Archive for the 'Allgemein' Category

Braucht die Zivilgesellschaft Religion?

Interessanter Beitrag des evangelischen Sozialethikers und Landesbischofs von Bayern Heinrich Bedford-Strohm zum Thema “Braucht die Zivilgesellschaft die Kirche?” am Jahresempfang der Evangelischen Akademie in Tutzing:

Braucht die Zivilgesellschaft die Kirche? (vollständiges Redemanuskript)

Das Stichwort vom ethischen Grundkonsens, auf den Politik, Wirtschaft und Gesellschaft angewiesen sind, markiert einen wichtigen Grund dafür, dass die Frage, ob die Zivilgesellschaft die Kirche braucht, mit einem klaren Ja zu beantworten ist. In einer Gesellschaft jedenfalls, in der nach wie vor zwei Drittel der Menschen Mitglieder der Kirchen sind, kann sich ein solcher Grundkonsens nicht bilden, ohne dass die sozialethischen Orientierungen der christlichen Überlieferung mit einbezogen werden. Und das ist nicht nur eine quantitative Frage. Es ist auch eine Frage nach der Nachhaltigkeit der Einwanderung der ethischen Grundorientierungen in die Herzen der Menschen. Ethische Orientierung ist nicht allein, vielleicht noch nicht einmal vorrangig eine Frage des Wissens. Sie ist eine Frage der existentiellen Aneignung. Und dabei entwickelt Religion nach wie vor eine besondere Kraft.

Call for papers Forum Sozialethik 2012: Interdisziplinarität – eine Herausforderung für die Christliche Sozialethik

Christliche Sozialethik reflektiert gesellschaftliche Strukturen und ist dabei notwendig auf weitere Wissenschaften verwiesen. Sie steht in regem Austausch mit den anderen theologischen Disziplinen und im Diskurs mit der philosophischen Ethik, den Sozial- und Kulturwissenschaften sowie den Natur- und Technikwissenschaften. Derartige Bezugnahmen erfolgen auf verschiedenen Ebenen und zu unterschiedlichen Zwecken. Die Rezeption von scheinbar „fachfremden“ Theorien, Methoden und Inhalten prägt das sozialethische Fragen fundamental. Doch genau hier ist ein Forschungsdesiderat auszumachen, denn in der Grundlegung der christlichen Sozialethik erfolgt eine ausdrückliche Reflexion des interdisziplinären Dialogs bislang nur selten.

Das Forum Sozialethik 2012 will den vielfältigen Fragen und Herausforderungen nachgehen, die die Interdisziplinarität an die christliche Sozialethik stellt.

Das Vorbereitungsteam (Thomas Berenz, Jochen Ostheimer, Anna Maria Riedl und Werner Veith) lädt Interessierte herzlich ein, sich mit einem Beitrag an der Tagung zu beteiligen und etwa anhand der eigenen Forschung Fragen zur Interund Transdisziplinarität des Fachs zu diskutieren. Angesprochen sind Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen (Promotion, Habilitation) sowie fortgeschrittene Studierende des Faches Sozialethik im deutschsprachigen Raum. Vertreterinnen und Vertreter aus benachbarten Disziplinen (Philosophie, Soziologie und andere Sozialwissenschaften, Politikwissenschaften usw.) sind herzlich willkommen. Das Forum pflegt einen Werkstattcharakter, das heißt dass besonderer Wert auf den freien wissenschaftlichen Austausch gelegt wird. Dafür sollen die Beiträge als Grundlage dienen.

Nähere Informationen im  Call for Papers.
Alle weiteren Informationen auf der Tagungswebsite.

Kongress “Wissenschaft trifft Praxis: Behinderung – Theologie – Kirche”

Am 08. und am 09. März 2012 findet an der Universität Heidelberg der Kongress “Wissenschaft trifft Praxis: Behinderung – Theologie – Kirche” statt.  Auf dem Kongress soll

das Grundverständnis der Inklusion als Leitgedanken für die gesellschaftliche Entwicklung  im Blick auf Kirche, Einrichtungen und Gemeinden (theologisch) reflektiert und die Umsetzung vorangebracht werden.

Der Kongress richtet sich sowohl  an Betroffene und deren Angehörige, an Fachkräfte und Ehrenamtliche in Diakonie und Caritas, an Mitarbeitende aus Kirchengemeinden, Dekanaten und Schulen als auch an Studierende und Lehrende an Hochschulen und theologischen Fakultäten. Das vollständige Programm sowie das Anmeldeformular kann hier eingesehen werden.

