Archive for the '(christliche) Anthropologie und (Sozial-)Ethik' Category

Caritas in veritate

Die sozialethische Zeitschrift Denk doch mal. Onlinemagazin für Arbeit - Bildung - Gesellschaft, herausgegeben vom Netzwerk Gesellschaftsethik e. V., hat eine Sonderausgabe mit Reflexionen über die neue Sozialenzyklika “Caritas in veritate” von Papst Benedikt XVI. veröffentlicht.

Das unter www.denk-doch-mal.de kostenfrei zugängliche Heft enthält Beiträge von Robert Zollitsch (”Die Liebe als Hauptweg der Soziallehre”), Marianne Heimbach-Steins (”Für alle Menschen guten Willens”), Thomas Steinforth (”Wirtschaft ist kein moralfreier Raum”), Markus Seibt (”Religionsunterricht an Berufsschulen ohne Chance?”),
Axel Bernd Kunze (”Bildung und Entwicklung - Anspruch auf umfassende Bildung”), Markus Vogt (”Arbeit - Positionen der katholischen Soziallehre”), Manfred Böhm (”Die Wurzeln der Betriebsseelsorge”), Erwin Helmer (”Dreizehn päpstliche Wege aus der Krise”), Hermann-Josef Kronen (”Schlaglichter zur Situation von Arbeitslosen”), Martin Mohr  (”Ein Zwischenruf”) sowie Hans Ludwig (”Plattform soziale Marktwirtschaft”). Und in einem Interview bekennt Fritz Schösser: “Ich habe die Enzyklika von Anfang bis Ende gelesen.” Das Editorial des Heftes stammt aus der Feder von Gerhard L. Endres, Vorsitzender des Netzwerkes Gesellschaftsethik e. V.


Der theologische Ort der Menschenrechte

Sünde oder Menschenrecht? - unter dieser Frage steht die diesjährige, sozialethisch orientierte Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Schwule Theologie e. V. (AG STh), die vom 15. bis 17. Oktober 2010 in der Akademie Waldschlösschen in Reinhausen (b. Göttingen) stattfindet.

Die 2007 veröffentlichten Yogyakartaprinzpien legen die Menschenrechte erstmals explizit in Bezug auf sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität aus. Das von internationalen Menschenrechtsvertretern in der gleichnamigen indonesischen Stadt erarbeitete Dokument hat eine breite Kontroverse ausgelöst, viele ablehnende Stimmen waren nicht zuletzt religiös motiviert. An diese Diskussion schließt die Tagung an und thematisiert - so der Untertitel - den Zusammenhang von “schwuler Emanzipation, Theologie und Menschenwürde”. Referenten sind u. a. Prof. Dr. Hans-Joachim Suhr (Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin) und Volker Beck (Hirschfeld-Eddy-Stiftung). Gefragt werden soll im Verlauf der Tagung beispielsweise nach dem theologischen Ort der Menschenrechte, nach dem Stellenwert von Menschenrechtsdiskursen in den Kirchen oder nach dem Zusammenhang von Naturrecht und Menschenrecht.

Weitere Informationen finden sich unter www.waldschloesschen.org (Veranstaltungsnummer: VA 612) oder www.westh.de. Der Tagungsbeitrag beträgt 135 Euro (Ermäßigung in bestimmten Fällen möglich).


Netzwerk Gesellschaftsethik

Der zweite Ökumenische Kirchentag in München steht vor der Tür (12. bis 16. Mai 2010). Das Netzwerk Gesellschaftsethik e. V., das unter anderem als Herausgeber des Onlinemagazins “Denk doch mal” aktiv ist, wird in Halle B 5 auf dem Messegelände dabei sein, gemeinsam mit weiteren kirchlichen Sozialverbänden. Vorgestellt wird unter anderem eine Veröffentlichung mit Stellungnahmen zur neuen Sozialenzyklika Benedikts XVI. “Caritas in veritate”.

Die Sonderausgabe von “Denk doch mal. Onlinemagazin für Bildung - Arbeit - Gesellschaft” ist ab Mai 2010 online abrufbar unter www.denk-doch-mal.de. Herausgeber von “Denk doch mal” und Vorsitzender des Netzwerkes Gesellschaftsethik e. V. ist Gerhard L. Endres.


engagement 1/2010

Druckfrisch liegt das neue Themenheft 1/2010 der Zeitschrift “engagement. Zeitung für Erziehung und Schule” auf dem Tisch. Unter den Autoren befinden sich zwei Mitglieder des Forums Sozialethik:

Anna Noweck (missio - Internationales katholisches Missionswerk, München) schreibt über das Projekt “missio: Partner machen Schule. Eine Kooperation im Rahmen der neuen gymnasialen Oberstufe in Bayern” (S. 30 ff.).

