Communicatio Socialis 1/2014: Behinderung und Medien

Menschen mit Behinderung spielen in den Medien kaum eine Rolle. Darsteller mit Behinderung in fiktionalen Produktionen sind die Ausnahme. Und wenn Menschen mit Behinderung vorkommen, dann selektiv, fokussiert auf ihre Behinderung und in einer dramatisierenden Sprache dargestellt: Menschen, die „an den Rollstuhl gefesselt“ oder „des Augenlichts beraubt“ sind. Journalistinnen und Journalisten mit Behinderung haben besondere Anforderungen an ihren Arbeitsplatz, behinderte Menschen in der Werbung – ein sensibles Thema. Das Themenfeld Medien und Behinderung ist groß und medienethisch wichtig.

Die neueste Ausgabe der medienethischen Zeitschrift Communicatio Socialis nimmt sich dieser Thematik an und will sie aus verschiedenen Blickwinkel beleuchten. Eine ausführliche Inhaltsübersicht bietet der Mitherausgeber Alexander Filipovic auf dem Blog des Netzwerk Medienethik.

Des Weiteren sei darauf hingewiesen, dass die Zeitschrift auch über eine Heftvorschau verfügt. Wer z.B. als Autor/Autorin Interesse an einem der Themen hat oder einen Hinweis bieten kann, ist aufgerufen, sich mit der Redaktion des Netzwerk Medienethik in Verbindung zu setzen.

CfP Forum Sozialethik 2014: Gender – Identität – Autonomie – Fristverlängerung bis 30. April 2014

Die Einreichungsfrist für den CfP des “Forum Sozialethik” zum Thema “Gender – Identität – Autonomie” wurde bis zum 30.04.2014 verlängert. Alle weiteren Informationen sind auf der Tagungswebseite zu finden.

 

CfP Tagung für Praktische Philosophie

RTEmagicC_TPP.2014.Sticker_12.png

Am 13./14. November findet an der Universität Salzburg eine Tagung zu Themen der Praktischen Philosophie statt. Die Hauptvorträge werden von Kurt Bayertz und Heiner Bielefeldt gehalten. Für das restliche Programm gibt es einen relativ weit gefassten Call:

Praktisches Philosophieren lebt vom kritischen und beständigen Austausch mit anderen. Die Tagung für Praktische Philosophie will dafür Zeit und Raum bieten sowie Vernetzung und den Austausch mit Kolleg_innen ermöglichen. Wir laden alle interessierten Kolleg_innen, mit und ohne universitäre Anbindung, aus dem gesamten Spektrum der praktischen Philosophie (angewandte Philosophie, Sozialphilosophie, Ethik, Rechtsphilosophie, politische Philosophie etc.) und verwandter Disziplinen ein, Vorschläge für Beiträge einzusenden. Diese können fertige Aufsätze, Teile aus größeren Arbeiten, work in progress oder gescheiterte Versuche, im Denken voranzukommen, sein. Für jeden Vortrag sind 30 Minuten inkl. Diskussion vorgesehen.

Vorschläge für Beiträge (im Umfang von ca. 250 Wörter) sind bis 1. Juli 2014 an philosophie(at)sbg.ac.at zu richten.

Weitere Informationen finden sich auch auf der Tagungswebsite.

Internetforum zur Ökumenischen Sozialinitiative

Der Rat der EKD und die DBK haben am 28. Februar 2014 die neue Ökumenische Sozialinitiative mit dem Titel „Gemeinsame Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft“ vorgestellt. Beide Kirchen stellen auf der Grundlage des gemeinsamen Wortes „Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit“ (1997) und im Blick auf aktuelle Herausforderungen 10 Thesen zur Diskussion. Ihnen vorangestellt ist die Leitfrage: Wie können unter veränderten sozialen Verhältnissen die Werte der Menschlichkeit und Gerechtigkeit im Blick behalten werden?

Auf der offiziellen Website der Initiative ist ein offenes Diskussionsforum eingerichtet, in dem das gesamte Dokument oder einzelne Kapitel mit kurzen Kommentaren oder grundsätzlichen Stellungnahmen versehen werden können. Auf einem Kongress am 18. Juni 2014 in Berlin werden Politiker, Fachleuten und kirchliche Verbänden, den Inhalt der Ökumenischen Sozialinitiative diskutieren. Sowohl die Auswertung der Kommentierungen im Internet als auch die Beiträge des Kongresses werden in einer Buchveröffentlichung zusammengestellt.

