Forum Sozialethik 2008: Freiheit – Sicherheit – Risiko, Call for Papers

[ 8.-10. September 2008 in der Kommende in Dortmund ]

Sicherheit statt Freiheit. – Während sich die beiden Begriffe im aktuellen politischen Diskurs um die innere Sicherheit als Antipoden gegenüberliegen, lassen sie sich doch auch als einander wechselseitig bedingend konzipieren: Freiheit durch Sicherheit, oder aber: Sicherheit durch Freiheit. Risiko wiederum ist – als mögliche Folge von Freiheit – ein Gegenpol zu Sicherheit. Freiheit – Sicherheit – Risiko: Diese drei Termini lassen sich zudem auf eine ganze Reihe unterschiedlicher gesellschaftlicher Bereiche beziehen und kontrovers diskutieren – und sie lohnen zweifellos eine eingehende und facettenreiche sozialethische Auseinandersetzung.

Aus der Perspektive der politischen Ethik und insbesondere der Friedensethik stellt die Debatte um innere Sicherheit einen ersten Fokus dar: Welche Sicherheits- und Freiheitsbegriffe sind hier vorzufinden? Was bedeuten bestimmte Maßnahmen der Terrorismus- und Verbrechensbekämpfung für das Verhältnis von Freiheit, Sicherheit und Risiko? Welche Konzepte gibt es derzeit für internationale Sicherheit und wie sind diese ethisch zu bewerten? Inwieweit sind Grund- und Menschenrechte betroffen und möglicherweise gefährdet? Welche Bezüge ergeben sich dabei zur Asyl- und Migrationsthematik?

Für die Wirtschafts- und Arbeitsethik ist zu fragen: Was besagt der Begriff der sozialen Sicherheit angesichts globaler ökonomischer Prozesse und Dynamiken und der daraus generierten – oftmals auch lokalen – Problemfelder? Und wie verhält sich der Zusammenhang der Begriffe vor dem Anspruch, internationale sowie intergenerationelle Gerechtigkeit herstellen zu wollen?

Die Frage intergenerationeller Gerechtigkeit stellt sich auch aus umweltethischer Sicht. Zudem: Inwiefern stehen sich Freiheit und Sicherheit angesichts der gegenwärtigen Diskussion über Klimaveränderung und Energiepolitik gegenüber? Und: Darf Freiheit auch für die Opposition zu weit reichenden Klimaschutzmaßnahmen reklamiert werden? Ist die Kernkraft zumutbares Risiko zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes? Ferner: Welche Freiheiten bleiben Entscheidungsträgern und Konsumenten für eigenverantwortliches Handeln?

Nicht zuletzt ergeben sich bio- und medizinethische Fragestellungen: Wie kann das Verhältnis von Freiheit, Risiko und Sicherheit im Zusammenhang mit ethischen Fragestellungen etwa bezüglich der pränatalen Diagnostik, des Klonens, der Organtransplantation oder der Bekämpfung einer Pandemie wie HIV/Aids ausbuchstabiert werden?

Das Forum Sozialethik 2008 wendet sich diesen Begriffen, ihrer Zuordnung zueinander und den damit verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen in sozialethischer Perspektive zu. Die genannten Fragen, Themen und Zugänge beanspruchen keine Vollständigkeit, sondern zeigen in einem ersten Aufriss, wie präsent und bedeutsam die Begriffe Freiheit, Sicherheit und Risiko in den unterschiedlichen Teildisziplinen und Themenfeldern der Christlichen Sozialethik sind. SozialethikerInnen sowie Interessierte anderer Disziplinen sind herzlich eingeladen, einen eigenen Zugang zu wählen und vorzustellen. Wir freuen uns auf interessante Beiträge!

Organisatorische Hinweise:
Wir bitten um Zusendung eines Exposés von 1-2 Seiten bis zum 21. April 2008 im Format doc, rtf oder pdf an folgende Adresse: tagungen@forumsozialethik.de. Dieses soll den Inhalt des Beitrags skizzieren. Nach der Sichtung der Exposés stellt das Vorbereitungsteam das Tagungsprogramm zusammen, setzt sich mit den ReferentInnen in Verbindung und stimmt die weitere Vorgehensweise mit ihnen ab. Die Referate dürfen die Dauer von 30 Minuten nicht überschreiten. Nähere Informationen auf der Tagungs-Website. Die Vorträge werden im Anschluss an die Tagung in einem Tagungsband publiziert. Die Referenten werden gebeten, ihre Referate hierfür bis Ende Oktober 2008 zu überarbeiten und dem Vorbereitungsteam einzureichen.
Exposé, Rückfragen und Anregungen sind (alternativ) zu richten an:

Dr. Johannes J. Frühbauer

Universität Augsburg
Katholisch-Theologische Fakultät
Universitätsstraße 10
86159 Augsburg

0821-5985827

johannes.fruehbauer@kthf.uni-augsburg.de

Michael Hörter M.A.

Institut für Theologie und Frieden
Herrengraben 4
20459 Hamburg

040-67085915

hoerter@ithf.de

Anna Noweck
Isabellastraße 47
80796 München

089-28669955

anna@noweck.net

Das Forum Sozialethik ist eine Initiative junger Sozialethikerinnen und Sozialethiker. Das Forum dient dem Austausch von Nachwuchswissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen (Promotion, Habilitation, Privatdozenten und -dozentinnen) sowie fortgeschrittenen Studierenden des Faches Sozialethik im deutschsprachigen Raum. Interessierte benachbarter Disziplinen sind herzlich willkommen. Seit Anfang der 1990er Jahre trifft sich das Forum Sozialethik jedes Jahr im September zum wissenschaftlichen Austausch zu einem thematischen Schwerpunkt.

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