Internationale Tagung in Frankfurt: „Leiden in Medizin, Ethik und Theologie“

Vom 8. bis 10. März 2017 findet in Frankfurt/Main eine internationale Tagung zum Thema „Leiden in Medizin, Ethik und Theologie/ Suffering in Medicine, Ethics, and Theology“ statt. Sie wird vom Projekt „Medizinethik in der Klinikseelsorge“ an der Professur Moraltheologie/Sozialethik der GU Frankfurt in Kooperation mit der Loyola University Chicago durchgeführt.

In Medizin, Ethik und Theologie sind ganz unterschiedliche Vorstellungen und Konzepte vom menschlichen Leiden präsent – sie reichen von Schmerzen über Leiden an Einsamkeit, Sinnlosigkeit und Endlichkeit bis hin zur religiösen Semantik des Leidens, in der von Leiden und Mitleiden Gottes die Rede ist. In Medizinethik und Klinikseelsorge treffen diese unterschiedlichen Konzepte gewissermaßen aufeinander. Die häufig nicht expliziten Annahmen über Sinn und Grenzen menschlichen Leidens werden im pluralen Krankenhauskontext, wo eine Vielzahl von religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen aufeinander treffen, herausgefordert.

Welches Verständnis von Leiden ist in den disziplinären Zugängen von Medizin, Ethik und Theologie gegenwärtig und als Aufforderung zu welchem Handeln wird es aufgefasst? Welche Konflikte ergeben sich aus unterschiedlichen Behandlungs- und Begleitungskonzepten und wie sollte mit ihnen reflektiert umgegangen werden?

In einem internationalen und interdisziplinären wissenschaftlichen Gespräch möchte die Tagung die medizinethische Diskussion über das Verstehen, Behandeln und Begleiten menschlichen Leidens fortführen.

Weitere Informationen und Anmeldung: http://tagung-medizinethik2017.uni-frankfurt.de

Ethik und Gesellschaft 2/2016 – Kritik des Helfens

Die neueste Ausgabe der ökumenischen Online-Zeitschrift Ethik und Gesellschaft ist der “Kritik des Helfens” gewidmet.

Geholfen wird in Deutschland und aus Deutschland heraus mannigfaltig – und dies von der Mitte der Gesellschaft her. Von der Entwicklungshilfe bis hin zu den Tafeln erstreckt sich eine breite Landschaft des Helfens. Doch bekanntlich ist gut gewollt noch lange nicht gut gemacht. In diesem Themenheft schaut „Ethik und Gesellschaft“ hinter die Bühne (vor allem) des ehrenamtlichen und freiwilligen Helfens und Spendens und fragt, wem eigentlich wird mit welchen Ergebnissen geholfen. Und: Was  ist gut und was ist gerecht an diesem Helfen.

Die Aufsätze der aktuellen Ausgabe finden sich hier.

CfP Forum Sozialethik 2017: “Christliches Abendland”? Zerfallserscheinungen in Europa als Herausforderung Christlicher Sozialethik

Das Projekt Europa ist in der Krise: Der Brexit, die Finanzkrise, die mangelnde Einigkeit in der Migrationspolitik oder undurchsichtige Bürokratien sind Herausforderungen, die zur Spaltung Europas geführt haben bzw. diese vertiefen. Hinzu kommen rechtspopulistische Bewegungen und Parteien, die sich als legitime Repräsentationsmedien eines „wahren Volkswillens“ verstehen und sich zur Stimme derer machen, die sich von Abstiegsängsten bedroht fühlen. Politische Kräfte in verschiedenen Ländern Europas können bei ihrem mit Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus geführten Kampf um das so genannte „Christliche Abendland“ teilweise beachtliche Erfolge verbuchen.

Europa und der europäische Einigungsprozess dienen jedoch vor allem der Entwicklung und Sicherung des Friedens, die heute keineswegs selbstverständlich, sondern vielfältig bedroht sind. Die Krisen Europas und das Erstarken antieuropäischer Kräfte verlangen deshalb nach grundlegender Analyse und sozialethischer Reflexion.

Das Vorbereitungsteam lädt Interessierte herzlich ein, sich mit einem Beitrag am Forum Sozialethik 2017 (18.-20.09.2017) zu beteiligen und anhand der eigenen Forschung Fragen zu den Herausforderungen Europas zu diskutieren. Die genannten Fragen sind hierbei lediglich als erste Anregungen zu verstehen. Angesprochen sind Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaft­lerinnen (Promotion, Habilitation) sowie fortgeschrittene Studierende des Faches Sozialethik im deutschsprachigen Raum. Vertreterinnen und Vertreter aus benachbarten Disziplinen (Philosophie, Politikwissenschaft, Soziologie usw.) sind herzlich willkommen. Das Forum pflegt einen Werkstattcharakter, d.h. dass besonderer Wert auf den freien wissenschaftlichen Austausch gelegt wird.

