Archive for the 'Grundfragen der Ethik' Category

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Netzwerk Gesellschaftsethik

Der zweite Ökumenische Kirchentag in München steht vor der Tür (12. bis 16. Mai 2010). Das Netzwerk Gesellschaftsethik e. V., das unter anderem als Herausgeber des Onlinemagazins “Denk doch mal” aktiv ist, wird in Halle B 5 auf dem Messegelände dabei sein, gemeinsam mit weiteren kirchlichen Sozialverbänden. Vorgestellt wird unter anderem eine Veröffentlichung mit Stellungnahmen zur neuen Sozialenzyklika Benedikts XVI. “Caritas in veritate”.

Die Sonderausgabe von “Denk doch mal. Onlinemagazin für Bildung – Arbeit – Gesellschaft” ist ab Mai 2010 online abrufbar unter www.denk-doch-mal.de. Herausgeber von “Denk doch mal” und Vorsitzender des Netzwerkes Gesellschaftsethik e. V. ist Gerhard L. Endres.

engagement 1/2010

Druckfrisch liegt das neue Themenheft 1/2010 der Zeitschrift “engagement. Zeitung für Erziehung und Schule” auf dem Tisch. Unter den Autoren befinden sich zwei Mitglieder des Forums Sozialethik:

Anna Noweck (missio – Internationales katholisches Missionswerk, München) schreibt über das Projekt “missio: Partner machen Schule. Eine Kooperation im Rahmen der neuen gymnasialen Oberstufe in Bayern” (S. 30 ff.).

Axel Bernd Kunze (Bereich Bildungswissenschaften der Universität Trier) berichtet unter dem Titel “Plädoyer für eine Freiheit aus christlicher Verantwortung” über das neue Handbuch der Katholischen Soziallehre (S. 46 ff.).

Das aktuelle Themenheft, verantwortet von Rafael Frick (PH Ludwigsburg), beschäftigt sich mit der Berufsorientierung Katholischer Schulen. Als weitere Themen sind in diesem Jahr geplant: Koedukation, Biedukation und Monoedukation (Heft 2/2010), Ganztagsschule (Heft 3/2010), Lehrerbildung (Heft 4/2010). Den Auftakt im kommenden Jahr bildet das Thema Institution und Familie in der Bildung (Heft 1/2011).

Die Zeitschrift “engagement” wird herausgegeben vom Arbeitskreis Katholischer Schulen in freier Trägerschaft in der Bundesrepublik Deutschland (AKS) unter der Schriftleitung von Lukas Schreiber. Die Zeitschrift erscheint im Münsteraner Verlag Aschendorff; ein Jahresabonnement kostet 25 Euro zuzüglich Porto.

Forum Sozialethik 2010: Ethik der Entwicklung – CALL FOR PAPERS

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

Die Sorge um die richtige und angemessene Entwicklung des Menschen innerhalb seiner sozialen Verbindungen ist seit der Antike eines der großen Themen in Philosophie, Theologie, im gesellschaftspolitischen Diskurs sowie in den Naturwissenschaften und der Ökonomie. Entsprechend vielgestaltig und kontrovers sind die Überlegungen und Ergebnisse hinsichtlich der Frage, was der Mensch sein soll, wonach er streben kann und wie sein Leben beschaffen zu sein habe, damit er seiner conditio humana gerecht werde. Die heute verfügbaren Medien stellen uns das Ausmaß und die Folgen absoluter Armut erschrecken vor Augen. Die Krisen der vergangenen Jahre, wie Nahrungsmittel- und Finanzkrise, treffen gerade die wenigsten entwickelten Länder am stärksten. Liegt unseren Modellen von Entwicklung eine anthropologische Basis zugrunde, die die idealen Ziele von Entwicklung bestimmt, oder wird die Frage menschlicher Entwicklung heute primär ökonomistisch verengt?

Das Forum Sozialethik 2010 möchte sich den drängenden Fragen einer Ethik der Entwicklung gewohnt vielfältig stellen.

Das Vorbereitungsteam (Anna Noweck, Michael Hartlieb, Markus Demele) lädt Interessierte herzlich ein, sich mit einem Beitrag an der Tagung zu beteiligen. Angesprochen sind Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen (Promotion, Habilitation, Privatdozenten und -dozentinnen) sowie fortgeschrittene Studierende des Faches Sozialethik im deutschsprachigen Raum. Vertreterinnen und Vertreter aus benachbarten Disziplinen (Philosophie, Soziologie, Politikwissenschaften usw.) sind herzlich willkommen.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem Call for Papers.

Alle weiteren Informationen auf der Tagungswebsite.