Religion und Gesellschaft

“Religion – für Schule und Gesellschaft wichtig” – Unter dieser Überschrift beschäftigt sich die neue Ausgabe 3/2014 der Zeitschrift “Katholische Bildung” mit dem pädagogischen Stellenwert interreligöser Lernprozesse in der Schule. So heißt es in dem Heft mit Blick auf das Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft: “Die Annahme, die Begegnung mit Religion könnte ausschließlich an ein bestimmtes Fach, Religionslehre oder Religionskunde, ausgelagert werden, wäre [...] ein Missverständnis. [...] Auf der allgemeinbildenden und sittlich-erzieherischen Ebene  wird [...] auch die öffentliche Schule die religiöse Dimension nicht ausklammern dürfen, sondern die Schüler zum reflexiven Umgang mti religiösen Phänomenen befähigen.” (S. 117). Die Zeitschrift wird herausgegeben vom Verein katholischer deutscher Lehrerinnen e. V. (VkdL).

ENGAGEMENT-Themenheft: Integrationserwartungen an Schule

Das neue Themenheft 1/2014 der Zeitschrift ENGAGEMENT widmet sich den vielfältigen “Integrationserwartungen an Schule”, denen sich diese heute gegenüber sieht. Zu den Leistungen, welche die Schule zum Aufbau und zum Erhalt der Gesellschaft bereitstellt, gehört ihre Integrationsfunktion. Durch Einführung in die bestimmenden institutionellen Regelsysteme und Herrschaftsformen sowie die Reproduktion bestimmter Normen und Orientierungsmuster stabilisiert die Schule das gemeinschaftliche Zusammenleben. Indem das Schulwesen zur politisch-gesellschaftlichen Teilhabe befähigt sowie an der sozialen Identitätsbildung mitwirkt, trägt es nicht unwesentlich zum inneren Zusammenhalt der Gesellschaft bei. Die Schule soll die ihr zugeschriebene Integrationsfunktion dabei nicht einfach „irgendwie“ bewältigen. Vielmehr werden die funktionalen Beziehungen zwischen dem Bildungswesen und den verschiedenen gesellschaftlichen Teilbereichen, die bei der sozialen Identitätsbildung eine Rolle spielen, bildungspolitisch wie pädagogisch als normativ zu gestaltende Aufgaben begriffen. Integration zielt auf den Erhalt des demokratischen Systems und die Sicherung der Grundrechte. Doch sind die damit verbundenen Leitideen, die dies möglich machen sollen, nicht einfach vorgegeben; diese unterliegen gesellschaftlicher und politischer Aushandlung.

Die einzelnen Beiträge des Themenheftes folgen unterschiedlichen fachlichen Perspektiven und beruflichen Zugängen. Die vier Beiträge zu Beginn beleuchten die gegenwärtigen Integrations- und Inklusionserwartungen an Schule grundlegend aus ethischer (Markus Babo), sozialpädagogischer (Claudia Lohrenscheit), menschenrechtspolitischer (Katja Neuhoff) und sozialräumlicher Perspektive (Werner Schönig).

Die beiden Beiträge von Ernst Wilhelm und Horst Günter Klitzing verdeutlichen, welch gegensätzliche Konsequenzen und bildungspolitische Forderungen aus der Inklusionsdebatte derzeit gezogen werden. Gabriele Franger-Huhle zeigt an einem Beispiel aus Coburg die Chancen und Grenzen zivilgesellschaftlichen Engagements beim Einsatz für ein inklusives Bildungssystem auf.

Anna Noweck und Hansjörg Schmid fragen nach den spezifischen Integrations- und Inklusionserwartungen, denen sich katholische Schulen in einer sozial wie religiös pluralen Gesellschaft zu stellen haben.

Zwei Praxisbeispiele aus der berufsbildenden Schule zeigen, wie die eigene Identitätsbildun­g (Man­fred Riegger und Florian Lettl) oder die Vermittlung interkultureller Kompetenzen (Axel Bernd Kunze) im Unterricht gefördert werden können. Sollen Lehrer sich kritisch mit den verschiedenen Integrationserwartungen an Schule auseinandersetzen und „schulische Integration selbst denken“ können, gehört dieses Thema in die Lehreraus- und -fortbildung. Lothar Müller und Andreas Fisch zeigen anhand von zwei Beispielen aus der Universität Trier und dem Erzbistum Paderborn, wie dies gelingen kann.