Axel Bernd Kunze (Bereich Bildungswissenschaften der Universität Trier) berichtet unter dem Titel “Plädoyer für eine Freiheit aus christlicher Verantwortung” über das neue Handbuch der Katholischen Soziallehre (S. 46 ff.).

Das aktuelle Themenheft, verantwortet von Rafael Frick (PH Ludwigsburg), beschäftigt sich mit der Berufsorientierung Katholischer Schulen. Als weitere Themen sind in diesem Jahr geplant: Koedukation, Biedukation und Monoedukation (Heft 2/2010), Ganztagsschule (Heft 3/2010), Lehrerbildung (Heft 4/2010). Den Auftakt im kommenden Jahr bildet das Thema Institution und Familie in der Bildung (Heft 1/2011).

Die Zeitschrift “engagement” wird herausgegeben vom Arbeitskreis Katholischer Schulen in freier Trägerschaft in der Bundesrepublik Deutschland (AKS) unter der Schriftleitung von Lukas Schreiber. Die Zeitschrift erscheint im Münsteraner Verlag Aschendorff; ein Jahresabonnement kostet 25 Euro zuzüglich Porto.


Forum Sozialethik 2010: Ethik der Entwicklung - CALL FOR PAPERS

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

Die Sorge um die richtige und angemessene Entwicklung des Menschen innerhalb seiner sozialen Verbindungen ist seit der Antike eines der großen Themen in Philosophie, Theologie, im gesellschaftspolitischen Diskurs sowie in den Naturwissenschaften und der Ökonomie. Entsprechend vielgestaltig und kontrovers sind die Überlegungen und Ergebnisse hinsichtlich der Frage, was der Mensch sein soll, wonach er streben kann und wie sein Leben beschaffen zu sein habe, damit er seiner conditio humana gerecht werde. Die heute verfügbaren Medien stellen uns das Ausmaß und die Folgen absoluter Armut erschrecken vor Augen. Die Krisen der vergangenen Jahre, wie Nahrungsmittel- und Finanzkrise, treffen gerade die wenigsten entwickelten Länder am stärksten. Liegt unseren Modellen von Entwicklung eine anthropologische Basis zugrunde, die die idealen Ziele von Entwicklung bestimmt, oder wird die Frage menschlicher Entwicklung heute primär ökonomistisch verengt?

Das Forum Sozialethik 2010 möchte sich den drängenden Fragen einer Ethik der Entwicklung gewohnt vielfältig stellen.

Das Vorbereitungsteam (Anna Noweck, Michael Hartlieb, Markus Demele) lädt Interessierte herzlich ein, sich mit einem Beitrag an der Tagung zu beteiligen. Angesprochen sind Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen (Promotion, Habilitation, Privatdozenten und -dozentinnen) sowie fortgeschrittene Studierende des Faches Sozialethik im deutschsprachigen Raum. Vertreterinnen und Vertreter aus benachbarten Disziplinen (Philosophie, Soziologie, Politikwissenschaften usw.) sind herzlich willkommen.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem Call for Papers.

Alle weiteren Informationen auf der Tagungswebsite.


Stelle in Bochum zu Forschungen in der medizinischen Ethik

An der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bochum, Lehrstuhl für Moraltheologie, ist ab 1.4.2010 folgende Stelle für eine(n) Wissenschaftliche Mitarbeiter/in (WMA entspr. TV-L E 13) zu besetzen:

Ein WMA 50% (Doktorand) oder 100% (Post-doktorand) für 2 Jahre in Kooperationsprojekt mit dem Förderverein Lukas-Hospiz, Herne (Prof. Dr. Alexander Sturm und Prof. Dr. Gerd  Hohlbach), und dem Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin (Prof. Dr. Dr. Jochen Vollmann). Die Möglichkeit zur Promotion wird bei Vorliegen der Voraussetzungen geboten.

Aufgaben: Forschung im Bereich des „end-of- life decision making“

Voraussetzungen: abgeschlossenes Studium Katholische Theologie, Philosophie, Medizin oder Sozialwissenschaft; nachgewiesene Fähigkeit zur interdisziplinären Arbeit. Doppelqualifikation erwünscht.

Weitere Informationen hier.


Neuerscheinung zu kirchlichen Schulen

Die aktuelle Ausgabe (Nr. 363) der Publikationsreihe Kirche und Gesellschaft, die von der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle Mönchengladbach herausgegeben wird, widmet sich dem Themenfeld Bildungsethik. Pater Klaus Mertes SJ, Rektor des Berliner Canisius-Kollegs, beschäftigt sich darin mit dem Profil kirchlicher Schulen unter den Bedingungen einer pluralen Gesellschaft.

Klaus Mertes: Kirchliche Schulen in pluraler Gesellschaft (Kirche und Gesellschaft; 363), herausgegeben von der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle Mönchengladbach, Köln: J. P. Bachem 2009, 16 Seiten.


