Das päpstliche Rundschreiben (Enzyklika) “CARITAS IN VERITATE” von Papst Benedikt XVI. “über die ganzheitliche Entwicklung des Menschen in der Liebe und in der Wahrheit” ist heute erschienen. Eine deutsche pdf-Version stellen wir hier bereit; eine online Version gibt es auch auf der Website des Vatikan.
Das Verhältnis von Christlicher Sozialethik (als wissenschaftlich-theologische Disziplin) und kirchlicher Soziallehre (wie jetzt in Form einer Sozialenzyklika) ist nicht ganz einfach; es handelt sich um recht unterschiedliche Zugriffe auf die gleichen Problemstellungen. Jedenfalls liegt eine beeindruckende Tradition der kirchlichen Sozialenzykliken vor, die (spätestens) 1891 begann und die auch Gegenstand des wissenschaftlich-kritischen Interesses ist. Drei Literaturhinweise dazu sind vielleicht angebracht (die Liste wäre natürlich noch zu ergänzen):
- Heimbach-Steins, Marianne (2004): Kirchliche Sozialverkündigung. Orientierungshilfe zu den Dokumenten. In: Heimbach-Steins, Marianne (Hg.): Christliche Sozialethik. Ein Lehrbuch. Bd. 1. Grundlagen. Regensburg: Pustet, S. 200–219.
- Höhn, Hans-Joachim (1999): Konzeptionelle wirtschaftsethische Implikationen in den Soziallehren der Kirchen, Katholische Kirche. In: Korff, Wilhelm u. a. (Hg.): Handbuch der Wirtschaftsethik. Band 1-4 / hrsg. im Auftr. der Görres-Gesellschaft. Bd. 1. Verhältnisbestimmung von Wirtschaft und Ethik. Gütersloh: Gütersloher Verl.-Haus, S. 740–758.
- Kerber, Walter; Ertl, Heimo; Hainz, Michael (Hg.) (1991): Katholische Gesellschaftslehre im Überblick. 100 Jahre Sozialverkündigung der Kirche. Frankfurt am Main: Knecht.
Ich bin sehr gespannt, wer sich zum Text zu Wort meldet und wer von den Medien gefragt wird. Von kirchlicher Seite würdigt schon mal Erzbischof Robert Zollitsch den Text und Erzbischof Marx wird dazu garaniert in einschlägigen Fermsehsendungen befragt. Hoffentlich gibt es auch ein paar Statements von Vertretern des Faches (die komplette Namensliste hier).
Zum Thema zwitschert es natürlich auch: http://twitter.com/#search?q=caritas in veritate, http://twitter.com/#search?q=enzyklika oder http://twitter.com/#search?q=sozialenzyklika und vor allem hier: http://twitter.com/#search?q=encyclical. Darüber findet man auch die Hinweise auf die ersten Online-Reaktionen in der Presse, z.B. New York Times, Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online, Rheinischer Merkur.
Der entsprechende Artikel in der englischen Wikipedia ist auch schon recht ausführlich.
Update, 7.7.09 14:23: Bei Radio Vatikan gibt es eine hilfreiche Zusammenfassung des Textes.


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