Einladung Forum Sozialethik 2016

Vom 05.-07. September findet 2016 die Jahrestagung des Forum Sozialethik statt. Das Thema könnte aktueller kaum sein: “Flucht – Zuwanderung – Integration. Multidisziplinäre und normative Vergewisserungen zu Herausforderungen der Migration”.

Etwa eine Millionen Menschen haben allein im letzten Jahr Zuflucht in Deutschland gesucht. Klatschende Bürger/innen, die die Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen haben, wurden zum Symbol einer neuen deutschen Willkommenskultur. Monate später ist das Engagement der Freiwilligen ungebrochen – nicht nur in Deutschland –, doch es bilden sich auch nationalistische Gegenbewegungen.

Die gegenwärtigen Ereignisse stellen uns deshalb vor die Aufgabe, im gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurs, Antworten auf höchst komplexe Fragen rund um die „Herausforderungen der Migration“ zu finden. Nicht zuletzt müssen normative Begründungen für konstruktive Lösungen auch die Akzeptanz einer Gesellschaft gewinnen, denn Deutschland und die EU-Mitgliedsstaaten ringen bis heute um langfristige und tragfähige Ansätze zur Aufnahme und Verteilung derjenigen Flüchtlinge, die Europa erreichen.

Das Forum Sozialethik 2016 möchte ein Beitrag zu diesen – nicht nur ethisch bedeutsamen – Diskursen sein. Angefangen bei der Frage „Grenzen setzen oder öffnen?“ beleuchten wir diesen Themenkomplex aus der „Perspektive Integration“. Dabei setzen wir uns mit der Rolle von „Identität und Religion“ auseinander und suchen nicht zuletzt Antworten hinsichtlich der „Vorbeugung von Fluchtursachen“.

Dazu laden das Vorbereitungsteam und die KOMMENDE Dortmund herzlich ein. Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung finden sich auf der Tagungswebsite.

CfP „Migration, Integration, Inklusion“, Jahrestagung Netzwerk Medienethik 2017

Das Netzwerk Medienethik veranstaltet im Februar 2017 seine Jahrestagung unter dem Titel „Migration, Integration, Inklusion – medienethische Herausforderungen und Potenziale für die digitale Mediengesellschaft“. Mit dem jetzt veröffentlichten Call for Papers zur Jahrestagung 2017 laden die Veranstalter Kolleginnen und Kollegen aus der Wissenschaft ebenso wie Kommunikationsexperten aus der Praxis herzlich ein, sich mit einem Beitrag an der Tagung zu beteiligen. – Die Tagung wird wie immer das Gespräch zwischen Wissenschaft und Praxis anzielen.

Die vollständige Einladung zur Einreichung finden Sie hier (offen bis 1.10.2016). Die Tagung findet statt am 16.-17. Februar 2017 in München und wird ausgerichtet zusammen mit der Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik in der DGPuK und in Kooperation mit der Akademie für politische Bildung, Tutzing.

Integrationsfunktion der Medien im Zeitalter der Migration

Integration gilt als eine der wichtigsten Aufgaben der Massenmedien. Denn in einer demokratischen Gesellschaft haben diese den Auftrag, zum sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft beizutragen. Integration kann in einer pluralistischen Gesellschaft jedoch nur dann gelingen, wenn verschiedene gesellschaftliche Wirklichkeitsentwürfe und Werte eine Chance haben, an der Gestaltung gesellschaftlicher Realitäten mitzuwirken. Massenmedien müssen sich somit daran messen lassen, ob und in welchem Maße es ihnen gelingt, einen Dialog zwischen Individuen mit ganz unterschiedlichen Einstellungen, Werten und Wirklichkeitsentwürfen herzustellen.

