Bei der Suche nach christlich-sozialethischer Literatur zum ethischen Profil der Nachhaltigkeit stößt man immer auf die Texte von Markus Vogt. Jetzt ist ein Buch von ihm zum Thema erschienen: “Prinzip Nachhaltigkeit. Ein Entwurf aus theologisch-ethischer Perpektive” (550 Seiten, oekom verlag München, 2009
ISBN-13: 978-3-86581-091-5). Beim Verlag gibt es weitere Informationen.
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Die Evangelischen Akademie Tutzing lädt herzlich ein zur Tagung “Renaissance der Kernenergie für Klimaschutz? Perspektiven der Atomenergienutzung”, 27./28.2.09, in der Evangelischen Akademie Tutzing (Kooperationsveranstaltung zwischen der Ev. Akademie Tutzing, dem Deutschen Naturschutzring, der Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten der deutschen Diözesen und dem Beauftragten des Rates der EKD für Umweltfragen).
Weitere Information und Anmeldung unter http://www.ev-akademie-tutzing.de/doku/programm/detail.php3?lfdnr=1369&part=detail.
Eine sozialethische Fachtagung mit dem Titel “Globalisierung und Gerechtigkeit” findet am 22./23. September 2008 in der Akademie Franz Hitze Haus (Müster) statt. Hauptreferentinnen und -referenten zur Thematik sind Gerhard Kruip (Option für die Armen), Bernhard Emunds (Ethik der Finanzmärkte), Johannes Wallacher (Welthandel) und Markus Vogt (Klimaschutz). Näheres zum Programm und zu den Anmeldemöglichkeiten hier.
Die Tagung ist Teil der Reihe “Sozialethik Konkret”.
Das im Februar erschienene Heft 1/2008 (2. Jg.) von Amosinternational (ja, hier hat sie sich plötzlich umbenannt…) versammelt Beiträge zum Schwerpunktthema “Klima im Wandel”. Das Konzept des Schwerpunktthemas stammt laut Impressum von Andreas Lienkamp; er hat es geschafft, lesenswerte Beiträge einschlägiger Experten unterschiedlicher Disziplinen in diesem Heft zusammen zu bringen. Das Editorial schreibt Peter Klasvogt.
Andreas Lienkamp (Berlin), u. a. mit seiner Habilitation (Bamberg) ein ausgewiesener Experte in diesem Feld, betrachtet “Die Ungerechtigkeit des Klimawandels” (3-9) zunächst aus der Perspektive der Nachhaltigkeit. Mit einer Unterscheidung von Judith Shklar versteht er den Klimawandel nicht als Unglück oder als Katastrophe, sondern als Ungerechtigkeit. Einen in diesen Tagen sehr aktuellen Beitrag liefern die Münchner Jochen Ostheimer und Markus Vogt (”Energie für die Armen”, 10-16).1 In ihrem Entwurf einer nachhaltigen Energieentwicklung sehen sie in der Bioenergie einen entscheidenden Faktor, ohne freilich die Ambivalenz (”Hungern oder Frieren”) zu übersehen und sorgfältig abzuwägen:
“Der vermehrte Anbau von Energiepflanzen kann die Ernährungssituation gefährden. Zwar ist Hunger gegenwärtig nicht primär eine Folge von absolutem Nahrungsmittelmangel, sondern ein Verteilungsproblem. Dennoch führt der in der Ernergieversorgung der westlichen Welt herrschende Kostendruck derzeit zu einem Ausbau der Bioenergie in Entwicklungsländern und dadurch zu einer Flächenkonkurrenz gegenüber dem Getreideanbau. In der Folge kommt es zu Preissteigerungen, die den Hunger in der Dritten Welt verschärfen. Dem ist ethisch entgegen zu halten, dass dem Recht auf Nahrung ein Vorrang gegenüber dem Ziel der Energieversorgung zur Wohlfahrtssteigerung zukommt.”
Christian-Dietrich Schönwiese (Frankfurt a.M.) präsentiert sehr informativ den Wissensstand zum “Klimawandel in Vergangenheit und Zukunft” (17-23). Danach plädieren Ottmar Edenhofer und Christian Flachsland (Potsdam) für einen “Global Deal für den Klimaschutz” (24-31). Das wieder sehr interessante und lehrreiche Interview thematisiert drängende Herausforderungen durch den Klimawandel mit der renommierten Wiener Meteorologin Helga Kromp-Kolb (34-41).
