswissenschaften in einer multipolaren Welt

Am 15. und 16. Dezember findet in Berlin eine hochkarätig besetzte und kostenfreie Tagung zum Thema “Die Zukunft der Geisteswissenschaften in einer multipolaren Welt” statt.

In den letzten Jahren war häufig die Klage zu hören, dass die Geisteswissenschaften marginalisiert würden. In der Tat, die Wahrnehmung von Wissenschaft im Allgemeinen und der ‚Humanities’ im Besonderen erfolgt zunehmend in ökonomischer Perspektive und versetzt diese in Rechtfertigungszwänge. Die Frage ist berechtigt: Welche Rolle spielen die Geisteswissenschaften in der vom kulturellen und sozialen Wandel geprägten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts? Welche Bedeutung haben sie in der modernen Wissensgesellschaft? Internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Medien diskutieren über die Funktionen und Potenziale der Geisteswissenschaften in einer multipolaren Welt.

Das Thema ist insgesamt von nicht geringem sozialethischen Interesse. Hervorzuheben aber sind die Vorträge von Regina Ammicht Quinn “Vom Sinn des Überflüssigen. Ethik als politische Ethik im Kontext der Geisteswissenschaften” sowie insbesondere der auch separat zu besuchende Abendvortrag von Martha Nussbaum “Not for profit. Why democracy Needs the Humanities”.

Nähere Informationen zu Anmeldung und Tagungsprogramm gibt es hier.

Call for papers: Ethik und Migration (Societas ethica)

Die Jahrestagung der “Europäischen Forschungsgesellschaft für Ethik” (Societas Ethica) befasst sich 2012 mit dem Thema “Ethik und Migration”. Ethikerinnen und Ethiker aus allen Disziplinen sind herzlich eingeladen, einen Beitrag zur Diskussion zu leisten.

Der Call for papers ist bis zum 31.03.2012 geöffnet.

Die Tagung findet vom 23. bis 26. August 2012 im rumänischen Sibiu statt.

Berliner Werkstattgespräch 2012

Das Berliner Werkstattgespräch der  Sektion “Sozialethik” der internationalen Vereinigung für Moraltheologie und Sozialethik beschäftigt sich vom 27. bis 29. Februar 2012 mit dem Thema “Sozialethik in postdemokratischen Zeiten”. Die Tagung findet in der Katholischen Akademie Berlin statt. Eingeladen sind Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus dem Bereich der Christlichen Sozialethik, die mindestens ein abgeschlossenes Promotionsverfahren vorweisen können. Anmeldeschluss ist der 31. Januar 2012.

In der Ankündigung heißt es:

Nach einer langen Zeit der Vorbehalte, gerade auch auf katholischer Seite, hat die christliche Sozialethik ihren Frieden mit der Demokratie gemacht – und mehr noch: Sie hat in eben dieser eines ihrer leitenden Grundprinzipien gefunden. Nach den Hochzeiten der Demokratie ist jedoch auch in der Bundesrepublik deren Elan gebrochen, die demokratische Begeiste­rung in der Republik erloschen, leidet die Demokratie an Erlahmung. Der Demokratie inzwischen hoch verpflichtet, wird die christliche Sozialethik durch diese Entwicklung herausgefordert.

Das genaue Programm sowie weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden sich auf dem Flyer.

Lesekreis zu Axel Honneths “Recht der Freiheit”

Auf Theorieblog.de (das Angebot wurde hier bereits vorgestellt) findet ab dem 20. November ein Lesekreis zu Axel Honneths neuestem Buch “Das Recht auf Freiheit” statt.

Es handelt sich dabei um ein interessantes neues Format der gemeinsamen Buchlektüre:

Jede/r Interessierte kann sich – unabhängig vom geographischen Standort – beteiligen, ist völlig frei, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit sie oder er sich wie intensiv einbringen möchte, und trifft vielleicht auf Diskussionspartner, die sich von den „üblichen Verdächtigen“ der Heimatinstitution unterscheiden.

Weitere Informationen gibt es hier.

Vorstellung des neuen DBK-Impulspapiers “Chancengerechte Gesellschaft”

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Über E-Mail erreichte mich gerade der Hinweis, dass am Montag, 27. Juni 2011, 10.30 Uhr das neue sozialethische Impulspapier der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz vorgestellt wird. Ort: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Berlin (Dorotheenstraße 84). Das Papier heißt: “Chancengerechte Gesellschaft. Leitbild für eine freiheitliche Ordnung”. Neben Erzbischof Reinhard Kardinal Marx ist auch Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio dabei.

Das wird bestimmt sehr interessant. Mal sehen, was da für ein Freiheitsbegriff zur Anwendung kommt… Mitglieder des Forums Sozialethik sollen den Hinweis auf die Veranstaltung  ausdrücklich auch als Einladung verstehen.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung hier.

Religionspolitik als Thema der Sozialethik?!

relpolDas relative Gleichgewicht, das sich zwischen Staat und Religionsgemeinschaften in den Jahrzehnten nach 1945 im westlichen Teil Deutschlands ausgeprägt hatte, weicht gegenwärtig einer neuen Unsicherheit im Umgang mit Religion. Die rechtlichen Debatten um „Staatskirchenrecht oder Religionsverfassungsrecht“ sind ein Ausdruck davon, aber auch die vermehrten Zitate eines christlich-jüdischen Erbes deutscher Kultur. Weithin offen ist jedoch, nach welchen sozialethischen Kriterien die erforderliche Verständigung zu Rolle und Spielraum von Religion in Staat, Recht und Gesellschaft erfolgen soll.

