Archive for the 'Friedensethik' Category

Katholische Friedensstiftung gegründet

Am 5. März 2010 wurde die Katholische Friedensstiftung gegründet. Ziel der Stiftung ist es, Mittel für die friedensethische Forschung, Lehre und Publikation des Instituts für Theologie und Frieden (ithf) bereitzustellen.

Wer sich über die Arbeit der Katholischen Friedensstiftung informieren möchte, kann unter folgendem Link den vier mal jährlich erscheinenden Newsletter abonnieren: http://www.katholische-friedensstiftung.de/newsletter.php

Ein Probeexemplar sowie ein Flyer zur Friedensstiftung finden sich hier: Newsletter und Flyer.


Theologie einmal anders

Gunda Werner-Burggraf, Dogmatikerin aus  Bonn sowie Habilitandin an der Universität Freiburg, und ihr Mann, Wolfgang Max Burggraf, planen ein “theologisches” Projekt ganz eigener Art: In vierhundert Tagen wollen sie mit dem Fahrrad über die Seidenstraße von Bonn nach Tokio fahren. Beide kommen aus der Menschenrechts- und Versöhnungsarbeit - und in diesem Kontext sehen sie auch ihr Projekt, das mehr ist als ein Fahrradurlaub. Auf ihrer Internetseite schreiben sie dazu:

“Dabei ist es uns ein Anliegen, gerade durch die Länder zu fahren, die aufgrund ihrer jüngsten Vergangenheit sich in politischen, sozialen und friedensperspektivischen Um- und Aufbrüchen befinden. So werden wir durch den Kosovo, die Türkei einschließlich der kurdischen Gebiete, Armenien und Aserbaidschan, den Iran, die ganzen „Stan-Staaten“ in Zentralasien und eben auch China fahren. Da wir mit dem Rad direkt im Land unterwegs und regelmäßig auf Hilfe und Unterstützung  der Menschen vor Ort angewiesen sind, wird unser Bild der Länder sicherlich ein anderes sein als das in der Presse so häufig zu lesende.”

Und dadurch, so sagt die Theologin selber, werde sich auch ihre Theologie ganz sicher verändern. Wer das Projekt unterstützen, begleiten und mitverfolgen möchte, kann sich informieren unter:

www.silkroad-project.eu


Neuerscheinung zu Militärgesangbüchern

Die tödlichen Anschläge auf Bundeswehrsoldaten in Afghanistan haben jüngst erst wieder deutlich zu Bewusstsein gebracht, wie nah der Soldatenberuf mit existenziellen Fragen verbunden ist. Auch in einer weithin säkularisierten Gesellschaft spielt die Militärseelsorge daher bis heute eine wichtige Rolle.

An der Universität Bamberg ist eine literaturwissenschaftliche Dissertation entstanden, die auch für alle in der Sozialethik quellen- und mentalitätsgeschichtlich von Belang ist, die sich mit friedens- oder militärethischen Fragen beschäftigen. Andreas F. Wittenberg, bis 1999 Berufssoldat der Bundeswehr, zuletzt im Range eines Brigadegenerals, hat es unternommen, die deutschen Gesang- und Gebetbücher für Soldaten vom achtzehnten Jahrhundert bis in die Gegenwart umfassend zu sichten und gründlich auszuwerten. Wittenberg schließt damit eine wichtige Forschungslücke. Denn wie er in seiner Arbeit darlegen kann, bieten Militärgesangbücher mitunter verlässlichere und authentischere Informationen als Werkausgaben oder Kriegserinnerungen.

Soldatengesangbücher sind nicht zwangsläufig notwendig. Sie entstanden zunächst einmal deswegen, weil sich eine eigenständige Militärseelsorge mit eigenen kirchlichen Strukturen entwickelte. Doch haben Sie sich als äußerst zweckmäßig und hilfreich erwiesen - nicht allein deshalb, weil sie auf die Bedürfnisse von Soldaten zugeschnitten sind und von ihrer Größe her für das Feldgepäck gedacht sind. Sie geben Halt, wecken Zuversicht und Hoffnung. So lässt Wittenberg einen Militärpfarrer, der im Kosovo tätig war, und eine Soldatin, die in Afghanistan eingesetzt war, zu Wort kommen. Diese erklären im Blick auf die bekannten Zeilen Bonhoeffers “Von guten Mächten wunderbar geborgen”, die sich in den aktuell verwendeten Militärgesangbüchern finden: “Diese Gewissheit hat viele Soldaten und mich durch den Einsatz getragen.” Oder: “Es ist unser Lied gegen die Angst” (beide Zitate: S. 359). Der Verfasser beschließt seine Arbeit dann auch mit den Worten: Wenn es Militärgesangbücher “nicht gäbe, müsste man sie erfinden” (S. 367).