Das so beschriebene medienethische Feld der Integration wird aktuell besonders durch Zuwanderung, Flucht und Migration herausgefordert. Dies nimmt die Tagung zum Anlass, Integration und Inklusion und ihre Anforderungen an die (digitale) Mediengesellschaft zum Thema ihrer Jahrestagung 2017 zu machen. Im Vordergrund steht zum einen die Frage nach den Möglichkeiten, durch Medien und digitale Dienste gesellschaftliche Integration und Inklusion zu rahmen und zu unterstützen. Zum anderen soll eine medienethische Bestandsaufnahme zur journalistischen Berichterstattung zu diesen Themen erfolgen.

Call ist offen formuliert

Die Tagung beschäftigt sich mit den normativen Fragestellungen des Integrationsauftrages der Medien in ganzer Komplexität und Breite. Der Call ist offen formuliert und soll Personen aus Praxis und Theorie wie auch unterschiedlichen Spezialisierungsgebieten ansprechen.

Aktualisierte Informationen finden sich auf der Tagungs-Website.

Migration, Sicherheit und Frieden (S+F 1/2016)

(c) Nomos Verlag

Die neue Ausgabe der Zeitschrift “Sicherheit und Frieden” (S+F) widmet sich interdisziplinären Fragen rund um das Thema Migration. Zu Anlass und Inhalt schreibt Chefredakteurin Patricia Schneider:

Die Vorstellung, dass steigende Opferzahlen im Mittelmeer abschreckend wirken, wie häufig propagiert, hat sich als Fehlschluss herausgestellt. Vielmehr ist die Anzahl der Flüchtlinge, die das Mittelmeer überqueren, aufgrund eines Mangels an legalen Einreisemöglichkeiten und befeuert durch aktuelle Krisen und Konflikte 2015 weiter erheblich gestiegen. Die Zahl der Todesopfer und Vermissten ist auf Rekordhöhe.

Angesichts dieser Situation stehen die Politik- und Sozialwissenschaften vor zahlreichen Fragen, die auch für eine praxisrelevante ethische Auseinandersetzung mit Flucht und Migration beachtenswert sind:

Inwiefern werden die Ursachen in den Herkunftsländern bisher in politischen Konzepten adressiert und wie könnten Ansätze verbessert werden? Welche Auswirkungen hat Migration auf den sozialen Frieden, Freiheit und regionale Stabilität, nicht nur in Anrainerländern von Konfliktstaaten, sondern auch in Aufnahmeländern (Chancen und Risiken)? Ist ein Normenwandel in der Gesellschaft hinsichtlich der Behandlung und Akzeptanz von Flüchtlingen festzustellen? Wie könnte dieser Wandel sich auf Migranten auswirken? Welche Genderaspekte sind zu berücksichtigen? Welches Risiko besteht für Zuwanderungsländer durch Terroristen, die sich als Flüchtlinge tarnen, tatsächlich? Welche Konsequenzen könnte der Diskurs über Flüchtlinge als Risiko und damit als Grenzschutzaufgabe für Menschenrechte und internationale Verpflichtungen haben? Welche Folgen hat der Diskurs über Flüchtlinge als innergesellschaftliches Destabilisierungsrisiko innerhalb der EU?

Viele dieser Fragen werden von den aus unterschiedlichen Disziplinen stammenden Autorinnen und Autoren der Ausgabe aufgegriffen. Ein Teil der Beiträge ist zum freien Download verfügbar unter http://www.sicherheit-und-frieden.nomos.de/archiv/2016. Weitere Informationen und Ausgaben finden sich unter http://www.sicherheit-und-frieden.nomos.de/archiv.

Tagungsbericht: „Der philosophische Pragmatismus in der Bewährung“

(von Ana Honnacker)

Am 3. und 4. Juni 2016 lud das Rottendorf-Projekt an der Hochschule für Philosophie München zu seinem jährlich stattfindenden Symposion ein. Ziel der Veranstaltung unter Leitung von Prof. Dr. Alexander Filipović war es, die philosophische Tradition des Pragmatismus auf dessen Potentiale für die Bearbeitung „gesellschaftliche[r] Konflikte zu Beginn des 21. Jahrhunderts“ (so der Untertitel der Konferenz) hin zu befragen.