Nähere Informationen sowie weiterführende inhaltliche Impulse sind dem Call for Papers zu entnehmen. Der Call ist geöffnet bis zum 3. April 2017.

Alle weiteren Informationen auf der Tagungswebsite.

Nachwuchsworkshop: Gefordert – Gefördert – Geschafft

Am 17. und 18. März findet in der Katholischen Akademie in Bayern (München) der Nachwuchsworkshop “Gefordert – Gefördert – Geschafft. Chancen und Wege für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Katholischen Theologie” statt.

Von jeher gehört die Theologie zu den klassischen Disziplinen der Universität. An deutschen Universitäten und Hochschulen ist die Katholische Theologie mit neunzehn Fakultäten und mehr als dreißig Einrichtungen der Lehrerbildung breit vertreten. Über 350 Professorinnen und Professoren, über 200 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie zahlreiche Theologinnen und Theologen, die in Drittmittelprojekten engagiert sind, sind an den Hochschulen tätig. Sie forschen, sie bilden aus, sie sind international gefragt. Sie stehen im Dialog mit anderen Wissenschaftsbereichen, mit Kirche und Gesellschaft. Bei allem gesellschaftlichen Interesse an religiösen und theologischen Fragestellungen ist allerdings Gegenwind zu spüren: Die Stellung der Theologie im Haus der Wissenschaften wird genauso Thema wie die Zahl der Studierenden oder deren weitere berufliche Möglichkeiten. So fragen sich viele, ob es sinnvoll sei, eine wissenschaftliche Laufbahn in der Theologie zu planen. Wie wird man aber Theologieprofessor bzw. -professorin? Welche Förderungsmöglichkeiten gibt es? Welche beruflich adäquaten Möglichkeiten bestehen, wenn man keinen Lehrstuhl bekommt? Lohnt sich der Weg dann trotzdem? Diesen und anderen Fragen will die Tagung nachgehen. Alle, die in Theologie promovieren oder sich mit dem Gedanken einer Habilitation tragen, sind bei der Tagung herzlich willkommen!

Weitere Informationen, Programm und Anmeldemöglichkeiten (bis 3. Februar 2017) finden sich hier.

Universalität der Menschenrechte: Tagung in Tübingen

Menschenrechte

Unter dem Titel “Die Universalität der Menschenrechte und ihre Legitimierung in Christentum und Islam” findet vom 26.-28. Januar 2017 eine interdisziplinäre Tagung an der Universität Tübingen statt. Erörtert werden sollen unter anderem folgende Fragen:

Müssen die Menschenrechte im Rückgriff auf das Wesen des Menschen begründet und formuliert werden? Lässt sich das Wesen des Menschen unabhängig von seiner kulturellen Selbstverständigung und Selbstgestaltung aufweisen? Falls nein, wie lässt sich dann der universale Geltungsanspruch der Menschenrechte verteidigen, ohne kulturelle Differenzen zu nivellieren?

Die Tagung ist offen für Beiträge aus theologischen, philosophischen, sozialwissenschaftlichen und juristischen Perspektiven. Sie wird ausgerichtet vom Forum Scientiarum der Universität Tübingen in Zusammenarbeit mit dem Weltethos-Institut und der Stiftung Weltethos ausgerichtet. Weitere Informationen finden sich im (bis zum 30. November 2016 geöffneten) Call for Papers.

Kirchen und Rechtspopulismus: Fachgespräch in Berlin

Die Deutsche Kommission Justitia et Pax lädt ein zum Fachgespräch “Der Herausforderung begegnen: Rechtspopulismus und christliche Kirchen in Deutschland“.

Das Fachgespräch ist die Auftaktveranstaltung einer Reihe, die von der AdHoc-Arbeitsgruppe Rechtsextremismus der bischöflichen Fachkommission Justitia et Pax organisiert und verantwortet wird. Den in der AG mitarbeitenden Institutionen geht es in diesem Fachgespräch darum, Hintergrundinformationen zu Rechtspopulismus, neurechten Bewegungen und Akteuren und deren Anknüpfungspunkte zu kirchlichen Traditionsbeständen und Akteuren offen zu legen und Impulse für eine gelingende Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus im kirchlichen Raum zu geben.