Dokumentation des XXII. Deutschen Kongresses für Philosophie

Auf dem Open-Access-Server der Universitätsbibliothek München ist der XXII. Deutsche Kongress für Philosophie dokumentiert worden, darunter auch die Beiträge aus der Sektion für Bildungsphilosophie.

Ein Beitrag beschäftigt sich ausdrücklich mit der aktuellen bildungsethischen Debatte:
Bildung als Freiheitsrecht – eine Kritik des neueren sozialethischen Bildungsdiskurses. URL: http://epub.ub.uni-muenchen.de/12476/1/Bildungsgerechtigkeit.pdf.

Ausschreibung der Wissenschaftspreise des Deutschen Caritasverbandes e.V.

Mit dem Lorenz-Werthmann-Preis werden Dissertationen und Habilitationsschriften sowie Arbeiten mit einem entsprechenden gleichen wissenschaftlichen Niveau ausgezeichnet, die sich mit der Arbeit und Aufgabenstellung der freien Wohlfahrtspflege, der Zusammenarbeit zwischen freier und öffentlicher Wohlfahrtspflege, neuen Ansätzen in der Sozialen Arbeit sowie mit caritastheologischen und sozialethischen Themen befassen. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Der Gertrud-Luckner-Preis ist zum Gedenken an Gertrud-Luckner geschaffen worden. Mit dem Preis würdigt der Deutsche Caritasverband die hohe Lebensleistung von Dr. Gertrud Luckner. Ausgezeichnet werden mit dem Gertrud-Luckner-Preis Abschlussarbeiten in Diplom-. Magister-, Bachelor- und Masterstudiengängen an Universitäten und Fachhochschulen beziehungsweise vergleichbare Arbeiten, die sich mit der Arbeit und Aufgabenstellung der freien Wohlfahrtspflege, der Zusammenarbeit zwischen freier und öffentlichen Wohlfahrtspflege, neue Ansätze in der Sozialen Arbeit sowie mit caritastheologischen und sozialethischen Themen befassen. Für den Gertrud-Luckner-Preis können Abschlussarbeiten von Dozenten/-innen beziehungsweise Professoren/-innen an Universitäten und Fachhochschulen vorgeschlagen werden. Eigenbewerbungen sind nicht möglich. Wir bitte Sie ganz herzlich geeignete Kanditaten/-innen und Dozenten-/innen sowie Professoren/-innen auf diesen Preis aufmerksam zu machen. Der Preist ist mit 1.000 Euro dotiert.

Die Eingabefristen für beide Preise enden am 1. März 2012. Der Deutsche Caritasverband e.V. bittet darum, auf die Ausschreibung der Preise hinzuweisen und möglicherweise geeignete Kandidatinnen und Kandidatinnen anzusprechen.

Weitere Informationen zu den zwei Wissenschaftspreisen finden sich hier.

Amosinternational 4/2011 – Soziale Marktwirtschaft für Europa

Vor wenigen Tagen ist die neue Ausgabe von Amosinternational erschienen. Das von Peter Schallenberg und Arnd Küppers konzipierte Schwerpunktthema “Soziale Marktwirtschaft in Europa” nimmt seinen Ausgangspunkt von dem Faktum, dass “soziale Marktwirtschaft” seit Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon zu den festgeschriebenen Zielen der Europäischen Union gehört. Damit ist ein Konzept auf europäische Ebene gehoben worden, das bisher v.a. in deutschsprachigen Diskussionszusammenhängen beheimatet war. Die Artikel des Schwerpunktthemas gehen dementsprechend mit unterschiedlicher Fokussierung der Frage nach, was diese Leitidee für die politische Ausgestaltung der Europäischen Union bedeuten kann:

Im Beitrag “Soziale Marktwirtschaft – deutscher Sonderweg oder europäisches Gemeingut? Eine kulturgeschichtliche Spurensuche” kommen Peter Schallenberg und Arnd Küppers zu dem Ergebnis, dass “soziale Marktwirtschaft” zwar eine deutsche Wortschöpfung darstellt, der dahinterstehende Gedanke einer Verbindung von Freiheit und Solidarität aber durchaus in einem gemeinsamen europäischen Kulturerbe zu verorten ist. Continue reading ‘Amosinternational 4/2011 – Soziale Marktwirtschaft für Europa’

Die Zukunft der Geisteswissenschaften in einer multipolaren Welt

Am 15. und 16. Dezember findet in Berlin eine hochkarätig besetzte und kostenfreie Tagung zum Thema “Die Zukunft der Geisteswissenschaften in einer multipolaren Welt” statt.

