Monthly Archive for Januar, 2012

Braucht die Zivilgesellschaft Religion?

Interessanter Beitrag des evangelischen Sozialethikers und Landesbischofs von Bayern Heinrich Bedford-Strohm zum Thema “Braucht die Zivilgesellschaft die Kirche?” am Jahresempfang der Evangelischen Akademie in Tutzing:

Braucht die Zivilgesellschaft die Kirche? (vollständiges Redemanuskript)

Das Stichwort vom ethischen Grundkonsens, auf den Politik, Wirtschaft und Gesellschaft angewiesen sind, markiert einen wichtigen Grund dafür, dass die Frage, ob die Zivilgesellschaft die Kirche braucht, mit einem klaren Ja zu beantworten ist. In einer Gesellschaft jedenfalls, in der nach wie vor zwei Drittel der Menschen Mitglieder der Kirchen sind, kann sich ein solcher Grundkonsens nicht bilden, ohne dass die sozialethischen Orientierungen der christlichen Überlieferung mit einbezogen werden. Und das ist nicht nur eine quantitative Frage. Es ist auch eine Frage nach der Nachhaltigkeit der Einwanderung der ethischen Grundorientierungen in die Herzen der Menschen. Ethische Orientierung ist nicht allein, vielleicht noch nicht einmal vorrangig eine Frage des Wissens. Sie ist eine Frage der existentiellen Aneignung. Und dabei entwickelt Religion nach wie vor eine besondere Kraft.

Call for papers Forum Sozialethik 2012: Interdisziplinarität – eine Herausforderung für die Christliche Sozialethik

Christliche Sozialethik reflektiert gesellschaftliche Strukturen und ist dabei notwendig auf weitere Wissenschaften verwiesen. Sie steht in regem Austausch mit den anderen theologischen Disziplinen und im Diskurs mit der philosophischen Ethik, den Sozial- und Kulturwissenschaften sowie den Natur- und Technikwissenschaften. Derartige Bezugnahmen erfolgen auf verschiedenen Ebenen und zu unterschiedlichen Zwecken. Die Rezeption von scheinbar „fachfremden“ Theorien, Methoden und Inhalten prägt das sozialethische Fragen fundamental. Doch genau hier ist ein Forschungsdesiderat auszumachen, denn in der Grundlegung der christlichen Sozialethik erfolgt eine ausdrückliche Reflexion des interdisziplinären Dialogs bislang nur selten.

Das Forum Sozialethik 2012 will den vielfältigen Fragen und Herausforderungen nachgehen, die die Interdisziplinarität an die christliche Sozialethik stellt.

Das Vorbereitungsteam (Thomas Berenz, Jochen Ostheimer, Anna Maria Riedl und Werner Veith) lädt Interessierte herzlich ein, sich mit einem Beitrag an der Tagung zu beteiligen und etwa anhand der eigenen Forschung Fragen zur Interund Transdisziplinarität des Fachs zu diskutieren. Angesprochen sind Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen (Promotion, Habilitation) sowie fortgeschrittene Studierende des Faches Sozialethik im deutschsprachigen Raum. Vertreterinnen und Vertreter aus benachbarten Disziplinen (Philosophie, Soziologie und andere Sozialwissenschaften, Politikwissenschaften usw.) sind herzlich willkommen. Das Forum pflegt einen Werkstattcharakter, das heißt dass besonderer Wert auf den freien wissenschaftlichen Austausch gelegt wird. Dafür sollen die Beiträge als Grundlage dienen.

Nähere Informationen im  Call for Papers.
Alle weiteren Informationen auf der Tagungswebsite.

Stellenausschreibung: wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Gesellschaftspolitik (München)

Das Institut für Gesellschaftspolitik (IGP) der Hochschule für Philosophie in München wird ab Mai 2012 im Auftrag von MISEREOR ein Projekt zu »Entwicklung im Dienst des Weltgemeinwohls und Wege zu einem sozial gerechten und nachhaltigen Zivilisationsmodell« beginnen. Ziel dieses Projektes ist es, Konzepte für ethisch begründete, ökologisch langfristige und sozial gerechte Entwicklungs- und Wohlstandsmodelle zu erarbeiten. Dies soll sowohl in einer interkulturell angelegten wissenschaftlichen Studie als auch im Rahmen von weltweit durchgeführten Dialogforen mit gesellschaftlich relevanten Gruppen geschehen.

Im Rahmen dieses Projektes sucht das IGP zum 1. Mai 2012 eine/n wissenschaftlichen Mitarbeiter/in.

Nähere Informationen zu Konditionen und Arbeitsschwerpunkten der Stelle gibt es hier.