Wissenschaftspreise 2010 des deutschen Caritasverbandes

Lorenz-Werthmann-Preis:

Mit dem Lorenz-Werthmann-Preis werden Dissertationen und Habilitationsschriften sowie Arbeiten mit vergleichbarem wissenschaftlichen Niveau ausgezeichnet, die sich mit der Arbeit und Aufgabenstellung der freien Wohlfahrtspflege, der Zusammenarbeit zwischen freier und öffentlicher Wohlfahrtspflege, neuen Ansätzen in der sozialen Arbeit sowie mit caritastheologischen und sozialethischen Themen befassen. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert.
Auschreibung und Eingabeformular

Gertrud-Luckner-Preis:
Mit dem Gertrud-Luckner-Preis werden Abschlussarbeiten in Diplom-, Magister-, Bachelor- und Masterstudiengängen an Universitäten und Fachhochschulen bzw. vergleichbare Arbeiten ausgezeichnet. Sie müssen sich mit der freien Wohlfahrtspflege, der Zusammenarbeit zwischen freier und öffentlicher Wohlfahrtspflege, neuen Ansätzen in der sozialen Arbeit sowie mit caritastheologischen und sozialethischen Themen befassen. Für den Gertrud-Luckner-Preis können Abschlussarbeiten von Dozenten/-innen vorgeschlagen werden. Eigenbewerbungen sind nicht möglich.  Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert.

Auschreibung und Eingabeformular

Die Eingabefrist für beide Preise endet am 01. März 2010. Weitere Informationen zu den Preisen unter: http://www.caritas.de/22896.html

Paul-Nordhues-Caritaspreis 2009-2012 (Diakonie und Glaubensvollzug)

Der Beirat der „Paul-Nordhues-Caritaspreisstiftung" schreibt für den Zeitraum 2009-2012 folgendes Thema zur wissenschaftlichen Bearbeitung aus:

„Diakonie als konstitutive Dimension des Glaubensvollzugs"

Die Arbeit kann je nach konkreter Themenformulierung folgende Inhalte zum Gegenstand haben:

  • allgemeine und grundlegende Verständnisklärungen zu „Diakonie";
  • theologische Motive zur Begründung und Orientierung diakonischer Praxis;
  • allgemeine religionstheoretische wie auch spezifisch christlich-theologische Klärungen zum Verständnis von „Glaube";
  • Reflexionen zur normativen Begründung und praktischen Gestalt des Glaubensvollzugs in der alltäglichen individuellen wie sozialen Lebensführung;
  • Aufweis des der Diakoniepraxis eigenen, genuinen Wesens als Glaubensvollzugs; – konzeptionelle Relevanz und Konsequenzen für die diakonische Praxis der Kirche.

Die Arbeiten, die zur Teilnahme an der Ausschreibung angefertigt werden, sollten mindestens 100 Seiten Umfang haben. Der Preis ist mit 3.000 EUR dotiert.

Die Arbeiten sind ohne Namensnennung, mit einem Kennwort versehen, in drei Exemplaren bis zum 30. April 2012 einzusenden an die Theologische Fakultät Paderborn, Paul-Nordhues-Caritaspreisstiftung, Kamp 6, 33098 Paderborn.

Name und Anschrift des Autors/der Autorin müssen in einem verschlossenen Umschlag beiliegen. Das gewählte Kennwort der Arbeit ist auf dem Umschlag zu notieren.

Rückfragen sind zu richten an: Prof. Dr. Herbert Haslinger, Kamp 6, 33098 Paderborn; Tel.: 05251/121-739; E-Mail: h.haslinaer@theol-fakultaetpb.de

Internationale Konferenz zur Sozialenzyklika

Was trägt, wenn die Welt aus den Fugen gerät? Unter dieser Fragestellung steht die Internationale Konferenz zur neuen Sozialenzyklika Papst Benedikts XVI., die die Kommende Dortmund im Rahmen ihrer 60-Jahr-Feier vom 17. bis 19. November 2009 in Dortmund und in der Katholischen Akademie Schwerte veranstaltet. Wirtschaftskrise, drohende Klimakatastrophe und die Entwicklungsproblematik sind der Ausgangspunkt einer ethischen Reflexion und der Profilierung der kirchlichen Sozialverkündigung. Die Tagung fragt nach der Weltverantwortung der Christen und will Antworten im Horizont der Globalisierung formulieren.

Der Tagungsflyer findet sich hier: einladung-60-jahre-kommende.

Bericht vom 8. Workshop Ethik „Moralische Gefühle und moralischer Realismus – Wirklichkeit und Erkennbarkeit der Moral“.