Dabei wurde ein weiter thematischer wie disziplinärer Bogen geschlagen, der die Bandbreite der möglichen Anknüpfungspunkte pragmatistischen Denkens aufzeigte, diese zugleich aber immer auch wieder auf ihr Gemeinsames zusammenführte. Dieser rote Faden wurde gelegt mit dem Vortrag von Prof. Andrea Esser (Philosophie, Universität Jena), der, v.a. ausgehend von C.S. Peirce, die grundlegende Denkdynamik des philosophischen Pragmatismus nachzeichnete. Esser stellte insbesondere das kritische Potential, das aus der Hinwendung zum Primat der Praxis entsteht, in den Vordergrund. Die pragmatistische Einsicht in die Fallibilität von Zeichenzusammenhängen und (Selbst-)Deutungen transformiere die Suche nach Wahrheit in eine gemeinsame Bemühung um gesicherte Überzeugungen, ein genuin öffentliches Wissen, das in produktiven Forschungszusammenhängen erreicht und immer wieder neu geprüft wird.

Dr. Mara-Daria Cojocaru (Philosophie, Hochschule für Philosophie München) nahm in ihrem Vortrag die Frage nach den Idealen im Pragmatismus auf. Das formale Ideal des Wachstums, sei es als Zunahme konkreter Vernünftigkeit (Peirce) oder von Selbstverwirklichung (Dewey), führe zur globalen Solidarität. Das „Prinzip gelebten Zweifels“ diene dabei als affektiver Antrieb. Ob allerdings mit Rorty die (Sprach-)Gemeinschaft gegenüber der Erkenntnis Vorrang habe, oder – mit Peirce – umgekehrt, und mit welchem Zugang die Hoffnung auf globale Solidarität stärker zu untermauern sei, bliebe noch zu diskutieren.

Eine deutlich kritische Perspektive auf das Konzept des homo oeconomicus brachte Dr. Andreas Gösele SJ (Sozialethik, Hochschule für Philosophie München) ein. Mit Dewey zeigte Gösele, das diese anthropologische Annahme, gleichwohl weit über die Wirtschaftswissenschaften hinaus wirksam, einem pragmatistischen „Realitätscheck“ nicht standhalten kann. Allein der Theorieansatz, aus einem fixierten und vermeintlich „natürlichen“ Menschenbild allgemeingültige Gesetze über menschliches Handeln abzuleiten, könne als verfehlt betrachtet werden. Dem entgegenzusetzen und zu entwickeln sei vielmehr das alternative Bild des homo democraticus.

Der Vortrag von Prof. Dr. Michael Reder (Philosophie, Hochschule für Philosophie München) brachte die Traditionen des Pragmatismus und des Poststrukturalismus zusammen, um eine angemessene Demokratietheorie zu entwerfen. Dabei hob er zunächst auf die Verkürzungen des prägenden Paradigmas des politischen Liberalismus ab: die Setzung des Sozialen als sekundär gegenüber den als frei aufgefassten Subjekten und die Fokussierung auf Recht und Gerechtigkeitsprinzipien, die auf rein deliberative Verfahren setzen. Unter Rückgriff auf den Pragmatismus könne das Wechselverhältnis von Individuum und Gesellschaft besser gefasst werden und Deliberation um die Komponente der reflexiven Verarbeitung von (disruptiven) Erfahrungen erweitert werden. Jedoch habe, so Reder, auch dieser Ansatz einen blinden Fleck. Der Pragmatismus übersehe nämlich die aporetische Struktur von Demokratie und sei nicht in der Lage, die Vermachtung des Sozialen zu erfassen. Reder plädierte dafür, dass diese Mängel durch eine alternative Heuristik sichtbar gemacht werden müssten, etwa durch Bezug auf Butler oder Foucault.

