Archive for the 'Kirchliche Soziallehre' Category

JCSW 52/2011 “Ethik der Arbeitsgesellschaft. Zur Impulskraft der Enzyklika ‘Rerum novarum’”

120 Jahre nach Erscheinen der Enzyklika “Rerum novarum” von Papst Leo XIII. beschäftigt sich der kurz vor dem Jahreswechsel erschienene 52. Band des Jahrbuchs für Christliche Sozialwissenschaften unter Aufnahme der Impulse von Rerum novarum mit aktuellen sozialethischen Debatten um die Zukunft der Arbeitsgesellschaft. Die verschiedenen Beiträge befassen sich damit, inwiefern diese Impulse der ersten Sozialenzyklika auch heute noch als aktuell und orientierend angesehen werden können und nehmen Kernthemen von Rerum novarum auf, um diese sozialwissenschaftlich und sozialethisch im Kontext gegenwärtiger Entwicklungen und Herausforderungen zu untersuchen.

Darüber hinaus enthält das Jahrbuch einen Literaturbericht zur Arbeit in der globalisierten Wirtschaftsgesellschaft, eine Rezension zu Sabine Schratz: “Das Gift des alten Europa und die Arbeiter der Neuen Welt. Zum amerikanischen Hintergrund der Enzyklika Rerum novarum (1891)” sowie einen sozialethischen Forschungsbeitrag zur Ethik der Menschenrechte im Kontext von Klimawandel und Entwicklung. Abgerundet wird es durch Berichte von der Jahrestagung 2010 der Societas Ethica (“On Morals, Markets and Money – Economic and Business Ethics Revisited”), vom Berliner Werkstattgespräch der Sozialethiker(innen) 2011 (“Theologie (in) der Sozialethik”), vom Forum Sozialethik 2010 (“Ethik der Entwicklung”), von einem Expertengespräch des Münsteraner Exzellenzclusters “Religion und Politik” (“Freiheit, Gleichheit, Religion. Religionspolitik als neue Herausforderung”) sowie zur Jubiläumstagung des Instituts für Christliche Sozialwissenschaften Münster 2011 (“Ressourcen – Lebensqualität – Sinn. Gerechtigkeit für die Zukunft denken”).

Zudem wartet das Jahrbuch 2011 mit einigen spannenden Neuerungen im redaktionellen Bereich auf:

  • Mit der vorliegenden Ausgabe wurde ein Peer-Review-Verfahren zur Qualitätssicherung der Beiträge eingeführt.
  • Es findet erstmals ein englischsprachiger Artikel Eingang in das Jahrbuch – diese Maßnahme zur Stärkung der internationalen Sichtbarkeit und Verbreitung des Jahrbuchs soll ausgebaut werden (wobei mittelfristig nach wie vor in der Mehrzahl deutschprachige Beiträge aufgenommen werden sollen).
  • Es wurde ein freier Bereich für Forschungsbeiträge zur Sozialethik jenseits des Schwerpunktthemas eingerichtet, für den jeweils zum Stichtag 31. Januar sozialethische Themen zu einem frei gewählten Thema in englischer oder deutscher Sprache eingereicht werden können.
  • Ab dem vorliegenden Band soll auch eine Internetversion des Jahrbuches im Open Access Modus aufgebaut werden. Ab dem jeweils vorhergehenden Band können in Zukunft alle Beiträge des Jahrbuchs frei und unentgeltlich als pdf abgerufen werden. Dieses Angebot wird wohl im Lauf des Jahres 2012 realisiert werden.

Das aktuelle Jahrbuch  kann im Buchhandel, über den Aschendorff-Verlag, Münster (www.aschendorff-buchverlag.de) oder beim Institut für Christliche Sozialwissenschaften (www.jcsw.de) für 36,90,- Euro erworben werden.

Inhaltsverzeichnis

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ZdK veranstaltet Fachtagung zum Thema „Nachhaltigkeit“ im März

20 Jahre nach dem Rio-Gipfel zu Umwelt und Entwicklungsfragen lädt das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gemeinsam mit katholischen Organisationen und Verbänden zu einer Tagung ein, die sich der Umsetzung des in Rio entwickelten Leitbildes einer nachhaltigen Entwicklung widmet.

Die Fachtagung „Kirche auf dem Weg der Nachhaltigkeit – 20 Jahre nach Rio“ findet am 02. März 2012 in Bonn statt.

