Neuer Band in der Reihe “Kommunikative Theologie”

Die sozialethische Diskussion um innerkirchliche Dialog- und Konsultationsprozesse als Instrumente der kirchlichen Sozialverkündigung ist inzwischen weitgehend wieder verstummt. Derartige Beteiligungsformen haben in den Neunzigerjahren deutlich werden lassen, dass alle Christen gemeinsam – nicht allein die Kirchenleitungen - verantwortlich sind für die Fortschreibung und Plausibilisierung der kirchlichen Botschaft.

In der Reihe “Kommunikative Theologie” ist jetzt ein neuer Band vorgelegt worden, der danach fragt, welche Möglichkeiten und kirchenrechtlichen Spielräume Laien in der Gemeindeleitung besitzen. Die gesammelten Erfahrungen reflektieren die Situation in Österreich, wo laikale Pfarrassistenten seit Längerem üblich sind. Auf einem Treffen dieser Berufsgruppe entstand die Idee, die eigenen Erfahrungen - gemeinsam mit wissenschdaftlichen Reflexionen – öffentlich zu machen und der kirchlichen Diskussion auszusetzen. Zu Wort kommen sowohl Pfarrassistenten als auch Priester, die in priesterlosen Gemeinden rechtlich die Rolle eines Pfarrmoderators übernehmen, Diözesanverantwortliche als auch “betroffene” Gemeindemitglieder.

Der Band ist eindeutig pastoral und liturgisch ausgerichtet. Es wäre allerdings lohnenswert, die vorliegenden Erfahrungen auch im Rahmen einer Sozialethik kirchlichen Lebens weiterzudenken und zu fragen, welche  Verantwortung Pfarrassistenten und andere Laien in priesterlosen Gemeinden hinsichtlich der kirchlichen Sozialverkündigung  zufällt und wie eine solche Verantwortung praktisch ausgefüllt werden kann.

Johannes Panhofer/Sebastian Schneider (Hg.): Spuren in die Kirche von morgen. Erfahrungen mit Gemeindeleitung ohne Pfarrer vor Ort – Impulse für eine menschennahe Seelsorge (Kommunikative Theologie; 12), Ostfildern: Matthias-Grünewald-Verlag der Schwabenverlag AG 2009, 240 Seiten, Paperback, Euro 22,90.

Axel Bernd Kunze (Rez.)

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