In den letzten Jahren war häufig die Klage zu hören, dass die Geisteswissenschaften marginalisiert würden. In der Tat, die Wahrnehmung von Wissenschaft im Allgemeinen und der ‚Humanities’ im Besonderen erfolgt zunehmend in ökonomischer Perspektive und versetzt diese in Rechtfertigungszwänge. Die Frage ist berechtigt: Welche Rolle spielen die Geisteswissenschaften in der vom kulturellen und sozialen Wandel geprägten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts? Welche Bedeutung haben sie in der modernen Wissensgesellschaft? Internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Medien diskutieren über die Funktionen und Potenziale der Geisteswissenschaften in einer multipolaren Welt.

Das Thema ist insgesamt von nicht geringem sozialethischen Interesse. Hervorzuheben aber sind die Vorträge von Regina Ammicht Quinn “Vom Sinn des Überflüssigen. Ethik als politische Ethik im Kontext der Geisteswissenschaften” sowie insbesondere der auch separat zu besuchende Abendvortrag von Martha Nussbaum “Not for profit. Why democracy Needs the Humanities”.

Nähere Informationen zu Anmeldung und Tagungsprogramm gibt es hier.

Christ sein heißt politisch sein

Am 25. Dezember 2012 wäre der ehemalige Mainzer Bischof und Wegbereiter einer lehramtlichen Sozialverkündigung Wilhelm Emmanuel von Ketteler 200 Jahre alt geworden.

Anlass genug für den Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx, sich in einem vor Kurzem im Herder-Verlag erschienen Buch mit diesem Vordenker christlicher Weltverantwortung zu beschäftigen und seine bleibende Bedeutung herauszuarbeiten:

Marx, Reinhard: Christ sein heißt politisch sein. Wilhelm Emmanuel von Ketteler für heute gelesen, Verlag Herder: Freiburg 2011, 140 Seiten, 14,95 Euro.

Aus diesem Anlass hat Kardinal Marx nun der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) ein Interview gegeben, in dem er ausgehend von seinem Buchtitel eine zentrale Einsicht Kettelers betont:

Soziale Gerechtigkeit gehört unmittelbar zum “depositum fidei”, also zum Glaubenskern dazu und ist kein Anhängsel. So deutlich hat das vor ihm noch keiner gesagt. Alles, was den Menschen berührt und betrifft, sind auch Glaubensfragen. Deshalb muss sich die Kirche äußern, wenn es um die Menschenwürde und das Miteinander geht.

Ähnlich formuliert Marx auch im Nachwort seines Buches:

“Eine Lektüre der Schriften Wilhelm Emmanuel von Kettelers regt auch heute dazu an, sich über das eigene Handeln Rechenschaft abzulegen, und ermutigt dazu, die Botschaft Jesu Christi in Wort und Tat zu verkünden und sich nicht von gesellschaftlichen und politischen Umständen davon abhalten zu lassen. [...] Unser christlicher Glaube ist kein Relikt vergangener Epochen, sondern Nährboden für unser Leben hier und heute. Seien wir also mutig, den Auftrag Jesu, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein, auch im großen Feld von Gesellschaft und Politik zu beherzigen.”

Beachtenswert ist in diesem Zusammenhang auch der Artikel von Gerhard Kruip in der Novemberausgabe der HerderKorrespondenz, der unter dem Titel “Vorreiter und Vorbild. Zur bleibenden Bedeutung von Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler” (S. 564-567) dem Buch von Kardinal Marx eine durchaus wertschätzende Rezension zukommen lässt und den vom Autor herausgestellten Vorbildcharakter Kettelers um den Aspekt einer Reform der Kirche ergänzt, “die in jeder Zet neu vor der Herausforderung steht, Kirche in der Welt von heute zu sein.” (S. 564)

Weitere, eher biographisch orientierte Bücher zu Wilhelm Emmanuel von Ketteler:

  • Grosse Kracht, Hermann-Josef: Wilhelm Emmanuel von Ketteler – Ein Bischof in den sozialen Debatten seiner Zeit, Ketteler Verlag: Köln 2011.
  • Brehmer, Karl: Wilhelm Emmanuel von Ketteler. Arbeiterbischof und Sozialethiker, Schnell + Steiner: Regensburg 2009.

