Archive for the 'Menschenrechte' Category

Ethik und Migration

Pünktlich zum diesjährigen Berliner Werkstattgespräch der deutschsprachigen Sozialethiker ist der Tagungsband aus dem vergangenen Jahr erschienen:

Michelle Becka, Albert-Peter Rethmann (Hgg.): Ethik und Migration. Gesellschaftliche Herausforderungen und sozialethische Reflexion, Paderborn/München/Wien/Zürich: Ferdinand Schöningh 2010, 206 Seiten.

Der Band enthält Beiträge von Christoph Hübenthal (Nijmegen/Niederlande), Heike Wagner (Wien/Österreich), Elisabeth Petzl (Wien und Salzburg/Österreich), Walter Lesch (Louvain/Belgien), Hille Haker (Frankfurt a. M.), Michelle Becka (Frankfurt a. M.), Matthias Möhring-Hesse (Vechta), Albert-Peter Rethmann (Frankfurt a. M.), Markus Babo (München und Luzern/Schweiz), Christoph Baumgartner (Utrecht/Niederlande), Axel Bernd Kunze (Trier und Bonn) und Marianne Heimbach-Steins (Münster i. W.).


Ganztagsschule

Kann die Ganztagsschule zu einem Mehr an Bildungsgerechtigkeit beitragen? Werden Kinder in der Ganztagsschule besser gefördert? Beschneidet die  verpflichtende Ganztagsschule das Erziehungsrecht der Eltern? - Über diese Fragen wird bildungsethisch kontrovers diskutiert.

Am Mittwoch, 25. November 2009, spricht Professor Dr. Volker Ladenthin, Inhaber des Lehrstuhls für Historische und Systematische Erziehungswissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, in einem Gastvortrag an der Universität Trier über das Thema “Ganztagsschule: Chancen und Risiken”. Der Referent hat in verschiedener Form zur Ganztagserziehung geforscht; so hat er beispielsweise gemeinsam mit Jürgen Rekus den Sammelband “Die Ganztagsschule: Alltag, Reform, Geschichte, Theorie” (Verlag Juventa 2005) herausgegeben. Die Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe “Blitzlichter Bildungswissenschaft” beginnt um 10.00 Uhr c. t. in Raum A 9/10 (Hauptgebäude der Universität, Universitätsring 15, Trier).

Weitere Informationen: www.bildungswissenschaften.uni-trier.de.


Bildung in der Demokratie

“Bildung in der Demokratie” - Unter diesem Titel findet vom 15. bis 17. März 2010 an der Universität Mainz der nächste Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft statt.  Die  Anmeldungen - zur Zeit noch mit Frühbucherrabatt - haben inzwischen begonnen. Weitere Informationen auf den Kongressseiten: www.dgfe2010.de.


Neuerscheinung: Bildung, Politik und Menschenrecht

9783763935468In der Reihe “Forum Bildungsethik” ist neu erschienen:

Bildung, Politik und Menschenrecht. Ein ethischer Diskurs

Wie kann ein Recht auf Bildung sozialethisch begründet und pädagogisch realisiert werden?

In welchem Verhältnis stehen Bildung, Menschenrechte und Politik?

Was sollten künftige Bildungsreformen leisten?

Welche sozialethischen Kriterien lassen sich hierfür formulieren?

Die Antworten auf diese Fragen beleuchten Pädagogen, Theologen, Philosophen, Politiker und Vertreter der Bildungspraxis in diesem Band aus ihrer Perspektive. Sozialethik, Menschenrechte, Bildung und politische Reformen werden zueinander ins Verhältnis gesetzt und diskutiert.

Die Beiträge dokumentieren die Tagung “Menschenrecht auf Bildung: Maßstab für die Bildungspolitik in Deutschland?” vom November 2008, auf der Ergebnisse des DFG-Projekts “Das Menschenrecht auf Bildung: anthropologisch-ethische Grundlegung und Kriterien der politischen Umsetzung” vorgestellt wurden. Weitere Informationen zum genannten Forschungsprojekt sind zu finden unter www.menschenrecht-auf-bildung.de.

Autorinnen und Autoren des Bandes sind: Staatsministerin Doris Ahnen, MdL (Mainz); Volker Drell M.A. (Hannover); Dr. Alexander Filipovic (Bamberg); Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins (Bamberg); Thorsten Heinz M.A. (Bamberg); Prof. Dr. Gerhard Kruip (Mainz); Dr. Axel Bernd Kunze (Trier/Bamberg); Prof. Dr. Volker Ladenthin (Bonn); Priv.-Doz. Dr. Christof Mandry (Berlin); Stefan Meyer-Ahlen (Bochum); Katja Neuhoff M.A. (Hannover); Anna Noweck (München); Hochschuldozent Dr. Andreas Poenitsch (Koblenz); Direktor Prof. Dr. Peter Reifenberg (Mainz/Mannheim); Priv.-Doz. Dr. Jörg-Dieter Wächter (Hildesheim).