Referenten sind unter anderem SPD-Generalsekretärin Katarina Barley, der Leiter des Berliner Katholischen Büros Karl Jüsten und der Gewaltforscher Wilhelm Heitmeyer. Die Veranstaltung findet statt am 16. Dezember 2016 in der Katholischen Akademie Berlin. Nähere Angaben finden sich im Tagesprogramm.

Ausschreibung: wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in ICEP Berlin

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt sucht das ICEP Berlin eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in in der Geschäftsstelle (50%), befristet zur Mutterschutz und ggf. zur Elternzeitvertretung.

Das Aufgabengebiet umfasst insbesondere die Betreuung der Geschäftsstelle und Koordination des Geschäftsbetriebs des ICEP, die Vertretung des ICEP innerhalb und außerhalb der Hochschule, die Betreuung und Pflege des Webauftritts des ICEP sowie des Fachportals EthikDiskurs und Gestaltung der Öffentlichkeitsarbeit des Instituts sowie die redaktionelle Betreuung des Online-Fachjournals EthikJournal sowie weiterer Publikationen.

Die ausführliche Stellenausschreibung findet sich hier. Bewerbungsschluss ist der 30. November.

CfP Workshop Ethik 2017

workshopethiklogo

“Verstehen  – Vermitteln – Verantworten”: Unter diesem Titel befasst sich der vom 27.-29.03.2017 stattfindende 16. Workshop Ethik mit dem Spagat zwischen ethischer Theorie und Praxis. Wie bei dieser Tagungsreihe üblich sollen die Vorträge vor allem von Nachwuchswissenschaftlern übernommen werden.

Das moralisch Angemessene im Hinblick auf eine konkrete Situation zu erwägen, ist nicht nur eine Herausforderung unseres Alltags. Vielmehr stellt sich auch innerhalb der Moralphilosophie und der Moraltheologie die zentrale Frage, wie Prinzipien oder allgemeine normative Gesichtspunkte zu spezifizieren und mit einer konkreten Situation zu vermitteln sind.
Abstracts können bis zum 01.01.2017 per Mail eingereicht werden. Vortragende zahlen keine Tagungsgebühr und erhalten eine Fahrtkostenerstattung. Alle weiteren Informationen zu Tagung und Bewerbung finden sich im ausführlichen Call for Papers.

CfP Salzburg Conference in Interdisciplinary Poverty Research

Der Centre for Ethics and Poverty Research an der Universität Salzburg veranstaltet am 21./22. September 2017 eine Konferenz mit dem Schwerpunktthema “Religion and Poverty”.

Hierzu wurde nun ein Call for Papers veröffentlicht, der evtl. auch für Sozialethiker und Sozialethikerinnen interessant sein könnte. Einsendeschluss ist der 31. März 2017. Nähere Informationen zur Tagung auf der Tagungshomepage.

Freie Stelle am ICS Münster

Zum 01. Januar 2017 ist in der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster beim Institut für Christliche Sozialwissenschaften (Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins) die Stelle einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin/eines wissenschaftlichen Mitarbeiters Entgeltgruppe 13 TV zu besetzen (Stellenumfang 100% für Promovierte; die Stelle kann geteilt werden). Die Stelle ist an den Arbeitsschwerpunkt “Sozialethische Genderforschung” gebunden und auf 28 Monate befristet.

Bewerbungen können bis zum 04.11.2016 eingereicht werden. Alle weiteren Informationen finden sich in der Ausschreibung.

“Immer nur das eine? – Sexualität und Medien” – Communicatio Socialis 3/2016

ComSoc-3_2016-Umschlag-197x300Ethische Perspektiven auf das Verhältnis von Sexualität und Medien präsentiert das aktuelle Heft von Communicatio Socialis. Das Heft ist online erschienen; einige Texte sind frei erreichbar. „Germany’s Next Topmodel“ ist ebenso Thema wie die Berichterstattung über die Kölner Sylvesternacht. – Communicatio Socialis ist eine Zeitschrift für Medienethik und Kommunikation in Kirche und Gesellschaft.

Medienethischer Schwerpunkt: Sexualität und Medien

Mit sexualisierenden Darstellungsweisen im Kinder- und Jugendfernsehen befasst sich Maya Götz. Anhand verschiedener Studien zu Formaten wie „Germany’s Next Topmodel“ zeigt sie auf, welche Folgen Hypersexualisierung insbesondere für junge Zuschauerinnen hat. Zwischen Jugendmedienschutz und „Porno-Kompetenz“ (frei als Leseprobe!): Der Umgang Jugendlicher mit sexuellen Unterhaltungsangeboten steht bei Andreas Büsch und Benedikt Geyer im Fokus. Es folgt eine Studie, die sich mit der medialen Berichterstattung über sexuelle Gewalt der Kölner Sylvesternachtbefasst.