Gäste aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Kirche diskutieren grundlegend über die notwendigen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen und Rahmenbedingungen für eine nachhaltigere Lebensweise, darunter Alois Glück (Präsident des ZdK), Ursula Heinen-Esser (Parlamentarische Staatssekretärin) und Bischof Dr. Gregor Maria Hanke (Bistum Eichstätt). Dabei geht es nicht nur darum, allgemeine Prinzipien für eine nachhaltigere gesellschaftliche Entwicklung aufzuzeigen, sondern auch die Gestaltung konkreter Handlungsfelder wie Ernährungsweise, Mobilitätsverhalten, Energieverbrauch und Finanzen zu thematisieren. Insbesondere soll auch der bisherige und zukünftige Beitrag der katholischen Kirche in diesem gesellschaftlichen Prozess in den Blick genommen werden.

Die Tagung richtet sich an Funktionsträger und Multiplikatoren aus Kirche, Politik und Gesellschaft sowie an weitere Interessierte.

Das detaillierte Programm und weitere Informationen finden sich unter: http://www.zdk.de/projekte/fachtagung-nachhaltigkeit/

Christ sein heißt politisch sein

Am 25. Dezember 2012 wäre der ehemalige Mainzer Bischof und Wegbereiter einer lehramtlichen Sozialverkündigung Wilhelm Emmanuel von Ketteler 200 Jahre alt geworden.

Anlass genug für den Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx, sich in einem vor Kurzem im Herder-Verlag erschienen Buch mit diesem Vordenker christlicher Weltverantwortung zu beschäftigen und seine bleibende Bedeutung herauszuarbeiten:

Marx, Reinhard: Christ sein heißt politisch sein. Wilhelm Emmanuel von Ketteler für heute gelesen, Verlag Herder: Freiburg 2011, 140 Seiten, 14,95 Euro.

Aus diesem Anlass hat Kardinal Marx nun der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) ein Interview gegeben, in dem er ausgehend von seinem Buchtitel eine zentrale Einsicht Kettelers betont:

Soziale Gerechtigkeit gehört unmittelbar zum “depositum fidei”, also zum Glaubenskern dazu und ist kein Anhängsel. So deutlich hat das vor ihm noch keiner gesagt. Alles, was den Menschen berührt und betrifft, sind auch Glaubensfragen. Deshalb muss sich die Kirche äußern, wenn es um die Menschenwürde und das Miteinander geht.

Ähnlich formuliert Marx auch im Nachwort seines Buches:

“Eine Lektüre der Schriften Wilhelm Emmanuel von Kettelers regt auch heute dazu an, sich über das eigene Handeln Rechenschaft abzulegen, und ermutigt dazu, die Botschaft Jesu Christi in Wort und Tat zu verkünden und sich nicht von gesellschaftlichen und politischen Umständen davon abhalten zu lassen. [...] Unser christlicher Glaube ist kein Relikt vergangener Epochen, sondern Nährboden für unser Leben hier und heute. Seien wir also mutig, den Auftrag Jesu, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein, auch im großen Feld von Gesellschaft und Politik zu beherzigen.”

Beachtenswert ist in diesem Zusammenhang auch der Artikel von Gerhard Kruip in der Novemberausgabe der HerderKorrespondenz, der unter dem Titel “Vorreiter und Vorbild. Zur bleibenden Bedeutung von Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler” (S. 564-567) dem Buch von Kardinal Marx eine durchaus wertschätzende Rezension zukommen lässt und den vom Autor herausgestellten Vorbildcharakter Kettelers um den Aspekt einer Reform der Kirche ergänzt, “die in jeder Zet neu vor der Herausforderung steht, Kirche in der Welt von heute zu sein.” (S. 564)

Weitere, eher biographisch orientierte Bücher zu Wilhelm Emmanuel von Ketteler:

  • Grosse Kracht, Hermann-Josef: Wilhelm Emmanuel von Ketteler – Ein Bischof in den sozialen Debatten seiner Zeit, Ketteler Verlag: Köln 2011.
  • Brehmer, Karl: Wilhelm Emmanuel von Ketteler. Arbeiterbischof und Sozialethiker, Schnell + Steiner: Regensburg 2009.