Nach einem weiteren Interview (mit Martin Stauch) zur Klimaneutralität des Katholikentages folgen die Buchbesprechungen: Günter Wilhelms rezensiert Alexander Filipovićs medienethische Dissertation zur “Öffentlichen Kommunikation in der Wissensgesellschaft” ([da wähle ich jetzt keine Wertung aus, da es sich um mein Buch handelt...]), Axel Bohmeyer bespricht den von M. Dabrowski und J. Wolf herausgegebenen Konferenzband “Aufgaben und Grenzen des Sozialstaates” (die Beiträge “inspirieren zum weiteren [...] Nachdenken”), Klaus Baumann präsentiert seine Einschätzung zu Sabine Schäpers Dissertation zur “Ökonomisierung der Behindertenhilfe” (”leistet sowohl für die Behindertenhilfe [...] als auch für die Theologie einen wichtigen Beitrag”) und Markus Babo äußert sich zur sozialethischen Dissertation von Andreas Fisch mit dem Titel “Menschen in aufenthaltsrechtlicher Illegalität” (”gründlich gearbeitete, kenntnis- und materialreiche Studie”).
Das Heft schließt mit einem Text von Elmar Brok zur europäischen Charta der Grundrechte aus christlicher Sicht und der “Postition” von Elmar Nass zu “Welcher Glaube ist heute gefragt? Anstöße aus der Shell Jugendstudie für das ethische Profil der Kirche”.
1 Vgl. die Diskussionen um die durch Weltbank und Internationalem Währungsfond prognostizierten Nahrungsmittelkrisen. Sehr informativ auch die internationale Presseschau zum Thema beim Deutschlandradio.
[ 8.-10. September 2008 in der Kommende in Dortmund ]
Sicherheit statt Freiheit. – Während sich die beiden Begriffe im aktuellen politischen Diskurs um die innere Sicherheit als Antipoden gegenüberliegen, lassen sie sich doch auch als einander wechselseitig bedingend konzipieren: Freiheit durch Sicherheit, oder aber: Sicherheit durch Freiheit. Risiko wiederum ist – als mögliche Folge von Freiheit – ein Gegenpol zu Sicherheit. Freiheit – Sicherheit – Risiko: Diese drei Termini lassen sich zudem auf eine ganze Reihe unterschiedlicher gesellschaftlicher Bereiche beziehen und kontrovers diskutieren – und sie lohnen zweifellos eine eingehende und facettenreiche sozialethische Auseinandersetzung.
Aus der Perspektive der politischen Ethik und insbesondere der Friedensethik stellt die Debatte um innere Sicherheit einen ersten Fokus dar: Welche Sicherheits- und Freiheitsbegriffe sind hier vorzufinden? Was bedeuten bestimmte Maßnahmen der Terrorismus- und Verbrechensbekämpfung für das Verhältnis von Freiheit, Sicherheit und Risiko? Welche Konzepte gibt es derzeit für internationale Sicherheit und wie sind diese ethisch zu bewerten? Inwieweit sind Grund- und Menschenrechte betroffen und möglicherweise gefährdet? Welche Bezüge ergeben sich dabei zur Asyl- und Migrationsthematik?
Für die Wirtschafts- und Arbeitsethik ist zu fragen: Was besagt der Begriff der sozialen Sicherheit angesichts globaler ökonomischer Prozesse und Dynamiken und der daraus generierten – oftmals auch lokalen – Problemfelder? Und wie verhält sich der Zusammenhang der Begriffe vor dem Anspruch, internationale sowie intergenerationelle Gerechtigkeit herstellen zu wollen?
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Hinweis auf die Herbstakademie des wissenschaftlichen Nachwuchses zum Thema „GLOBALISIERUNG - Wie sind politische, ökonomische und ökologische Aspekte der Globalisierung ethisch zu bewerten?“ (20. bis 23. September 2007), Akademie Hohenheim/Stuttgart. Veranstalter ist das Interfakultäre Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) in Tübingen.
Die Veranstaltung richtet sich an Post-DoktorandInnen, DoktorandInnen und fortgeschrittene Studierende im Bereich der Ethik und anderer Disziplinen, in deren Forschungskontext normative Fragen aufgeworfen werden. Diese sind eingeladen, einige Tage intensiv miteinander über Themen zu arbeiten, die für die eigenen (Forschungs-)Arbeiten der Teilnehmenden von Bedeutung sind. Für eine Teilnahme kann man sich noch bis 20. Juli bewerben. Nähere Hinweise im Flyer oder beim IZEW Tübingen.
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