Dr. Benjamin Herborth (International Relations, University of Gronigen) stellte eine Kritik staatszentrierten Denkens im Anschluss an den „radikalen Demokraten“ Dewey vor, und forderte, vor dem Hintergrund der Globalisierungsdebatte über den Staat hinaus und damit in einem grundlegend anderen begrifflichen Rahmen zu denken. Herborth identifizierte den Begriff des Staates als regelrechte Denkblockade mit quasi-transzendentalem Status, der mit seiner absolutistischen Logik selbst bis in aktuelle transnationale Überlegungen hineinreiche. Als „schlechte Abstraktion“ verstelle er unsere Visionen für politische Lösungen in einer globalisierten Welt.

Auf seine Implikationen für die philosophische Ethik hin befragte Prof. Dr. Dr. h.c. Julian Nida-Rümelin (Philosophie, Universität München) den Pragmatismus. Dieser könne vor allem als ein Kontrapunkt zu rationalistischen Ethiken fungieren, die Gefahr liefen, die Quellen der Normativität versiegen zu lassen, indem sie sich rein auf logische Prinzipien beriefen. Moralische Überzeugungen ließen sich jedoch nicht strikt deduktiv-abstrakt gewinnen, sondern seien stets in lebensweltliche Kontexte eingebettet. Keineswegs sei damit jedoch einem Relativismus das Wort geredet, vielmehr diene das in der Praxis angelegte Ideal der inkludierenden Kohärenz zugleich als Kriterium der Beurteilung moralischer Situationen und als Antrieb zu moralischer Entwicklung.

Für ein Zusammendenken der beiden Wurzeln pragmatistischer Religionstheorie sprach sich schließlich Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joas (Religionssoziologie, HU Berlin) aus: die empirische Religionspsychologie von William James mit ihrem Abheben auf individuelle Erfahrung auf der einen Seite, Peirces Semiotik auf der anderen Seite. In Josiah Royces Ansatz sei zwar eine Theorie der Interpretation religiöser Erfahrung vorgelegt worden, die die hermeneutische Lücke zwischen der Erfahrung des Subjekts und der sozial-institutionell vermittelten Deutung zu schließen versuche. Jedoch, so Joas, habe Royce wiederum eine allzu versöhnliche Teleologie eingeführt, die den Sinn für das Tragische, die echten Verluste und Verlustträger der Geschichte, den zumindest James aufweist, verliere. Es gelte, aus den Quellen des Pragmatismus eine Religionstheorie zu schöpfen, die der prekären Situation des Menschen Rechnung trage.

Der Tagung ist es gelungen, den Pragmatismus und dessen Potentiale sowohl für Forschende anderer Denktraditionen zu erschließen und ihn als relevante und produktive Haltung vorzustellen, als auch den „innerpragmatistischen“ Diskurs zu vertiefen und weiter aufzufächern. Die zum Teil lebhaft geführten Diskussionen im Anschluss an die Vorträge und bis in die Pausen hinein können als Zeichen dafür gelesen werden, dass nicht nur die in Deutschlang lange zögerliche Rezeption des Pragmatismus noch weiter vorangetrieben werden muss, sondern auch der Selbstverständigungsprozess darüber, wie sich der Pragmatismus verortet und wohin er führt, noch am (verheißungsvollen) Anfang stehen.

Zum detaillierten Tagungsprogramm

Ana Honnacker, Dr. phil., wiss. Assistentin am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover

Neues aus der Friedensforschung

(c) Thomas Max Müller / pixelio.de

Migration ist ein friedensethisch relevantes Problem: Was fast schon trivial klingt, wird durch das soeben erschienene Friedensgutachten 2016 und den neuen Global Peace Index bestätigt und wissenschaftlich unterfüttert. Die weltweite Zunahme von Flucht- und Wanderungsbewegungen korrespondiert demnach einem globalen “Rückzug” des Friedens und dem bereits im Februar vom Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI konstatierten Anstieg der weltweiten Rüstungsausgaben.