Von Volker Drell

Vom 16. – 18. März fand im Martin-Niemöller Haus in Arnoldshain der Workshop Ethik statt. Veranstalter waren das Zentrum Rabanus Maurus, das Nell-Breunig-Institut, die Evangelische Akademie Arnoldshain und das Forschungsinstitut für Philosophie Hannover. Der diesjährige Workshop Ethik stand unter dem Titel „Moralische Gefühle und moralischer Realismus – Wirklichkeit und Erkennbarkeit der Moral“. Vor allem Nachwuchswissenschaftler/innen nutzten die Gelegenheit, um vor mehr als 40 Kollegen und Interessierten ihre aktuellen Projekte vorzustellen und intensiv zu diskutieren.

Die inhaltliche Breite reichte von autorenbezogenen Vorträgen zu Peter Stemmer, David Hume, Max Scheler und Philippa Foot über allgemeinere Fragstellungen des Neosentimentalismus und der Erkennbarkeit von Moralnormen bis hin zu Anwendungsfragen, die beispielsweise eine metaethische Reflexion der ethischen Expertise in Ethikkommissionen betrafen.

Die Rekonstruktion der Wirklichkeit moralischer Gefühle wurde vor allem mit anthropologischen und phänomenologischen Ansätzen versucht. Im zweiten thematischen Schwerpunkt wurde die Debatte um den moralischen Realismus durchaus kontrovers geführt. Der Abendvortrag von Peter Schaber (Zürich) bot hierfür durch die klare Argumentation für eine realistische Position einen pointierten Einstieg. So gelang es, trotz einiger kurzfristiger, krankheitsbedingter Absagen, alle vorgesehenen Aspekte zu behandeln und schließlich zusammenzuführen.

Auch aufgrund der durchweg guten Atmosphäre während und nach den Diskussionen herrschte am Ende der fast dreitägigen Veranstaltung bei den Teilnehmer/innen das Gefühl vor, zahlreiche Anregungen und Impulse für die eigene Arbeit bekommen zu haben.

8. Workshop Ethik “Moralische Gefühle und moralischer Realismus”

Zum achten Mal findet vom 16.-18. März 2009 ( Martin-Niemöller-Haus, Arnoldshain/Taunus) der WORKSHOP ETHIK statt, der sich als Diskussionsforum über die Grundlagen ethischer Reflexion versteht. Titel: “Moralische Gefühle und moralischer Realismus. Wirklichkeit und Erkennbarkeit der Moral”. Im Workshop 2009 wird die Verbindungen zwischen moralischen Gefühlen, dem Realismus und der Erkennbarkeit der Moral analysiert und diskutiert.

Tagungsleitung:

Prof. Dr. Bernhard Emunds, Nell-Breuning Institut der Hochschule Sankt Georgen
Dr. Georg Horntrich, Akademisches Zentrum Rabanus Maurus
Prof. Dr. Gerhard Kruip, Universität Mainz und Forschungsinstitut für Philosophie Hannover
Dr. Gotlind Ulshöfer, Evangelische Akademie Arnoldshain

Weitere Informationen (z. B. Anmeldung) hier.

Forum Sozialethik 2009: Anthropologie und (christliche) Sozialethik, Call for Papers

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

alle philosophischen Problemstellungen und Disziplinen haben ihren Grund in anthropologischen Fragen, nämlich was wir als Menschen sind bzw. wie wir uns als Menschen verstehen. Es gehört zu den zentralen Aufgaben von handlungsleitenden Disziplinen wie der Ethik, immer auch über ihre impliziten und expliziten anthropologischen Voraussetzungen aufzuklären. Dies gilt umso mehr für die christliche Sozialethik, da für sie das Person-Sein der maßgebliche normative Bezugspunkt allen menschlichen Handelns und aller sozialer Strukturen darstellt. Die Fragen nach dem gerechten und dem guten Leben suchen nach einer entsprechenden Selbstauslegung des Menschen, die sich auch unter den Herausforderungen moderner, funktional ausdifferenzierter Gesellschaften zu bewähren hat.

Das Forum Sozialethik 2009 möchte ermitteln, in welcher Weise die Anthropologie für die gegenwärtige christliche Sozialethik und politische Ethik bedeutsam ist.

Das Vorbereitungsteam (Axel Bohmeyer, Alexander Filipovic, Christoph Krauß, Werner Veith) lädt Interessierte herzlich ein, sich mit einem Beitrag an der Tagung zu beteiligen. Angesprochen sind Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen (Promotion, Habilitation, Privatdozenten und -dozentinnen) sowie fortgeschrittene Studierende des Faches Sozialethik im deutschsprachigen Raum. Vertreterinnen und Vertreter aus benachbarten Disziplinen (Philosophie, Soziologie, Politikwissenschaften usw.) sind herzlich willkommen.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem Call for Papers und der Tagungswebsite.

