Was wählen Eltern?

Die Zeitschrift “Eltern” hat forsa mit einer repräsentativen Umfrage von Eltern mit Kindern unter 18 Jahren beauftragt. Erhoben wurden beispielsweise Einstellungen zu Fragen in den Bereichen Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Bildungs- und Familienpolitik und Arbeitsteilung in der Familie. Ein Zitat zur Veranschaulichung:

“Danach gefragt, welche Maßnahmen die Politik mit Vorrang behandeln sollte, wird am häufigsten eine Verbesserung des Bildungssystems genannt (81 %). Es folgen eine bessere Förderung der Familie durch finanzielle Entlastungen (77 %), eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf (75 %) sowie eine Verbesserung der Kinderbetreuung (67 %). Die
Herstellung einer wirklichen Entscheidungsfreiheit bei der Wahl der Arbeitsteilung zwischen Müttern und Vätern in der Familie erscheint 52 Prozent prioritär.

Die beiden letztgenannten Maßnahmen sind für die Anhänger der Union insgesamt seltener vorrangig als für die Anhänger der übrigen Parteien.” (S. 33)

Die Studie gibt es hier (pdf); die Presseinformation der Zeitschrift “Eltern” hier.


1 Response to “Was wählen Eltern?”


  1. 1 Dr. Axel Bernd Kunze

    Derartige Umfragen sind immer recht unspezifisch und damit in ihrer Aussagekraft äußerst begrenzt. Wer kann wirklich gegen eine “Verbesserung des Bildungssystems” sein?
    Deutschland hat familienpolitisch bereits heute eine nahezu unüberschaubare Fülle an Instrumenten zur finanziellen Entlastung von Familien. Diese sind aber im Vergleich zu anderen Ländern, wie die demographische Entwicklung in Deutschland zeigt, äußerst ineffizient. Diese Instrumente noch weiter auszuweiten, ist familien-und auch haushaltspolitisch nicht sinnvoll.
    Politisch geboten wäre es vielmehr, das bestehende System der Familienpolitik auf den Prüfstand zu stellen sowie sozialstaatlich zielgenauer auszurichten. Mit Erreichen der Volljährigkeit sollte die Familienförderung weitgehend so ausgestaltet werden, daß Leistungen direkt den Kindern zugewendet werden.
    Wichtiger als weitere finanzielle Entlastungen - das zeigen m. E. die vielgerühmten skandinavischen Vorbilder - ist es, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern, nicht zuletzt durch eine kluge Arbeitsmarktpolitik (die Vernetzung von Familien- und Arbeitsmarktpolitik scheint mir wichtiger zu sein als eine aktive und für eine freiheitliche Gesellschaft nicht unprobematische Geschlechterpolitik des Staates). Der Ausbau der Kinderbetreuung (als freiwilliges Angebot, nicht in Form einer grundrechtlich problematischen Krippen- oder Kindergartenpflicht) kann dabei nur ein, wenn auch kein unwichtiger Baustein sein. Vermutlich wäre hier einmal tatsächlich ein runder Tisch von Politik, Wirtschaft und Verbänden sinnvoll.

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