Angesichts dieser Entwicklungen plädieren die Autoren des Friedensgutachtens für strukturelle Veränderungen wie eine gerechtere Welthandelsordnung und mehr Ressourcen für zivile Konfliktbewältigung. In der flankierenden Presseeklärung fordern sie unter anderem ein Ende der Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien, an kurdische Peschmerga-Kämpfer und generell in Krisengebiete. Hinzu kommt scharfe Kritik an Integrationshemmnissen wie der Wohnsitzauflage und dem erschwerten Zugang zu Sprachkursen.

Das Friedensgutachten ist das gemeinsame Jahrbuch des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg, des Instituts für Entwicklung und Frieden der Universität Duisburg-Essen, der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft, der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung und des Internationalen Konversionszentrums. Der ebenfalls jährlich erscheinende Global Peace Index wird herausgegeben vom Institute for Economics and Peace.

CfP Berliner Werkstattgespräch 2017: Krise der Europäischen Union – Herausforderung für die christliche Sozialethik

Das nächste Berliner Werkstattgespräch wird sich vom 20.-22.02.2017 mit der “Krise der Europäischen Union” als Herausforderung für die christliche Sozialethik beschäftigen. Dazu hat die Vorbereitungsgruppe einen Call for Papers veröffentlicht.

Einsendungen werden erbeten zu den Themenschwerpunkten der Tagung

  1. Problemanalyse – was läuft falsch in /mit der Europäischen Union?
  2. Die Rolle der christlichen Kirchen / religiösen Akteure in der EU
  3. Europäisierung und/oder Re-Nationalisierung – sozialethische Aspekte auf politische Entwicklungen (in) der EU
  4. Ideelle Grundlagen für die Zukunft der Europäischen Union
  5. Die globale Verantwortung der EU

Aus den Einsendungen werden Themen ausgewählt für die Workshops im Rahmen der Tagung sowie Beiträge für eine geplante Veröffentlichung.

Einsendeschluss ist der 15. September 2016. Der ausführliche Call mit sämtlichen Informationen findet sich hier.

Fachkonferenz Arbeit 4.0

Arbeitsministerin Andrea Nahles hat ein Grünbuch zur „Arbeit 4.0“ vorgelegt. Darin wird die Zukunft der Arbeit in einer digitalisierten Welt dargestellt. Die Bevölkerung und ihre vielfältigen Organisationen sind eingeladen, das Grünbuch nicht nur zu lesen, sondern auch Ideen, Wünsche und Forderungen für die Gestaltung der zukünftigen Arbeitswelt zu formulieren.

Dieses Ansinnen soll in der Fachkonferenz “Arbeit 4.0. Arbeit in der digitalisierten Welt – Zukunft der Arbeit denken” aufgegriffen werden. Die Veranstaltung findet statt am 1. Juli 2016 in der Stiftungsfachhochschule München. Veranstalter ist das KAB Bildungswerk München und Freising.

Das detaillierte Programm (unter anderem mit Benjamin Mikfeld, Leiter der Grundsatzabteilung des Bundesarbeitsministerium) sowie Anmeldeinformationen finden sich hier.

P. Johannes Schasching SJ-Fellowship an der ksoe

Die Katholische Sozialakademie Österreichs schreibt für die Forschungsjahre 2016/2017 sowie 2017/2018 jeweils ein Fellowship für einen einjährigen Forschungsaufenthalt an der Sozialakademie aus.

Mögliche Themenfelder für ein Fellowship sind: “Laudato si – Ethik der Nachhaltigkeit”, “‘Primat des Marktes’ – ethische Fragen”, “‘Zeit-Architektur’ – Mensch und Gesellschaft” sowie “solidarisch Wirtschaften”.

Voraussetzung ist eine Promotion in Theologie oder einem anderen themenrelevanten Studienfach. Bewerbungsschluss ist der 30.06.2016.

Ausführliche Informationen finden sich hier.