Neue Ausgabe von “Ethik und Gesellschaft” erschienen

eugNeu erschienen: Sonderheft der Zeitschrift “Ethik und Gesellschaft” 2011: Arbeit – Eigentum – Kapital. Zur Kapitalismuskritik der großen Sozialenzykliken.
Das ›Sonderheft 2011‹ der ›Ethik und Gesellschaft‹ stellt sich die Aufgabe, zentrale Themen und Motive der langen Tradition päpstlicher Sozialverkündigung in der modernen kapitalistischen Industriegesellschaft noch einmal Revue passieren zu lassen und auf ihre Zukunftspotenziale hin zu befragen.
In diesem Sonderheft der Online-Zeitschrift finden sich verschiedene Texte der 1. Heppenheimer Tage zur christlichen Gesellschaftsethik dokumentiert. Weitere Informationen hier.

Vorstellung des neuen DBK-Impulspapiers “Chancengerechte Gesellschaft”

chgerges

Über E-Mail erreichte mich gerade der Hinweis, dass am Montag, 27. Juni 2011, 10.30 Uhr das neue sozialethische Impulspapier der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz vorgestellt wird. Ort: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Berlin (Dorotheenstraße 84). Das Papier heißt: “Chancengerechte Gesellschaft. Leitbild für eine freiheitliche Ordnung”. Neben Erzbischof Reinhard Kardinal Marx ist auch Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio dabei.

Das wird bestimmt sehr interessant. Mal sehen, was da für ein Freiheitsbegriff zur Anwendung kommt… Mitglieder des Forums Sozialethik sollen den Hinweis auf die Veranstaltung  ausdrücklich auch als Einladung verstehen.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung hier.

Veranstaltungshinweis: “Heppenheimer Tage zur christl. Gesellschaftsethik 2011″

“Die ‘Heppenheimer Tage zur christlichen Gesellschaftsethik’ wollen an die ‘Heppenheimer Soziallehretage’ und das ‘Forum Politische Ethik-Politische Theologie’ anknüpfen, die in den 1980er und 1990er Jahren regelmäßig im Heppenheimer Haus am Maiberg, der politisch-sozialen Akademie des Bistums Mainz, stattfanden und sich der Verständigung und Weiterentwicklung zentraler Anliegen moderner christlicher Gesellschaftsethik widmeten.” (Ausschreibung)

In diesem Jahr geht es um “Kirche im Kapitalismus – Kirchliche Kapitalismuskritik. Ein Blick zurück nach vorn auf die großen Sozialenzykliken”, Termin: Fr./Sa. 20./21.05. 2011, Ort: Haus am Maiberg, Heppenheim. Weitere Informationen hier.

Caritas in veritate

Die sozialethische Zeitschrift Denk doch mal. Onlinemagazin für Arbeit – Bildung – Gesellschaft, herausgegeben vom Netzwerk Gesellschaftsethik e. V., hat eine Sonderausgabe mit Reflexionen über die neue Sozialenzyklika “Caritas in veritate” von Papst Benedikt XVI. veröffentlicht.

Das unter www.denk-doch-mal.de kostenfrei zugängliche Heft enthält Beiträge von Robert Zollitsch (“Die Liebe als Hauptweg der Soziallehre”), Marianne Heimbach-Steins (“Für alle Menschen guten Willens”), Thomas Steinforth (“Wirtschaft ist kein moralfreier Raum”), Markus Seibt (“Religionsunterricht an Berufsschulen ohne Chance?”),
Axel Bernd Kunze (“Bildung und Entwicklung – Anspruch auf umfassende Bildung”), Markus Vogt (“Arbeit – Positionen der katholischen Soziallehre”), Manfred Böhm (“Die Wurzeln der Betriebsseelsorge”), Erwin Helmer (“Dreizehn päpstliche Wege aus der Krise”), Hermann-Josef Kronen (“Schlaglichter zur Situation von Arbeitslosen”), Martin Mohr  (“Ein Zwischenruf”) sowie Hans Ludwig (“Plattform soziale Marktwirtschaft”). Und in einem Interview bekennt Fritz Schösser: “Ich habe die Enzyklika von Anfang bis Ende gelesen.” Das Editorial des Heftes stammt aus der Feder von Gerhard L. Endres, Vorsitzender des Netzwerkes Gesellschaftsethik e. V.

