Braucht die Zivilgesellschaft Religion?

Interessanter Beitrag des evangelischen Sozialethikers und Landesbischofs von Bayern Heinrich Bedford-Strohm zum Thema “Braucht die Zivilgesellschaft die Kirche?” am Jahresempfang der Evangelischen Akademie in Tutzing:

Braucht die Zivilgesellschaft die Kirche? (vollständiges Redemanuskript)

Das Stichwort vom ethischen Grundkonsens, auf den Politik, Wirtschaft und Gesellschaft angewiesen sind, markiert einen wichtigen Grund dafür, dass die Frage, ob die Zivilgesellschaft die Kirche braucht, mit einem klaren Ja zu beantworten ist. In einer Gesellschaft jedenfalls, in der nach wie vor zwei Drittel der Menschen Mitglieder der Kirchen sind, kann sich ein solcher Grundkonsens nicht bilden, ohne dass die sozialethischen Orientierungen der christlichen Überlieferung mit einbezogen werden. Und das ist nicht nur eine quantitative Frage. Es ist auch eine Frage nach der Nachhaltigkeit der Einwanderung der ethischen Grundorientierungen in die Herzen der Menschen. Ethische Orientierung ist nicht allein, vielleicht noch nicht einmal vorrangig eine Frage des Wissens. Sie ist eine Frage der existentiellen Aneignung. Und dabei entwickelt Religion nach wie vor eine besondere Kraft.

1 Response to “Braucht die Zivilgesellschaft Religion?”


  • Eine wirklich hochinteressante Rede, vielen Dank für diesen Beitrag!
    Das Spannungsfeld in dem Kirche und Religion in unserer Gesellschaft stehen ist auch in folgender Arbeit interessant untersucht “Der Integrationsverlust durch die Veränderung der Religionen in der modernen Gesellschaft”. Hier kann man hineinlesen: http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/111839.html#inside
    Ich fand die Lektüre sehr spannend, auch wenn ich zum Teil anderer Meinung bin :-)

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