Verantwortlicher Herausgeber des Thementeils ist Axel Bernd Kunze, tätig als Privatdozent für Erziehungswissenschaft an der Universität Bonn sowie Dozent für Pädagogik und stellvertretender Schulleiter einer Fachschule für Sozialpädagogik. Die Zeitschrift erscheint im Münsteraner Verlag Aschendorff und wird herausgegeben vom Arbeitskreis Katholischer Schulen in freier Trägerschaft in der Bundesrepublik Deutschland.

JCSW 54/2013 – “Demokratie”

Das neue Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften hat den thematischen Schwerpunkt “Demokratie”. Der Band ist dem Münsteraner Sozialethiker und Soziologen Karl Gabriel zum 70. Geburtstag gewidmet.

Aktuell wird unter dem Schlagwort „Postdemokratie“ eine gesellschaftskritische Perspektive diskutiert, die trotz des weltweiten formalen Erfolgs demokratischer Regierungsformen eine Krise des demokratischen Ethos wie der demokratischen Institutionen anzeigt. In dem vorliegenden Band wird an diese Diskussion aus christlich-sozialethischer Perspektive angeknüpft. Die Texte präsentieren Möglichkeiten, in dieser „postdemokratischen“ Situation die Kriterien der gerechten Beteiligung und der Persongerechtigkeit christlich-sozialethisch ins Spiel zu bringen, also neu und aus der Perspektive der christlichen Sozialethik über eine menschengerechte Demokratie nachzudenken.

Weitere Forschungsbeiträge befassen sich mit geschlechtergerechter Arbeitsteilung, politischer Wirtschaftsethik und der Zukunft des Sozialstaats. Berichtet wird über Tagungen in Berlin, Schwerte, Heppenheim und über die theologisch-ethische Netzwerkbildung in Europa.

Erstmals erscheint in diesem Band die Rubrik “Forschungsbeiträge zur Sozialethik – Online-Supplement”. In dieser werden in der Online-Ausgabe des Jahrbuches Beiträge publiziert, die nicht für die Print-Ausgabe berücksichtigt werden konnten. Auch diese Beiträge werden einem anonymen Peer-Review-Verfahren unterzogen.

Der Band kann über den Buchhandel (ISBN 978-3-402-10986-1 , Aschendorff Verlag) oder direkt beim Verlag für 38,00 Euro bezogen werden. Die Texte werden zwölf Monate nach Veröffentlichung frei online abrufbar sein (ab 1.1.2015).

Inhaltsverzeichnis

Continue reading ‘JCSW 54/2013 – “Demokratie”’

CfP Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften – Verlängerung

In der Rubrik „Forschungsbeiträge zur Sozialethik“ des Jahrbuchs für Christliche Sozialwissenschaften erscheinen Beiträge zu einem frei gewählten Thema der Sozialethik. Hierfür können Beiträge zur Publikation eingereicht werden. Diese werden in einem double blind peer review Verfahren begutachtet und ausgewählt. Pro Ausgabe können bis zu drei Beträge berücksichtigt werden.

Der Einsendeschluss der vollständigen Beiträge in deutscher oder englischer Sprache wurde für die nächste Ausgabe auf den 31.3.2014 verlängert.
Weitere Informationen finden sich hier.

Stellenausschreibung Systematische Theologie Universität Siegen

Im Seminar für Katholische Theologie der Universität Siegen ist am Lehrstuhl für Systematische Theologie (Prof. Veronika Hoffmann) zum 01.09.2014 die Stelle einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin oder eines wissenschaftlichen Mitarbeiters zur Habilitation (100%) oder zur Promotion (50%) zu besetzen.

Zu den Aufgaben gehört die Mitarbeit im Studiengang Katholische Theologie (insb. Lehramt), Schwerpunkt ist die Lehre im Bereich Christliche Ethik. Die Tätigkeit umfasst die Unterstützung in Forschung und Lehre am Lehrstuhl für Systematische Theologie, Betreuung der Studierenden sowie Mitwirkung bei administrativen Aufgaben.

Nähere Informationen zur Stelle und zum Bewerbungsverfahren finden sich hier. Bewerbungsschluss ist der 7. April 2014.