Diese Frage soll in einem Expertengespräch des Exzellenzclusters “Religion und Politik” an der Universität Münster Ende Februar diskutiert werden (siehe Flyer). Verantwortet und vorbereitet wird die Veranstaltung von Marianne Heimbach-Steins und Daniel Bogner. Ziel ist es, den Austausch zwischen Wissenschaft, Religionsgemeinschaften und Politik zu verstärken. Von der Veranstaltung sollen aber auch Impulse für die sozialethische Bearbeitung religionspolitischer Fragen ausgehen.

Es handelt sich um eine Einladungstagung im kleinen Kreis. Wer sich einschlägig mit der Thematik befasst hat und Interesse an einer Teilnahme hat, kann sich bei Daniel Bogner melden: daniel.bogner@uni-muenster.de.

Hinweis auf theorieblog.de

tbPolitische Theorie und Philosophie ist eine (wenn nicht die) wichtige Bezugsdisziplin Christlicher Sozialethik. Hinweisen möchte ich daher auf das interessante und hilfreiche theorieblog.de. Besonders die gerade erschienene Zeitschriftenschau ist ein informativer Service! theorieblog.de beschreibt sich folgendermaßen selbst:

Das Theorieblog ist ein neues Blog für Politische Theorie und Philosophie. Uns, dem Team, geht es darum, ein Forum für die deutschsprachige Theorie-Community im Netz zu schaffen – einen Ort, wie wir ihn bisher vermisst haben. Hier sollen Informationen ausgetauscht, eigene und fremde Arbeiten diskutiert und tagespolitische Ereignisse aus der Perspektive der Politischen Theorie und Philosophie kommentiert werden.

Weingartener Afrika-Gespräche 2010

Vom 03. bis 05. Dezember 2010 finden die Weingartener Afrika-Gespräche 2010 statt. Thema: “Afrika in Bewegung – Migration zwischen Konflikt- und Entwicklungspotential”. Das Programm gibt es im Internet. Dort kann man sich auch online anmelden.
[via Email von Dr. Rainer Öhlschläger, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart]

Caritas in veritate

Die sozialethische Zeitschrift Denk doch mal. Onlinemagazin für Arbeit – Bildung – Gesellschaft, herausgegeben vom Netzwerk Gesellschaftsethik e. V., hat eine Sonderausgabe mit Reflexionen über die neue Sozialenzyklika “Caritas in veritate” von Papst Benedikt XVI. veröffentlicht.

Das unter www.denk-doch-mal.de kostenfrei zugängliche Heft enthält Beiträge von Robert Zollitsch (“Die Liebe als Hauptweg der Soziallehre”), Marianne Heimbach-Steins (“Für alle Menschen guten Willens”), Thomas Steinforth (“Wirtschaft ist kein moralfreier Raum”), Markus Seibt (“Religionsunterricht an Berufsschulen ohne Chance?”),
Axel Bernd Kunze (“Bildung und Entwicklung – Anspruch auf umfassende Bildung”), Markus Vogt (“Arbeit – Positionen der katholischen Soziallehre”), Manfred Böhm (“Die Wurzeln der Betriebsseelsorge”), Erwin Helmer (“Dreizehn päpstliche Wege aus der Krise”), Hermann-Josef Kronen (“Schlaglichter zur Situation von Arbeitslosen”), Martin Mohr  (“Ein Zwischenruf”) sowie Hans Ludwig (“Plattform soziale Marktwirtschaft”). Und in einem Interview bekennt Fritz Schösser: “Ich habe die Enzyklika von Anfang bis Ende gelesen.” Das Editorial des Heftes stammt aus der Feder von Gerhard L. Endres, Vorsitzender des Netzwerkes Gesellschaftsethik e. V.

Neugründung

Am Samstag, 26. Juni 2010, wurde in Köln im Rahmen des Kongresses “Bildungsstandards auf dem Prüfstand” die neue GESELLSCHAFT FÜR BILDUNG UND WISSEN gegründet. Die neue  Gesellschaft versteht sich nicht als Partei, wohl aber als ein Zusammenschluss von Verantwortlichen aus unterschiedlichen Bereichen des Bildungswesens, der bewusst die “offensive politische Kommunikation mit gesellschaftlichen Gruppen und der (Medien-) Öffentlichkeit” sucht. “Die Aktivitäten”, so schreibt die neue Gesellschaft in ihrer Selbstdarstellung, “leben von der Leidenschaft am argumentativen Streit um die gemeinsame Sache von Bildung und Wissen”.

Kontakt und weitere Informationen:

Gesellschaft für Bildung und Wissen e. V.

Goethe-Universität Frankfurt am Main

Sophienstraße 1 – 3

D-60487 Frankfurt am Main

Tel. (0 69) 7 98-2 81 50

Fax (0 69) 7 98-2 27 78

E-Mail: info@bildung-wissen.eu

Internet: www.bildung-wissen.eu