Ethik in den Wissenschaften -Wie geht das?

Die Frühjahrsakademie des Ethik-Netzwerks Baden-Württemberg bietet den Teilnehmenden ein Forum, eigene Forschungsprojekte zur Ethik in einem wissenschaftlichen Bereich vorzustellen und ein Feedback über deren Inhalte, Methoden und Organisationsform zu erhalten. Zugleich sollen Themen von allgemeiner Bedeutung gemeinsam diskutiert werden.

Die Veranstaltung richtet sich an fortgeschrittene Studierende, DoktorandInnen und Post-DoktorandInnen aller Disziplinen, in deren Forschungskontext ethische Fragen aufgeworfen werden. Sie sind eingeladen, sich einige Tage intensiv miteinander über diese Fragen auszutauschen.

Interessierte bewerben sich

  • mit einem Abstract (ca. eine Seite) eines möglichen Beitrags zum Thema der Veranstaltung und
  • einem kurzen Curriculum Vitae (Schwerpunkt: Studien- bzw. Forschungsinteressen).

Einsendeschluss: 20. Januar 2009, per E-Mail an:izew.ethik-netzwerk@uni-tuebingen.de.

Nähere Informationen hier.

Nächstes Forum Sozialethik zu “Anthroplogie und Sozialethik”

Das Forum Sozialethik 2009 (14.-16. September 2009) widmet sich dem Thema “Anthropologie und (christliche) Sozialethik (Arbeitstitel)”. Zum Vorbereitungsteam gehören Axel Bohmeyer (Berlin), Alexander Filipović (Bamberg), Christoph Krauß (Mainz) und Werner Veith (München). Mit einem Call for Papers ist im Januar 2009 zu rechnen. Weitere Informationen zu der Tagung im Laufe der Zeit hier.

Wer Anmerkungen zum Thema oder Hinweise zur Vorbereitung des Call for Papers hat, schreibt eine Mail an tagungen@forumsozialethik.de. Das Vorbereitungsteam freut sich über Ihre und Eure Beteiligung.

Nach der Tagung ist vor der Tagung

Unsere Tagung Forum Sozialethik 2008 ist gerade vorbei. Die Organisatorin und die Organisatoren haben einen Tagungsbericht geschrieben, den man hier herunterladen kann. Sebastian präsentiert auf Blogmal ebenfalls einen ausführlichen Bericht.

Die Kopfgrafik habe ich auch gerade aktualisiert: jetzt liegt der Grafik das Foto der Tagung 2008 zu Grunde.

Die nächste Tagung findet statt zum Thema “Anthropologie und (christliche) Sozialethik (Arbeitstitel)” (14.-16. September 2009). Das Vorbereitungsteam: Axel Bohmeyer (Berlin), Alexander Filipović (Bamberg), Christoph Krauß (Mainz), Werner Veith (München). Weitere Informationen zu dieser Tagung im Laufe der Zeit an dieser Stelle.

Interview: Bibel und Christliche Sozialethik

Wenn Christliche Sozialethik als theologische Ethik verstanden wird, bleibt der Rekurs auf die Bibel unverzichtbar. Nicht ganz klar ist allerdings, wie dieser Rekurs methodisch vorgenommen wird. Heinrich Bedford-Strohm, evangelischer Theologe und Professor für systematische Theologie und theologische Gegenwartsfrage an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, hat zu dieser Frage gearbeitet. In seiner Disseration (1993) “Vorrang für die Armen. Auf dem Weg zu einer theologischen Theorie der Gerechtigkeit” (Gütersloh: Kaiser (Öffentliche Theologie, 4)) äußert er sich ausführlich dazu.

Das folgende Interview entstand zur Vorbereitung auf ein Oberseminar am Bamberger Lehrstuhl Christliche Soziallehre und Allgemeine Religionssoziologie (Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins) zum Thema “Biblische Hermeneutik und christliche Sozialethik” (Mai 2008). Im Mittelpunkt des Gesprächs steht die Frage nach dem Zusammenhang von Bibel und Christlicher Sozialethik; gefragt wird auch zu dem gerade genannten Buch.

Ich stelle das Video hier zur Verfügung, weil die Vermittlung recht lebendig und vielleicht von allgemeinerem Interesse ist. Vielleicht kann es auch in Schule und Universität genutzt werden. Der Film ist Creative-Commons-Lizensiert (by-sa) und kann unter bestimmten Bedingungen frei weiterverbreitet und genutzt werden.