CfP Forum Sozialethik 2014: Gender – Autonomie – Identität

Feminismus, Frauenquote, Mütterrente, Homoehe, Jungen als Bildungsverlierer, keine zwangsweise Festlegung des Geschlechts bei der Geburt, Diversity-Management…

Jedes dieser Schlagworte ruft Vorstellungen zum Thema Gender und zum Geschlechterverständnis auf und zeigt, wie vielfältig aber auch interessengeleitet und emotional aufgeladen das Thema in aktuellen Debatten behandelt wird. Die spezifische Perspektive der Gender-Forschung lautet: Kein Mensch soll wegen seines Geschlechts, das als hauptsächlich sozial konnotiert verstanden wird, strukturelle Benachteiligungen erfahren. Die mit diesem Verständnis einhergehende Dekonstruktion klassischer Geschlechtervorstellungen wird allerdings nicht von allen positiv aufgenommen, sondern teils auch vollständig abgelehnt. Von den Grundsatzfragen über die Geschlechtlichkeit des Menschen abgesehen wirft aber bereits die Frage, wie nah wir dem Ziel von Geschlechtergerechtigkeit in privaten, gesellschaftlichen und politischen Prozessen tatsächlich sind, ein ganzes Bündel sozialethischer Fragen auf: Wie lassen sich Familie und Beruf vereinbaren? Wie ist das Bildungssystem zu gestalten? Welche Steuerungsprozesse hat die Politik zu leisten?

Das Forum Sozialethik 2014 will vor diesem Hintergrund der Bedeutung der Gendergerechtigkeit in der Sozialethik sowie den vielfältigen damit verbundenen Fragen und Herausforderungen nachspüren.

Das Vorbereitungsteam (Michael Hartlieb, Felix Krause, Anna Kroll und Anna Maria Riedl) lädt Interessierte herzlich ein, sich mit einem Beitrag an der Tagung zu beteiligen und etwa anhand der eigenen Forschungsperspektive Fragen zu Gender – Identität – Autonomie und ihrer Beziehung zur Christlichen Sozialethik zu diskutieren. Mögliche Anknüpfungspunkte können z. B. anthropologische, (sozial-)philosophische, sozialwissenschaftliche oder praktisch-angewandte Zugänge zu dem Thema sein, aber auch andere angrenzende Forschungsdiskurse bieten sich an. Angesprochen sind NachwuchswissenschaftlerInnen (Promotion, Habilitation) sowie fortgeschrittene Studierende des Faches Sozialethik im deutschsprachigen Raum. VertreterInnen aus benachbarten Disziplinen (Philosophie, Soziologie und andere Sozialwissenschaften, Politikwissenschaften usw.) sind herzlich willkommen. Das Forum pflegt einen Werkstattcharakter: das heißt, dass besonderer Wert auf den freien wissenschaftlichen Austausch gelegt wird. Dafür dienen die Beiträge als Grundlage.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem Call for Papers. Der Call ist geöffnet bis 1. April 2014.

Alle weiteren Informationen auf der Tagungswebseite.

Programm Workshop Ethik: Was ist das Gute und welchen Ort hat es in der Ethik?

Das Programm des 13. Workshop Ethik wurde nun veröffentlicht. Es geht in diesem Jahr um die Frage “Was ist das Gute und welchen Ort hat es in der Ethik?” Als Experten nehmen unter anderem Prof. Dr. Ludwig Siep und Prof. Dr. Peter Stemmer teil.

Anmeldeschluss ist der 26. Februar. Die Teilnehmendenzahl ist auf 40 begrenzt.

(vgl. auch den entsprechenden Call for Papers)

Tagung: Religiöse Einflüsse auf Wirtschaftsordnungen

Religiöse Einflüsse auf Wirtschaftsordnungen in der Zwischen- und Nachkriegszeit stehen im Mittelpunkt einer Tagung des Exzellenzclusters Religion und Politik an der Universität Münster am 06. und 07.02.2014.

Die Zwischen- und Nachkriegszeit in Deutschland war von politischen Umbrüchen geprägt. Mit den verschiedenen politischen Modellen einher gingen auch unterschiedliche Vorstellungen über die Organisation der Wirtschaft. Letztendlich durchgesetzt hat sich mit der Sozialen Marktwirtschaft eine Wirtschaftsordnung, die – obgleich von Müller-Armack erst nach dem zweiten Weltkrieg so benannt – auf Konzepten und Überlegungen aus der Zwischenkriegszeit fußt. Neben dem Ordoliberalismus sind hier vor allem die verschiedenen ethischen Strömungen der christlichen Kirchen, also die Katholische Soziallehre und die Evangelische Sozialethik, zu nennen [...] Auf der Tagung soll in einem interdisziplinären Rahmen der Frage nachgegangen werden, wo und wie sich ebenjene religiösen Einflüsse bemerkbar machten.

Die Tagung hat explizit auch einen sozialethischen Schwerpunkt. Nähere Informationen gibt es hier.

Ethik und Gesellschaft 2/2013

Kurz vor dem Jahreswechsel ist noch die zweite Ausgabe der Online-Zeitschrift Ethik und Gesellschaft erschienen. Sie beschäftigt sich  mit dem Thema “Den Stall reinigen, aber kein Raum in der Herberge? Arbeitsmigration in Europa”.