Ausschreibung des Förderpreises Christliche Sozialethik

Für das Jahr 2012 schreibt der Verein der Freunde und Förderer der Kommende Dortmund den Förderpreis Christliche Sozialethik aus. Der Preis wird für eine wissenschaftlicheArbeit, die ein gesellschaftliches Thema aus christlich-sozialethischer Perspektive behandelt, ausgeschrieben. Die Arbeit muss für eine Publikation – auch in einer Fachzeitschrift – geeignet und sollte nicht älter als zwei Jahre sein. Die Ausschreibung kann hier eingesehen werden.

Lesekreis zu Axel Honneths “Recht der Freiheit”

Auf Theorieblog.de (das Angebot wurde hier bereits vorgestellt) findet ab dem 20. November ein Lesekreis zu Axel Honneths neuestem Buch “Das Recht auf Freiheit” statt.

Es handelt sich dabei um ein interessantes neues Format der gemeinsamen Buchlektüre:

Jede/r Interessierte kann sich – unabhängig vom geographischen Standort – beteiligen, ist völlig frei, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit sie oder er sich wie intensiv einbringen möchte, und trifft vielleicht auf Diskussionspartner, die sich von den „üblichen Verdächtigen“ der Heimatinstitution unterscheiden.

Weitere Informationen gibt es hier.

Das Forum Sozialethik hat ein Logo!

Logo Forum Sozialethik mittel

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freundinnen und Freunde, per Email erreicht mich unser neues Logo. Beim nächsten Forum sollten wir besprechen, wie wir das auf unserer Website adäquat einbauen. Ich habe es zunächst rechts oben positioniert… Also: Bitte bei allen Aktivitäten des Forums dieses Logo benutzen. Es wäre auch nett, wenn ihr das Logo auf Euren Webseiten verwendet. Hier gibt es eine *.zip-Datei mit dem Logo in verschiedenen Versionen und Qualitätsstufen.

P.S.: Danke Werner!

Stellenausschreibung am Institut für Sozialethik der Universität Wien (“Praedoc”)

An der Universität Wien ist zum 01.10.2011 die Stelle eines/r  Universitätsassistenten/-tin (praedoc)  am Institut für Sozialethik bis zum 30.9.2015 zu besetzen.

Ende der Bewerbungsfrist: 12.06.2011

Aus der Ausschreibung:  “Ihre Aufgaben:
Ihr Aufgabenbereich umfasst die Mitarbeit bei Lehrveranstaltungen des Instituts, insbesondere bei der Durchführung
von Seminarveranstaltungen; die Unterstützung der Vorbereitung von Forschungsanträgen und Institutsprojekten,
die Mitarbeit bei Publikationen, Literaturrecherchen und ihre Auswertung; sowie die selbständige Erstellung einer
Dissertation im Fach Sozialethik und die Mitarbeit bei administrativen Aufgaben am Institut.

Ihr Profil:
Einstellungsbedingungen sind ein abgeschlossenes Studium der Katholischen Theologie, sehr gute Englisch-
Kenntnisse, hohe mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit, Teamfähigkeit, sowie didaktische Fähigkeiten.

Erforderlich sind weiters sehr gute Kenntnisse im Bereich der Sozialethik sowie Erfahrungen im Bereich der
Organisation von wissenschaftlichen Tagungen und gute Kenntnisse einer weiteren modernen Fremdsprache.
Erwartet wird wissenschaftliches Interesse an den Forschungsschwerpunkten des Instituts, z. Z. insbesondere
Menschenrechte und Christentum (Kirchen), sowie Religionen  (vor allem Islam), teils Wirtschaftsethik. Kandidaten,
die über einschlägige Zusatzqualifikationen für diese Schwerpunkte verfügen, respektive ein Dissertationsprojekt in
einem dieser Bereiche anstreben, werden bevorzugt.

