Monthly Archive for Oktober, 2010

Stipendien im Fach Ethik

Die Leuphana Universität Lüneburg hat zum nächstmöglichen Zeitpunkt, spätestens jedoch zum 01. 01.2011, ein Promotionsstipendium sowie zwei PostDoktorandinnen-Stipendien im Fach Ethik mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeits-Ethik ausgeschrieben. Bewerbungsschluss ist der 15. November 2010. Nähere Informationen zum Promotionsstipendium hier und zu den PostDoktorandinnen-Stipendien hier.

JCSW 51/2010 “Weltwirtschaft und Gemeinwohl. Eine Zwischenbilanz”

Das neue Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften ist soeben erschienen. Zwei Jahre nach dem Manifestwerden der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise diskutieren die Beiträge des 51. Bandes zum Thema „Weltwirtschaft und Gemeinwohl. Eine Zwischenbilanz” aus unterschiedlichen Perspektiven sowohl aktuell drängende als auch grundlegende sozial- und wirtschaftsethische sowie ordnungspolitische Fragestellungen und tragen somit zugleich zur wissenschaftlichen Erkenntnis- und Urteilsbildung und zur Orientierung politischen Handelns angesichts der Krise bei.

Zudem beinhaltet das Jahrbuch einen (Literatur-)Überblick über den wirtschafts- und unternehmensethischen Diskurs in der christlichen Sozialethik der vergangenen zehn Jahre sowie Berichte vom 11. Werkstattgespräch über “Die Finanzkrise als sozialethische Herausforderung” und zum 19. Forum Sozialethik zur “Anthropologie und christliche Sozialethik“.

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Eine Übersicht über die einzelnen Beiträge gibt es hier.

Das aktuelle Jahrbuch  kann im Buchhandel, über den Aschendorff-Verlag, Münster (www.aschendorff-buchverlag.de) oder beim Institut für Christliche Sozialwissenschaften (www.jcsw.de) für 39,- Euro erworben werden.

Tagungsbericht zum Forum Sozialethik 2010

Das Forum Sozialethik feierte sein Jubiläum: Zum zwanzigsten Mal trafen sich auf Einladung der Initiative ‚Forum Sozialethik’ und der Kommende Dortmund dieses Jahr wieder junge SozialethikerInnen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum um ihre Gedanken und Ansätze zu einem sozialethisch zentralen Thema auszutauscfsepodium1hen. Unterstrichen von der eindringlichen Botschaft des aktuellen Berichts zum Stand der Milleniumsentwicklungsziele wurde das Thema „Ethik der Entwicklung“ von den verschiedensten Perspektiven beleuchtet und umfassend diskutiert.

In seinem Einführungsvortrag referierte Johannes Frühbauer über entwicklungstheoretische Perspektiven im Anschluss an Thomas Pogge und betonte damit vor allem die systemische Dimension von absoluter Armut. Sein Vortrag lieferte einen umfassenden sozialethischen Einblick in die Probleme und Vorschläge der Armuts- und Entwicklungsdebatte und setzte mit dem systemischen Ansatz Pogges einen Impuls, der in etlichen weiteren Referaten aufgegriffen wurde. In den drei anschließenden Foren wurden parallel (a) der interkulturelle Beitrag andinischer Ethik zur Entwicklungsdiskussion (Michelle Becka und Irene Tokarski), (b) die Bedeutung von Kinderrechten in der EU-Entwicklungszusammenarbeit zwischen Fürsorge und Kindesautonomie (Anna Maria Riedl), sowie (c) die Art und Weise, wie Entwicklung den sozialen Raum bearbeitet und Sozialkapital beeinflusst (Thomas Wienhardt) diskutiert.

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Neuerscheinung “Das Gute im Geschäft – Wie Unternehmen Ethik treiben”

Jetzt ist der Band “SI konkret 3: Das Gute im Geschäft – Wie Unternehmen Ethik treiben” erschienen. Die Soziologin Veronika Drews-Galle hat hierzu Entscheider in großen deutschen Unternehmen befragt. Sie untersuchte, mit welchen ethischen Problemen Führungskräfte im Alltag konfrontiert sind und wie sie diese erfolgreich lösen.

Zum Projekt siehe auch diese Website.

[Via Email Renate Giesler, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Sozialwissenschaftliches Institut der EKD (SI)]

Forschungsassistentur Biomedizinische Ethik

Am Institut für Biomedizinische Ethik der Medizinischen
Fakultät der Universität Zürich ist zum nächstmöglichen
Zeitpunkt eine Forschungsassistentur (50%) zu besetzen. Hier die genaue Stellenausschreibung.