Die Arbeitsmigration in Europa ist ein unbestreitbares Faktum – doch gleichzeitig überbieten sich Regierungsvertreter wie Großbritanniens David Cameron oder der damalige deutsche Innenminister Hans-Peter Friedrich in einer Rhetorik, die Migrantinnen und Migranten als ‘Sozialhilfetouristen’ denunziert. Angesichts der strukturell geförderten zunehmenden Auslagerung reproduktiver und fürsorgender Tätigkeiten (cleaning, cooking, caring) an schlecht gesicherte und noch viel schlechter bezahlte Migrantinnen erscheint diese Perspektive allerdings schlechterdings zynisch. Dass ein solcher Blick aber keineswegs alternativlos ist, zeigt Jan-Dirk Döhling in seinem exegetischen Beitrag über die Einübung des Perspektivwechsels – hin zum migrantischen Blick – in den Grunderzählungen Israels. Constanze Janda analysiert scharfsichtig die rechtlichen Probleme besonders der feminisierten Migration. Einen gleichsam ‘offiziellen’ Blick auf die europäischen Problemlagen und Handlungsoptionen wirft Hans Dietrich von Loeffelholz aus der Sicht des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Petr Štica wendet sich in seinem Beitrag einem bisher nur wenig wahrgenommenen Phänomen zu: Er zeigt am Beispiel Tschechiens, dass die Länder Ostmitteleuropas nicht nur Emigrations-, sondern auch als Immigrationsstaaten darstellen und beschreibt die sich daraus ergebenden Problemlagen. Aus sozialethischer Perspektive schliesslich analysiert Hans-Ulrich Dallmann die Problemzusammenhänge und kommt dabei zu dem Schluss, dass nicht die Migrantinnen und Migranten, sondern der souveräne Nationalstaat den Kern des Problems der Migration ausmache – an die Stelle unilateraler Zugehörigkeitsregelungen müssten daher, so Dallmann, internationale Vereinbarungen über die menschenwürdige Gestaltung der Migration treten.

Ethik und Gesellschaft erscheint im Ketteler-Verlag, dem Verlag der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), und wird durch die Stiftung Zukunft der Arbeit und der sozialen Sicherung (ZASS) sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Die Beiträge können kostenlos gelesen und heruntergeladen werden.

 

Inhaltsverzeichnis

Continue reading ‘Ethik und Gesellschaft 2/2013′

Berliner Werkstattgespräche 2014 – Ressourcenkonflikte

Die Berliner Werkstattgespräche der Sektion “Sozialethik” der internationalen Vereinigung für Moraltheologie und Sozialethik beschäftigen sich vom 24.-26. Februar 2014 mit dem Thema “Ressourcenkonflikte” 

Die Ressourcen der Erde sind endlich und knapp. Angesichts wachsender Weltbevölkerung  und damit verbundener weiterer Verknappung der Ressourcen gewinnt das Thema, wie mit der Knappheit  umgegangen werden soll, zunehmend an Dringlichkeit. Denn Ressourcenknappheit verursacht Konflikte, die in dem ungleichen Zugang oder der ungleichen Verteilung ihren Ursprung haben. [...] Auf der Tagung sollen neben einzelnen Ressourcenkonflikten, wie etwa um Wasser oder um Seltene Erden, die ethischen Fragen von Gerechtigkeit und Menschenrechten diskutiert und auf Ressourcenkonflikte hin spezifiziert  werden. Auch Vorstellungen von möglichen, gerechten  Lösungen von Ressourcenkonflikten stellen ein wichtiges Thema dar.

Eingeladen sind Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus dem Bereich der Christlichen Sozialethik, die ein abgeschlossenes Promotionsverfahren vorweisen können (Ausnahmen möglich). Anmeldeschluss ist der 15. Januar 2014.

Programm, Anmeldemöglichkeiten und nähere organisatorische Hinweise finden sich im Flyer.

Tagung: Medien, Ethik und Geschlecht

Am 13. und 14. Februar 2014 findet die Jahrestagung des Netzwerkes Medienethik zum Thema “Medien, Ethik und Geschlecht. Zur Frage nach Gerechtigkeit und Vielfalt in der Medienwelt” statt. Ort ist die Aula der Hochschule für Hochschule für Philosophie in München.

Für nähere Informationen zu Programm und Anmeldung vgl. den entsprechenden Eintrag auf dem Blog des Netzwerk Medienethik und die Tagungswebsite.