JCSW 52/2011 “Ethik der Arbeitsgesellschaft. Zur Impulskraft der Enzyklika ‘Rerum novarum’”

120 Jahre nach Erscheinen der Enzyklika “Rerum novarum” von Papst Leo XIII. beschäftigt sich der kurz vor dem Jahreswechsel erschienene 52. Band des Jahrbuchs für Christliche Sozialwissenschaften unter Aufnahme der Impulse von Rerum novarum mit aktuellen sozialethischen Debatten um die Zukunft der Arbeitsgesellschaft. Die verschiedenen Beiträge befassen sich damit, inwiefern diese Impulse der ersten Sozialenzyklika auch heute noch als aktuell und orientierend angesehen werden können und nehmen Kernthemen von Rerum novarum auf, um diese sozialwissenschaftlich und sozialethisch im Kontext gegenwärtiger Entwicklungen und Herausforderungen zu untersuchen.

Darüber hinaus enthält das Jahrbuch einen Literaturbericht zur Arbeit in der globalisierten Wirtschaftsgesellschaft, eine Rezension zu Sabine Schratz: “Das Gift des alten Europa und die Arbeiter der Neuen Welt. Zum amerikanischen Hintergrund der Enzyklika Rerum novarum (1891)” sowie einen sozialethischen Forschungsbeitrag zur Ethik der Menschenrechte im Kontext von Klimawandel und Entwicklung. Abgerundet wird es durch Berichte von der Jahrestagung 2010 der Societas Ethica (“On Morals, Markets and Money – Economic and Business Ethics Revisited”), vom Berliner Werkstattgespräch der Sozialethiker(innen) 2011 (“Theologie (in) der Sozialethik”), vom Forum Sozialethik 2010 (“Ethik der Entwicklung”), von einem Expertengespräch des Münsteraner Exzellenzclusters “Religion und Politik” (“Freiheit, Gleichheit, Religion. Religionspolitik als neue Herausforderung”) sowie zur Jubiläumstagung des Instituts für Christliche Sozialwissenschaften Münster 2011 (“Ressourcen – Lebensqualität – Sinn. Gerechtigkeit für die Zukunft denken”).

Zudem wartet das Jahrbuch 2011 mit einigen spannenden Neuerungen im redaktionellen Bereich auf:

  • Mit der vorliegenden Ausgabe wurde ein Peer-Review-Verfahren zur Qualitätssicherung der Beiträge eingeführt.
  • Es findet erstmals ein englischsprachiger Artikel Eingang in das Jahrbuch – diese Maßnahme zur Stärkung der internationalen Sichtbarkeit und Verbreitung des Jahrbuchs soll ausgebaut werden (wobei mittelfristig nach wie vor in der Mehrzahl deutschprachige Beiträge aufgenommen werden sollen).
  • Es wurde ein freier Bereich für Forschungsbeiträge zur Sozialethik jenseits des Schwerpunktthemas eingerichtet, für den jeweils zum Stichtag 31. Januar sozialethische Themen zu einem frei gewählten Thema in englischer oder deutscher Sprache eingereicht werden können.
  • Ab dem vorliegenden Band soll auch eine Internetversion des Jahrbuches im Open Access Modus aufgebaut werden. Ab dem jeweils vorhergehenden Band können in Zukunft alle Beiträge des Jahrbuchs frei und unentgeltlich als pdf abgerufen werden. Dieses Angebot wird wohl im Lauf des Jahres 2012 realisiert werden.

Das aktuelle Jahrbuch  kann im Buchhandel, über den Aschendorff-Verlag, Münster (www.aschendorff-buchverlag.de) oder beim Institut für Christliche Sozialwissenschaften (www.jcsw.de) für 36,90,- Euro erworben werden.

Inhaltsverzeichnis

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ZdK veranstaltet Fachtagung zum Thema „Nachhaltigkeit“ im März

20 Jahre nach dem Rio-Gipfel zu Umwelt und Entwicklungsfragen lädt das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gemeinsam mit katholischen Organisationen und Verbänden zu einer Tagung ein, die sich der Umsetzung des in Rio entwickelten Leitbildes einer nachhaltigen Entwicklung widmet.

Die Fachtagung „Kirche auf dem Weg der Nachhaltigkeit – 20 Jahre nach Rio“ findet am 02. März 2012 in Bonn statt.

Gäste aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Kirche diskutieren grundlegend über die notwendigen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen und Rahmenbedingungen für eine nachhaltigere Lebensweise, darunter Alois Glück (Präsident des ZdK), Ursula Heinen-Esser (Parlamentarische Staatssekretärin) und Bischof Dr. Gregor Maria Hanke (Bistum Eichstätt). Dabei geht es nicht nur darum, allgemeine Prinzipien für eine nachhaltigere gesellschaftliche Entwicklung aufzuzeigen, sondern auch die Gestaltung konkreter Handlungsfelder wie Ernährungsweise, Mobilitätsverhalten, Energieverbrauch und Finanzen zu thematisieren. Insbesondere soll auch der bisherige und zukünftige Beitrag der katholischen Kirche in diesem gesellschaftlichen Prozess in den Blick genommen werden.