Marianne Heimbach-Steins, Gerhard Kruip, Axel Bernd Kunze (Hgg.): Bildung, Politik und Menschenrecht. Ein ethischer Diskurs (Forum Bildungsethik; 6), Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag 2009, 208 Seiten.


Beitrag zum Zugangserschwerungsgesetz

Ein Ergebnis der zu Ende gehenden Legislaturperiode ist das sogenannte “Zugangserschwerungsgesetz”, das auf eine Initiative von Bundesfamilienministerin von der Leyen zurückgeht und das den Zugang zu kinderpornographischen Inhalten im Internet erschweren soll. Das Gesetzesvorhaben ist wegen der damit verbundenen massiven rechtsstaatlichen Probleme heftig kritisiert worden. Ministerin von der Leyen, die von den Gegnern des Gesetzes als “Zensursula” bezeichnet wird, hat sich heute noch einmal aktuell in der Presse hierzu geäußert.

Eine aktuelle Kommentierung des Gesetzesvorhabens findet sich unter folgendem Link:
http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/08/02/die-meinungsfreiheit-als-sondermull/

Das Gesetz sollte ursprünglich zum 1. August 2009 in Kraft treten, gegenwärtig liegt es dem Bundespräsidenten noch gar nicht zur Unterschrift vor. Der Rechtsberater der Bundesregierung, Dr. Frey, hat noch einmal eindringlich dazu aufgerufen, das Gesetz aufgrund der handwerklichen Mängel, der zahlreihen rechtsstaatlichen Bedenken und einer verfassungswidrigen Kompetenzüberschreitung des Bundesgesetzgebers nicht in Kraft treten zu lassen. Die F.D.P. hat die Rücknahme dieses Gesetzes inzwischen zur Vorbedingung für etwaige Koalitionsverhandlungen gemacht.


Publikation zur Bildungsethik

69_bildungfuerfluechtjpg Das Buch Bildungsperspektiven junger Flüchtlinge. Gleiche Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen ist aus einer Tagung hervorgegangen, die das Berliner Institut für christliche Ethik und Politik im Dezember 2006 zusammen mit dem Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge in Berlin veranstaltet hat und an der sich viele sozialprofessionell Handelnde beteiligt haben. Im Fokus der Publikation stehen die Grundlagen und Perspektiven der Umsetzung des Menschen-rechts auf Bildung für junge Flüchtlinge in Deutschland. Nach den OECD-Bildungsstudien der vergangenen Jahre ist Deutschland aber noch weit von dem Ziel entfernt, benachteiligte Schülerinnen und Schüler in Deutschland ausreichend zu fördern und allen Kindern und Jugendlichen gleiche Bildungschancen zu bieten. Wissenschaftler und Praktiker plädieren in diesem Buch für eine Verbesserung der Situation von Kinder-flüchtlingen im Bildungssystem und in anderen Lebensbereichen. Um die unterschiedlichen Implikationen des Rechts auf Bildung junger Flüchtlinge zu verdeutlichen, werden biografische, sozialwissenschaftliche, ethische und rechtliche Facetten beleuchtet und anhand von Praxisbeispielen veranschaulicht.

Unter der Herausgeberschaft dreier Institutsmitglieder des ICEP und der Mitwirkung von Prof. Dr. Lothar Krappmann, Mitglied im UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes, wurde das Buch in der Reihe Forum Bildungsethik veröffentlicht. Die Reihe erscheint im Bielefelder W. Bertelsmann-Verlag und wird hier von Marianne Heimbach-Steins (Universität Bamberg), Gerhard Kruip (Forschungsinstitut für Philosophie Hannover) und Axel Bernd Kunze (Universität Bamberg) herausgegeben. Der Bestellschein findet sich hier.


Call for Papers “Zivilisationskrise und Theologie der Befreiung”

Für den 2. Workshop: “Theologie der Befreiung aus europäischer Perspektive” zum Thema “Götzendämmerung? Die Zivilisationskrise und ihre Opfer” (St.Gabriel, Mödling bei Wien, 18.-21.3.2010) flattert von Franz Gassner ein Call for Papers rein. Veranstalter sind: Katholisch-Theologische Fakultät Wien und Steyler Missionare St. Gabriel. Ich darf aus dem Call zitieren:

Die aktuellen weltweiten Krisen – Nahrung, Energie, Umwelt, Finanz, Wirtschaft, Migration und Gesellschaft – erweisen sich weitgehend als “hausgemacht”. Dementsprechend auffällig ist die große Überraschung von VertreterInnen der Wirtschaft und der Politik, dass es zu dazu überhaupt kommen konnte, hatten etliche kritische Fachleute eine solche Entwicklung doch schon lange vorhergesagt. Nicht weniger sticht zugleich die Hochstilisierung dieser Krisen zu Vorboten  der  Apokalypse  ins  Auge,  die  in  nicht  wenigen  Massenmedien  begegnet.  Beides bekräftigt die These, dass die aktuell beobachtbaren Krisenphänomene nicht bloß Teilbereiche des Lebens betreffen, sondern anzeigen, dass die (spät)moderne Zivilisation insgesamt in die (globale) Krise gekommen ist.