Die Arbeit wurde 2009 mit dem “Melchior-Otto-Voit-von-Salzburg-Preis” des Präsidenten der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ausgezeichnet. Der Verfasser stellt seine Thesen am 19. Mai 2010 um 20.00 c. t. auf einem Wissenschaftlichen Abend der Leipziger Burschenschaft Alemannia zu Bamberg (www.alemannia-bamberg.de) vor.

Andreas F. Wittenberg: Die deutschen Gesang- und Gebetbücher für Soldaten und ihre Lieder (Mainzer Hymnologische Studien; 23), Tübingen: Francke Verlag 2009, 444 Seiten.

Axel Bernd Kunze (Rez.)


Sozialethik konkret: Was hält Europa zusammen?

Eine sozialethische Fachtagung mit dem Titel “Was hält Europa zusammen? Die Osterweiterung der Europäischen Union als sozialethische Herausforderung” findet am 21./22. September 2009 in der Akademie Die Wolfsburg (Mühlheim/Ruhr) statt. Näheres zum Programm und zu den Anmeldemöglichkeiten hier.

Die Tagung ist Teil der Reihe “Sozialethik Konkret”.


Call for Papers “Zivilisationskrise und Theologie der Befreiung”

Für den 2. Workshop: “Theologie der Befreiung aus europäischer Perspektive” zum Thema “Götzendämmerung? Die Zivilisationskrise und ihre Opfer” (St.Gabriel, Mödling bei Wien, 18.-21.3.2010) flattert von Franz Gassner ein Call for Papers rein. Veranstalter sind: Katholisch-Theologische Fakultät Wien und Steyler Missionare St. Gabriel. Ich darf aus dem Call zitieren:

Die aktuellen weltweiten Krisen – Nahrung, Energie, Umwelt, Finanz, Wirtschaft, Migration und Gesellschaft – erweisen sich weitgehend als “hausgemacht”. Dementsprechend auffällig ist die große Überraschung von VertreterInnen der Wirtschaft und der Politik, dass es zu dazu überhaupt kommen konnte, hatten etliche kritische Fachleute eine solche Entwicklung doch schon lange vorhergesagt. Nicht weniger sticht zugleich die Hochstilisierung dieser Krisen zu Vorboten  der  Apokalypse  ins  Auge,  die  in  nicht  wenigen  Massenmedien  begegnet.  Beides bekräftigt die These, dass die aktuell beobachtbaren Krisenphänomene nicht bloß Teilbereiche des Lebens betreffen, sondern anzeigen, dass die (spät)moderne Zivilisation insgesamt in die (globale) Krise gekommen ist.

Daher  widmet  sich  der  kommende  Workshop  “Theologie  der  Befreiung  aus  europäischer Perspektive”   der   kritischen   Auseinandersetzung   mit   der   “Zivilisationskrise”,   wobei naturgemäß die Perspektive der Opfer im Zentrum steht.

Wer sich beteiligen möchte, findet in diesem Dokument (*.pdf)  weitere Hinweise. Der Call ist offen bis 30.10.2009.


Stellenausschreibung

Das Institut für Theologie und Frieden sucht eine/n wissenschaftliche(n) Mitarbeiter/in 1/2 TvöD E 13 St.2 (vergleichbar 50% BAT II a) zum 1.10.2009 zur Bearbeitung eines Promotions-Projektes

“Responsibility to Protect im Schnittpunkt von globaler Ordnungspolitik und theologischer Friedensethik”

Ziel der Arbeit ist, in einer Art hermeneutischen Zirkel ausgewählte politische und völkerrechtliche Ansätze zu einer Responsibility to Protect auf deren inhärente Ethik hin zu evaluieren und zugleich mittels dieser Ansätze einen Beitrag zur Fortschreibung der kirchlichen Friedenslehre zu leisten.

Befristung auf 3 Jahre mit der Option einer Verlängerung um 2 Jahre.
Voraussetzung: Diplom oder MA in kath. Theologie mit Schwerpunkt Moraltheologie/ Sozialethik, einschlägige Fremdsprachenkenntnisse sowie die Eignung zu wissenschaftlicher Arbeit. Eine Einstellung erfolgt auf der Basis der Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse der katholischen Kirche.