Petra Hemmelmann war bei „Dr. Sommer“: Sabine Kadolph, seit 25 Jahren Mitglied des Dr. Sommer-Teams von „Bravo“, berichtet über Aufklärung früher und heute. Den Abschluss des Schwerpunktes markiert Renate Hackel-de Latour in einem Überblick zu den Hintergründen und Chancen des Vorhabens zu einem Verbot sexistischer Werbung.

Kommunikation in Kirche und Gesellschaft

Hatto v. Hatzfeld berichtet nicht nur über eine Petition für die freie Verbreitung der revidierten
Einheitsübersetzung, sondern liefert Hintergründe zu den Verbreitungsbedingungen der Bibel im historischen Wandel. Manuela Pilters beleuchtet in einer Innensicht die Reihe „37 Grad“ im ZDF: „37 Grad inszeniert und skriptet nicht.“

Das neue Heft ist ab sofort online abrufbar. Die Artikel können auch einzeln erworben werden. Wie gewohnt erscheint die neue Ausgabe auch in gedruckter Form. Die Zeitschrift Communicatio Socialis wird  im verzögerten Open Access publiziert: 12 Monate nach Erscheinen eines Artikels ist er frei im Netz zugänglich.

Stellenausschreibungen und Promotionsstipendien

Folgende Ausschreibungen haben uns erreicht:

CfP Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften 2017

In der Rubrik „Forschungsbeiträge zur Sozialethik“ des Jahrbuchs für Christliche Sozialwissenschaften erscheinen Beiträge zu einem frei gewählten Thema der Sozialethik. Hierfür können Beiträge zur Publikation eingereicht werden. Diese werden in einem double blind peer review Verfahren begutachtet und ausgewählt. Pro Ausgabe können bis zu drei Beträge berücksichtigt werden.
Einsendeschluss der vollständigen Beiträge in deutscher oder englischer Sprache ist jeweils der 31. Januar, für die nächste Ausgabe der 31.1.2017.
Weitere Informationen finden sich hier sowie im ausführlichen Call.

Tagung: Verantwortung erzählen am KSI Köln

Ein kluger Mensch lernt aus seinen Erfahrungen. Ein weiser aus den Erfahrungen anderer.

Was ist dran an dieser Redewendung? Welche Wirkung haben die Erzählungen anderer auf unser Handeln, unsere moralischen Haltungen und unsere Wertvorstellungen? Und nicht zuletzt: Welchen Mehrwert bietet ein narrativer Ethikansatz, der auf biographische Modelle, Erfahrungen und Lebenszeugnisse Bezug nimmt und Verantwortungsübernahme fördern möchte?

Auf der Tagung „Verantwortung erzählen“ am Katholisch-Sozialen Institut der Erzdiözese Köln vom 9.-10.11.2016 soll diesen Fragen am Beispiel sozialethischer Themen auf den Grund gegangen werden. Dabei werden auch Lebensgeschichten von Menschen zur Sprache kommen, die sich auf unterschiedliche Weise für ein gelingendes Zusammenleben einsetzen; sie lassen uns teilhaben an ihren Erfahrungen und dem Modell, wie konkret Verantwortung übernommen werden kann.

Programm und Anmeldemöglichkeit finden sich hier.

 

Neuerscheinung und CfP: Zeitschrift für Flüchtlingsforschung

(c) Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) | pixelio.de

Das interdiszplinäre Netzwerk Flüchtlingsforschung hat ein neues Publikationsorgan ins Leben gerufen: die Z’Flucht (Zeitschrift für Flüchtlingsforschung).  Bei der halbjährlich erscheinenden Z’flucht handelt es sich um

ein neues peer-reviewed journal, das wissenschaftliche Beiträge aus unterschiedlichsten Disziplinen zu Fragestellungen der Zwangsmigrations- und Flüchtlingsforschung veröffentlicht. […] Angesichts der unterschiedlichen fachlichen Perspektiven, aus denen entsprechende Fragen gestellt werden können, gilt ein besonderes Augenmerk der interdisziplinären Diskussion [und] dem Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis […].

Durch die interdisziplinäre Ausrichtung und beabsichtigte Praxisrelevanz dürfte die Zeitschrift auch für Sozialethiker_innen interessant sein. Sie soll wissenschaftliche Aufsätze, Forumsbeiträge und Rezensionen in deutscher, englischer und französischer Sprache enthalten. Manuskripte können jederzeit bei der Redaktion eingereicht werden. Hinweise für Autoren_innen und weitere Informationen finden sich auf den Websiten des Nomos-Verlags und des Netzwerks Flüchtlingsforschung.