Neuer Band in der Reihe “Kommunikative Theologie”

Die sozialethische Diskussion um innerkirchliche Dialog- und Konsultationsprozesse als Instrumente der kirchlichen Sozialverkündigung ist inzwischen weitgehend wieder verstummt. Derartige Beteiligungsformen haben in den Neunzigerjahren deutlich werden lassen, dass alle Christen gemeinsam - nicht allein die Kirchenleitungen - verantwortlich sind für die Fortschreibung und Plausibilisierung der kirchlichen Botschaft.

In der Reihe “Kommunikative Theologie” ist jetzt ein neuer Band vorgelegt worden, der danach fragt, welche Möglichkeiten und kirchenrechtlichen Spielräume Laien in der Gemeindeleitung besitzen. Die gesammelten Erfahrungen reflektieren die Situation in Österreich, wo laikale Pfarrassistenten seit Längerem üblich sind. Auf einem Treffen dieser Berufsgruppe entstand die Idee, die eigenen Erfahrungen - gemeinsam mit wissenschdaftlichen Reflexionen - öffentlich zu machen und der kirchlichen Diskussion auszusetzen. Zu Wort kommen sowohl Pfarrassistenten als auch Priester, die in priesterlosen Gemeinden rechtlich die Rolle eines Pfarrmoderators übernehmen, Diözesanverantwortliche als auch “betroffene” Gemeindemitglieder.

Der Band ist eindeutig pastoral und liturgisch ausgerichtet. Es wäre allerdings lohnenswert, die vorliegenden Erfahrungen auch im Rahmen einer Sozialethik kirchlichen Lebens weiterzudenken und zu fragen, welche  Verantwortung Pfarrassistenten und andere Laien in priesterlosen Gemeinden hinsichtlich der kirchlichen Sozialverkündigung  zufällt und wie eine solche Verantwortung praktisch ausgefüllt werden kann.

Johannes Panhofer/Sebastian Schneider (Hg.): Spuren in die Kirche von morgen. Erfahrungen mit Gemeindeleitung ohne Pfarrer vor Ort - Impulse für eine menschennahe Seelsorge (Kommunikative Theologie; 12), Ostfildern: Matthias-Grünewald-Verlag der Schwabenverlag AG 2009, 240 Seiten, Paperback, Euro 22,90.

Axel Bernd Kunze (Rez.)


Pädagogische Tagung zu Männlichkeit und Gender

Eine sehr interessante Tagung findet vom 1.10.2009 bis 3.10.2009 in Hildesheim statt. Zum Thema “Erziehung, Bildung und Geschlecht. Männlichkeiten im Fokus der Gender-Studies” hat die “Kommission Pädagogische Anthropologie” der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft ein schönes Programm auf die Beine gestellt. Das Tagungsprogramm gibt es hier.


Einladung Forum Sozialethik 2009

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde des Forums Sozialethik!

“Anthropologie und (christliche) Sozialethik”  lautet das Thema des diesjährigen Forums Sozialethik, das vom 14. bis 16. September 2009 in der Kommende Dortmund (Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn) stattfindet.

Die meisten philosophischen Problemstellungen haben ihren Grund in anthropologischen Fragen, nämlich was wir als Menschen sind bzw. wie wir uns als Menschen verstehen. Es gehört deshalb zu den zentralen Aufgaben handlungsleitender Disziplinen, sich über ihre impliziten und expliziten anthropologischen Voraussetzungen aufzuklären: Auch die politische Ethik und die christliche Sozialethik reflektieren Menschenbilder und fragen nach deren Bedeutung – sowohl für individuelles Handeln als auch für die Gestaltung sozialer Strukturen. Als eigenständiges Strukturierungskonzept der Ethik ist die Anthropologie jedoch in die Krise geraten, da unter den pluralen Bedingungen moderner Gesellschaften der Rekurs auf den Menschen von zahlreichen wissenschaftlichen Disziplinen als problematisch erachtet wird.

Das Forum Sozialethik 2009 wendet sich in unterschiedlichen Perspektiven dem Verhältnis von Anthropologie und (christlicher Sozial-) Ethik zu: Diskutiert werden soziologische, philosophische und naturwissenschaftliche Herausforderungen, Menschenbilder in Wirtschaft und Bildungsinstitutionen sowie die Möglichkeiten einer modernitätsgerechten anthropologischen Fundierung christlicher Sozialethik.

Das diesjährige Vorbereitungsteam und die KOMMENDE Dortmund laden herzlich ein zum Diskurs. Wir freuen uns auf angeregte Diskussionen darüber, wie die Anthropologie für die christliche Sozialethik und für die politische Ethik bedeutsam ist oder sein kann.

Programm, Anmeldeformular und weitere Informationen auf der Tagungswebsite.

Das Vorbereitungsteam: Axel Bohmeyer (Berlin), Alexander Filipović (Bamberg), Christoph Krauß (Mainz), Werner Veith (München). Fragen, Anmerkungen oder Hinweise bitte an tagungen@forumsozialethik.de