Stellenausschreibungen: Künftige Generationen in der Demokratie

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Im Rahmen des Forschungsprojektes „Zukünftige Generationen als Leerstelle der Demokratie – Repräsentation und Beteiligung angesichts ökologischer und institutioneller Herausforderungen“ sind zum 01.10.2016 zwei Mitarbeiterstellen (50 %, zunächst befristet auf 2 Jahre) zur Neubesetzung ausgeschrieben.

Das Projekt soll Fragen der intergenerationellen Gerechtigkeit respektive der Berücksichtigung künftiger Generationen in demokratischen Systemen untersuchen und ist angegliedert an den Lehrstuhl für Praktische Philosophie mit Schwerpunkt Völkerverständigung der Hochschule für Philosophie München (Prof. Dr. Michael Reder). Zu den Aufgaben der Mitarbeiter_innen gehören unter anderem die Bearbeitung der Forschungsfrage, die Teilnahme an und Organisation von Tagungen und Workshops sowie die Mitwirkung an gemeinsamen Publikationen. Die Anfertigung einer Dissertation ist ausdrücklich erwünscht.

Bewerber_innen sollten ein Studium im Bereich der Philosophie oder der theoretisch orientierten Sozialwissenschaften und sehr gute Englischkenntnisse vorweisen können. Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 01.07.2016. Alle notwendigen Informationen finden sich in der Stellenausschreibung.

Die katholische Ethik und der Geist des Korporatismus – eine Replik auf Martin Rhonheimer

Jonas Hagedorn, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Frankfurter Nell-Breuning-Institut und am Darmstädter Institut für Theologie und Sozialethik, hat eine Replik auf Einlassungen zur katholischen Soziallehre geschrieben, die Prof. Martin Rhonheimer in der NZZ vom 5. April 2016 sowie in der FAZ vom 17. Mai 2016 veröffentlicht hat.

In seinen Artikeln geht Rhonheimer insbesondere mit der scheinbaren Unterschätzung der Funktion des freien Unternehmers durch die katholische Soziallehre und mit der Kapitalismuskritik des kirchlichen Lehramts hart ins Gericht. Neben der Anerkennung des Unternehmers als treibender Kraft im Wirtschaftsprozess, der sich die katholische Soziallehre bisher sträflich verweigert habe, fordert Rhonheimer – in libertärer Manier – eine uneingeschränkte Akzeptanz marktwirtschaftlicher Arrangements – kurz und gut: das freie Spiel der freien Kräfte. Dieses allein würde auch die Armen besser stellen. Dem Vorbehalt gegenüber einem allzu leichtfertigen Heilsglauben an den „Trickle-down-Effekt“ (gerade wenn tatsächlich alle Effekte, inklusive der ökologischen Kosten etc., aggregiert würden) erteilt er eine deutliche Absage.

Hagedorn weist in seiner Replik darauf hin, dass die Tradition kirchlicher Soziallehre und Sozialethik den Unternehmer mitnichten ignoriert, sondern seine Bedeutung ausgesprochen positiv bewertet. Ein marktradikales Denken, welches Rhonheimer vertritt und in dem der kirchlicherseits immer positiv konnotierte Wohlfahrtsstaat und postliberale Korporatismus keine Rolle spielen, kennt die Tradition der Soziallehre der Kirche zudem nicht. Entsprechende Einlassungen zeugen daher von einem großen Mangel an Traditionsbewusstsein.

Der komplette Text der Replik auf Martin Rhonheimers Interpretation der katholischen Soziallehre von Jonas Hagedorn (Nell-Breuning-Institut/Frankfurt a.M.) findet sich hier.

Promotionsstelle Medienethik

Die Nachwuchsforschungsgruppe „Medienethik in interdisziplinärer Perspektive – Werte und sozialer Zusammenhalt in neuen öffentlichen Räumen“ am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) in Tübingen untersucht die Auswirkungen neuer Formen der öffentlichen Kommunikation auf Werte und Normen. In diesem Rahmen ist eine Promotionsstelle (1/2 E 13 TV-L).