Forschungsfächer:  Theologie/Christliche Soziallehre (Musskriterium)
Ausbildungen:   Universität/Geisteswissenschaften/Theologie (Musskriterium)
Sprachkenntnisse:   Exzellente Kenntnisse in Englisch: Lesen, Verstehen, Sprechen, Schreiben (Musskriterium)
EDV:    MS Office (Musskriterium)
Link zur  vollständigen Ausschreibung: http://ktf.univie.ac.at/

Helmuth Becker verstorben

Am 20. Mai 2011 verstarb im Alter von 81 Jahren der frühere Vizepräsident des Deutschen Bundestages und langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. E. h. Helmuth Becker. Bundestagspräsident Norbert Lammert würdigte bei einer Schweigeminute im Parlament den Verstorbenen als “außergewöhnliche Parlamentarierpersönlichkeit” und “Meister des Pragmatismus”, der über alle Parteigrenzen hinweg geschätzt worden sei.

Dem Parlament gehörte Becker, der über die Gewerkschaftsarbeit zur Politik kam, von 1969 bis 1994 an. Er war unter anderem Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundespostministerium sowie nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik von 1995 bis 2000 Präsident der Vereinigung ehemaliger Mitglieder des Deutschen Bundestages und des Europäischen Parlaments. Der in Münster geborene Diplomingenieur engagierte sich nicht zuletzt für die deutsch-polnische Aussöhnung; die Universität Breslau ehrte ihn dafür mit der Ehrendoktorwürde.

Dr. E. h. Helmuth Becker hatte seinerzeit die Veröffentlichung des Forums Sozialethik von 2002 mit dem Titel “Wissensgesellschaft. Herausforderungen für die christliche Sozialethik” mit einer Spende
unterstützt.

R. I. P.

Ringvorlesung zum diesjährigen Forumsthema

An der Goethe Universität Frankfurt findet in diesem Sommersemester eine Ringvorlesung zu einem Thema statt, dass in enger Verbindung zum Gegenstand des diesjährigen Forums Sozialethik steht. Es geht um “Gute Arbeit – weltweit?”.

Im ausführlichen Programmheft heißt es dazu:

Im Januar 2008 wurde die “Schaffung menschenwürdiger Arbeit” als Unterziel in die Millenniums-Entwicklungsziele der UNO aufgenommen. Die Durchsetzung menschenwürdiger und guter Arbeit wird als entscheidender Beitrag zu Armutsminderung und Entwicklung im globalen Süden bewertet.

Wir wollen eine Zwischenbilanz ziehen: Wie weit sind wir auf dem Weg zu “menschenwürdiger Arbeit”? Wie weit trägt der Diskurs um “gute Arbeit”? Wie wirken die existierenden rechtlichen Regelungen und die neuen Initiativen zusammen? Was können Produktkampagnen und was können sie nicht? Wie erfolgreich sind Strategien, die sich mehr an die Regierungen, die Unternehmen bzw. die KonsumentInnen richten? Welche alternativen Strategien transnationaler Solidarität sind denkbar?

Das ganze Heft kann hier als pdf heruntergeladen werden.

Programm und Heft bieten sicher auch gute Anregungen für Beiträge zum Forumsthema “Arbeit – ein Schlüssel für soziale Gerechtigkeit?” Der entsprechende Call for Papers ist noch bis zum 18. April offen.

Das Vorbereitungsteam freut sich auf noch viele interessante Vorschläge!

Tagunsankündigung und Call for Posters

Anlässlich seines 60jährigen Bestehens an der Westfälischen Wilhelms-Universität veranstaltet das Institut für Christliche Sozialwissenschaften vom 4. bis 6. Oktober 2011 im Franz Hitze Haus Münster eine Fachtagung unter dem Motto „Ressourcen – Lebensqualität – Sinn. Gerechtigkeit für die Zukunft denken“. Die Tagung will einen innovativen Zugang zu der für die Sozialethik zentralen Gerechtigkeitsfrage eröffnen und dabei eine grundlegende Reflexion auf bedeutende Herausforderungen unserer Zeit anregen. Ziel ist es, in einem interdisziplinären, praktisch orientierten Dialog entlang der drei Titelstichworte die bisherigen Argumentationsmuster der Sozialethik herauszufordern und dabei innovative Ansätze für ein sozialethisches „Zukunftsprogramm“ zu entwerfen.

Ein wichtiger Teil der Veranstaltung wird eine Posterpräsentation sein, bei der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Christlichen Sozialethik und ihren Bezugswissenschaften ihre Forschungsprojekte vorstellen können.

Die Vorankündigung zu der Tagung finden Sie hier; den Call for Posters können Sie hier downloaden.