Die erste Frage geht etwas unter: Gefragt ist nach der aktuellen Relevanz des Zusammenhangs von Bibel und Sozialethik.

Herder Korrespondenz – Ausgabe 5/2008

“Wie leistungsfähig sind naturrechtliche Ansätze in der Ethik?”, fragt Eberhard Schockenhoff in der aktuellen Maiausgaber der Herder Korrespondenz (S. 236 ff.). Der Freiburger Moraltheologe, zugleich Mitglied im Deutschen Ethikrat, kommt am Ende seiner Überlegungen zu dem Schluss: “In der Stärke des Naturrechts, die seinen Forderungen allgemeine Geltung verleiht, liegt aber zugleich seine innere Grenze. Denn nur ein material bescheidenes Naturrecht, das sich auf die unerlässlichen Mindestvoraussetzungen des Menschseins beschränkt, lässt genügend Freiraum für individuelle Lebenserfahrungen und kulturelle Unterschiede unter den Menschen.” (S. 241) Wie schon in seinem Werk “Grundlegung der Ethik” bemüht sich Schockenhoff auch an dieser Stelle darum, zwischen Naturrechtsethik und Konzeptionen Autonomer Moral zu vermitteln: “Viele Neuansätze  der philosophischen und theologischen Ethik erweisen sich bei näherer Betrachtung nicht als Alternativen zum Naturrecht, sondern als Modifikationen innerhalb desselben Paradigmas, die vor allem auf die Integration humanwissenschaftlicher Erkenntnisse zielen, um gesicherte Einsicht in die anthropologische Verfassung des Menschen zu gewinnen.” (ebd.)

Lesenswert ist auch das Interview mit dem Jesuiten Johannes Siebner, Direktor des Kollegs Sankt Blasien im Schwarzwald: “Damit Schule nicht so wichtig ist” (S. 232 ff.). Die Antworten des Schulleiters lassen durchaus ungewohnte und wohltuend besonnene Töne innerhalb der gegenwärtigen, mitunter reichlich überhitzten Bildungsreformdebatte anklingen. So warnt er davor, die Schule nicht mit Erziehungserwartungen zu überfordern, für die gar nicht genügend pädaogisch geschultes Personal zur Verfügung steht: “Wenn es ständig heißt, Kinder sind unsere Zukunft, unsere Hoffnung, dann klingt doch in Klammern immer mit, dass sie auch unsere Enttäuschung, unsere Desillusionierung, unsere geplatzte Hoffnung sein werden. Es wird heute viel zu viel auf die junge Generation projeziert. Wer gute Erziehung leisten will, muss sich dagegen immer wieder einüben zu sagen, dass Kinder und Jugendliche um ihrer selbst willen begleitet und erzogen werden müssen – nicht weil sie unsere Zukunft sind.” (S. 234) Eltern rät er dann auch, die Schule ernst, aber nicht zu wichtig zu nehmen: “Schule [breitet sich] immer mehr im Alltag der Kinder aus, und deshalb wachsen die Erwartungen an Schule geradezu bedrohlich. Wer immer etwas von Jugendlichen will, ob Wirtschaft oder Werbung – alle gehen in die Schule. [...] Schule ist gesellschaftlich so wichtig geworden, dass wir als Schule zunehmend die Aufgabe haben, die Schülerinnen und Schüler zu schützen, indem wir ihnen Räume, Zeit und Ort geben für so etwas wie das Übernützlich. Wir wollen bilden, nicht ausbilden.” (S. 233) Bildungspolitisch spricht sich Siebner für eine Wahlfreiheit der Eltern und Schüler aus – und damit auch gegen die Ganztagesschule als Regelfall für alle Schüler in Deutschland.

Die Herder Korrespondenz erscheint monatlich im Verlag Herder und kostet im Abonnement 10,20 Euro (ermäßigt 8,00 Euro) pro Heft (zzgl. Versandkosten). Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit uner www.herderkorrespondenz. de.

Ich – Du – Er, Sie, Es: Call for papers

Die 6. Jahrestagung des Internationalen Forschungsnetzwerks Transzendentalphilosophie/Deutscher Idealismus wird sich thematisch der philosophischen Verhältnisbestimmung zwischen Subjekt und Gehirn bzw. Mensch und Natur widmen.

Termin: Donnerstag, 21.02. bis Samstag, 23.02.2008
Ort: Technische Universität Berlin, Institut für Philosophie
Veranstalter: Patrick Grüneberg, M. A., Prof. Dr. Christoph Asmuth

Call for papers: cfp-ichduer.pdf (Einsendeschluss: 30.11.2007)