Vorher/Nachher

Wie immer nach unserer Tagung des Forums Sozialethik gibt es ein neues Bild in der Kopfzeile. Seit Jahren sind die  vielen jungen Köpfe das Markenzeichen unserer Website. Zum Vergleich und für das Archiv ein Vorher/Nachher-Vergleich…fse2099vorher

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Sitzend ist irgendwie weniger elegant…

Neuerscheinung: Die Grenzen der Gerechtigkeit

Grenzen der GerechtigkeitMartha Nussbaums “Die Grenzen der Gerechtigkeit. Behinderung, Nationalität und Spezieszugehörigkeit” ist nun in deutscher Sprache erschienen. Die auf ihre Tanner Lectures of Human Values basierenden Überlegungen widmen sich drei ungelösten, allerdings nicht zu vernachlässigenden Desideraten sozialer Gerechtigkeitstheorien.

Eines dieser zentralen Versäumnisse betrifft die Frage nach sozialer Gerechtigkeit gegenüber Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung, insofern ihnen die staatsbürgerliche Gleichheit (beispielsweise in der Erziehung, Ausbildung und Krankenversorgung) nicht anerkannt wird. Darum konzepiert Nussbaum ein neues Verständnis von Bürgerschaft und wirbt darüber hinaus für eine neue Auffassung vom Zweck sozialer Kooperation und eine neue Wertschätzung der Fürsorge als soziales Grundgut.

Darüberhinaus setzt sich die Autorin mit Fragen der transnationalen Gerechtigkeit und der sozialen Gerechtigkeit im Hinblick auf den Umgang mit Tieren auseinander.

Anhand ihres Fähigkeitenansatzes (capabilities approach)  dekliniert sie die genannten Problemfelder sozialer Gerechtigkeitstheorien durch, um zu zeigen, wo kontraktualistische Ansätze an ihre Grenzen stoßen.

Weitere Informationen auf der Website des Suhrkamp-Verlags.

Tagung “Pflegefall Sozialstaat” (Tutzing)

An der Tutzinger Akademie für Politische Bildung soll vom 5. bis 7. November 2010 eine Tagung zum „Pflegefall Sozialstaat – Über Freiheit, Würde und die neue soziale Frage“ stattfinden. Bei dieser Tagung soll es darum gehen, welche prinzipiellen Veränderungen die Sozialstaatsarchitektur in den vergangenen 20 Jahren in Deutschland erfahren hat. Zudem sollen aus verschiedenen Perspektiven die Grundlagen des Sozialstaats erhellt werden. Es wird diskutiert mit nahmhaften Wissenschaftlern, die auch ungewohnte Perspektiven einnehmen. Es sprechen unter anderem: Stefan Lessenich, Rolf Gröschner, Albrecht Müller, Ulrich Thielemann und Erwin Huber.

Sie können sich zu dieser Tagung im Internet (unter www.apb-tutzing.de) anmelden.

[via E-Mail Michael Spieker, Akademie Tutzing]

Stumme Sozialethik? Der Bericht über das Forum Sozialethik in “Publik Forum”

Unter dem Titel »Wir kreisen um uns selbst« (Untertitel: “Die sozialen Konflikte werden immer lauter ausgetragen. Doch die katholischen Sozialethiker scheinen zu verstummen”) ist ein Bericht von der Jubiläumsveranstaltung 20 Jahre Forum Sozialethik (13. September 2010) in Publik Forum erschienen. Der Text von Susanne Erbach gibt die Statements des Abends gut wieder, überschreitet den Berichtsmodus darüber hinaus deutlich, indem er der christlichen Sozialethik klare Vorwürfe macht:

“Die Menschen gehen auf die Straße, selbst gut situierte Bürgerinnen und Bürger [...] – nur von der katholischen Sozialethik hört man wenig. Ausnahmen bestötigen die Regel. Zu ihnen gehören Wolfgang Ockenfels [...] oder der Jesuit Friedhelm Hengsbach [...].”

Der Text ist erschienen in der 19. Ausgabe von Publik Forum, kritisch – christlich – unabhängig, Oberursel, vom 8.10.2010 (S. 19). Über Kommentare, wie Ihr das seht oder Sie das sehen, freut sich die Redaktion von www.forumsozialethik.de.

Update (14.10.2010): Mit Erlaubnis der Redaktion von Publik Forum hier der Text des Artikels in einer Pre-Print-Fassung.