Die Tagung richtet sich an Funktionsträger und Multiplikatoren aus Kirche, Politik und Gesellschaft sowie an weitere Interessierte.

Das detaillierte Programm und weitere Informationen finden sich unter: http://www.zdk.de/projekte/fachtagung-nachhaltigkeit/

Post-Doc-Stellen: Nachwuchsgruppe “Religiöse Pluralität” (Münster)

Evtl. auch für Sozialethiker interessant:

An der Westfälischen Wilhelms-Universität wird im Rahmen des Zentrums für Islamische Theologie eine interdisziplinäre Nachwuchsgruppe zum Thema “Religiöse Pluralität als Herausforderungen für Religionen und Gesellschaften” eingerichtet. Hierfür sind zum nächstmöglichen zeitpunkt vier Post-doc-Stellen zu besetzen.

Forschungsgegenstand der interdisziplinären Nachwuchsgruppe sind die Herausforderungen, denen sich zeitgenössische Gesellschaften und religiöse Traditionen durch das Wachstum religiöser Pluralität gegenüber sehen. Mit Blick auf die religiösen Traditionen soll erforscht werden, inwieweit und auf welche Weise sich diese Traditionen auf das Faktum des religiösen Pluralismus eingestellt haben und gegenwärtig einstellen bzw. welche Faktoren solchen Adaptionsprozessen im Wege stehen oder sie befördern. Mit Blick auf die religiös pluraler gewordenen Gesellschaften soll erforscht werden, wie Mitglieder dieser Gesellschaften auf die gesteigerte religiöse Pluralität reagieren und wie religiös plurale Gesellschaften politisch und rechtlich verfasst sein müssen, um einen friedlichen und ggf. produktiven Umgang mit religiöser Pluralität zu ermöglichen.

Nähere Informationen zu den Stellen und zum Bewerbungsverfahren gibt es hier.

Bewerbungsschluss ist der 27.01.2012.

Kongress “Wissenschaft trifft Praxis: Behinderung – Theologie – Kirche”

Am 08. und am 09. März 2012 findet an der Universität Heidelberg der Kongress “Wissenschaft trifft Praxis: Behinderung – Theologie – Kirche” statt.  Auf dem Kongress soll

das Grundverständnis der Inklusion als Leitgedanken für die gesellschaftliche Entwicklung  im Blick auf Kirche, Einrichtungen und Gemeinden (theologisch) reflektiert und die Umsetzung vorangebracht werden.

Der Kongress richtet sich sowohl  an Betroffene und deren Angehörige, an Fachkräfte und Ehrenamtliche in Diakonie und Caritas, an Mitarbeitende aus Kirchengemeinden, Dekanaten und Schulen als auch an Studierende und Lehrende an Hochschulen und theologischen Fakultäten. Das vollständige Programm sowie das Anmeldeformular kann hier eingesehen werden.

Stellenausschreibung: Universitätsassistent/in (“prae doc”) am Institut für Sozialethik

Das Institut für Sozialethik an der Universität Wien sucht ab dem 05.03.2012 eine/n Universitätsassistent/in. Der Aufgabenbereich umfasst u.a. die Unterstützung in Forschung und Lehre, die Mitarbeit bei Publikationen und Vorträgen, insbesondere Literaturrecherchen und ihre Auswertung.  Neben diesen Aufgaben steht auch Raum und Zeit für die Erstellung einer Dissertation im Bereich “Sozialethik” zur Verfügung.  Die Bewerbungsfrist endet am 23.01.2012.

Hier die ganze Ausschreibung.

 

Workshop Ethik 2012: Recht und Moral – eine produktive Spannung

Unter dem Titel “Recht und Moral – eine produktive Spannung” findet vom 21.-23. März im Wilhelm-Kempf-Haus in Wiesbaden-Naurod der 11. Workshop Ethik statt.

Veranstaltet wird dieser von der Evangelischen Akademie Arnoldshain, dem Haus am Dom in Frankfurt, dem Oswald-von-Nell-Breuning-Institut sowie der Professur für christliche Anthropologie und Sozialethik der Universität Mainz.

Nähere Informationen zu Programm und Anmeldung finden sich hier.

Dokumentation des XXII. Deutschen Kongresses für Philosophie

Auf dem Open-Access-Server der Universitätsbibliothek München ist der XXII. Deutsche Kongress für Philosophie dokumentiert worden, darunter auch die Beiträge aus der Sektion für Bildungsphilosophie.

Ein Beitrag beschäftigt sich ausdrücklich mit der aktuellen bildungsethischen Debatte:
Bildung als Freiheitsrecht – eine Kritik des neueren sozialethischen Bildungsdiskurses. URL: http://epub.ub.uni-muenchen.de/12476/1/Bildungsgerechtigkeit.pdf.