Bewerbungen werden bis 31.7. 2009 erbeten an:

Den Direktor des
Instituts für Theologie und Frieden
Herrengraben 4
D-20459 Hamburg


Einladung Forum Sozialethik 2008

Liebe Freundinnen und Freunde des Forums Sozialethik!

Sicherheit statt Freiheit? Während sich die beiden Begriffe im aktuellen politischen Diskurs um die innere Sicherheit als Antipoden gegenüberliegen, lassen sie sich doch auch als einander wechselseitig bedingend konzipieren: Freiheit durch Sicherheit, oder aber: Sicherheit durch Freiheit. Risiko wiederum ist – als mögliche Folge von Freiheit – ein Gegenpol zu Sicherheit.

Freiheit – Sicherheit – Risiko: Diese drei Termini lassen sich zudem auf eine ganze Reihe unterschiedlicher gesellschaftlicher Bereiche beziehen und kontrovers diskutieren – und sie lohnen zweifellos eine eingehende und facettenreiche sozialethische Auseinandersetzung.

Das Forum Sozialethik 2008 wendet sich diesen Begriffen, ihrer Zuordnung zueinander und den damit verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen in sozialethischer Perspektive zu. Das Verhältnis der Begriffe wird insbesondere in politisch-ethischer, medizinethischer und wirtschaftsethischer Hinsicht diskutiert.

Die KOMMENDE Dortmund und das diesjährige Vorbereitungsteam laden herzlich ein zum gemeinsamen sozialethischen Diskurs und zu angeregten Diskussionen darüber, welche Bedeutung Konzeptionen von Freiheit und Sicherheit in der Gegenwart haben, wie sie sich gesellschaftlich auswirken und inwiefern sich in sensiblen Bereichen unverkennbar Risikodimensionen ergeben.

Alle Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.

Johannes Frühbauer
Michael Hörter
Anna Noweck

(Vorbereitungsteam)


Amosinternational - Ausgabe 1/2008

Logo Zeitschrift AmosDas im Februar erschienene Heft 1/2008 (2. Jg.) von Amosinternational (ja, hier hat sie sich plötzlich umbenannt…) versammelt Beiträge zum Schwerpunktthema “Klima im Wandel”. Das Konzept des Schwerpunktthemas stammt laut Impressum von Andreas Lienkamp; er hat es geschafft, lesenswerte Beiträge einschlägiger Experten unterschiedlicher Disziplinen in diesem Heft zusammen zu bringen. Das Editorial schreibt Peter Klasvogt.

Andreas Lienkamp (Berlin), u. a. mit seiner Habilitation (Bamberg) ein ausgewiesener Experte in diesem Feld, betrachtet “Die Ungerechtigkeit des Klimawandels” (3-9) zunächst aus der Perspektive der Nachhaltigkeit. Mit einer Unterscheidung von Judith Shklar versteht er den Klimawandel nicht als Unglück oder als Katastrophe, sondern als Ungerechtigkeit. Einen in diesen Tagen sehr aktuellen Beitrag liefern die Münchner Jochen Ostheimer und Markus Vogt (”Energie für die Armen”, 10-16).1 In ihrem Entwurf einer nachhaltigen Energieentwicklung sehen sie in der Bioenergie einen entscheidenden Faktor, ohne freilich die Ambivalenz (”Hungern oder Frieren”) zu übersehen und sorgfältig abzuwägen:

“Der vermehrte Anbau von Energiepflanzen kann die Ernährungssituation gefährden. Zwar ist Hunger gegenwärtig nicht primär eine Folge von absolutem Nahrungsmittelmangel, sondern ein Verteilungsproblem. Dennoch führt der in der Ernergieversorgung der westlichen Welt herrschende Kostendruck derzeit zu einem Ausbau der Bioenergie in Entwicklungsländern und dadurch zu einer Flächenkonkurrenz gegenüber dem Getreideanbau. In der Folge kommt es zu Preissteigerungen, die den Hunger in der Dritten Welt verschärfen. Dem ist ethisch entgegen zu halten, dass dem Recht auf Nahrung ein Vorrang gegenüber dem Ziel der Energieversorgung zur Wohlfahrtssteigerung zukommt.”