Umstrittene Denkschrift

Kirche und unternehmerisches Handeln. Neue Perspektiven der Dialogarbeit – so heißt ein neuer Sammelband des “Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt” (kda), der sich mit der Unternehmerdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland beschäftigt. Die Beiträge fragen danach, wie der Dialog zwischen Kirche und Wirtschaft heute gelingen kann. Aus genuin sozialethischer Sicht kommentieren Prof. Dr. Hans-G. Ulrich, evangelischer Sozialethiker aus Erlangen, und Dr. Axel Bernd Kunze, katholischer Sozialethiker aus Bamberg, die umstrittene und äußerst kontrovers diskutierte Denkschrift.

Johannes Rehm, Sigrid Reihs (Hgg.): Kirche und unternehmerisches Handeln. Neue Perspektiven der Dialogarbeit, Stuttgart: W. Kohlhammer 2010.

Netzwerk Gesellschaftsethik

Der zweite Ökumenische Kirchentag in München steht vor der Tür (12. bis 16. Mai 2010). Das Netzwerk Gesellschaftsethik e. V., das unter anderem als Herausgeber des Onlinemagazins “Denk doch mal” aktiv ist, wird in Halle B 5 auf dem Messegelände dabei sein, gemeinsam mit weiteren kirchlichen Sozialverbänden. Vorgestellt wird unter anderem eine Veröffentlichung mit Stellungnahmen zur neuen Sozialenzyklika Benedikts XVI. “Caritas in veritate”.

Die Sonderausgabe von “Denk doch mal. Onlinemagazin für Bildung – Arbeit – Gesellschaft” ist ab Mai 2010 online abrufbar unter www.denk-doch-mal.de. Herausgeber von “Denk doch mal” und Vorsitzender des Netzwerkes Gesellschaftsethik e. V. ist Gerhard L. Endres.

Stellenausschreibung der KSZ

Die Katholische Sozialwissenschaftliche Zentralstelle e.V., Mönchengladbach, sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n wissenschaftliche Referentin/Referenten. Damit verbunden ist die Stellvertretung des Direktors.

Die Stelle ist auf zwei Jahre befristet. Hier hatte ich ja schon mal darauf hingewiesen, dass sich in der Zentralstelle etwas geändert hat.

Erwartet wird u.a.  ein abgeschlossenes Theologiestudium, möglichst Promotion. Weitere Informationen hier.

 solide Kenntnis der katholischen Soziallehre

engagement 1/2010

Druckfrisch liegt das neue Themenheft 1/2010 der Zeitschrift “engagement. Zeitung für Erziehung und Schule” auf dem Tisch. Unter den Autoren befinden sich zwei Mitglieder des Forums Sozialethik:

Anna Noweck (missio – Internationales katholisches Missionswerk, München) schreibt über das Projekt “missio: Partner machen Schule. Eine Kooperation im Rahmen der neuen gymnasialen Oberstufe in Bayern” (S. 30 ff.).

Axel Bernd Kunze (Bereich Bildungswissenschaften der Universität Trier) berichtet unter dem Titel “Plädoyer für eine Freiheit aus christlicher Verantwortung” über das neue Handbuch der Katholischen Soziallehre (S. 46 ff.).

Das aktuelle Themenheft, verantwortet von Rafael Frick (PH Ludwigsburg), beschäftigt sich mit der Berufsorientierung Katholischer Schulen. Als weitere Themen sind in diesem Jahr geplant: Koedukation, Biedukation und Monoedukation (Heft 2/2010), Ganztagsschule (Heft 3/2010), Lehrerbildung (Heft 4/2010). Den Auftakt im kommenden Jahr bildet das Thema Institution und Familie in der Bildung (Heft 1/2011).

Die Zeitschrift “engagement” wird herausgegeben vom Arbeitskreis Katholischer Schulen in freier Trägerschaft in der Bundesrepublik Deutschland (AKS) unter der Schriftleitung von Lukas Schreiber. Die Zeitschrift erscheint im Münsteraner Verlag Aschendorff; ein Jahresabonnement kostet 25 Euro zuzüglich Porto.

Deutsche Bischöfe: “Berufen zur caritas”

“Die Deutsche Bischofskonferenz hat heute ein Wort der deutschen Bischöfe unter dem Thema „Berufen zur caritas“ veröffentlicht. Der Text bezieht die zentralen Aussagen der Caritas-Enzyklika „Deus caritas est“ von Papst Benedikt XVI. auf die Situation der deutschen Kirche und entwickelt sie weiter. Das Papier wendet sich an alle karitativ Engagierten.” (Quelle)