Als Thema der Promotion bieten sich Einzelfragen aus den Forschungsbereichen „Digitalisierung in Subsahara Afrika“, „Information zwischen Kommerzialisierung und Gemeingut“ oder „Mediale Funktionsaufträge in einer digitalen Gesellschaft“ an. Die Bewerbung auf die Promotionsstelle ist alternativ auch mit einer eigenen Forschungsidee zu einem weiteren informations- oder medienethischen Thema möglich.

Bewerbungen mit einer Skizzierung des Forschungsvorhabens (3 Seiten) und den üblichen Unterlagen werden in elektronischer Form – zusammengefasst in einem Dokument – bis zum 9.5.2016 erbeten an PD Dr. Jessica Heesen: jessica.heesen@uni-tuebingen.de

Die komplette Stellenausschreibung findet sich hier.

“Flucht und Migration” – Communicatio Socialis 1/2016

ComSoc-1_2016-Umschlag-600x915Medienethische Fragen im Kontext von Flucht und Migration sind das Thema des aktuellen Hefts von Communicatio Socialis (Heft 1/2016). Das Heft ist online erschienen; einige Texte sind frei erreichbar. Communicatio Socialis ist eine Zeitschrift für Medienethik und Kommunikation in Kirche und Gesellschaft.

In den Medien ist „Flucht“ omnipräsent. Anne Will diskutierte in sechs von acht Sendungen von Januar bis Anfang März 2016 über Flucht, Flüchtende und die Auswirkungen. So groß wie das öffentliche Interesse scheint auch die Sensibilität der Öffentlichkeit zu sein, wenn es um das Was und Wie der Berichterstattung geht. – Aus medienethischer Perspektive bietet das Thema „Flucht und Migration“ unzählige Anknüpfungspunkte. Dem trägt Communicatio Socialis mit dem Schwerpunkt „Flucht und Migration in den Medien“ Rechnung.

„Das Märchen vom überkochenden Brei“

Der Themenschwerpunkt beginnt mit dem Aufsatz „Das Märchen vom überkochenden Brei“ von Friederike Herrmann über „Narrative in der Berichterstattung zum Flüchtlingsthema“ (frei im E-Journalund auf Übermedien). Der Beitrag fußt auf einer Analyse von TV-Nachrichtensendungen und Tageszeitungen. Die Autorin kann zeigen, dass die in der medialen Massenkommunikation vorherrschenden und meist negativ konnotierten Narrative Fakten verdrängen. Petra Hemmelmann und Susanne Wegner geben einen Überblick über die Flüchtlingsdebatte im Spiegel von Medien und Parteien (frei im E-Journal). Auf „Facebook“ spiegelte sich die Spaltung der Gesellschaft wider, wobei vor allem die AfD und die CSU mit ihren ablehnenden Haltungen zur Aufnahme von Flüchtenden Zuspruch erhalten. Mit der Darstellung von Flucht und Migration im Film befasst sich Thomas Bohrmann. Der Autor stellt sechs verschiedene Filme vor, die den Zuschauer zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema auffordern, weil sie emotionale und kognitive Impulse bieten.

Das neue Heft ist ab sofort online abrufbar. Die Artikel können auch einzeln erworben werden. Wie gewohnt erscheint die neue Ausgabe auch in gedruckter Form. Die Zeitschrift Communicatio Socialis erscheint im verzögerten Open Access: 12 Monate nach Erscheinen eines Artikels ist er frei im Netz zugänglich.

Tagungsberichte des Jahrbuchs für Christliche Sozialwissenschaften 57/2016 bereits verfügbar

Ab sofort stehen auf der Homepage des Jahrbuchs für Christliche Sozialwissenschaften Pre-Print-Versionen der Tagungsberichte der kommenden Ausgabe (Bd. 57/2016) zur Verfügung. Damit besteht bereits vor Erscheinen der Printausgabe die Möglichkeit, interessante Einblicke in wissenschaftliche Tagungen der theologischen Sozialethik zu erhalten. Verfügbar sind Berichte über die Tagung der Societas Ethica in Linköping, über das Forum Sozialethik 2015 und über den Kongress der MoraltheologInnen und SozialethikerInnen in Würzburg sowie über das diesjährige Werkstattgespräch der SozialethikerInnen in Berlin.

