“Abschied von den ‘Heidelberger Thesen’?” – so fragt die Herder Korrespondenz in der ersten Ausgabe des neuen Jahres (S. 20 ff.). Thomas Hoppe, Professor für Katholische Sozialethik an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr Hamburg, unternimmt eine kritische Lektüre der aktuellen Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Diese war Ende Oktober 2007 unter dem Titel “Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen” veröffentlicht worden.
Angesichts des Titels liegt es nahe, die evangelische Stellungnahme mit der friedensethischen Positionsbestimmung der Deutschen Bischofskonferenz “Gerechter Friede” aus dem Jahr 2000 zu vergleichen. Hoppe erkennt zwischen beiden Dokumenten dann auch durchaus Parallelen, auch wenn der genuin theologische Teil im evangelischen Papier deutlich geringer ausfällt als im seinerzeitigen Dokument der katholischen Bischöfe.
Übersichtlich wird dargestellt, wie sich die aktuelle Denkschrift gegenüber aktuellen Herausforderungen der Friedensethik positioniert; behandelt werden dabei folgende Themen: “Internationale Gerechtigkeit”, “Terrorismus”, “Weiterentwicklung internationaler Institutionen zur Friedenssicherung”, “Humanitär begründete Interventionen” sowie “Ethische Bewertung nuklearer Abschreckung”.
Die Drohung mit Nuklearwaffen – so das Fazit zum letztgenannten Thema – sei heute nicht mehr ein Mittel legitimer Selbstverteidigung. Der Verfasser erklärt am Ende seines Beitrags, dass eine Politik, die daraus auch tatsächlich Konsequenzen ziehe, weiterhin glaubwürdig eingefordert werden müsse. Sein Fazit daher am Schluss: “Dies erneut bekräftigt zu haben, ist ein nicht geringes Verdienst der neuen Friedensdenkschrift” (S. 25).
Die Herder Korrespondenz erscheint monatlich im Verlag Herder und kostet im Abonnement 10,20 Euro (ermäßigt 8,00 Euro) pro Heft (zzgl. Versandkosten). Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit uner www.herderkorrespondenz. de.

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