Daher  widmet  sich  der  kommende  Workshop  “Theologie  der  Befreiung  aus  europäischer Perspektive”   der   kritischen   Auseinandersetzung   mit   der   “Zivilisationskrise”,   wobei naturgemäß die Perspektive der Opfer im Zentrum steht.

Wer sich beteiligen möchte, findet in diesem Dokument (*.pdf)  weitere Hinweise. Der Call ist offen bis 30.10.2009.


Promotionskolleg Soziale Professionen und Menschenrechte

Zum 1.1.2010 wird an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin, einer staatlich anerkannten Fachhochschule für Sozialwesen, das Promotionskolleg „Soziale Professionen und Menschenrechte“ eingerichtet. Die KHSB möchte mit der Einrichtung des Promotionskollegs den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern und den Forschungsdiskurs zum Thema Menschenrechte innerhalb der Sozialen Professionen vertiefen.

Voraussetzung für die Aufnahme in das Promotionskolleg ist ein abgeschlossenes erstes Hochschulstudium (Diplom, Magister oder Master) in einem Studiengang des Sozial- und Gesundheitswesens (FH oder Universität).

Im Rahmen des Promotionskollegs werden Promotionsstipendien an Frauen ausgegeben.

Nähere Informationen finden Sie unter www.khsb-berlin.de/promotionskolleg

Ihre Bewerbung richten Sie bitte bis zum 30. September 2009 an den Rektor der KHSB:

Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin
Köpenicker Allee 39-57
10318 Berlin
Tel.: 030 / 50 10 10 13
Fax: 030 / 50 10 10 94
E-Mail: rektorat@khsb-berlin.de


Salzburger Hochschulwoche 2008 zum Nachlesen

Wunibald Müller, promovierter Theologe und Diplompsychologe sowie Leiter des Recollectiohauses in Münsterschwarzach, hat seine Vorträge, die er auf der Salzburger Hochschulwoche 2008 gehalten hat, inzwischen in einem kleinen Bändchen veröffentlicht:

Wunibald Müller: Größer als alles aber ist die Liebe. Für einen ganzheitlichen Blick auf Homosexualität, Ostfildern: Matthias-Grünewald-Verlag  der Schwabenverlag AG 2009, 104 Seiten.

Der Band beschäftigt sich mit dem Thema aus psychologischer, biblischer, theologisch-ethischer und pastoralpraktischer Perspektive.

Das besondere Verdienst von Müller ist, dass er die verschiedenen Positionen innerhalb der christlichen Kirchen, nicht allein der katholischen, reflektiert und sachlich fundiert darstellt, ohne in Einseitigkeiten zu verfallen. Der bekannte Autor, der als einer der ersten Theologen im deutschsprachigen Raum zu diesem Thema geforscht und publiziert hat, vermeidet sowohl restriktive Engführungen als auch idealistische Überhöhungen. Wer sich ausgewogen informieren will, um sich dann ein eigenes Urteil zu bilden, ist mit dem vorliegenden, sehr persönlich geschriebenen Bändchen gut beraten. Eine tiefergehende moraltheologische oder lebensformenethische Reflexion bietet der Verfasser allerdings nicht; hierfür muss man an anderer Stelle suchen. 

Am Ende formuliert Müller pastoral ein sehr kluges Fazit: “Stört die Liebe nicht”. Kirchenpolitisch bleiben allerdings durchaus Fragen offen.


“Neusprech im Überwachungsstaat”

“Wie lassen sich Einschränkungen der Bürgerfreiheit als Gewinn für alle verkaufen? Indem man sie sprachlich vernebelt. Ein Katalog des Neusprech zur Inneren Sicherheit.” - So beginnt “Schäubles Wörterbuch”, das seit kurzem in der Onlineausgabe der “ZEIT” zu finden ist und mit dem die bekannte Hamburger Wochenzeitung die Debatte um die neuen Sicherheitsgesetze kritisch begleiten will. Ergänzungen aus dem Leserkreis sind möglich. “Schäubles Wörterbuch” ist zu finden unter: http://www.zeit.de/online/2009/04/neusprech-schaeuble-lexikon. Dort findet sich auch der Vortrag “Neusprech im Überwachungsstaat” , den der Bamberger Professor Martin Haase Ende November 2008 vor der Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V. hielt. Der Vortrag lieferte wichtige Anregungen für das Projekt, das die “ZEIT” jetzt gestartet hat.