Ab dem Band 57/2016 hat die Redaktion mit freundlicher Genehmigung des Aschendorff-Verlags die Möglichkeit, Beiträge aus der Rubrik „Berichte und Mitteilungen“ zeitnah und kostenfrei zum Download bereitzustellen.

Den Link zu den Tagungsberichten des kommenden Jahrbuchs finden Sie hier.

CfP: Religiöse Pluralisierung – gesellschaftliche Polarisierung – politische Desintegration

Die Deutsche Sektion der Europäischen Gesellschaft für katholische Theologie lädt vom 3.-5. November 2016 nach Stuttgart-Hohenheim zu einer Fachtagung mit dem Thema “Religiöse Pluralisierung – gesellschaftliche Polarisierung – politische Desintegration. Die Krise Europas als Herausforderung für die Theologie”.

Die europäischen Gesellschaften durchlaufen derzeit einen tiefgreifenden Wandel, der die Integration Europas selbst in Frage stellt: Im europäischen Haus zeigen sich tiefe Risse. Die Dramatik der Krisen erstreckt sich von den Anschlägen von Paris und Brüssel, der Finanzkrise und dem drohenden „Brexit “, über das Erstarken euroskeptischer und nationalistischer Strömungen, die Bedrohung durch den islamistischen Terror und den Anstieg islamophober Stereotypen, bis hin zur Flüchtlingskrise, zur globalen Migration und zur damit verbundene religiösen und kulturellen Pluralisierung. Die Debatten um die „Seele Europas“, um eine europäische Verfassung und um den Stellenwert des religiösen, kulturellen Erbes gerade mit Blick auf den Islam haben deutlich gemacht, dass mit der politischen auch die religiöse Dimension an Bedeutung gewinnt. Damit geht es um Themen, die in den Kernbereich theologischer Arbeit hineinreichen, die öffentliche Positionierung, theologische Aufklärung und interreligiösen Dialog fordern.

Die Tagung will einen neuen Diskurs um die Zukunft Europas und den Beitrag der Theologie(n) eröffnen. In diesem Rahmen richtet sich dieser Call for Papers ausdrücklich auch an den wissenschaftlichen Nachwuchs.

Der ausführliche Call for Papers findet sich hier. Abstracts können bis zum 1. August 2016 eingeschickt werden.

Tagung: Grenzenlose Hilfsbereitschaft?

Am 9.und 10. Mai 2016 findet in der Thomas Morus Akademie in Bensberg eine Tagung zum Thema “Grenzenlose Hilfsbereitschaft? Migration als Herausforderung der europäischen Kirche” statt.

Die große Zahl von Flüchtlingen und das hohe Potenzial an Zuwanderungswilligen aus Nordafrika und dem Nahen Osten werden in den europäischen Gesellschaften trotz Hilfsbereitschaft besorgt wahrgenommen. Vielerorts haben populistische Bewegungen einen starken Zulauf.

Was geht in den einzelnen europäischen Ländern vor sich? Wie sind die populistischen Reaktionsweisen – die teilweise auch innerhalb der Kirchen Zuspruch finden – zu verstehen und welche Unterstützung benötigt die katholische Hilfsarbeit, sowohl von der Kirche als auch von der Politik? Welche Probleme, Aufgaben, Chancen und Neuaufbrüche eröffnen sich aus der Flüchtlingskrise für die Kirche und ihre Gemeinden? Angesichts der Migrationsbewegungen nach Europa stellt sich zudem die Frage nach dem europäischen Horizont der katholischen Hilfsarbeit – und nach der Position, die die Kirche zu Europa bezieht.

Nähere Informationen sowie ein Pdf mit dem konkreten Tagungsprogramm und Anmeldeoptionen finden sich hier.