Christian-Dietrich Schönwiese (Frankfurt a.M.) präsentiert sehr informativ den Wissensstand zum “Klimawandel in Vergangenheit und Zukunft” (17-23). Danach plädieren Ottmar Edenhofer und Christian Flachsland (Potsdam) für einen “Global Deal für den Klimaschutz” (24-31). Das wieder sehr interessante und lehrreiche Interview thematisiert drängende Herausforderungen durch den Klimawandel mit der renommierten Wiener Meteorologin Helga Kromp-Kolb (34-41).

Nach einem weiteren Interview (mit Martin Stauch) zur Klimaneutralität des Katholikentages folgen die Buchbesprechungen: Günter Wilhelms rezensiert Alexander Filipovićs medienethische Dissertation zur “Öffentlichen Kommunikation in der Wissensgesellschaft” ([da wähle ich jetzt keine Wertung aus, da es sich um mein Buch handelt...]), Axel Bohmeyer bespricht den von M. Dabrowski und J. Wolf herausgegebenen Konferenzband “Aufgaben und Grenzen des Sozialstaates” (die Beiträge “inspirieren zum weiteren [...] Nachdenken”), Klaus Baumann präsentiert seine Einschätzung zu Sabine Schäpers Dissertation zur “Ökonomisierung der Behindertenhilfe” (”leistet sowohl für die Behindertenhilfe [...] als auch für die Theologie einen wichtigen Beitrag”) und Markus Babo äußert sich zur sozialethischen Dissertation von Andreas Fisch mit dem Titel “Menschen in aufenthaltsrechtlicher Illegalität” (”gründlich gearbeitete, kenntnis- und materialreiche Studie”).

Das Heft schließt mit einem Text von Elmar Brok zur europäischen Charta der Grundrechte aus christlicher Sicht und der “Postition” von Elmar Nass zu “Welcher Glaube ist heute gefragt? Anstöße aus der Shell Jugendstudie für das ethische Profil der Kirche”.


Forum Sozialethik 2008: Freiheit – Sicherheit – Risiko, Call for Papers

[ 8.-10. September 2008 in der Kommende in Dortmund ]

Sicherheit statt Freiheit. – Während sich die beiden Begriffe im aktuellen politischen Diskurs um die innere Sicherheit als Antipoden gegenüberliegen, lassen sie sich doch auch als einander wechselseitig bedingend konzipieren: Freiheit durch Sicherheit, oder aber: Sicherheit durch Freiheit. Risiko wiederum ist – als mögliche Folge von Freiheit – ein Gegenpol zu Sicherheit. Freiheit – Sicherheit – Risiko: Diese drei Termini lassen sich zudem auf eine ganze Reihe unterschiedlicher gesellschaftlicher Bereiche beziehen und kontrovers diskutieren – und sie lohnen zweifellos eine eingehende und facettenreiche sozialethische Auseinandersetzung.

Aus der Perspektive der politischen Ethik und insbesondere der Friedensethik stellt die Debatte um innere Sicherheit einen ersten Fokus dar: Welche Sicherheits- und Freiheitsbegriffe sind hier vorzufinden? Was bedeuten bestimmte Maßnahmen der Terrorismus- und Verbrechensbekämpfung für das Verhältnis von Freiheit, Sicherheit und Risiko? Welche Konzepte gibt es derzeit für internationale Sicherheit und wie sind diese ethisch zu bewerten? Inwieweit sind Grund- und Menschenrechte betroffen und möglicherweise gefährdet? Welche Bezüge ergeben sich dabei zur Asyl- und Migrationsthematik?

Für die Wirtschafts- und Arbeitsethik ist zu fragen: Was besagt der Begriff der sozialen Sicherheit angesichts globaler ökonomischer Prozesse und Dynamiken und der daraus generierten – oftmals auch lokalen – Problemfelder? Und wie verhält sich der Zusammenhang der Begriffe vor dem Anspruch, internationale sowie intergenerationelle Gerechtigkeit herstellen zu wollen?

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Konfliktforschung: Die Konferenz in Dänemark

Wer sich für das Thema Konfliktforschung interessiert oder einfach nur mal u.a. Seyla Benhabib (Dept. of Philosophy, Yale University) erleben möchte, sollte auf die Konferenz “Process, Person, and Society: From Conflict to Interagency” fahren:19.-22. August 2008 in Aarhus, Dänemark. Nähere Informationen dazu gibt es unter: www.understandingconflicts.net.